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  • Seelenlose Simulation oder Stimulation der Kreativität?

  • marcdebont
  • uhsuy
    hallo dada...

    nein, nicht abmalen. habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt oder einfach zu knapp gefasst. ich sage nicht er soll seine digitalen werke kopieren wenn er kann, ich meine er sollte seine kreativität in airbrush ausleben... wenn er die technik so beherrschen würde, dass er motive wie er sie am pc zustande bringt auf die fläche brächte...denn das wäre stark. natürlich ist es stark und gut was er am pc schafft...ohne zweifel! und jeder nach seinem gusto, da hast du sicher auch recht...
    trotzdem hat digitale kunst insbesondere dann, wenn sie anolog erreichbare ergebnisse assoziieren lässt, oft ein etwas negatives image...weil der betrachter, in dem moment in dem er bei digital erstellten bildern an analoge techniken erinnert ist, den jeweiligen künstler bezüglich seiner analogen fähigkeiten in frage stellt...

    sich digital auszudrücken ist natürlich möglich und oft beeindruckend...es ist aber ein neues medium und sollte, da schließe ich mich den vorrednern an, auch so genutzt werden. also nicht zur simulation analoger techniken...

    gruß

    yushu
  • Lars Gellersen
    Lars Gellersen
    Hallo yushu!

    Interessant finde ich folgende Passage, weil man sie, wenn man digital Bilder malt/zeichnet, nur allzu oft zu hören bekommt:

    und da liegt ein großes problem digitaler kunst...natürlich erfordert sie großes können.
    am computer. aber ich glaube vielen digitalkünstlern mit recht unterstellen zu können, das sie die analoge version nicht zustande bringen würden...


    Gerade das ist meiner Ansicht nach gerade KEIN Problem digitaler Kunst, sondern ein Vorteil! Natürlich könnte ich all die Techniken, die ich auf meinen Bildern anwende nie und nimmer analog reproduzieren, aber wo liegt da das Problem??? Das Wesentliche ist doch, daß ich die Ideen aus meinem Kopf so gut wie möglich in ein Bild umsetzen kann, welchen Weg ich dabei gehe, ist doch egal und wenn ich ein Bild vielleicht auf analogem Weg nie so hätte herstellen können, umso besser, daß es die Digitalkusnt gibt, denn sonst wäre das Werk nie entstanden! Natürlich gibt es gewisse Ideen die sich nur analog ausführen lassen, weil eben diese Kompositionen im wesentlichen auf Dreidimensionalität, Haptik usw. beruhen und es (mit heutigen technischen Mitteln nicht möglich ist, diese digital herzustellen), aber genauso gibt es ja sehr viele Bildideen, deren Schwerpunkt ganz überwiegend auf den rein kompositorischen Aspekten liegt und bei diesen Bildern macht es in der qualitativen Bewertung für mich überhaupt keinen Unterschied, ob der Künstlers dies analog oder digital erreicht hat

    Man hört oft daß Argument, daß es digital ja "viel schneller" gehe und "weniger Arbeit" mache (was so pauschal übrigens nicht einmal stimmt...), aber ich will ja gerne zugeben, daß es sicherlich bei manchen Werken gewaltige Verkürzungen in der Bearbeitungszeit gibt, wenn man digital statt analog vorgeht. Aber auch hier frage ich: Wo ist das Problem??? Für mich muß Kunst nicht lange dauern oder "Arbeit machen", um gut zu sein, was nicht heißen soll, daß man sich keine Mühe zu geben braucht, es gibt nur oft unterschiedliche Wege zu ein und dem selben Ziel und wenn ein Künstler mehr Freude am längeren Weg hat, ist das künstlerisch genauso zu respektieren und gutzuheißen, wie wenn jemand den kürzeren Weg wählt und daran mehr Spaß hat. Es würde doch auch niemand auf die Idee kommen, es als ein "Problem" zu bezeichnen, daß Layouter heute moderne DTP-Systeme einsetzen, anstatt ihre Publikationen in Bleilettern zu setzen und sich damit viel "Arbeit" und Zeit ersparen und die tradionellen Satzmethoden nicht mehr beherrschen, oder? Eine gelungene Komposition bleibt eine gelungen Komposition, egal mit welchen Mitteln sie umgesetzt wird, es sei denn - wie bereits oben erwähnt - die Wahl der verwendeten Mittel ist ein wesentlicher Bestandteil der Kompostion selbst.

    Gerade das ist ja das Schöne an der Kunst, daß es (fast) keine Regelementierungen gibt, wie man sein Ziel erreicht... Oder einfacher: Jeder nach seiner Fasson.

    Gruß

    Lars
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  • Lars Gellersen
    Lars Gellersen
    Hallo brooklyn,

    finde die Idee mit dem "Screendesign" wirklich prima, da ließen sich sicher ein paar interessante Installation unter dem Thema "analog meets digital" oder so konzipieren...
    :wink:

    Gruß

    Lars
  • Sabine Minten
    Sabine Minten
    Bogus:
    Mit digital hätte das ja erstmal weniger zu tun - es sei denn, Du würdest digitale Bilder auf "analog" (?hä??) bemalten bzw. gestalteten PC-Monitorgehäusen einblenden. Liesse sich aber auch machen :-)
    Signatur
  • Lars Gellersen
    Lars Gellersen
    @brooklyn: Ja, so hatte ich das gemeint, also "analog" bemalte und künstlerisch umgestaltete Monitore und darauf dann digitale Bilder, Animationen etc. als Installation.
  • Olaf Plantener
    Olaf Plantener
    Ich finde es ganz schön arrogant zu sagen,nur wer mit analoge Farbe malt ist ein richtiger Künstler.

    Und was ergibt es für einen Sinn einen analogen Künstler mit einen digitalen Künstler zu vergleichen ?

    Warum dieser Wettstreit ? Ich bin ein echter Künstler du am PC muss erst malen lernen.

    Der Anfang der Malerei war die Höhlenmalerei, sind jetzt echte Kunstwerke nur diese die auf Stein mit Blut oder Holzkohle gemalt sind ?

    Art ist Fun
  • reteP
    Hallo, Olie,

    es hat NIEMAND gesagt, daß digitale Künstler keine Künstler seien. Könnt Ihr eigentlich nicht lesen? Es war ein DIGITALER Künstler, der in einem Beitrag meinte, Pinsel, Leinwand und so ein "Zeug" seien quasi überflüssig geworden. Er behauptete, Pastöse Malweise, Pinselstrich etc. seien etwas, das durch die digitale Kunst überflüssig geworden ist. Ich habe NUR darauf verwiesen, daß man das eine nicht mit dem anderen vermengen soll, weil das zwei VERSCHIEDENE Mittel sind, sich auszudrücken. Was bitte schön ist daran arrogant?

    Schönen Gruss

    Peter
  • Sabine Minten
    Sabine Minten
    Ist das eigentlich jetzt eine neue Wortschöpfung - ein "analoger" Künstler, eine "analoge" Farbe - oder ist mir etwas entgangen? Ich kannte bisher nur Analoguhren...

    Gibt´s auch digitale Bildhauer? Ist Stein analog?

    Fragen über Fragen *g
    Signatur
  • marcdebont
    marcdebont
    analog - digital - sch... egal
  • deiwuenxtra Entschuldigung !
    @peter:
    Ich habe folgendes dazu noch zu sagen:
    Diesen Satz: "Dieses ganze Gerede jetzt mal bösartig von echter Farbe und echtem Pinsel was soll das?", hätte ich wirklich hier nicht schreiben sollen und ich wollte damit auch keine traditionelle Kunst abkanzeln. Ich mag dazu viel zu gerne selbst viele traditionell erstellte Werke und auch auch in der Galerie. Es ist mir wohl so rausgerutscht, weil ich diese Trennung nicht so verstehe bzw manchmal glaubte so einen Unterton zu hören, vielleicht hatte sich da aber auch etwas in mir angesammelt. Es ist es ja gut wenn hier darüber diskutiert wird und deswg bedauere ich meinen Satz besonders. Falls Du Dich auf was anderes bezogen hast wäre ich auch froh von Dir zu wissen worum es ging.
    Sorry dass meine Antwort solange gebraucht hat-ich musste mir da selbst richtig drüber klar werden.
    Danke falls Du es akzeptierst und Gruss Kay
  • reteP
    Hallo, Kay,

    ja, es war dieser Satz, der mich geärgert hat. Ich glaube, hier im Forum (zumindest bei denen, die sich aktiv beteiligen, die anderen "kenne" ich ja nicht) ist niemand, der digitale Kunst ablehnt, das wäre ja auch dumm, da es IMMER neue Medien gab: Als in den 50er Jahren Acrylfarbe aufkam, schrien die Öl-Malenden Zeter und Mordio, als die Fotografie aufkam, gerieten viele Maler sogar in Panik, weil sie das als Gossenkunst ansahen. Aber ich möchte halt als Künstler, der vor allem mit "traditionellen" Materialien arbeitet, nicht diskreditiert werden. Aber das hast Du klargestellt, dafür danke ich Dir und somit ist die Sache zwischen uns erledigt. Aber das Thema sollte ruhig weitergehen ;-)

    Viele Grüße

    Peter
  • iracsa
    Ich denke auch, klar ist, dass beides "analog" und "digital" Kunst sein kann. (Ich finde "physisch" besser als "analog", da es hier um Materie in welcher Form auch immer geht.) Der Rest ist wohl im wesentlichen Geschmackssache. Auf jeden Fall finde ich auch, digital Kunst sollten nicht versuchen, "physische" Kunst zu simulieren. Das funktioniert nicht. Materie ist mehr als nur Information (RBG Pixel oder was auch immer). (So wie eine gesampelte Klarinette auch meiner Meinung nach bestenfalls eine praktische Sache, aber nie wirklich ein gleichwertiger Ersatz für eine echt eingespielte ist). Aber es gibt ja genug Raum für neue Wege für digitale Kunst (darstellend Kunst und Musik). Aber weil es mit einfachsten Mitteln möglich ist, mit Photoshop (et al.) wirklich interessante Effekt zu erziehlen, sollte hier der Anspruch auch entsprechen hoch sein. Wenn man erstmal selber ein digitales Bild durch die verschiedenen Filter geschickt hat (was Spaß macht) und eine Weile damit "rumgespielt" hat, dann läßt man sich weit weniger schnell durch verfremdete Bilder beeindrucken, auch wenn diese wirklich gut aussehen. Digitale Kunst sollte die Möglichkeiten des Mediums auch ausnützen, um wirklich was Neues zu liefern. (Interessantes Thema)
  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    ich möchte dazu auch nochmal meinen senf ablassen: Ich finde dem ganzen digitalen haftet schnell was vom roscghardtest an, wie gestern im chat bemerkt wurde, etwas sehr beliebiges. das gilt jetzt nicht für arbeiten, wie marc sie erstellt. da denen ja eine ganz andere konzeption zugrunde liegt. Ich spreche in diesem zudsammenhang von den üblichen PS arbeiten. Aber das ist wahrscheinlich auch ehr ne frage von gegensgandloser fleckemalerei. auf jedenfall an sich nach wie vor ein spannendes thema.
    Signatur
  • lisa
    lisa
    Guten Morgen zusammen,

    gebe mal meine Gedanken zum besten:
    Beides hat sehr wohl seine Berechtigung, und in beiden Kategorien gibt es Meisterliches. Vergleichen kann man nicht, finde ich. In der Literatur vergleiche ich auch nicht Fantasyromane mit Städtebeschreibungen, oder Klassiker mit Krimis, was weiß ich. Aber jedes Buch für sich kann doch wundervoll sein.
    Jeder muß wohl selbst sehen, was ihm liegt, ihm Spaß macht. Ich habe in den letzten Tagen ein bißchen mit digitalen Bildern "gespielt" und gemerkt, daß es mir sehr hilfreich sein kann, um Skizzen zu machen. Ich kann herumstudieren und ändern, solange ich will, bis ich sagen kann, ja, so gefällt es mir. In dieser Anordnung oder Farbe oder .. möchte ich es malen.
    Das macht mir zur Zeit Spaß, aber viel mehr Spaß macht es mir, reale Pinsel auf reales Papier zu setzen, und einfach zu entdecken, was dabei herauskommt.
    Mich wirklich ganz und gar auf die Geschichte digital einlassen, und hier versuchen, Kunst entstehen zu lassen, wäre nicht mein Ding. Das wäre mir auf Dauer zu steril.
    Vielleicht habe ich aber auch nur schon die Grenze überschritten, wo ich mehr vergangenheits- als zukunftsorientiert bin.
    In diesem Sinne
    Lisa
    Signatur
  • Olaf Plantener
    Olaf Plantener
    Es gibt Computerprogramme die reale 3D-Objekte entstehen lassen können. Die Computer werden für kompliezierte Formen im Maschienenbau eingesetzt.
  • stanko
    stanko
    Ich habe mit nein gestimmg, da es meine Erfahrung ist, daß es bei digitaler Kunst zu viele Parameter gibt, die man nicht vereinheitlichen kann:

    PC:
    Monitor:
    Farbkalibrierung:
    Drucker:
    Kalibrierung:
    Öffentliche Darstellung:
    Beamer:

    etc.
    zu viel, um den Beobachtern die Wahrnehmung zu gleichen Konditionen anzubieten...

    lg stanko
    Signatur
  • iracsa
    Hmm, dabei ist die Frage was genau ist ein digitale Kunstwerk. Nur die reine Information (von mir aus noch ein File auf der Festplatte). Sind Monitor / Beamer / Lautsprechen ect. bei einer Installation Teil eines digitalen Werks, oder nur das Hilfsmittel, dass die digitale Information analog umwandelt, und damit für die "analogen" Sinne des Menschen "aufbereitet". Davon mal abgesehen Ich hab ich schon digitale Kunst gesehen und gehört (ich hab viel länger mit Musik zu tun, als mit darstellender Kunst), die auf mich eine extrem tiefe Wirkung gehabt hat. Gerade Gefühle wie Melancholie, Einsamkeit, Entfremdung hab ich digital schon *sehr* eindrucksvoll umgesetz gesehen Seelenlos? Auf keinen Fall!
  • Bernhard
    Hallo,

    auch mich interessiert ganz allgemein die Frage, was digitale Kunst nun eigentlich ist. Bis jetzt ging es hier immer um Malerei und Artverwandtes. Was ist eigentlich mit kreativem Layout-Design ? Ich meine damit eine Kombination von guter Typografie und Grafik-Design zu einem gelungenen und überzeugenden Ganzen. Mir macht dieser Bereich großen Spass, ich bin allerdings erst über das Gestalten am Bildschirm richtig auf den Geschmack gekommen - obwohl ich früher auch gern mit Papier, Farben, handgezeichneten Grafiken, Schreibmaschine, Schere und Klebstoff gearbeitet habe. Aber da gibt es ja sehr früh Grenzen, insbesondere, wenn man sich anguckt, was heute so der Standard-Level ist. Schließlich kann ich mir kein Repro-Studio, keine Setzkästen mit diversen Schriften und -schnitten und noch viel weniger eine Vierfarb-Druckmaschine leisten.

    Dennoch bleiben für mich die "klassischen" Orientierungshilfen für gelungenes Design incl. Typografie wichtig und motivierend, auch hier geht es mir um etwas, das ich "das Handwerkliche" nenne. Könnte ich auf die klassische Art und Weise an diese Werke herangehen, würde sich das Ergebnis nicht von dem unterscheiden, was (in meinem Fall) erst durch das Arbeiten am Bildschirm möglich wird. Daher meine ich, dass ich weniger kopiere als eher moderneres Werkzeug benutze. Was meint Ihr ?

    Ich lasse die entsprechenden Programme nichts Inhaltliches machen, ich verabscheue jegliche Programm-Assistenten und vorgefertigten Entwürfe. Natürlich schreibe ich meine Texte selber, verwende eigene Grafiken bzw. Fotos und lasse nichts ausführen oder verändern, verwende aber mit Vorliebe unterschiedlicheste Schriften und die Programm-Werkzeuge wie z.B. Setzformen, Spaltenumbruch, Sibentrennung etc.

    Dies alles hat nachweislich meine Kreativität stimuliert. Ist das jetzt digitale Kunst oder ein Zwischending, oder was ?

    Viele Grüße
    Bernhard
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