• [quote="parkgalerie @ Fr. Jun. 15, 2007 12:33"]
    Mich hätten ein paar Geistesblitze über dieses seltsame Jahrhundert, zu dem einem nichts heißeres einfällt als ausgerechnet Watteau ja schon interessiert, obwohl mir klar ist, daß die spannensten Diskurse wohl nicht in der U-Bahn geführt werden.
    Klaus [/quote]

    @ Klaus
    warum hast du nicht gleich in deinem ersten Posting etwas Spannendes geschrieben? In der Tat ist das 18. Jahrhundert spannend. Hier ging es nur um Maler. Warum ich Watteau genannt habe kann ich dir aber gern schreiben: weil nach Malerei des Rokoko gefragt wurde. Das mir diese Schubladeneinteilung nicht behagt, schrieb ich auch schon. Die Kunst in Kategorien einzuteilen, ist schon deshalb schwierig, weil die einzelnen Epochen in den Ländern zu unterschiedlichen Zeiten noch, noch nicht oder nicht mehr aktuell waren.
    Watteau hat in die Malerei neben der Sinnesfreude den Mensch als Teil der Natur und nicht Natur als Staffage für ein gekünsteltes menschliches Verhalten dargestellt. Die Einschiffung nach Kythera 1712 ist ein Beispiel dafür.

    Und um es nicht schon wieder auf einen anderen zu schieben, hier mal ein kurzer Abriss in Sachen Kunst:
    Während in Architektur noch weiter barocke Bauten (einschließlich Wandgemälde), entstanden, wurde Zeitalter der Aufklärung Künstler vermehrt an Akademien ausgebildet. Historismus, Klassizismus lösten in der Kunst Arbeiten des sinnesfreudigere 17. Jahrhunderts ab. Das Achtzehnte Jahrhundert ist für mich auch das "Winckelmann" Zeitalter.Der Rückgriff auf antike Mytologien. Die Künstler pilgerten nach Rom. Hier gelangte um 1800 der Klassizismus zu seiner vollen Ausdehnung. So hier ist erstmal Schluß. Ich habe jetzt keine Zeit mehr für Historie. Tschüß

    15.06.2007 - 13:03 Antworten
  • "In der Berliner U-Bahn trifft man manchmal Leute,
    die in einem fort leise vor sich hin brabbeln,
    um dann plötzlich Sätze wie:"ja ist scheisse wenn man mit etwas was man gar nicht mag noch gut aussehen will - das hat schon etwas widerliches."
    den versammelten Mitreisenden entgegen zu
    schmettern, um dann wieder in Selbstgespräche zu verfallen.
    Die Leute im Abteil starren dann alle peinlich berührt aus dem Fenster."

    das ist treffend beschrieben - man schaut halt peinlich wenn man an seine eigenen geistigen grenzen stösst und für einen kurzen moment etwas oben in der birne spürrt. diesen moment lassen aber die meisten verstreichen ohne ihre chance zu nutzen sich mit einem "GENAU" daraus zu befreien. und nach kurzer zeit steckt man die köpfe zusammen oder wirft sich bestätigenden blick zu - wie ein geheimes zeichen - das man der versuchung widerstanden hat.

    15.06.2007 - 13:33 Signatur
  • Anonymous

    ach, so ist es halt, ratzekater xD

    ist sowieso hier wieder eine typisch "naiv-dikussion" im gebiet kompetente hilfe auf einfachste weise.

    warum nach der allgemeinheit gehen? (muss das immer richtig sein !)

    ich entdecke für mich immer wieder auf's neue Persönlichkeiten, ob in der Kunst oder sonstwo, die einen unheimlich erstaunlichen schatz hinterliesen an wissen, erkenntnissen, werken, kulturellem...ect. (dem die allgemeinheit aus mangeldem verständnis gerade deswegen trotzt und vergisst und nur derer beachtung schenkt, die möglichst auffallen, aber so, dass sie sich identifizieren können, um nicht desinteresse unbewußt zu entwickeln, was *ja in langeweile* ausartet und vor dem vergnügen, der triebbefriedigung nicht scheuen darf.
    (ich empfehle dazu "das parfum" von patrick süskind :) wird haar-genau so schön beschrieben, selbst der spott über den buchkäufer selbst ist es schon wert (als massenprodukt und dauerbestseller für die allgemeine volksmasse xD )

    ne, aber dieses arrogante "ich mache es nur, weil ich es muss und so gut darstehen möchte", lässt sofort mein frühstück in mir wieder aufkommen.

    15.06.2007 - 14:01
  • Hallo Siku,

    Ich wollte auh keine Hausaufgaben für andere erledigen. Mir war nur aufgefallen, daß die Künstlerliste "etwas neben der Spur" war und die ganzen (damals dominanten)Franzosen,aber auch Goya,einer der wenigen,denen ich auch heute noch etwas abgewinnen kann, fehlten.
    Ich wollte erst nur kurz was zum Weitergoogeln hinwerfen.
    Erst dann,als ich versuchte, mir die Malerei dieses Jahrhunderts zu vergegenwärtigen, setzte bei mir das Grausen darüber ein, wie man Schüler mit dieser Melange aus Schäferszenen, leeren Pathosbildern und Marat in der Badewanne traktieren kann. Das Entscheidende ist,ich halte das 18. für kein malerisch besonders starkes Jhdt,vor allem scheint es etwas äuserst rückwärtsgewandtes,unmodernes, zu haben.
    Anregungen würde ich mir heute eher von Rubens,
    Velasquez oder Delacroix holen und das ganze 18 Jhdt zum Teufel jagen.(Aber das waren nur meine ersten ,spontanen Gedanken.)
    Vieleicht fällt ja sonst jemandem etwas Tolles in der Malerei dieses Jhdts auf.

    Ciao, Klaus

    15.06.2007 - 15:08 Signatur
  • @ Klaus und @ alle

    Die Aufgabe fand ich für einen Schüler auch nicht gerade glücklich gewählt, zumal mir eine geographische Eingrenzung fehlte, aus der man die Entwicklung der „Stile“ aufbauen könnte. Auf den ersten Blick wirkt die Malerei des 18. Jahrhunderts blass, nach dem „Goldenen Zeitalter der Holländischen Malerei, nach so bekannten Künstlern wie Rubens und Rembrandt.

    Dennoch hat das 18. Jahrhundert auch eine Reihe guter Maler aufzubieten. Zu dem hier schon erwähnten Engländer Joshua Reynolds, gesellen sich englische Künstler wie William Hogarth 1697 – 1764, Thomas Gainsborough 1727 – 1788, William Blake 1757 – 1827 oder John Flaxman 1755 – 1826 (Bildhauer und Zeichner, der mit seinen Illustrationen zu Homer und Dante die Motive der Klassizisten – Romfahrer - entscheidend beeinflusste). Aber wer denkt bei Kunst schon an die Engländer ;-)
    Das 18. Jahrhundert war auch ein Jahrhundert in dem die Portraitmalerei im Bürgertum populärer wurde. Für Deutschland wäre hier Anton Graff als einer der herausragenden Portraitisten zu nennen. Ein nun wirklich bekannter Maler des besagten Jahrhunderts ist Jacques Louis David und mit seinem „ermordeten Marat“ 1793 sind wir mitten in der französischen Revolution. Das „Pathos mag hohl sein“, aber für mich ist es schon ein genial gemaltes Bild. Es gibt darüber eine durchaus nicht trockene Abhandlung von Jörg Tr.äger. „Der Tod des Marat. Revolution des Menschenbildes. Auch die von David für den Marat inszenierte Leichenfeier war schon ungewöhnlich, auf uns wirkt sie heute wohl eher kurios.

    Dann wären noch deutsche Maler/Italienfahrer zu nennen wie Johann Wilhelm Tischbein 1751 – 1829 (Oldenburger Idyllen), Asmus Jakob Carstens 1754 – 1798 gestorben in Rom, Jakob Phillip Hackert 1737 – 1807 gest. in Florenz (italienische Landschaften, Veduten).

    Wahrscheinlich wird der Eindruck des „langweiligen 18. Jahrhunderts“ bei Aufzählung dieser „unbekannten Namen“ noch verstärkt, aber ich finde, so langweilig wie es auf den ersten Blick erscheint war es in der Malerei gar nicht, auch wenn es bis auf wenige Ausnahmen nicht so berühmte Maler wie die vorangegangenen Epochen der Renaissance und des Barock hervorgebracht hat.
    Und aus meiner Auflistung lässt sich vielleicht auch erkennen, dass es für einen Schüler nicht gerade einfach ist, die Malerei dieses Jahrhunderts an Hand von ca. 6 „berühmten Malern“ aufzuzeigen.

    Zitat von Klaus: „Anregungen würde ich mir heute eher von Rubens, Velasquez oder Delacroix holen und das ganze 18 Jhdt zum Teufel jagen.(Aber das waren nur meine ersten ,spontanen Gedanken.)“
    Das würde ich (aus heutiger Sicht) auch so sehen.


    Gruß siku

    15.06.2007 - 20:47
  • Anonymous

    macht nix, hier sind alle bescheuert.

    17.06.2007 - 13:57
  • ja, ich als hirnloser fühl mich da ja glatt zuhause =)

    17.06.2007 - 13:59
  • Anonymous

    Herzlich willkommen, dann.

    Solche Fragen gehören allerdings
    eher in Bitte einloggen, um den Link zu sehen
    oder zurückgegeben an die, die sie
    stellten, ohne ausreichende Pfade
    zu Quellen zur Verfügung zu stellen.
    Das hier erzeugt und erzeigt den
    Eindruck, daß du dir einfach schnell
    und kostenfrei eine Lösung abgreifen
    willst, eventuell weil du deine kost-
    bare Zeit mit alkoholischen Lösungen,
    zu lauter Musik und Körpersäften bes-
    ser zu verbringen gedachtest. Und wenn
    es so ist: du hast vollkommenst Recht
    damit, doch dann mußt du auch die Kon-
    sequenz tragen. (Wenn es bei dir nicht
    so ist, dann habe halt ich Recht.)

    Die melomoralische Wortschraube ist
    immer wieder interessant, ich mache
    mir dann Geigenmusik an und lese es
    nochmal. So, wie es die bedeutenden
    Maler des 18. Jahrhunderts gemacht
    haben.

    17.06.2007 - 14:40
  • [quote="IgorTheTigor @ So. Jun. 17, 2007 13:55"]

    außerdem noch danke für die ganzen unterstellungen. ja, ich bin stockfaul. und nein, ich habe nicht erst versucht die aufgabenstellung alleine zu lösen...
    mfg [/quote]

    Hi,

    vieleicht noch was für die Kulturpessimisten unter uns:
    zu meiner Schulzeit konnte man sich bei Referaten noch keines Internets bedienen, man musste sich schon durch
    eine Bibliothek kämpfen. Das hatte nicht etwa den Effekt,daß die Referate damals viel schlauer waren,
    sondern es wurden in der Schule schlicht keine gehalten.

    @Igor: Wir würden ja zu gern dein fertiges Referat hier lesen.
    Wenn ich ein bischen mehr Zeit habe, versuch ich auch, noch was dazu beizutragen, was mir zum 18 Jhdt so einfällt.
    Grundsätzlich fände ich es interessant, das ganze unter dem Gesichtspunkt zu betrachten, dass es sich ja um das Jahrhundert der franz. Revolution handelt.
    Diese markiert ja einen fundamentalen Bruch in der westlichen Geschichtsschreibung.Ich frage mich, ob es in der Kunst schon Hinweise auf diese Zeitenwende gibt?

    @ siku: Huch, da fehlt ja plötzlich der Enthusiasmus
    für Delacroix! Ich hoffe, du hast es dir nicht anderst überlegt.

    Tschüß, Klaus

    17.06.2007 - 14:55 Signatur
  • @ parkgalerie
    Zitat: "@ siku: Huch, da fehlt ja plötzlich der Enthusiasmus für Delacroix! Ich hoffe, du hast es dir nicht anderst überlegt".

    nein keine Sorge, ich finde die Bilder von Delacroix nach wie vor >allererste Sahne<. Diese Textstelle muss bei der Überarbeitung meines Beitrags abhandengekommen sein. :-)
    PS: Deine Arbeiten sagen mir aber auch zu.



    [quote="IgorTheTigor @ So. Jun. 17, 2007 13:55"]erstmal danke an diejenigen, die hier sinnvolle hilfen gepostet haben!

    tja und dann zieh ich noch meinen hut vor dem ganzen rest - bin immer wieder erstaunt, wie viel energie so manch einer in ein forum wie dieses steckt. ist irgendwie lustig zu sehen, was son kleiner billiger post alles auslösen kann. es freut mich, dass ich euch durch eben diesen für einige minuten eine beschäftigung verschafft hab. nicht, dass ihr sonst keine hättet, aber ein zusätzlicher zeitfüller kann ja nicht schaden, huh?
    [/quote]

    @ IgorTheTigor
    tja *staun*
    mit wieviel Aufmerksamkeit du hier "den ganzen rest" bedenkst. Passt irgendwie gut zu dem anderen Quatsch!

    Von deinen Überlegungen zum Referat keine Spur, keine Reaktion zu den doch nun zahlreich genannten Malern, keine Bemerkung zum Einfluss der französischen Revolution, an der man ein vorher und nachher in der Malerei gut ablesen und erklären kann. Heutzutage müssen so viele Examensarbeiten geschrieben werden, da müsste es doch auch Übersichtsliteratur zu deinem Thema geben, schon mal online in Landesbibliotheken nachgeschaut?

    Ich habe auch den Eindruck, dass Schüler gelegentlich meinen, ein Recht auf Beantwortung ihrer Fragen zu haben. Frage beantwortet - und dann auf nimmerwiedersehen. Auch ich wäre mal gespannt auf eine fertiggestellte Arbeit(zumindest auf Ausschnitte daraus).

    Hier gibt es extra einen Ordner für "Kunstrichtungen und Kunststile" der könnte durch Referate ruhig mal bereichert werden.

    Tschüß
    siku

    17.06.2007 - 16:35
  • "Ich habe auch den Eindruck, dass Schüler gelegentlich meinen, ein Recht auf Beantwortung ihrer Fragen zu haben. Frage beantwortet - und dann auf nimmerwiedersehen."

    das könnte man nun ein minimum an reflextion nennen. man könnte mein gefühl beim lesen dieser worte als positiv überrascht beschreiben.

    17.06.2007 - 16:56 Signatur
  • [quote="uelkerig @ So. Jun. 17, 2007 14:40"]

    Solche Fragen gehören allerdings
    eher in www.kunstgeschichtenet.de...
    [/quote]

    Der Link geht nicht?

    Klaus

    17.06.2007 - 18:03 Signatur
  • ebend es handelt sich nur um "ein kleines popeliges referat" - dafür hätte wiki (ohne "'bedeutendsten' ranking") gereicht :D
    rest siehe oben

    "falls ich es richtig verstanden habe, bildet der klassizismus die gegenbewegung zum (spät-)barock und stellt einen teil der aufklärungsbewegung dar."

    aus damaliger sicht ja

    17.06.2007 - 18:33 Signatur
  • Anonymous

    @parkgalerie:
    Äh, der link. ja: den habe ich
    erfunden.. dabei nicht bedacht,
    daß der als link dargestellt wird.
    (es häte auch schief gehen können,
    nämlich, daß es das gegeben haben
    hätte können, und ich stünde dann
    da, als jemand, der so was kennt..)

    @lazyTigor:
    Für so ein popeliges less-than-20-minutes
    -Referat wird erwartet, daß du ein,zwei
    Kapitelchen in einem Buch der allgemein-
    eren Reihen liest und zusammenfasst, was
    allgemeinverständlich in den kaugummiver-
    klebten Barracken deiner Generation ankom-
    men kann. Das waren jetzt deutliche Worte,
    deren Widerlage ich frei stelle - das Ri-
    siko des Scheitern ist allgegenwärtig und
    wirft satte Schatten.

    17.06.2007 - 18:34
  • weisst' ich bin ein 'krümmelkacker'
    da es sich ja, wie du selber sagst, um ein unbedeutendes etwas in 'kunst' dreht - ohne hier die wertigkeit zu betonen - die geht mir in d. fall am allerwertesten vorbei - gehe und ging ich davon aus, dasz es dem entsprechend unerheblich ist welche note dabei herumkommt (ausser (siehe oben) 'man wolle gut aussehen ...'). davon ausgehend reicht es meiner meinung nach sich aus diesen '28418284 maler' eine handvoll herauszugreifen, um dann später, im vortrag, genau an diese stelle zuschweifen, mit betonung auf die mannigfaltigkeit der in frage kommenden kandidaten.

    mir ging es nicht um eine lösung deines problems bezüglich bedeutendsten 'bla' <-> sondern (darum auch das bla - dient der verallgemeinerung) dem verbreiteten problem der quellenanalyse.

    17.06.2007 - 21:02 Signatur
  • [quote="uelkerig @ So. Jun. 17, 2007 18:34"]@parkgalerie:
    Äh, der link. ja: den habe ich
    erfunden.. dabei nicht bedacht,
    daß der als link dargestellt wird.
    (es häte auch schief gehen können,
    nämlich, daß es das gegeben haben
    hätte können, und ich stünde dann
    da, als jemand, der so was kennt..)
    [/quote]

    Verstehe.
    Oh ja, das hätte schief gehen können.
    Ein unbedachter Link; und man kann niemals mehr
    in der Kunst als Kaspar Hauser gehen.

    17.06.2007 - 22:15 Signatur
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