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  • Brauch mal Schulterklopfen

  • reteP
    Hallo, Pelle,

    >Die Sprachlosigkeit bei manchen
    >Kommentaren, die ist kein Zufall.

    Das ist sicherlich richtig. Andererseits sollten wir uns davor hüten, die Kollegen unter Druck zu setzen, und "intelligente" Kommentare quasi zu "fordern".

    >"Sieht gefällig/dekorativ aus" als
    >einziger Kommentar, das spricht doch
    >Bände.

    Was sagt Dir das denn? Ist es klüger/intelligenter/kunstadäqater, vor einem Rothko zu stehen, sich an die Stirn zu greifen, und mit einem "Ohhhhh, dieses Rot, dieser Auftrag, diese Ausgefranstheit der Ränder, die dem Ganzen etwas ach so Schwebendes verleiht" zusammenzubrechen? Da sage ich doch lieber "Der Rothko ist klasse!". Das ist ehrlicher als dieses Getue. Und dieses Getue wünsche ICH mir jedenfalls in DIESEM Forum nicht. Zusammenbrechen kann ich auch ohne Affektiertheit ;-)

    Denn: Genauso widerwärtig wie Kitsch finde ich übrigens künstl(er)i(s)che Affektiertheit, wie sie in Schickimicki-Szenen, manchen Galerien und unter akademischen Malern allzu üblich sind. Ich bin glücklich, daß dieser Schmäh sich in diesem Forum noch nicht breit gemacht hat, da ist mir ein "Das ist dekorativ" tausendmal lieber.

    Und im Übrigen: Glaube mir, ich könnte zu JEDEM Bild eine Abhandlung von 3 Din-A-4-Seiten schreiben, aber was brächte das? Das würde niemand lesen. Ich habe bei manchen Bildern recht lange Kommentare geschrieben, und was hat es gebracht? Man antwortet nicht darauf, weil es mühsam ist, Artikel/Kommentare zu lesen, die länger als 5 Zeilen lang sind.

    >Viele Bilder sind acrylgewordene
    >Teppichfliesen oder Poesiealben.

    Stimme ich Dir zu! Aber wenn Du das bemäkelst, hast Du die PFLICHT, das unter die Bilder zu setzen in den Kommentaren. Alles andere wirkt sonst zu sehr nach schickem Gejammere.

    >Und eigentlich wäre es nur fair, den
    >Leuten das mal zu sagen, denn man sollte
    >sie ernst nehmen.

    Warum tust Du es nicht?

    > Aber ich tu mir die Reaktionen darauf
    >nicht an :)

    Das ist feige. Anonymes Meckern hilft niemandem.

    >Ich finde weiter, dass das Problem mit
    >dem "Pseudo-Avantgarde Anspruch"
    >überschätzt wird.

    Watt is'n datt?!

    >Aber "uiii grün ist meine
    >Lieblingsfarbe" ist KEIN Kommentar der
    >irgendwas bringt.

    Doch! Der Betrachter freut sich und der Künstler liest, daß er jemandem Freude gebracht hat.

    >Lauren kann sich das nur leisten, weil
    >sie künstlerisch drübersteht :))

    Sorry, aber das ist jetzt geschleimt und vor allem sehr ungerecht all den anderen guten Künstlern gegenüber.

    Schönen Abend noch

    Peter
  • reteP
    Hallo, Don,

    warum um alles in der Welt sollte ein Maler, dem dieser Stil gefällt, NICHT in informeller oder tachistischer Art malen??? Um ein wirklich gutes Bild "tachistisch" wirken zu lassen, braucht es einiges an Können! Versuche mal, im Stil eines Cavael oder eines Hans Hartung zu malen, ich weiß nicht, ob es Dir gelingen würde (mir gelingt es nicht!).

    Allerdings hast Du Recht: Wer einfach nur Farbe auf die Leinwand knallt, ist weder ein Tachist noch ein Informeller, sondern jemand, der zu viel Geld hat und seine Farbe vergeuden muß ;-)

    Gruss aus Neuss

    Peter
  • elleP
    @Vera:
    Dekorativ? Etwas, das dekorativ ist, dekoriert etwas anderes, das wichtiger ist (also existiert es nur für etwas anderes). Das Dekorative soll 1)möglichst vielen Leuten gefallen, 2)beruhigend, nicht aufwühlend wirken. Irgendwie widerspricht beides meiner Vorstellung von interessanter Kunst. Wegen Punkt 1) ist "dekorativ" meist eine leichte Variation von seit langem erprobten Farb- und Formkombinationen.

    Klar hat das alles seine Berechtigung. Alles, ws ich sage, ist dass es MICH nicht interessiert. Wäre neugierig zu hören, was die anderen meinen.

    Zum Thema "Erklärungen": Du nennst Technik und Inhalt(worum geht es/Aussage etc). Da fehlt doch was...? Was ist die _künstlerische_ Idee die man verfolgt, welche Problematik bearbeitet man? Beispiel meinetwegen... Marc wollte die Farbe vom Realitätszwang befreien, Pollock die Grundelemente des Malens ans sich rausarbeiten, sehen wie Farbe fließt, wie sich selbst Strukturen entwickelt.
    Bei Don Dada geht es offenbar unter anderem (!) darum, wie kann ich Text in ein Bild integrieren? Wie steht der dann in Beziehung zum "malerischen" Teil? Welche Probleme ergeben sich daraus?

    @Don: Abstrakte Malerei hat es schwer, weil jeder glaubt es sei einfach, ein abstraktes Bild zu malen. Jedenfalls viele. Und die sehen halt die Unterschiede nicht.
    Ich bin für jeder Diskussion zu haben was nun gut/interessant ist und akzeptiere so ziemlich jede Meinung und auch harte Kritik an meinen Bildern. Aber das Kunst GANZ ohne Qualitätsbegriff auskommt, das geht für mich nicht. Und dazu stehe ich auch.

    Lass mir was vom Kamillentee übrig...
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  • elleP
    >Da sage ich doch lieber "Der Rothko ist klasse!". Das ist ehrlicher als dieses Getue. Und dieses Getue wünsche ICH mir jedenfalls in DIESEM Forum nicht. Zusammenbrechen kann ich auch ohne Affektiertheit Wink

    Akzeptiert. Ich finde es aber langweilig, wenn man NUR sowas macht. Ich würde deine Kommentare gerne lesen wenn sie zu Bildern sind, die mich auch interessieren. Warum haben eigentlich alle vor sowas wie deiner Rothko-Beschreibung (die ich gut finde, lass nur die "OH"s weg :)) Angst? Könnte dir jemand den Vorwurf machen, ein denkender, empfindender Mensch zu sein? Oder schlimmer noch, ein *spuck* Intellektueller? Mensch, die meisten Leute SEHEN doch die ausgefransten Ränder bei Rothko nicht. Erklär es ihnen doch, wenn du das kannst!

    >>Und eigentlich wäre es nur fair, den
    >>Leuten das mal zu sagen, denn man sollte
    >>sie ernst nehmen.

    >Warum tust Du es nicht?

    Naja, eigentlich ist es mir zuviel Arbeit. Ich würde lieber interessantes kommentieren, aber man wird ja hier schief angeguckt, wenn man mehr als 5 zeilen schreibt wie du selbst sagst! Oder man kriegt keine Antwort.

    >>Lauren kann sich das nur leisten, weil
    >>sie künstlerisch drübersteht Smile)

    >Sorry, aber das ist jetzt geschleimt und vor allem sehr ungerecht all den anderen guten Künstlern gegenüber.

    Ich habe Lauren auch schon kritisiert (als einziger glaube ich). Und ja, ihre Kommentare lassen auch zu wünsche übrig. MAL einfach ein "ich weiß nicht warum, aber es gefällt mir" oder ein "ich finds klasse" oder so ist ja ok, man freut sich. Aber NUR?
    Ich bin neu hier und ihr könnt halt machen was ihr wollt, ich stelle nur einen Eindruck zur Diskussion. Ich habe gar kein Problem damit, wenn die Galerie in dieser Form nicht gedacht ist.
  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    Vorweg: weise worte von dir mal wieder lieber peter.
    allerdings sehe ich es auch so, das man mal über formale dinge sprechen kann ohne das es gleich affektiert wird. allerdings möchte ich auch die freiheit haben einfuch nur zusagen: BAOAAAAH eYYY. Voll geiles Bild.


    warum um alles in der Welt sollte ein Maler, dem dieser Stil gefällt, NICHT in informeller oder tachistischer Art malen??? Um ein wirklich gutes Bild "tachistisch" wirken zu lassen, braucht es einiges an Können! Versuche mal, im Stil eines Cavael oder eines Hans Hartung zu malen, ich weiß nicht, ob es Dir gelingen würde (mir gelingt es nicht!).

    das wäre wie free jazz nach noten denk ich mal.
    aber ich meine auch nicht, das heute niemand mehr so malen darf wie ein informeller maler, im gegenteil(das mit dem informell ist übrigens nur ein beispiel). Ich finde jeder hat heute das recht so zu malen wie er will, das ist ein gewinn den uns die ganze moderne gebracht hat. Aber was ich meine ist, wenn jemand einen gewissen Anspruch an etwas hat, sollte er auch wissen was er tut, sonst verkommt es schnell zum leeren formalismus. natürlich könnte ich auch hingehen und Bilder im Stil von hinz und von kunz malen, und das "Falschstil" oder sonst was verkaufen, aber das ist ja wohl ehr in die kategorie klamauk einzuordenen. genauso wie einen besenstil mit "mein Stiel" zu beschriften. Ich finde, das man ganz klar unterscheiden muß, und das zunächst einmal für sich selber, mit welchem Anspruch man an die Sache geht. Außerdem ist heute nicht so, dass man wen kopiert, sondern man zitiert und mischt geschickt verschiedene Stilelemente.wichtig ist meiner meinung nach vor allem für sich selber klar zu kriegen, was will ich ereichen und die wahl des mittels ist dann eher nebensächlich. da kann ich dann auch mondrians malen, wenn es mir dienlich ist. Andererseits waren die dinger ja mal auf jeder shampooflasche zu sehen, dann ist einfach zu einem dekoartikel verkommen. Obwohl der gute pit ja durchaus ein wenig für auffuhr gesorgt hat.Ich hoffe daraus wird jetzt irgendwie klar was ich meine. :confused

    @Pelle: ich weiß, das abstrakte malerei schwer ist. zumindest wenn man einen gewissen anspruch an malerei hat. und nicht nur sagt, ich male eine zeichen meines körpes in bewegung. was ja sehr konkret wäre. ;-) Allerdings finde ich das es heute damit nicht unbedingt getan ist. das problem bei gegenstandsloser malerei ist, das sie oft beliebig WIRKT, obwohl sie das beileibe nicht ist. So finde zum beispiel bei Schumacher(sieht oftmals ziemlich hingerotzt aus,täuscht aber) ist jeder farbklecks an der richtigen stelle, jeder pinselstrich sitzt, ähnlich auch bei den abstraten richters oder vedovas. mankönnte sicherlich noch viele nennen. Und es ist sicherlich gut nach oben zu blicken, man solte allerdings klar haben, das das oft ne andre Liga ist.

    *Kamillentee rübereich*

    und zu Vera noch ganz kurz: Du hast sicherlich mit vielen recht was du sagst, trotzdem kann man, unter gewissen vorraussetzungen, über formalia reden. oder auch über den kunstbegriff meinetwegen. allerdings , sollte TOLERANZ immer im Vordergrund stehen dabei. Auch wenn es mal heftiger wird.

    *zu den baldriantropfen greift*
    Signatur
  • reteP
    Hallo, Pelle,

    ich kann vielem von dem, was Du schreibst, zustimmen. Was mich aber an Deiner Suada etwas stört, daß Du nicht konsequent genug bist. Was hindert Dich (außer den "Reaktionen") daran, das mal auszuprobieren und Werke nach DEINEM Anspruch zu beurteilen?

    >Das Dekorative soll 1)möglichst vielen
    >Leuten gefallen, 2)beruhigend, nicht
    >aufwühlend wirken.

    Richtig. Und das ist falsch? Unkünstlerisch? Strafbar? Rothko, mein Abgott, müßte dann aus den Museen entfernt werden, denn den meisten Leuten "gefällt" das und vor allem: Es ist beruhigend! Gewollt beruhigend. Rothko hat, mit Ausnahme seiner letzten, schwer depressiven Phase, beruhigend-meditative Bilder gemalt, ja, er WOLLTE das sogar. Das Beruhigende und Gefallende kann also eigentlich kein Kriterium für Dekoratives sein.

    Dekorativ heißt für mich "anspruchsvoll schmückend" (laut Wahrig Wörterbuch). Und das war die Kunst bis ins 19te Jahrhundert hinein. Und nur weil die Zeitgenossen meinen, "dekorativ" sei ein verpöntes Wort sollen also fortan alle Werke bis Van Gogh keine Kunst mehr sein? Michelangelos David ist wunderbar, schmückend, anspruchsvoll und allergrößte KUNST!

    Was also ist "dekorativ" für Dich, denn Deine Defintion ist nicht so stabil, finde ich.

    >Irgendwie widerspricht beides meiner
    >Vorstellung von interessanter Kunst.

    Gut. Das ist dann eine ganz subjektive Aussage. OK.

    >Alles, ws ich sage, ist dass es MICH
    >nicht interessiert. Wäre neugierig zu
    >hören, was die anderen meinen.

    Wenn Du mit "dekorativ" Windowcolor etc meinst, so interessiert mich das auch nicht. Obwohl ich zähneknirschend gestehen muß, daß meine Frau so etwas in die Küche an die Kacheln geklebt hat *heul*... ;-)

    >Was ist die _künstlerische_ Idee die man
    >verfolgt, welche Problematik bearbeitet
    >man?

    Auch hier gebe ich Dir Recht, aber subjektiv. Mein Kunstbegriff z.B. ist stark von den Japanern geprägt. Mein Ziel ist es, vor allem in den Reliefs und in der Acrylmalerei, aber auch in der Plastik, zu ganz einfachen Formen zu kommen, die eine Ästhetik des Einfachen haben. In Japan ist das Teil der Kultur. In Europa sind einige (längst nicht alle) der sogenannten "Konktreten Künstlern" auf diesem Weg gewesen, dann die Minimalisten und schließlich heute wieder die Postminimalisten. Das mich das reizt, ist etwas ganz Subjektives.

    > Beispiel meinetwegen... Marc wollte die
    > Farbe vom Realitätszwang befreien,
    > Pollock die Grundelemente des Malens ans
    > sich rausarbeiten, sehen wie Farbe
    > fließt, wie sich selbst Strukturen
    > entwickelt.

    Ich denke, zumindest bei Pollock ist das eines der Legenden. Soviel ich weiß, konnte seine Frau die Erfolglosigkeit ihres Mannes nicht mehr mit ansehen, und SIE hatte vermutlich die Idee zu diesem Dripping. Da ist sich die Kunstgeschichte nicht ganz einig...

    >@Don: Abstrakte Malerei hat es schwer,
    >weil jeder glaubt es sei einfach, ein
    >abstraktes Bild zu malen. Jedenfalls
    >viele.

    Vollkommene Zustimmung. DAS wollte ich ausdrücken, als ich an anderer Stelle schrieb, man solle man versuchen, ein Bild von Cavael oder Hartung abzumalen, oder wenigsten in dessen Stil zu malen.

    >Ich bin für jeder Diskussion zu haben was
    >nun gut/interessant ist und akzeptiere so
    >ziemlich jede Meinung und auch harte
    >Kritik an meinen Bildern. Aber das Kunst
    >GANZ ohne Qualitätsbegriff auskommt, das
    >geht für mich nicht.

    JETZT sind wir an dem Punkt, der schon mal einen eigenen Thread von mir hatte, und der oft wiederkommt: WAS SIND DIESE QUALITÄTSMERKMALE? JETZT wird es spannend. (Zur Erinnerung: Meine Theorie, die ich damals in dem anderen Thread lieferte war in etwa so: Begabung, Ideen und handwerkliches Können, Können, Können, Können. Ich schätze, daß 80% Können ca. 20% Begabung und Ideen gegenüberstehen. Zumindest am Anfang. Im Laufe einer künstlerischen Entwicklung ändert sich das sicher. Aber an dessen Ende sind wohl die wenigstens in diesem Forum angelangt. Wobei ich durchaus Künstler kenne, die wenig handwerkliches Können haben, aber so viel Intuition und Neugier, daß das Können nicht weiter in die Wagschale fällt. Ich gehöre (leider?) nicht zu diesen Begnadeten).

    Viele Grüße

    Peter
  • reteP
    Nur ganz kurz, ich habe irgendwie für heute mein Pulver verschossen. Aber noch ein Wort zu Don_Dada:

    >allerdings sehe ich es auch so, das man
    >mal über formale dinge sprechen kann ohne
    >das es gleich affektiert wird.

    Ja, klar, Das war vielleicht etwas zu hart ausgedrückt. Ich bevorzuge auch den Mittelweg ;-)

    > allerdings möchte ich auch die freiheit
    > haben einfuch nur zusagen: BAOAAAAH
    > eYYY. Voll geiles Bild.

    Ge-nau!!!

    >Aber was ich meine ist, wenn jemand einen
    >gewissen Anspruch an etwas hat, sollte
    >er auch wissen was er tut, sonst verkommt
    >es schnell zum leeren formalismus.

    Stimmt! Genauso wenig kann ich Leute ernst nehmen, die von sich behaupten, sie malen informel, aber bei den Namen Cavael, Wols, Hartung, Schulze oder Götz mit den Achsel zucken: "Nie gehört..." ;-)

    Schönen Gruss

    Peter
  • relttaSareV
    Ich habe für mich so eure interessanten Gedanken zusammengefasst, dass diejenige Kritik nützlich und konstruktiv sein kann, die von künstlerischer Erfahrung, kunsthistorischen Kenntnissen und vom Können des Kritisierenden selbst kommt, und nicht von Geschmackssunterschieden. Denn im ersten Fall lernt man tatsächlich dazu. Toleranz ist in beiden Fällen gefragt, das stimmt. Ich danke euch allen!

    Vera
  • reteP
    Oh, nein, liebe Vera, MICH darfst Du da nicht drunter "zusammenfassen". Ich schrieb mehrfach, daß es FÜR MICH zwei Arten Kritik gibt: eine "kunstwissenschaftliche" und dann die "andere", die ich meistens selbst anwende, nämlich die "Begeisterungskritik" (so will ich es mal nennen!). Ich höre ein "Das gefällt mir!" für meine Werke lieber als langwieriges Gerede.

    Liebe Grüsse aus Neuss

    Peter
  • relttaSareV
    Das "Zusammengefasste", lieber Peter, könnte ich persönlich auch selbst gar nicht realisieren, weil ich zu keiner Gruppe gehören könnte, und weil ich es auch nicht könnte, meine echte Begeisterung zu unterdrücken, und weil ich es aber auch kaum geschafft hätte, jemandessen Werke "vernichtend" zu kritisieren, so schlecht sie auch gewesen wären (ich schließe krasse Sachen wie Obszönes oder Beleidigendes an Bildern aus).

    Das ist eben eine sehr delikate und schwierige Angelegenheit. Aber ich glaube, wenn ich nicht kunstwissenschaftlich exakt, aber dafür ehrlich und nicht gleichgültig reagiere, tue ich schon eher Richtiges. Leider (vielleicht auch nicht) habe ich nicht den Mut, in Fällen, wo mir nichts am Werk zusagt, dies zu schreiben oder entsprechend zu bewerten. Und so lasse ich es ohne Kommentar und Note. Aber so machen es mehrere, wie man sieht.

    Und wie bereits schon gesagt - man lernt viel Menschliches, Kunsttechnisches und Allgemeines in dieser Galerie - das macht die allgemeine gute Atmosphäre. Darüber freue ich mich sehr!

    Gruß!
    Vera
  • elleP
    Peter,

    >Was also ist "dekorativ" für Dich, denn Deine Defintion ist nicht so stabil, finde ich.

    Leg es nicht auf die Goldwaage. Rothko ist AUCH dekorativ. Ikea Bettwäsche ist NUR dekorativ (wärmt aber!) Ich werde ja nur misstrauisch wenn das Überhand nimmt.

    >Wenn Du mit "dekorativ" Windowcolor etc meinst, so interessiert mich das auch nicht. Obwohl ich zähneknirschend gestehen muß, daß meine Frau so etwas in die Küche an die Kacheln geklebt hat *heul*...

    Don hat noch Kamillentee!

    >Auch hier gebe ich Dir Recht, aber subjektiv. Mein Kunstbegriff z.B. ist stark von den Japanern geprägt[...]

    Ja, sowas finde ich interessant! Das meinte ich. Ich wollte keine akademischen Interpretationen, ich wollte darüber reden, was Künstler eigentlich bewegt.

    >Ich denke, zumindest bei Pollock ist das eines der Legenden. Soviel ich weiß, konnte seine Frau die Erfolglosigkeit ihres Mannes nicht mehr mit ansehen, und SIE hatte vermutlich die Idee zu diesem Dripping.

    Naja, die Story kenne ich von Einstein auch etc... Sehen Krasners Bilder so aus, als hätte sie das Dripping erfunden? Eher waren es Außerirdische :) Naja war nur ein Beispiel.

    >WAS SIND DIESE QUALITÄTSMERKMALE?

    Tja, das muss man sich wohl immer neu überlegen, bei jedem Bild! Aber es hilft, wenn jemand wirklich ein Thema hat und es kompromisslos verfolgt. Wenn man einfach sagt: Hey, ein paar Farben aus der Tube, schmier schmier, egal wie, dann ist die Wahrscheinlichkeit(!) hoch, dass ein in abstrakter Malerei bewanderter Mensch (muss selbst nicht malen können) sagen wird: Hm, sieht aus wie von einem, der einfach ein bisschen rumgeschmiert hat :)
  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    Pelle: du willst über subjektives sprechen, über das was menschen/künstler wirklich bewegt? nich nur über akademische standpunkte oder formalien? ich denke, das könnte ev. den umfang dieses forums sprengen, obwohl dafür durchaus zu haben wäre und ich das in meinen augen absolut begrüßenswert fände. aber dafür gibt es ja in meine augen auch das galerie forum. das muß man nicht unbedingt in den kommentaren abhandeln. wie fändest du es, wenn du eien anfang machst und uns mal deinen kunstentwurf vorstellst? dann brauchen wir nicht mehr auf der ebene theoretisieren, sondern haben etwas konkretes über das wir reden können. das bräuchte ja nicht in`s kleinste ausgearbeitet sein, halt nur mal so deine itntesion und alles was lose damit zusamenhängt. watt weiß. eben watt dich bewegt.
    fördert auch allgemein das verständnis für deien werke abseits der dekoration.
    *duck und weg*
    Signatur
  • reteP
    Guten Morgen, Pelle,

    >Rothko ist AUCH dekorativ. Ikea
    >Bettwäsche ist NUR dekorativ (wärmt
    >aber!)

    Das knallte mir Morgenmuffel doch tatsächlich ein Grinsen aufs Gesicht :-)

    >>Auch hier gebe ich Dir Recht, aber
    >>subjektiv. Mein Kunstbegriff z.B. ist
    >>stark von den Japanern geprägt[...]

    >Ja, sowas finde ich interessant! Das
    >meinte ich. Ich wollte keine akademischen
    >Interpretationen, ich wollte darüber
    >reden, was Künstler eigentlich bewegt.

    OK, das habe ich dann wirklich mißverstanden. Und in der Tat, darüber wird zu wenig geredet, wobei ich aber auch sagen muß, daß es viele Künstler gibt, die diese "Bewegung" nicht haben. Sie malen rein intuitiv, wobei aber auch das etwas sein kann, was sie bewegt... (fällt mir gerade ein).

    >>Ich denke, zumindest bei Pollock ist das
    >>eines der Legenden. Soviel ich weiß,
    >>konnte seine Frau die Erfolglosigkeit
    >>ihres Mannes nicht mehr mit ansehen, und
    >>SIE hatte vermutlich die Idee zu diesem
    >>Dripping.

    >Naja, die Story kenne ich von Einstein
    >auch etc... Sehen Krasners Bilder so aus,
    >als hätte sie das Dripping erfunden?

    Natürlich nicht, aber das ist kein Gegenargument, oder? *grins* Ich las das zuletzt in einem Buch über die FRAUEN des Abstrakten Expressionismus, und fand das einen Gedanken wert.

    >>WAS SIND DIESE QUALITÄTSMERKMALE?

    >Tja, das muss man sich wohl immer neu
    >überlegen, bei jedem Bild!

    OK. Dann gibt es allerdings keine "objektiven" Qualitätsmerkmale, oder?

    >Aber es hilft, wenn jemand wirklich ein
    >Thema hat und es kompromisslos verfolgt.

    Das ist richtig und schön. ABer ist das wirklich "notwendig". Das ist keine provozierende Frage. Ich weiß es wirklich nicht.

    >Wenn man einfach sagt: Hey, ein paar
    >Farben aus der Tube, schmier schmier,
    >egal wie, dann ist die Wahrscheinlichkeit
    >(!) hoch, dass ein in abstrakter Malerei
    >bewanderter Mensch (muss selbst nicht
    >malen können) sagen wird: Hm, sieht aus
    >wie von einem, der einfach ein bisschen
    >rumgeschmiert hat

    Ohne Frage richtig! Und solche Maler sind es dann auch, die in der Bevölkerung das 100 Jahre alte Vorurteil in die Worte fassen lassen "Watt is'n daran Kunscht?"

    Schönen Tag und guten Morgen

    Peter
  • elleP
    @ Don: Nein so war das nicht gemeint. Ich wollte nur, dass man in den Kommentaren einfach ab und zu(!) auch mal mehr als "schön" oder "doof" schreibt. Grundsätzliche künstlerische Einstellung oder sowas eher nicht. Was soll das bringen. Aber mal ein paar Worte zu einzelnen Bild, das meinte ich. Wenn einem was einfällz. Ich habe auch nichts gegen einen einzelnen Staz oder "boah geil" wenn man es nicht näher beschreiben kann oder will.

    @ Peter:
    >OK. Dann gibt es allerdings keine "objektiven" Qualitätsmerkmale, oder?

    Keine Ahnung, aber das ist sicher schwierig. Im Einzelfall ist sicher alles möglich. Aber es gibt halt z.B. bei Ebay Malerei gewisse Grundstrukturen, die man untersuchen könnte (will ich aber nicht). Im Einzelfall hat ja evtl. ein bestimmter Betrachter auch bestimmte Gründe, warum ER das Bild gut findet. Ich denke man kann über alles reden und andere Standpunkte akzeptieren, aber einfach alles toll finden finde ich persönlich etwas öde. Auch für mich. Ich habe auch schon gelegentlich einen reingewürgt bekommen "KANNST du keine anderen Farben??", aber ich finde das ok, tatsächlich stellte sich heraus, dass ich mit Blau aufm Kriegsfuß stehe. Ist ja auch gut zu wissen :)


    Ich fand auch cocteaus Posting interessant... zuviel in der Materie drinszustecken und dann mit den eigenen Bildern nicht mehr klarkommen, das fand ich fast erschreckend. Ist wohl besser, man hält sich aus dem Markt raus...
  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    @Pelle: gut das mit dem ab und zu habe ich kapiert, seh ich genauso. Allerdings fände ich es nicht schlecht, wenn man von einzelnen teilnhmern(jene die Lust dazu haben), etwas mehr über ihren standpunkt erfährt. was das bringen soll ist ne andere frage, für mich wäre das halt nur spannend. Ansonsten ist es ja so, das ich mit der richtigen argumentationskette im grunde genommen alles gut oder schlecht reden kann. wenn ich aber weiß, X verfolgt ansatz Y dann kann versuchen X nach kriterien aus Y zu bewerten. Ist mir aber auch nicht ganz so wichtig, war nur als anregung gedacht.
    Signatur
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