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  • Ja wir werden den Realismus überleben müssen ob wir wollen o

  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    parallel zu diesem thread diskutiere ich seit tagen mit mir selber die frage, welche bedeutung der (bildenden) kunst (speziell der malerei) noch zugeschrieben werden kann.

    soll kunst die realen bilder übertönen, die uns via tv, internet und print noch im hintersten winkel über die netzhaut gejagt werden? was ihnen hinzufügen, das nicht jeder sehen kann, der sehen will?

    schön das du diese frage so intensiv mit dir selber diskutierst. sie jedoch eine der fragen, auf die es nur eine persönliche antwort geben kann. zu bedenken wäre dabei eventuell, wie man auf unsere sich immer mehr beschleunigende lebenswelt(besonders der medialen) reagieren will. dazu seien nur zwei grundverhaltensweisen angedeutet: man kann sich gegenüber der weit verbreiteten meinung, dass der untergang des abendlandes unmittelbar bevorsteht - alle nur noch hiphop hören, k11 glotzen, essen aus der steckdose von mcdonalds zu sich nehmen und ihren cappucino nur noch to go bei starbucks trinken und das global village in echtzeit oder noch schneller über die flachbildschirme in die wohnzimmer flattert - so verhalten, das man mit eben diesen dingen versucht produktiv umzugehen und das beste daraus zu machen, in dem man sich eben genau dieser dinge(zb email, youtube ,kunstnet, digicam, drucker, handycams usw ) bedient und sie für sich nutzt. dies wäre dann eine pragmatische, bejaende art und weise, die sicher nicht die aktive auseindersetzung mit der welt ersetzt.

    das andere wäre die bewußte entschleunigung der privaten, direkt und sinnlich zu erfahrenden lebenswelt. man setzt sich in atelier, in dem kein tv, kein radio nichts ist. nur man selber und das material(bevorzugt ölfarbe, selbstgerührte tempera usw) und schafft in einem zähen ringen mit dem werk eben dieses. wobei man dabei nur allein mit sich und der diskussion im eigenen kopf ist. das wäre dann eine konservative, metaphysische herangehensweise, die (ev. schon durch die technik) eine bewußte entschleunigung herbeiführt umso dinge zusehen und sichtbar zu machen, die jenseits des mörderischen tempos der medien liegen.(erinnert mich immer an gewisse idyllischen schilderungen aus todtnau berg, bei denen gewisse leute davon schwärmen, wie sie mit den bauern in der schenke säßen und schweigend ihre pfeiffe rauchten)manchmal ist es dann nicht das schlechsteste, wenn es klopft und jemand sagt: "hallo, hallo- schönes wetter. komm, wir trinken einen kaffee." das banale kann so ein schöner kontrapunkt zu metaphysik oder retheologiesierung, ja weltrettung sein.

    das sind natürlich nur holzschnittartige illustrationen zweier extrempositionen.

    Wen der Job, der Haushalt, das soziale Umfeld so einschränkt, dass ihm quasi nur zwischen Tür und Angel ein paar Stunden bleiben, hat es sehr viel schwerer über die Standardthemen hinauszugehen, als jemand, der in kein Korsett immer gleicher Vorgänge gefangen ist.

    das ist alte frage nach der aufteilung des sinnlichen und die wird schon von den alten griechen angesprochen. auch da kann man natürlich jammern, dass man dazu gezwungen werde, das biologische leben materiell abzusichern und es sich beim unterschichten tv bequemm machen oder man könnte trotzdem versuchen, sich mit seiner lebenswelt (medial oder unmittelbar) auseinderzusetzen. das dies trotz arbeit und alltag möglich ist, auch dafür gibt es genügend beispiele. man könnte auch überlegen, ob man "kunst" aufgrund ihres magischen, rituellen kultwertes schafft oder aufgrund eines realen oder imaginierten marktwertes, welcher nur dazu dient sich möglichst gut im rahmen der kulturindustrie zu positionieren. wobei es naturlich naiv wäre, würde man denken, man könnte sich einfach außerhalb der kulturindustrie bewegen.
    aber damit wären wir schon wieder bei der bösen sinnfrage.
    Signatur
  • xnup
    [hanni metaphysische herangehensweise]

    Denke dies geht schon über Technik Inseln - also wenn man mal z.B. denke ich an OpenSource im klassischen Sinne, und an generative Ansätze, deutest du ja an, soweit ich das sehen kann. Also im Grunde denke ich, dass es eine konservative - "Auraorientierte" Herangehensweise schon mit alter neuer Technik geben kann. Dies kann sogar bis in sozusagen spirituell angehauchte Ansätze gehen. Z.B. C64/Atari und traditionelles Computerspiel.

    Sehr wichtig ist die Leib/Präsenz Diskussion.
    Nachdenklich stimmen mich in diesem Zusammenhang allerdings neuere Ergebnisse der Quantenphysik, die soweit ich das sehen kann, Teleportation nicht mal mehr ausschließen und auch weitere "Quanteneffekte" lassen möglicherweise sogar das so sicher geglaubte Feld der Körperlichkeit ausserhalb von SciFi ins Wanken geraten. etc.pp

    [Telepolis als Startpunkt und dann dort suchen mit Quanten, Teleportation, Information - der weiteren Vernetzung dann folgen.]

    Schwieriges Feld.
  • sinA
    Ihr beide, punx und hanni, ihr habt mich einfach umgehauen...eeee!
    Ich denke, ich muss ihre Beiträge nochmal lesen...

    Ich denke nur weiter...wir sind von Medien umgeben, egal wo wir leben, in einer Metropole oder in der Wüste...Wir sind auch verschieden, wie haben auch Verschiedenes erlebt... Ich glaube, es ist egal mit welchen Medien man operiert, die Aussage des Künstlers bleibt gleich (ja, gut das werden unterchiedliche Werke, wegen Material usw.)Die Bedeutung, der Sinn, das Thema -sie bleben irgendwo verwandt.

    Darum sind cobolts "Realismuslinks" für mich persönlich nur Inspirationen, nur Varianten aus vielen anderen...

    Punx schreibt über "Bilderzwang".Den Begriff finde ich super. Ich habe schon darüber nachgedacht, so viel Bilder überall, warum soll ich noch das gute leere Blatt oder Leinwand (was mich immer fasziniert!) warum soll ich diese Vollkomenheit beschmieren! Und dann tue ich es trotzdem...
    Hier bin ich aber sehr vorsichtig. Das ist meine Einstellung.

    Ich kehre mich zurück zu coboltlinks.

    Ich kenne eine Frau. Ihr geliebte Mann ist ganz plötzlich verstorben und sie begann kurz danach zu sticken. Mit kleinen Kreuzchen gaaaans große Bilder mit geistlicher Thematik (Jesus, Maria usw.)

    Ich kenne einen Mann, der im Krieg war...Jetzt malt er knallbunten Landschaften, die ziemlich widerlich sind.


    Ich kenne einen alten Mann, der immer auf Reisen ist, war schon überall...aber seine Heimvideos sind furchtbar, wie er selbst!

    Ich kenne eine Oma, die nur Häuchen, Kirchen, Marktplätzchen malt,und ganze Tag nur zu Hause sitzt.

    Dann nehme ich coboltlinks, gehe zu dieser Oma:
    "Na, Oma, mal mal so was!". Dann bläst sich die Oma auf...strengt sich ganz gewaltig an... und was kommt daraus?... Ein Häuschen...
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  • geradeaus
    geradeaus
    Das gemalte Bild (gesellschaftskritisch oder nicht) wird auch in nächster Zeit weiter seine Daseinsberechtigung haben.
    Ein großer Teil der Menschen wird nämlich gar keinen Zugang zu digitaler Kunst haben.
    Damit meine ich nicht nur "ungebildete" Menschen. Erstaunlich viele Akademiker (übrigens auch Künstler) sind absolut hilflos im Umgang mit einem Computer. Ob das tatsächlich problemlos erlernt werden kann, bezweifle ich.
    Nicht umsonst sitzen die neuen Ruheständler (im Gegensatz zu früher geistig und körperlich fit)an den Unis vorzugsweise bei den Geisteswissenschaften in dichten Reihen und fehlen beim Maschinenbau z.B. ganz.

    Ob Kunst noch Gesellschaftskritik üben kann?
    Sie kann. Sie kann da den Spiegel vorhalten, wo es die anderen Medien nicht tun.
    Weil es u.a. auch Probleme sind, die durch die Medien z.T. mit verursacht wurden.
    Die weniger medientauglichen, aber still lauernden Probleme, die nicht so laut daherkommen.
  • geradeaus
    geradeaus
    Anis: Und ich kenne einen farbenblinden Mann, der mit einer solchen Begeisterung malt, dass er mich beschämt.
  • cobolt
    cobolt
    Oh holla, eben wirds interessant :o)

    Ah, siku ... "Wenn du in einem innovativen Sinn eine Kunstbetrachtung anstrebst ... "
    Neee, weniger. Mich interessiert die Frage, inwieweit es einen Mechanismus für das Ausgangsthema von cesars gequältem Fratzengeballer gibt: Die Frage, ob Ideenfindung, Assoziation und Inhalte bei der Gestaltung von der Lebensart (und seinen -bedingungen) und dadurch auch von den eigenen Verhaltensweisen beeinflusst werden (und inwieweit es Vergleiche mit anderen Zeitperioden gibt).

    Das hier die Meinungen darüber weit auseinandergehen, ist ja nichts Neues. Das einige Leute mit der berühmten Ideenfindung und der gestalterischen Bandbreite weniger Probleme haben als andere, ist auch nichts Neues. Das viele "wollen, aber nicht können" ist sicherlich richtig.

    Insofern ist die von punx angesprochene totale Vernetzung, (die früher oder später zwei, drei Generationen weiter jeden treffen wird) mit Sicherheit in Zukunft maßgebend für die Frage des Einflusses auf Gestaltung allgemein. Addier ich das mit zunehmend schnelleren Tagesabläufen, einer omni-präsenten Medienwelt, der bereits angesprochenen Routine und den stoischen Verhaltensweisen eines Umfeldes, geht dann nicht die Fähigkeit der freien Assoziation durch Überlastung verloren? Ich kann mir nicht vorstellen, dass tägliches TV-Programm oder tägliches www-surfen nicht (bewußt oder unbewußt) Einfluss auf diese Dinge nehmen. Die Vielfalt der Möglichkeiten bringt dem Einzelnen nichts - er hat gar nicht die Zeit, sich damit zu beschäftigen. Die Tagesroutine lässt das für die meisten Leute gar nicht zu. Folglich benutzt, betrachtet er nur die Standards.

    Wie hanni sagt: Man KÖNNTE trotzdem versuchen, sich mit seiner Umwelt auseinanderzustzen. Aber die breite Masse wird dem Diktat der gezeigten Bilder unterliegen. Das tut sie bereits jetzt schon.

    Interessant! Weitermachen :o)
    Signatur
  • Kay Viehweger
    Kay Viehweger
    ich bin einer von denen die immer nur zwei stunden am tag für ihr hobby hatten, aber nicht einmal wirklich den kopf frei von alltagproblemchen und job. nun hab ich mich entschieden 24h am tag für meine bildchen dazusein. mag sein, das ich demnächst am hungertuch nagen werde. ist aber die geilste zeit in meinem leben.
  • Stefan M.
    Stefan M.
    "Ich kann mir nicht vorstellen, dass tägliches TV-Programm oder tägliches www-surfen nicht (bewußt oder unbewußt) Einfluss auf diese Dinge nehmen. Die Vielfalt der Möglichkeiten bringt dem Einzelnen nichts - er hat gar nicht die Zeit, sich damit zu beschäftigen."


    Ganz genau. Ich kann diese Aussage nicht verleugnen. Aus dem Grunde habe ich mich vor anderthalb Jahren in einer künstlerischen Performance von dieser Vielfalt der Möglichkeiten getrennt, indem ich meine Glotze UND meinen PC samt I-Net Anschluß aus dem Fenster geworfen habe und bereue es bis zum heutigen Tage nicht. ( Habe niemanden getroffen ! )

    Habe für mich gesehen, die immerzu fortschreitende Zeit subjektiv entschleunigt und bin nun viel besser in der Lage Prioritäten zu setzen und die Wahrnehmung meiner Umgebung ist um ein merkliches gestiegen. Durch die mediale Reizüberflutung war ich zwar in der Lage eine Fülle von Informationen zu konsumieren, aber meinen Ansprüchen genügend nicht mehr in der Lage sie tiefergehend zu durchdenken und umzusetzen, da ständig neue Effekte und Reize über diese Medien herausgeschrien wurden. Bei dem Versuch mitzuhalten unter Berücksichtigung der eigenen Ansprüche stieß ich persönlich an meine Grenzen und hätte mich selbst in ein mechanisches Wesen verwandeln müssen, um dem gerecht zu werden. Da mir dieses aber unmöglich erschien *g*, habe ich eine durchaus radikale Entscheidung getroffen und diese Veränderung hatte bisher keine negativen Nebenwirkungen.

    Inwieweit sich das auf mein künstlerisches Verhalten auswirkt, mag ich noch nicht gänzlich bestimmen, da ich noch am Anfang stehe.

    Sicherlich ist dies erstmal nur mein therapeutischer Akt gewesen, aber ich erlaube mir festzustellen, dass die Masse auch ein erhebliches Problem mit globaler Vernetzung, Reizüberflutung, Gleichgültigkeit und der wahnsinnigen Gier nach immer neuen Effekten hat. Man kann es durchaus gutheissen und hat wie so vieles, immer zwei Seiten, nur jeder muss für sich selbst wissen und entscheiden, wie er damit umgeht, der ein oder andere scheint dazu in der Lage zu sein, allerdings kann sich die große Masse diesem Diktat nicht entziehen. Oder kennt jemand vielleicht den einen, grossen Ausschaltknopf ? Wäre es sinnvoll oder fatal ihn zu drücken, ist nicht alles schon soweit fortgeschritten, dass es die Weltordnung in Anarchie und Chaos stürzen würde ? Wahrscheinlich. Somit wird alles seinen weiteren Lauf nehmen und wir müssen unser Heil in einer hochtechnologiesierten Welt suchen, in der Hoffnung, dass alles zu unseren Gunsten richtig funktioniert. Hoffnung !? Halleluja und Amen ;)

    Ähm...ja, vielleicht ein etwas eigensinniger Beitrag, aber ist Eigensinn nicht was schönes und neben all den anderen Eigensinnigkeiten, reiht er sich ein.

    ;)
  • Mausopardia
    Mausopardia
    wenn man diesen thread und ihre einzelnen meinungen/äußerungen in bilder umlegt...wird’s richtig spannend...beim anklicken der namen...fühle ich mich manchmal sogar bestätigt! obwohl ich hierbei nicht zwingend größe und länge in bildbezug bringen möchte...es kann auch in einem kleinen werk...ne menge aussage stecken und umgekehrt! möchte aber...fast trotzig erwähnen, das ich es nicht zwingend für nötig halte...das man überhaupt eine aussage in seine bilder packen muss...es lebe die freiheit...der gedanken und der kunst...nicht zu vergessen...das auch das handwerk...nicht mehr auf goldenem boden steht..in diesem sinne...die arbeit ruft und schönes wochenende ;-)
  • s-ejtna
    Künstler sind die größten Egomanen der Menschheitsgeschichte;))
    Sie leben nur für das, was sie produzieren, nämlich ihre eigene, narzistische Gedankenwelt nach aussen zu projezieren.
    Und weil sie ja auch leben müssen, erwarten sie auch noch, daß die anderen "Nichtkünstler" diese Projektionen in bare Münze umtauschen.

    Und da sie so sehr um sich selbst kreisen und sich so furchtbar wichtig nehmen, ( wie hier mal wieder deutlich zu beobachten ist )denken sie allen Ernstes, daß sie mit dem was sie machen, irgendeinen Einfluß auf irgend etwas ( ausser der Kunst selbst )ausüben würden.

    Wenn man diese provokante These weiter denkt, kommt man schließlich zu dem Schluß, daß eigentlich allein die Kunst, welche gute Gefühle auslöst eine Existenzberechtigung hat.

    *ggg*
  • NIWREW
    @Frodo:Fast richtig doch du solltest die Künstler die mit sozial Kritischen Themen an der Front sind ausklammern.
  • s-ejtna
    @Werwin: Glaubst Du denn, daß diese Künstler, mit ihren sozial kritischen Themen, etwas bewirken können? ( Die Qualitätsfrage jetzt mal ausgenommen )
  • Stefan M.
    Stefan M.
    Im Kleinen durchaus, ganz bestimmt, mit vielleicht illusorischer Hoffnung des wachsenden Schneeballs und damit wäre auch das grosse Ganze beantwortet. Der Wille und die Absicht zählt.

    jm2cts.
  • NIWREW
    @Frodo:Ein einzelner Künstler insofern das er
    sich bewußt ein Vesper in den Rucksack lügt.
    Mehrere Künstler lügen natürlich viel heftiger
    und solang diese daran glauben ists doch okey
    Im Grunde ist es egal mit was sich das Menschliche Wesen vollsaugt um nur etwas darzustellen.
    Künstler sind ein bisschen anders als das andere Volk denn sie leben ihre rationalen vom Ego verhärteten Wunschvorstellungen von innen nach außen während die anderen Süchtigen von außen nach innen saugen.
    Deine Aussage passt mir doch voll und ganz und ist mit meinen Denkstrukturen Schablonengleich.
    Übrigens mache ich Kunst um den angesammelten Dreck der von außen auf mich einfließt wieder los zu werden drum ists mir auch egal sollte jemand zu dem was ich fertige Dreck sagen.
    Wenn doch nur ein Stückchen Wahrheit darin auftaucht lohnt es sich schon zu leben.
  • Claudia A. G. Harrer
    Claudia A. G. Harrer
    Ich habe keine Lust so viel zu schreiben, darum bleibt euch nichts anderes übrig als zwischen meinen Zeilen zu lesen und was ich jetzt über mich schreibe, kann man auf so viele andere übertragen ...

    Medien verändern uns, das ist klar - ich persönlich würde eine Diskussion wie diese lieber an einem Tisch (ganz altmodisch) führen, nicht in einem Forum.

    und dann guckt man sich Kunst im Internet an ... und keine Originale mehr - es ist wie das Bild von René Magritte "Ceci n’est pas une pipe" nur eben als virtuelle Kopie, der Kopie einer (oder keiner) Wirklichkeit, eines Themas, oder einer Kopie.
    - Ihr könnt mir noch folgen?

    Wenn sowas wie die Fotokamera die Malerei diesbezüglich revolutioniert hat, nichtmehr gegenständlich darstellen zu müssen um zu dokumentieren, wie wird der Computer der gewollt oder zufällig in jeder Form, Art und Weise mit nur einem Knopfdruck abstrahieren kann dann die Malerei beeinflussen?

    Und wie zum Teufel wird man in 500 Jahren unsere Zeit nennen? In welcher Epoche leben wir überhaupt? Alles Moderne ist nur so lange Modern bis etwas anderes moderner ist.

    In dem Sinne ...
    ... ich verwirre mich selbst
  • s-ejtna
    Im Kleinen durchaus, ganz bestimmt, mit vielleicht illusorischer Hoffnung des wachsenden Schneeballs und damit wäre auch das grosse Ganze beantwortet. Der Wille und die Absicht zählt.


    In dem Sinne, daß der Schlag eines Schmetterlingsflügels am anderen Ende des Universums eine Supernova auszulösen vermag, gebe ich Dir recht.

    Wenn doch nur ein Stückchen Wahrheit darin auftaucht lohnt es sich schon zu leben.



    In dem Sinne, wie es ist, dies unvergleichliche Gefühl zu haben, eine andere Seele direkt zu erreichen.:)))

    UND

    Alles ist relativ:)))


    Anlässlich seines 95. Geburtstags wird ein greiser Herr
    im Altersheim für einen Bericht in der Lokalzeitung interviewt:

    Reporter: "Wie fühlen Sie sich in Ihrem Alter und in dieser Umgebung?"
    Greis: "Danke, sehr gut."
    Reporter: "Wie sieht denn hier Ihr Tagesablauf aus?"
    Greis: "Morgens - erstmal Pinkeln!"
    Reporter: "Und? Keine Probleme?"
    Greis: "Ach wo! Harter Strahl, kein Brennen, gesunde Farbe!"
    Reporter: "Und dann?"
    Greis: "Stuhlgang!"
    Reporter: "Irgendwelche Beschwerden?"
    Greis: "Keine Spur - ausreichender Druck, kein Blut, ganz normale Darmentleerung."
    Reporter: "Wie geht es weiter?"
    Greis: "Nun ja, dann stehe ich auf."
  • ok
    Um mich rum tost das Internet, die Klimageräte arbeiten zuverlässig, die 34 MBit-Leitung ist zu 40% ausgelastet, etliche irgendwem wichtige Transaktionen laufen vermutlich gerade im Hintergrund, Liebespaare hauchen sich dies und jenes über die Leitungen, im Nebenraum geht das Telefon. Das kümmert mich gerade nicht im Geringsten.
    Heute ist mein frisch erworbenes Tafelbild per UPS geliefert worden. Ich habe es ausgepackt und an meine ansonsten völlig leere weisse Bürowand gehängt. Seit es da hängt, kann ich den Blick nicht davon lassen. Und erst der Geruch nach frischer Ölfarbe. geil, einfach geil und extremst sinnlich.
  • xnup
    ClaudiaHarrer: "Medien verändern uns, das ist klar - ich persönlich würde eine Diskussion wie diese lieber an einem Tisch (ganz altmodisch) führen, nicht in einem Forum."

    Ich auch!!
    Am besten gleich 'ne Performance mit anschließender Pressekonferenz draus machen. Die Diskussion könnte man in einem der großen Rechenzentren führen. Das mein ich ernst!
    Und Medien werden spätestens seit der Fotografie/ Videokunst eingesetzt um Kunst zu machen.
    Die Digitale Techink ist auch nicht das wirklich Neue - das wirkliche Neue ist die Vernetzung - und die zunehmende neuronalisierung dieser Vernetzung.

    Mal weg von der Polemik, in meinem letzten Beitrag, - ne Tastatur, nen Computer what ever hat kein Bewustsein, der der davor sitzt und es für whatever nutzt - der hat das Bewussein - der macht 'ne Installation oder schießt damit die Smart Nuke aufs taktische Schlachtfeld.

    Ich sag - wir als Künstler müssen uns die neuen Techniken greifen - um damit was anderes zu tun als die Meister der Entfremdung. Nicht in erster Linie um politisch was zu bewegen, sondern um die Definitionshoheit über die Kunst, durch unsere Werke, zu behalten - ansonsten werden andere kommen und dann stellt sich die Frage nochmal ganz anders. Das ist total egoistisch!

    Ob Künstler eine gesellschaftliche Verantwortung haben? Künstler sind in der Regel intelektuelle wie Schriftsteller etc. - hat der Intelektuelle eine gesellschaftliche Verantwortung?

    Zur Digitalen Kunst - daß ist ein sehr schwammiger Begriff - wer sich wirklich für diese Fragen interessiert der sollte sich intensiv mit:

    http://medienkunstnetz.de

    [wie gesagt]

    befassen, zu dieser Site gibt es auch ein Buch.

    Nochmal was hier unter digitaler Kunst in der Regel veröffentlicht wird ist Bildgebung mithilfe von Software - dies ist nur ein sehr kleiner
    Teilbereich, der zudem nicht unumstritten ist.

    # reboot
  • sinA
    @punx."...ansonsten werden andere kommen und dann stellt sich die Frage nochmal ganz anders. "

    Punx! Sie sind schon da! Oh, weija!!!
  • Sabine Minten
    Sabine Minten
    ich sehe: positionen und aspekte zu hauf.
    teilweise konträr, manche mit schnittmengen.
    jede einzelne in sich schlüssig und auch wahr.
    aber keine für sich genommen die ganze wahrheit.
    alle zusammengenommen?
    möglich.

    jede antwort wirft ja wiederum eine neue frage auf.
    vielleicht ist dies einer der diskurse, die niemals durch ein endgültiges fassbares antwortkonglomerat beendet werden kann, muss oder sollte - zugunsten eines prozess- statt ergebnisorienterten ansatzes (*oder auf esodeutsch: der weg ist das ziel).

    so ganz GROB skizziert, scheint es ja zwei divergierende tendenzen zu geben:
    1.
    eine, die den selbstbezüglichen aspekt künstlerischen schaffens betont, den der aussenwirkung hintenan stellt und dabei eher zur traditionellen mittelwahl neigt. ich vermute als ausgangspunkt hier häufiger eine sinnliche oder psychohygienische motivation, die sich selbst genug ist bzw. eher nach innen gerichtet ist.

    2.
    die zweite position priorisiert als aufgabe der kunst eine gesellschaftliche einflussnahme. die klaviatur der mittel wird entsprechend dieses sendebewusstseins ausgerichtet bzw. erweitert (digital/elektronisch). die motivation erwächst mehr aus einer intellektuell- reflektorischen haltung zur aussenwelt.

    ich denke auch, diese beiden positonen sind natürlich nichts statisches und können von der jeweils anderen position aspekte aufnehmen und sich verändern.

    aber egal wo sich einer als (kunst-)produzent zwischen diesen polen einsortiert:
    mir erscheint wichtig, das man sich über das warum und wozu des eigenen standortes klar wird UND die daraus erwachsenden implikationen für sich selbst abzuschätzen vermag - ebenfalls das ganze hin und wieder mal radikal in frage zu stellen
    und evtl. einer neupositionierung zu unterziehen.

    ich will aber auch mal eine kleine persönliche polemik loswerden:
    mir ist alles, was als so eindeutig identifizierbar als "botschaft" auf mich zufegt und auch leute, die sich vornehmlich als "träger einer botschaft" sehen, zutiefst unangenehm.
    man erkennt solche sendemasten daran, dass sie sich sehr sehr ernst nehmen und erwarten, dass man diesem überaus bedeutungsvollen umstand massig respekt zollt.
    schliesslich wollen sie einem die welt erklären!
    niemand geringeres sitzt nämlich auf der anklagebank. der botschafter ist zufrieden mit seiner rolle des selbsternannten chefanklägers. andere werden reduziert auf´s auditorium - oder auf gegner.

    das ist wie in mies geschriebenen büchern: da wird mir als leser auch per unendlicher adjektivaufzählung vorgekaut, was ich zu denken habe über die romanfiguren. kein spielraum für differenziertes, kein zwischenraum für grautöne und keine versuchung zur identifikation mit dem anfänglich undenkbaren. serviert wird ein einfach wahrzunehmendes gebilde - der einzeiler, eine schlagzeile für´s hirn.

    dabei sind es gerade diese winzigen fugen, in deren halbdunkel die dinge ihre sprengkraft entwickeln und in die den blick zu richten sich lohnt.
    in der kunst und im leben...
    Signatur
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