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  • Arbeitslosengeld 2+ Künstlersozialkasse / Freie Künstler

  • Michael72 Arbeitslosengeld 2+ Künstlersozialkasse / Freie Künstler
    :?:
    Hallo,

    ich habe eine aktuelle Frage:

    Ich bin freischaffender Künstler und beziehe, wenn mein Geld nicht ausreicht, ergänzende Sozialhilfe. Bisher bin ich freiwillig bei der Künstlersozialkasse versichert.
    Nun habe auch ich den Bogen von Hartz IV zugeschickt bekommen. Dort steht, daß alle bisherigen Sozialhilfeempfänger pflichtversichert werden. D.h. doch, daß ich die Künstlersozialkasse verlassen müßte.
    Wie sieht das aber in meinem Fall aus:
    Ich verdiene ja ab und zu mit meiner Kunst Geld - das wurde dann auch beim Sozialamt auf die Sozialhilfe angerechnet - und damit bin ich auch berechtigt, Mitglied der KSK zu sein. Aber bisweilen brauche ich Hilfe vom Sozialamt.
    Kennt sich da jemand aus? Fliege ich jetzt endgültig aus der KSK raus?
    Gibt es eigentlich ein spezielles Forum für freie Künstler bzgl. Hartz IV?
    Vielen Dank für Eure Antworten und Tipps!!!!!!!!!!!!!!!
  • reteP
    Hallo, Michael,

    willkommen hier :-)

    Hast Du mal versucht, diese Frage über den/die Vertrauensmann/-frau der KSK zu klären? Die müssen doch auch daran interessiert sein, das zu klären.

    Schönen Gruss

    Peter
  • peter schnaak
    peter schnaak
    gibts das wirklich
    ich gehe immer arbeiten wenns nicht reicht , aber das ist eine Notlösung die auch nicht immer vom Himmel fällt, wenn ihr mehr dazu sagen könnt, wäre vielleicht schon als Info für einige hilfreich
    Signatur
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  • reteP
    Hallo, Peter,

    als "anerkannter" Künstler (also als einer, der auch als Künstler die entsprechenden Steuern zahlt) kannst Du, wenn Du so wenig verkaufst, daß Du davon nicht leben kannst, einen Antrag auf Sozialhilfe stellen. Zumindest "ergänzende" Sozialhilfe steht Dir meistens zu (das sind Beihilfen zu Heizung, Kleidung usw.). Am besten erkundigst Du Dich mal bei einem Künstlerverband, z.B. dem BBK, oder aber bei Sozialhilfeberatungsstellen, wie Caritas, Arbeiterwohlfahrt, Diakonie. Aber auch die Gewerkschaft Verdi gibt Auskunft (allerdings vermutlich nur an Mitglieder, aber das weiß ich nicht).

    Ich selbst habe das zwar nie in Anspruch genommen, weil meine Frau und ich ein regelmäßiges Einkommen haben, aber Künstler-Freunde von mir machen das ähnlich wie Michael.

    Liebe Grüße

    Peter
  • paracryl
    paracryl
    Solange du in der gesetzlichen Krankenkasse bist hätte ich jetzt gesagt, dass sich nichts ändert. Kann mich aber auch täuschen...
    Signatur
  • GasiL
    Hallo Michael,
    kann ich mir gar nicht vorstellen, dass Du dann aus der KSK rausfliegst. Denn der Sinn liegt ja darin, dass Du ÜBERHAUPT versichert bist... Von daher wäre es ja schon unverschämt, wenn die das nun so regeln. Aber ich würde mich da auch bei der KSK direkt erkundigen. Ist für die sicher auch ein neues Gebiet, weil ja Hartz IV sicher in den gewissen Fällen noch für Probleme sorgt, genau wie alle anderen dieser reizenden "Reformen" in letzter Zeit. Kann auch sein, dass sie selbst noch nicht wissen, wie das dann geht, und Du erst dann Bescheid bekommst, wenn Du die ganzen neuen Formulare ausgefüllt hast!?
    Viel Erfolg,
    Lisa
  • siku
    Hallo Michael,

    die KSK agiert doch wie eine gesetzliche Krankenkasse. 50% zahlt das Mitglied, die anderen 50% die Vermarkter / Staat. Die Vermarkter zahlen pauschal einen ? Prozentsatz von Ihrem Umsatz ein. Und wenn mich nicht alles täuscht, ist der Künstler innerhalb der Angestellten-Versicherungsgrenze sogar beitragspflichtig in Höhe seines Einkommens. Wenn man beispielsweise aus der DAK nicht rausfliegen kann, dann wird das aus der KSK wohl auch nicht gehen. Es sei denn, dass sich generell alle Arbeitslosen in der AOK versichern müssen. Ruft doch mal bei der KSK an. Die sind immer sehr entgegenkommend.

    Viele Grüße siku
  • siku
    Hallo Michael,
    hier ein kleiner Nachtrag bzw. Berichtigung meiner Antwort. Die KSK ist natürlich auch für die Rentenversicherung zuständig. Wir überweisen doch unseren Gesamtanteil Krankenkasse/Rentenversicherung an die KSK und die leitet ihn an unsere Krankenkasse und Rentenversicherungsanstalt weiter. Arbeitslosigkeit gilt doch als Ausfallzeit/Anrechnungszeit.
    Gruß siku
  • Michael72
    Vielen Dank für Eure Antworten und Tipps!!!!

    An peterschnaak:

    Ich war gestern in einer Beratungsstelle für ALG2 und wurde von jemandem beraten, der selbst arbeitslos war, jetzt für den Job geschult wurde und dem Arbeitsamt sehr kritisch gegenüber stand. Den fragte ich nach meinem Problem - da hatte er natürlich keine Ahnung - aber der riet mir, auf jeden Fall ALG 2 zu beantragen, egal ob ich jetzt noch bis Anfang 2005 Aufträge und Einnahmen hätte, und hat mir auf meinen Einwand, daß ich am überlegen wäre, mir einen Fremd-Job zu suchen, vorgerechnet, wie blöd ich dann wäre und wieviel Geld bei ALG 2 netto übrig blieben. Also eine lustige Beratung ;-) ......
    Mir scheint, daß Hartz IV für freie Künstler und ehemalige arbeitsfähige Sozialhilfeempfänger gar nicht so schlecht ist.......
  • marcus71
    wenn man bei der ksk versichert ist und hartz 4 ( alg 2 ) bekommt, besteht immer noch die gefahr der doppelversicherung bei der rv ! offiziell ist das zwar seit 2007 nicht mehr möglich, doch auch diesmal war es mir nicht möglich, diesen prozess aufzuhalten : der job center und die ksk zahlen beide fröhlich die rentenversicherungsbeiträge. es wird also doppelt eingezahlt. das ist natürlich rausgeschmissenes geld, und das interessiert natürlich bei dem job center, bei der ksk und bei der rentenversicherung niemanden. die überzahlte kohle könnte das job center offenbar an den alg 2 - empfänger auszahlen, wenn man von der rv - pflicht "befreit" ist.
  • Ulf Spuhl
    Ulf Spuhl
    Hallo,
    das sagt eigentlich schon die Logik, dass KSK und ALG II nicht parallel laufen Können weil es dann doppelte Leistungen gibt.
    Nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) gilt als Voraussetzung die Ausübung einer auf Dauer angelegten selbständigen künstlerischen und/oder publizistischen Tätigkeit in erwerbsmäßigem Umfange. "Erwerbsmäßig" und "auf Dauer angelegt" heißt dabei, dass Sie mit dieser Tätigkeit Ihren Lebensunterhalt verdienen und diese Tätigkeit nicht nur vorübergehend (z. B. als Urlaubsvertretung o. ä.) ausüben.
    Demnach ist bei einem gelegentliches Einkommen und dem Bezug von ALG II die KSK nicht mehr zuständig. Die Regeln bei Hartz IV und dem Zuverdienst sind ja sehr streng gehalten damit niemand doppelt kassieren kann.
    So wäre es ungerecht wenn ein ehemaliger Angestellter der Hartz IV bezieht seinen Zuverdienst abgezogen bekommt wogegen der künstlerisch freischaffend Tätige so viel zuverdienen kann wie ihm möglich ist beim Bezug von Hartz IV.
    Grundsätzlich bin ich für eine staatliche Alimentierung des Künstlers mit einer geringen Summe damit er frei ist für die künstlerische Arbeit und nicht gezwungen ist verkaufen zu müssen sondern ausstellt und Themen sichtbar macht. Für freischaffende Künstler sollten nicht die kapitalistischen Gesetze der Betriebswirtschaft und des Marktes gelten, sondern er sollte frei vom Geld arbeiten und wirken können. Aber das ist Utopie.

    gruß fluuu
    Signatur
  • bbulbbbulb
    Hallo,
    ... dass Sie mit dieser Tätigkeit Ihren Lebensunterhalt verdienen und diese Tätigkeit nicht nur vorübergehend (z. B. als Urlaubsvertretung o. ä.) ausüben.
    ...
    gruß fluuu



    also, wenn einer von den künstlern in urlaub fahren möchte, biete ich mich sehr gerne als urlaubsvertretung an!
    bei den einnahmen machen wir dann halbe-halbe ...

    ;-)
  • loocorez Also...
    http://www.bbk-berlin.de/cms/site/cat115.html
    http://www.bbk-berlin.de/cms/site/side686.html

    Ein Prof. der Kunstakademie DD hat mir vor ein paar Jahren mal durch die Blume aufgezeigt wie arm die Szene in Wahrheit ist. Das selbst als erfolgreich zu definierende Künstler von Sozialhilfe leben wollte ich damals nicht glauben. Mittlerweile kenne ich viele Künstler, die auf dem Titelbild der Art oder Monopol erschienen und auf dem Artforum, der Art Cologne etc. mit ihren gelisteten Primärgalerien vertreten sind - also als erfolgreich gelten - und ganz oder zum Teil von H4 Transferleistungen leben müssen. Und das wohlgemerkt genauso mies wie der Rest der x-Millionen H4 Bezieher. Was mich daran persönlich nervt ist der Versuch diese prekäre Situation ständig zu Verschleiern. So dieses Lebensmotto das "darf aber keiner wissen". Außenstehenden soll der o. a. Kontext so weit wie möglich nicht transparent gemacht werden was auch zu dieser extremen Abschottung der Szene führt. Interessante Anekdote einer bekannten Malerin ;-)

    " Oh Gott war das peinlich heute auf dem Amt stand ich doch mit meiner Galeristin vor der Tür des gleichen Sachbearbeiters. Die hat mich regelrecht angefleht das nicht weiter zu erzählen... "

    zum gleichen Thema:

    etwas älter...

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    nu Stuff avec 2 homies ;-)

    https://www.amazon.de/Wovon-lebst-eigentlich-%C3%9Cberleben-prek%C3%A4ren/dp/3492250653
  • Ulf Spuhl
    Ulf Spuhl
    ...na ja, das kommt doch der staatlichen Alimentierung schon sehr nahe, nur eben nicht offiziell sondern hinter vorgehaltener Hand.
    Ansonsten ist es ein gutes Zeichen, freie Kunst die keine Auftragsarbeit ist aber gesellschaftlich relevant lässt sich nicht verkaufen, darf sich nicht Kaufen lassen, sie muss für alle Menschen sichtbar sein und nicht in Sammlungen verschwinden.
    Was sich Verkaufen lässt ist meist Deko fürs Wohnzimmer oder Auftragsarbeit nach Bestellung aber keine Themen die allgemein gesellschaftliche Dinge sichtbar machen. Wer keinen Mäzen hat oder Jonathan Meese heißt ist auf Sozialhilfe oder Joben angewiesen wenn er wirklich kreativ/schöpferisch Arbeiten will nach eigenen Werten, unabhängig, selbstständig und eigenverantwortlich.
    Die paar lebenden Künstler in der bildenden Kunst die viel Geld verdienen und auch gut sind kann man an den Händen abzählen.

    gruß fluuu
    Signatur
  • loocorez ...ooch wenn
    ich daran denke wie olle Jonny diese Tage fluchend am Hackschen stand weil er seine 2 Taschen schleppen musste und die CFA für's Taxi wohl keine Spesen mehr zahlen wollte würde ich auch den Namen nicht unbedingt mit soooo viel Geld in Zusammenhang bringen ;-)

    sehr geil auch der Sprayer Anschlag auf Lübkes E & A vor 2 Wochen. Sowas sagt doch immer ne Menge zwischen den Zeilen aus...
  • siku

    Ansonsten ist es ein gutes Zeichen, freie Kunst die keine Auftragsarbeit ist aber gesellschaftlich relevant lässt sich nicht verkaufen, darf sich nicht Kaufen lassen, sie muss für alle Menschen sichtbar sein und nicht in Sammlungen verschwinden.


    Das Argument, dass sich "freie Kunst" nicht verkaufen lassen sollte steht auf dünnem Eis. Ist diese Meinung gesellschaftsrelevant, oder zeitgenössische Romantik in den Köpfen von (selbsternannten) Künstlern (gelegentlich auch als Selbstschutz eingesetzt, wenn nichts verkauft wird) - ausgerichtet auf einen Sozialstaat, der alles was irgendwie kreativ ist zu unterstützen hat? Bis zur zweiten Hälfte des 20. Jhs. gab es diese (Wohlfahrts-) Vorstellungen gar nicht, da mussten Künstler mit ihren Arbeiten auch ihren Lebensunterhalt verdienen - oder wohlhabende Frauen heiraten. ;-)


    Was sich Verkaufen lässt ist meist Deko fürs Wohnzimmer oder Auftragsarbeit nach Bestellung aber keine Themen die allgemein gesellschaftliche Dinge sichtbar machen.


    Fluuu hast du eigentlich schon mal die Fotos auf deiner HP auf die von dir oben angeführten Prämissen abgeklopft?
  • Ulf Spuhl
    Ulf Spuhl

    Fluuu hast du eigentlich schon mal die Fotos auf deiner HP auf die von dir oben angeführten Prämissen abgeklopft?


    ...auf solche Sätze warte ich immer sehnsüchtig, dass jemand meine Äußerungen nicht mit der Website abgeglichen sieht. Du meinst sicher die Website denn HP ist wohl die Homepage, das ist die Haupt- oder Startseite einer Website und da habe ich nur ein großes Bild zur Gestaltung, einen Strand mit Dünen.
    Ansonsten, wenn Du Dir die Mühe machst das zu Lesen was unter Philosophie/Kunst steht dann wirst Du dort gleich am Anfang den Satz finden: "Das Wesen der künstlerischen Fotografie liegt darin, dass ein inhaltliches Anliegen zum Ausdruck kommt und deren Zweck meist nicht unmittelbar die kommerzielle Verwertung ist."
    Genau das habe ich hier mit anderen Worten geschrieben.
    Also wenn ans Bein Pinkeln wollen, dann fachlich korrekt ansonsten schmeißt Du Dich selber raus.
    All das andere Geschwafel ist einem Fachschulstudent der Betriebswirtschaft würdig der sich für sein Leben vorgenommen hat das Handwerk des Geldmachens zu Erlernen und dabei nie glücklich wird aber das weiß er noch nicht.

    gruß fluuu
  • siku


    ...auf solche Sätze warte ich immer sehnsüchtig, dass jemand meine Äußerungen nicht mit der Website abgeglichen sieht. Du meinst sicher die Website denn HP ist wohl die Homepage, das ist die Haupt- oder Startseite einer Website und da habe ich nur ein großes Bild zur Gestaltung, einen Strand mit Dünen.


    Hallo fluuu,
    danke für die Aufklärung.


    Ansonsten, wenn Du Dir die Mühe machst das zu Lesen was unter Philosophie/Kunst steht dann wirst Du dort gleich am Anfang den Satz finden: "Das Wesen der künstlerischen Fotografie liegt darin, dass ein inhaltliches Anliegen zum Ausdruck kommt und deren Zweck meist nicht unmittelbar die kommerzielle Verwertung ist."
    Genau das habe ich hier mit anderen Worten geschrieben.


    Ich habe mir deine Website angeschaut(es war keine Mühe), du tendierst ja zu aufklärerischen Allgemeinplätzen. Der geneigte Leser kann sich deine Seite "Philosophie" selbst anschauen.
    Du hantierst mit Allerweltsweisheiten, da kann nicht allzuviel daneben gehen, wie am Ende deiner Philosphie:

    Zitat: "Zusammenfassend lässt sich sagen, die künstlerische Fotografie und dabei besonders die abstrakte Fotografie, sind bildende künstlerische Formen, bei der Strukturen und Zustände dargestellt werden, insbesondere durch lichtgemalte Zweisamkeit der Gegensätze." (Der letzte Nebensatz ist immerhin poetisch).

    Mir liegt es fern, dich kritisieren zu wollen (Zitat: "ans Bein pinkeln"). Fachliche Korrektheit steht bei deinem "allgemeinbildenden" Text ( du würdest es bei anderen wohl "Geschwafel" nennen)doch gar nicht zur Debatte.

    Beste Grüße
    siku
  • tilkareh sehr geehrter herr fluuu
    liebr herr fluuu,

    du scheinst ja wohl hier ein wenig den oberklugscheißer zu spielen, so kommt es mir jedenfalls vor.

    das geschwafel auf deiner hp ist einfach nicht zu überbieten
    ein doch recht seichtes pseudo-intellektuelles gerede.
    was ist schon gesellschatlich relevant?!
    war beuys gesellschaftlich relevant?
    deinem albernen statement nach, auf keinen fall, denn schließlich hat der in der ganzen welt ausgestellt.
    natürlich, relevant ist das was du produzierst.
    da bist du dir ganz sicher

    was letztlich bleibt, von all dem, ws wir hier machen, wird sich in der zukunft zeigen, wenn es denn noch eine geben wird.
    picasso, max ernst, die ganzen strömungen des zwanzigsten jahrhunderts, die rainesance, nach deiner arroganten aussgage, alles tapete, weil auch verkauft.
    konntest wohl dem druck und der belebenden konkurenz in berlin nicht standhalten, nehme ich mal an.
    und jetzt über den betrieb herziehen, das paßt.
    das der betrieb zu einem großen teil mafiös ist, lernt man doch schon im ersten semester an den kunsthochschulen

    aber schon goethes leitspruch hieß "leben ist kampf"

    und in diesem punkte stimme ich sogar mit dem spruch des oberspaßvogels dieter bohlen überein, der da lautet "das leben ist kein ponyhof, sonder eine baustelle"

    ich habe freunde, die auch in der tiefsten schönen provinz leben, an ihrem ort ausstellen, aber auch in amerika, russland, asien oder sonst wo auf der welt. kunst zu machen bedeutet, ein gespräch zu führen, als statement, als frage, oder wie auch immer und je "relevanter" deine arbeit wird, desto unniverseller wird das gespräch.

    aber es ist ein schwerer steiniger weg, welcher dir alles abfordert.

    aber es gibt eben auch diese meeses, die muß und wird es immer geben, welche eben auch sehr geschickt eine decadente unterhaltungs-industrie bedienen. dafür stehen die mülltonnen schon bereit, da muß man kein prophet sein.

    und zu guter letzt:
    der meiste kram, der so weltweit produziert wird, kommt über das nivoue eines kunstleitungskurses an einem schlichten gymnasium nicht hinaus.
    verzeih, aber ich bin in einem alter, und seit über dreißig jahren freischaffender künstler, mit mehr oder weniger erfolg, daß ich mir dieses urteil, du gestattest, erlaube darf.

    warum ich denn jetzt hier bin?!.
    da hat der gute zercool, etwas weiter oben, aufschlußreiches zu gesagt


    künstler auf diese billige weise zu diskreditieren, dessen werke auch verkauft werden, unter umständen auch hohe marktpreise erzielen, ist infam und geradezu lächlich.

    wie gesagt, über die strukturen des kunstmarktes kann man diskutieren.
    ich kann mir aber nicht vorstellen, daß du dafür der geignete gesprächspartner bist, mit deinen eklatanten vorurteilen, aber irren ist ja bekannlich menschlich

    ich möchte jedenfalls nicht in einem rein staatlich gelenktem kultursystem leben, die überwiegende scheiße (inhaltlich) welche dadurch hervorgebracht wurde, haben wir ja sehen können.


    also frohes schaffen und tiefe einsichten

    heraklit
  • Ulf Spuhl
    Ulf Spuhl
    ...danke für die vielen Worte, es ist rührend wie wenig Sätze es bedarf um im Mittelpunkt zu sein, in dieser virtuellen Welt fast schon beängstigend einfach. Das macht einen für die reale Welt leichtsinnig, das ist nicht gut.
    Oberklugscheißer ist gut und treffend formuliert, mehr ist bei kunstnet nicht drin. Auch die allgemeinen Texte auf meiner Website sind für das gesamte anonyme Netz gedacht als Anstoß sich weiter zu Beschäftigen wer das möchte und weniger für konkrete persönliche Standpunkte. Wer sich dafür wirklich interessiert fragt nach.
    Aber von meinem hier geäußerten Standpunkt weiche ich nicht ab, die vielen guten Künstler im Lande verdienen mit ihrer gesellschaftlich relevanten Arbeit kein Geld und das muss auch so sein, denn sie ist kritisch, hinterfragend und den Spiegel vorhaltend. Das darf nicht durch private Käufern der Gemeinschaft entzogen werden.
    Wer mal Kunst studiert hat weil er meine dann reich und berühmt zu werden hat sicherlich bald gemerkt wie die Realität ausschaut. Es ist wie in allen Bereichen, an die Spitze mit viel Geld kommen nur Einzelne, wer sich trotzdem als Künstler im Alltag in die Augen schauen Können möchte, prostituiert sich nicht fürs Geld. Der studierte Künstler der das verbittert tut weil er kein Star ist und davon gibt es einige, ist in meinen Augen die armseligste Kreatur auf Erden. Wenn Familie Gründen, Kinder kriegen und alle Versorgen wollen Vorrang haben, ist es mit der authentischen künstlerischen Arbeit womöglich aus, dann gilt es Geld heran zu schaffen. Oder man akzeptiert eine Lebensweise wie die "Schenker" z.B. sie leben ohne Geld in der Familie im Wald in einem Erdhaus und bauen ihre Nahrung selber an. Sie machen alles schöpferisch/kreativ selbst in der Familie, jedoch nicht für die ganze Gesellschaft, sie sind eine Nische am Rande der Gesellschaft.
    Es ist jedoch eindeutig eine Lebensphilosophie die der künstlerischen Philosophie sehr nahe kommt für mein Verständnis.

    gruß fluuu
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