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  • Ja wir werden den Realismus überleben müssen ob wir wollen o

  • ok
    Ich dachte, auf den Expressionismus folgte die Neue Sachlichkeit, die zumindest teilweise diese klaren politischen Aussagen vermittelte. Die Malerei im Dritten Reich folgte stilistisch dann der Neuen Sachlichkeit, inhaltlich (verordnet) aber zurückgezogen auf die heimelige Privatsphäre oder die Verherrlichung des Übermenschen.
    Nach dem Krieg erleben wir dann wieder die Auflösung von Form usw. Man hatte genug vom Realismus. Und dann darf man nicht vergessen, dass der Realismus von der Fotografie übernommen wurde. Spätestens, als Farbe gab.
    Ein anderes Problem sehe ich aber noch: Die Vereinnahmung von Kunst durch Medien und Kapital und damit einhergehender Verharmlosung. "Das ist halt Kunst" entschärft alles. Da ist der Künstler weitgehend auch selbst beteiligt, in seinem Bestreben als Künstler Geltung und Einkommen zu erwirtschaften.

    Ich bin ja unter anderem noch Hanns-Dieter Hüsch Fan, die leiseren Worte ...
    Schönen abend Euch
  • cobolt
    cobolt
    Dann kauft die Wirtschaft den Willen zur Aussage?
    Kunst als Beruf (oder zum Spass), aber nicht als Berufung?
    Signatur
  • ok
    Nein, Kunst wird nicht ernstgenommen, wie die Satire darf sie per moderner Definition alles. Damit verpufft sie aber auch leicht.
    Und, haben wir nicht alles schon gesehen?
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  • cobolt
    cobolt
    Mmmm ... feiner Input. Danke erstmal ;o)
    Signatur
  • ok
    ebenso. cu
  • bisa
    bisa
    Das ist sicher ein "menschliches" Phänomen (die Flucht in die heile Welt, mein ich)!!

    Da fass ich mich an die eigene Nase und bekenne mich schuldig als absolut unreflektierten, platten, nichtssagenden und aussagearmen Wurm - eine Schande für die Gattung Mensch und insbesondere die Spezies "Künstler" (obwohl, wie gesagt - die Bezeichnung hab ich ja gar nicht verdient, sondern darf sie nur durch die Anmeldung hier im kn kleinlaut benutzen - sonst halt "Hobbypinslerin, Hausfrau" etc.), der die Malerei schändlicher Weise nur zur Hygiene der eigenen Psyche benötigt, statt - wie sich das sicher gehören würde - die Mißstände unserer Gesellschaft anzuprangern (schäm).
    Ist schon gar nicht so verkehrt, der Gedanke, dass eigentlich viel zu wenig angeprangert, viel zu viel gekuscht, vertuscht und verschwiegen wird in dieser Welt. Vielleicht geht es uns ja wirklich noch "zu" gut, dass wir es nicht nötig haben, über unsere Werke Kritik zu üben - sind zu viel mit eigenen (eigentlich vergleichsweise kleinen) Problemchen beschäftigt?? Ich denke trotzdem, dass sowohl die heile Welt (auf Gemälden dargestellt) als auch die kritische Auseinandersetzung mit ´"was weiß ich für Themen" ihre Daseinsberechtigung haben sollten!! Und inzwischen gibt es halt auch so viele Medien und Möglichkeiten, seinen Protest kund zu tun, dass sich vielleicht auch nicht mehr alles so sehr auf die Ebene Malerei reduzieren muss (jaaaaaa ...ich weiß schon, dass auch die anderen Medien mehr zu diesem Thema genutzt werden könnten bzw. müssten, aber trotzdem...).
    Signatur
  • Stefan M.
    Stefan M.
    hui...jetzt haste aber nochmal auf den Putz gehauen ! ;)

    Was Du da als erstes über Dich geschrieben hast, empfinde ich nicht so. Hast es absichtlich ein wenig übertrieben, stimmt´s..sozusagen Dein Protest gegen die künstlerischen Einsiedler ;)

    Hoffe ich mal.

    Der Rest gefällt mir, obwohl es fraglich ist, ob die Vielzahl der Medien der Sache dienlich ist. Da verpufft halt auch viel. Die Aufmerksamkeit streut sich zu sehr. Irgendwie.

    Schwer da auf einen Nenner zu kommen. Aus diesem Thread geht man wohl mit einem ? heraus, viele ! hat es gegeben, die müssen erstmal durchdacht werden.

    Gruss von einer romantischen Existenz jenseits aller gesellschaftlichen Normalität :)
  • bisa
    bisa
    Gruß zurück - an die "romantische Existenz jenseits aller gesellschaftlichen Normalität" (die Bezeichnung find ich klasse - muss ich mir merken!!! -noch´n Ausrufezeichen!)
    lg bisa
    Signatur
  • oicinitram
    cobolt schrieb:
    "Offenbar hat man (teilweise) dem Expressionismus vorgeworfen, durch seine Art der Arbeit den Aufstieg des NS-Regimes wenigstens begünstigt zu haben, da die Leute von der hässlichen (!) Darstellung so die Nase voll hatten, dass die "saubere" (gesäuberte und zensierte) Sicht der Dinge erst richtig Auftrieb bekam."

    Die Nazis traten mit politischen und gesellschaftlichen Zielen ihre Macht an. Massenarbeitslosigkeit, und Staatsohnmacht waren die Probleme, die sie versprachen zu lösen. Kulturelle Fragen blieben zunächst zweitrangig. Doch die NS-Führung konnte sich tatsächlich auf eine verbreitete Stimmung des Überdrusses am "Extremen" und "Fremden" stützen. Falsch ist, dass es in Deutschland vor 33 eine blühende expressionistische und abstrakte Malerei gab.
    Tatsächlich hat ein grossteil der Künstler schon vor 1933 gegenständlich gemalt mit teilweise sogar klassizistischem Bildaufbau.
    Die Kultur hatte sich kurz nach der Machtergreifung, wie auch in anderen totalitären Staaten unterzuordnen und dem Regime zu dienen. Deshalb wurde auch, was in der BRD weltweit einmalig ist, die Freiheit der Kunst in der Verfassung verankert. Es wird und soll immer ein Nebeneinander in der Kunst geben. Das wichtigste aber ist gegenseitige Toleranz und Respekt. Weitaus beängstigender ist für mich die Tatsache, dass es in Deutschland eine Politikverdrossenheit gibt auch eine stärker werdende Kritik an der Demokratie, ob sich dies auch in der Bildenden Kunst spiegelt oder gar daher rührt kann m. E . nicht anhand der Uploads in dieser Community oder anhand einiger zeitgenössischen Ausstellungen beurteilt werden.
  • iwraM
    Moin Moin,

    ich denke, daß ein Künstler es sich leisten können muß, diese Freiheit auszuleben und eben seinen Bedürfnissen nachkommt, die Welt aufzurütteln.

    Damit meine ich jetzt diejenigen, die von ihren Werken leben müssen.

    Was ja dann der Vorteil des Hobbies ist, lach, man kann, aber muß nicht. Irgendwie tragisch, die, die können, wollen nicht und die, die wollen, fühlen sich evtl. dadurch benachteiligt, das sie nicht können?

    Und ein weiterer Vorteil des Hobbyisten ist, daß er unbefangen auf die Welt der Kunst prallt und sie so wahrnimmt, wie ein ungeschultes, nicht durch Professoren (vielleicht) eingeengtes Blickfeld der Kunsthistorie und zeitgenössischen Trends? Und da gibt es manchmal Dinge zu sehen, die will man nicht sehen.

    Lach, jetzt beuge ich mich aber arg vor und bekomme gleich einen Tritt. Ja, Unwissenheit schützt vor Torheit nicht. Ich bekenne mich schuldig.

    LG,
    Marwi
  • Mausopardia
    Mausopardia
    [quote="Marwi"]
    Was ja dann der Vorteil des Hobbies ist, lach, man kann, aber muß nicht. Irgendwie tragisch, die, die können, wollen nicht und die, die wollen, fühlen sich evtl. dadurch benachteiligt, das sie nicht können?

    du erlaubst...diesen satz...ernenne ich zur kunst!
    ;-))))
  • cobolt
    cobolt
    Mmmmh ... das bleibt nach wie vor unbefriedigend. Vielleicht liegt die Antwort in dem was nicht passiert. Man achte mal auf die Mitgliederzahl, die Klickrate zu diesem Thread, (der im starken Kontrast zu den gezeigten Sachen steht) und die Anzahl der Leute, die was sagen. Bildung, Medien, Politik ... alles schön und gut. Aber der Blick für das Drumherum, die Motivation zu Themen jenseits des Wohnzimmers muss nicht zwangsweise etwas mit Politik zu tun haben.

    Komisch, diese allgemeine Sprachlosigkeit erinnert mich irgendwie an eine Familienkaffeetafel, wo über Urlaub, Versicherung, Kinderkrankheiten und Rezepte gelabert wird, während man sich unter dem Tisch auf die Füsse tritt, ohne das Wesentliche klären oder kommunizieren zu können. Aber alle lächeln.
    Sei's drum ... vielleicht ganz aufschlussreich.
    Signatur
  • sinA
    Ich will Dich, mein lieber cobolt, mit meinem Reden nicht enttäuschen und etwas wichtiges sagen...aber :(

    Ich denke, nach wie vor, die Menschen , nehmen wir in diesem Fall Künstler, sie haben verschiedene Entwicklungstufen und geistige Horizonte. Jeder redet hier von seinem Turm herab. Einige haben sich schon große Türme und andere nur kleine Türmchen gebaut. Die, die unten sitzen sehen nicht viel...

    Und es ist in Ordnung so. Nur ein Einwand: man sollte real sich einschätzen können, wie groß dein Turm und der Turm des anderen ist... nicht stehenbleiben... und immer weiter in die Höhe bauen... NICHT!:"Ich sitze da auch gut, mir macht es Spaß und ihr, da, mit Höhenturmgeschwätz... Ihr wollt mir meinen Türmchen weg nehmen... Zum Kotzen ist das!Was soll ich dann tuuuuun??? Ich überlebe es nicht, da unten im realen Leben ohne meinen Türmchen!"

    Ich weiß es nicht, vielleicht ist diese "Türmchen Theorie" ein Schwachsinn! :-) Aber ganzes Problem liegt in der Art des Empfindens der Realität, irgendwo in diesem Bereich... Die große Künstler empfinden die Realität halt anders...

    Die Kleine sollen auf die Große hören, was tun und nicht rotzen..so einfach ist das.
  • Ingrid Müller
    Ingrid Müller
    So ich lehn mich jetzt mal weit raus und melde mich zu Wort, war bisher eine von denen die still schweigend mit geklickt und gelesen hat.

    Wir haben mittlerweile eine Gesellschaft die multikulturell und tolerant bis zum Erbrechen ist, wenn du gegen irgendetwas demonstrieren willst, reicht es nicht, sich als Mann lange Haare wachsen zu lassen oder punkige Klamotten zu tragen, mittlerweile ist doch sogar der Protest Kult. Und im Gegenzug ist die Kunst in den Durchschnittshaushalt eingezogen.
    Künstler sind wohl normale Menschen, deren creatives Bedürfnis ausgeprägter ist, als bei anderen, ob sie darüber hinaus gesellschaftskritisch, politisch, rebellisch oder sonst etwas sind, hat wohl eher mit der individuellen Persönlichkeit zu tun. Und wie gesagt in einer so toleranten Gesellschaft zu rebellieren, wird kaum gesehen, weil alles akzeptabel ist. Wer bei uns heute aufrütteln und kritisieren möchte, muss schon besonders laut schreien, um gehört zu werden. Anonsten hat man mehr Erfolg damit, das länste Bild der Welt zu malen oder so... Erfolgsgesellschaft
    Ich denke, das KN ist durchaus ein Spiegel unserer Gesellschaft...tolerant, fast alles erlaubt und akzeptiert und ein kleiner Prozentsatz hat was zu sagen - der Rest lebt in der toleranten Blümchenwelt (schließe mich ein).
  • geradeaus
    geradeaus
    Worte sind leider nicht meine Stärke. Aber seis drum.
    Nein, ich finde nicht, dass wir schon alles gesehen haben. Weder vom Thema noch vom Stil her.
    Und genug habe ich nur von unechter Betroffenheit, wenn auf Vernissagen nach der sachverständigen Betrachtung von Elend schöne Worte mit Champagner begossen wurden.
    Wenn das Zeigen von echter Hässlichkeit nicht mehr seinen Sinn erfüllt, sondern sogar eher abstumpft.
  • iwraM
    Hallo Cobolt,

    kann es sein, Du siehst Geister wo keine sind? Was fällt denn hier an Wesentlichem deiner Ansicht nach unter den Tisch?

    LG,
    Marwi
  • sinA
    Achtung!
    Das Gespräch, das gutes Thema, läuft wieder aus dem Ruder!...Oder unter den Tisch ... oder wohin auch immer!:-(
  • Claudia A. G. Harrer
    Claudia A. G. Harrer
    Cobold, ich finde das Thema ja schon von Interesse und lese auch mit, aber was soll ich denn groß schreiben? Jeder einzelne hat, wie schon vor mir bemerkt wurde einen anderen Standpunkt und den müsste man vorher erstmal darlegen. Ich für meinen Teil bin im Moment künstlerischer Söldner, wenn jemand sagt "male einen Apfel" male ich einen Apfel und jede Art von "kritischer Betrachtung - Politik, Gesellschaft oder sonstwas" ist genau soviel enthalten wie es mein Kunde will.

    Die Suche nach den richtigen Bildthemen war noch nie leicht und vielleicht finde ich (persönlich) in einer klassisch gemalten Judith mehr "kritische Anmerkungen" als in einem gewollt gesellschaftkritischen Kunstwerk - der Betrachter macht die Kunst mit und die meisten Betrachter haben einfach verlernt Bilder zu "lesen".
    Aber mal anders gesehen - was wissen "Berufskünstler" denn schon? Gut wir machen auch unsere Steuer und gehen Einkaufen, aber viele Dinge muss ich erst recherchieren oder kenne sie nur aus Erzählungen von Bekannten die in einer Versicherung arbeiten oder beim Bäcker oder Lehrer sind - wenn diese Menschen (und das sind viele) auch noch Malen und Zeichnen ist das in meinen Augen eine viel ehrlichere Kunst als meine (auch meine freien Arbeiten) - unverdorben von zuviel "gelerntem" Wissen.
    Das ist echter "Realismus" auch wenn das Wort an dieser Stelle anders ausgelegt werden muss.
  • Mausopardia
    Mausopardia
    ich weiß nicht frank, was hier anders ist als unter den bildern?! der verdacht liegt ja sehr nahe...zeige mir was du malst...und ich sage dir wer du bist! hmm..wohl doch ä bisserl zu einfach. sicherlich hören einige einen kleinen mann in ihrem ohr...der ihnen zuflüstert: ja...aus dir wird ein großer künstler...male...male...! doch manch andere lassen einfach den tag entspannt enden, mit ein wenig oder mehr farbe auf´m papier. und wie viele wirklich davon leben können/dürfen/müssen, ist im verhältnis wie hier gezeigte künstlerisch wertvolle werke...zum glück...ansonsten würde man hier mehr spendenaufrufe bekommen!
    und bevor ich dieses machen muss...mach ich mich ans handwerk...dabei bleibt aber meist...die kunst auf der strecke...das ist für mich realität, also...wenig zeit zum reden! ;-)))
  • siku

    Komisch, diese allgemeine Sprachlosigkeit erinnert mich irgendwie an eine Familienkaffeetafel, wo über Urlaub, Versicherung, Kinderkrankheiten und Rezepte gelabert wird, während man sich unter dem Tisch auf die Füsse tritt, ohne das Wesentliche klären oder kommunizieren zu können. Aber alle lächeln.
    Sei's drum ... vielleicht ganz aufschlussreich.


    Cobolt, die Begründungen, die du hier immer wieder anführst, sind meines Erachtens ruckzuck hingesetzt, will heißen: ziemlich oberflächlich. Kann sein, dass die Höhe des von dir eingenommen Türmchens (greife hier eine eingebrachte Metapher auf) nicht das rechte Maß aufweist. Ja, das Leseinteresse an diesem Thema ist groß, nur zu glauben - dass viele aus Unvermögen schweigen, deutet schon auf eine Sichtweise, die sich im Kreise zu drehen scheint. Einige der sich hier für sehr kompetent haltenden Kunstschaffenden reflektieren nur sich selbst - immer wieder, immer wieder von neuem das rumlammentieren "schnarch".

    Unbefriedigend bleiben Themen über Kunst hier überwiegend, weil sich einige User sich immer um die eigene Achse drehen und meinen, die Hobbykünstler und "Hausfrauen" (unterschätzt die mal nicht) halten die wirklich Befähigten hier im KN von höhere künstlerischer Leistung ab. :-)(ein irrwitziger Gedanke).

    Der Thread obwohl "verdeckt" (der User hat sich im Nichts aufgelöst) begonnen, hat sich thematisch erstaunlich gut entwickelt mit Beiträgen von User/Userinnen, welche nicht die künstlerische Weisheit für sich in Anspruch nehmen. Die Anzahl derjenigen, die sich trotz künstlerischer Kompetenz zurückhalten (ich vermute diesbezüglich sind im KN noch etliche Schätze vergraben) ist nicht zu unterschätzen.

    Das Beispiel der "Judith" finde ich gut. Das Bild "Judith enthauptet Holofernes von Artemesia Gentileschi sagt mehr über seine Entstehungszeit aus als so manches >ernsthaft gedachte Kunstwerk< von heute.

    Wenn man unkommentierte Quellentexte einstellt oder nur einfach wichtige Autoren nennt und meint, es reagiere niemand, weil die Kompetenz nicht vorhanden ist, so ist das Quatsch. Zu Quellentexten gehören schon Kommentare desjenigen, der sie einstellt. Sonst könnte man vermuten, er versteht diese Texte selber nicht. Ende der Predigt. Aber wer sich immer wieder weit aus dem Fenster hängt, muss auch mal damit rechnen, dass ihm der Wind um die Nase weht.

    Beste Grüße
    siku
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