KunstNet nutzt Cookies. Details.
  • Kunst und Tabus...

  • niarbciledehcysP Kunst & Tabus...
    Wo setzt ihr die Geschmacksgrenze, wenn das Motiv oder die angewandten Technik tabus bricht.
    Z.B. Kunst mit Leichen, Inzest-Szenen oder dergleichen. Dürfen Künstler schockieren und wenn ja: Wie weit dürfen sie gehen?
  • Nutak
    Also ich bin der Meinung, dass es bei der Kunst keine Tabus geben sollte. Das Motiv, bzw. die gezeichnete Situation ist doch einfach nur Mittel zum Zweck. Und warum sollte man mit Kunst nicht auch schockieren können? Siehe Werbekampagnen von Benneton!

    :)

    Gruß

    Nutak
  • niarbciledehcysP
    Ist dann ein Mörder ein Künstler, wenn er aus seinem Opfer ein Kunstwerk schafft das eine Aussage hat?
  • Jetzt bei Amazon günstig Kunstbedarf kaufen.- Werbpartner -
  • Nutak
    Gutes Argument. Es wäre Ausdruck absoluter Perversion. Sicher würde niemand ihn als Künstler bezeichnen wollen, aber bei der bloßen Betrachtung des Akts des Erschaffens eines ("Kunst"-)Werkes, müßte man ihn als (Perversions-)Künstler bezeichnen.
  • niarbciledehcysP
    Daß das Mittel Ausdruck absoluter Perversion ist, da gebe ich dir natürlich recht. Aber das Motiv könnte vielfältig sein, wenn du kalt darüber nachdenkst.
    Beispiel 1:
    Der Mörder ("Künstler") wurde oft wegen seines Aussehens gehänselt und hatte nie Geschlechtsverkehr mit einer Frau.
    Sein Opfer ist eine Frau deren Gesicht er aufs gröbste entstellt. Dann wäre es ein Ausdruck seines erfahrenen Schmerzes. (ok, ein wackeliges Beispiel... neuer Versuch)
    Beispiel 2:
    Der Mörder ("Künstler") ist alleinerziehender Vater (Frau an natürlichem Tod gestorben ;)) und lebt alleine mit seiner Tochter. Diese Tochter wird von einem Dealer abhängig gemacht und stirbt durch weiteren Konsum. Der Vater bekommt raus welcher Dealer dafür verantwortlich war, rastet aus und tötet den Kerl. Und zwar in dem er seinen Körper mit unzähligen Spritzen spickt (nehmen wir einfach an der Vater ist Arzt und hat Zugang zu so vielen Spritzen). Sein Opfer stellt er nun mitten am Bahnhof aus.

    Mir fallen bestimmt noch ein paar ein, aber erstmal bin ich gespannt wie die Antwort ausfällt.  ;)
  • 1znurGam
    Ja Stark. Total krank.
    Natürlich muss Kunst einen ethischen Boden haben. Gewaltverherrlichung, Faschismus, Sexuelle Demütigung,... sind einfach nicht die richtigen Mittel, um sich auf Kosten der Gefühle anderer als Künstler zu profilieren. Ich möchte die Schmerzgrenze nicht zu früh ziehen. Grenzüberschreitung kann schon mal heuristischen Wert besitzen.

    Mord = Kunst kann aber wohl kaum eine ernstgemeinte Formel sein. Wenngleich sich schon mancher Mörder als Künstler gefühlt hat. Größenphantasien sind bei Psychopathen keine Seltenheit.
    Doch deine Konzepte, solange sie Konzepte bleiben, brechen durchaus ein Tabu... Eine reizvolle Provokation und eine gute Idee für eine Romanvorlage...

    Vielleicht eröffnest du ein Forum, in welches du das erste Kapitel eines Romanes schreibst ( fasse dich aber bitte kurz) Ich würde dann das zweite schreiben, irgendwer das dritte ...

    Margritte hat übrigens Lustmorde gemalt - allerdings ziemlich schlechte...
    P.S.: Nicht alles was als Kunst anerkannt ist, hat Geschmack (Nitsch, Bellmer, von Hagens Leichenausstellung, ...)
  • tforCaraL
    perversionen darzustellen, hat in meinen augen nix mit kunZt zu tun !

    ich unterstelle diesen "künstlern" , dass sie mit solchen bildern (aktionen) oder was auch immer, auf sich aufmerksam machen wollen , anders gelingt es ihnen nicht...

    schmerz...angst...wut ..trauer lassen sich auch gekonnter darstellen

    denn kunZt kommt von können...nee  ;)

    der rest soll zum psychiater  >:(
  • Kunst kennt keine Grenzen. Keine Tabus.

    Das darstellen einer Perversion finde ich überaus kunstvoll, und zwar sehr.
    Man spürt den Schmerz, man fühlt die Demütigung und Angst, wie auch in vielen Bildern, bsp. Munch.
  • adreG
    ??? Ich denke Kunst braucht keine Tabu`s solange die Menchenwürde nicht verletzt wird !!!!!!!!!!!!
    wer braucht Inzest  ?? die`s erlebt haben schon mal gar nicht , da kann von Kunst auch keine Rede mehr sein , ok Wut und Zorn kann man auch anders zu Papier bringen , man muß ja nicht gleich ins Detail gehen , oder nicht an die Öffentlichkeit !!! >:(
  • nomeaL
    @Gerda
    Ich stimme Dir vollkommen zu, dass die Menschenwürde nicht verletzt werden darf. Kein einziger Mensch darf aufgrund künstlerischer Auswüchse zu schaden kommen, kein einziges Haar gekrümmt werden.
    Allerdings wiederspreche ich, dass man damit nicht an die Öffentlichkeit gehen soll. Meineserachtens ist es oftmals zwingend notwendig auch mit Tabuthemen, wie z.B. Vergewaltigung oder Mord an die Öffentlichkeit zu gehen. Wie sonst könnte man es schaffen die Öffentlichkeit wachzurütteln und zum Denken anzuregen. Provokation hilft nicht zu verdrängen und zu vergessen.
    Voraussetzung: keiner darf reell psychisch oder physisch zu Schaden kommen.
    Und wie man das gewählte Thema umsetzt muß dem Künstler überlassen sein, ansonsten könnte man gleich von Zensur sprechen. Wenn er oder sie es für nötig hält ins Detail zu gehen, dann muß er oder sie es eben so umsetzen um es für sich verarbeiten zu können.
    Wenn ich z.B. an ein Bild von Max Beckmann denke, eine Kneipen- und Hurenszene (mir fällt leider nicht der Titel ein), dann wird mir auch direkt anders im Bauch.
    Und das ist gut so.
    Wenn man nur schöne Gefühle hat und nie schlechte, würde man dann wirklich leben? Ich empfände es eher als ein Farce...

    Gruß,
    Laemon
  • adreG
    @ Laemon  ! Meine Gedanken haben sich da überschlagen , ist nicht ganz so rübergekommen wie ich wollte , kriegs auch nicht anders hin . :-/
    Natürlich sollen die Leute wachgerüttelt werden  , aber die es treffen soll triffts ja nicht , es trifft wieder die Opfer , es sei denn sie malen es selbst dann machts wieder Sinn .
    Deshalb erwähne ich auch noch mal die HP von SURVIVORS-Art
    Ist jetzt nicht wirklich verständlicher ?  ???
    Gruß Gerda
  • nomeaL
    @Gerda
    Schwieriges Thema.
    Ich denke das ich verstanden habe, was Du meinst: das eben gerade die Personen, die solche Situationen als Opfer miterlebt haben durch solche Bilder immer weiter der psychischen Folter ausgesetzt sind; es sei denn sie verarbeiten es selbst mit den Mitteln der Kunst. Ungefähr richtig?
    Eine Lösung mit der wenigstens ich für mich zu 100% zufrieden wäre habe ich momentan auch nicht.
    Denn die mentale Stresssituation der Opfer beim Anblick extremer Bilder ist nicht von der Hand zu weisen, auf der anderen Seite darf man Tabuthemen aber auch nicht unter den Tisch kehren.
    Und so beißt sich die Katze in den eigenen Schwanz... ???

    Gruß,
    Laemon
  • adreG
    :D
    @   Laemon !!!
    Na , da bin ich froh das ich das doch noch verständlich rüber gebracht habe    :)
    Manchmal fehlem einem echt die Worte  !!
                   Gruß Gerda
  • tforCaraL
    @ Laemon  ! Meine Gedanken haben sich da überschlagen , ist nicht ganz so rübergekommen wie ich wollte , kriegs auch nicht anders hin . :-/
    Natürlich sollen die Leute wachgerüttelt werden  , aber die es treffen soll triffts ja nicht , es trifft wieder die Opfer , es sei denn sie malen es selbst dann machts wieder Sinn .
    Deshalb erwähne ich auch noch mal die HP von SURVIVORS-Art
    Ist jetzt nicht wirklich verständlicher ?  ???
    Gruß Gerda


    ...........also Gerda, ich verstehe voll was du meinst...sprichst mir aus der seele...besser hätte ichs auch nicht formulieren können...

    *schleim* ...aber meins wirklich so  ;)

    Grüsse von LaraCroft
  • enimlehcS
    :-/

    Darf ich meine Meinung als "nicht-Künstler" und mich selbst als normalen Menschen einschätzend äussern?

    Kunst zum Wachrütteln.... hm.. ja, bis zu einem gewissen Grad.

    Aber wen soll das wachrütteln?
    Leute, die sich von Inzest, Vergewaltigung, Mord etc abgestossen fühlen muss man nicht wachrütteln, angesprochen werden doch nur die, die sich dran aufgeilen (verzeiht bitte den Ausdruck hier, aber ist doch wahr...  :'()

    Hm.. versuche mich mal klarer Auszudrücken:

    Wenn ihr ein Kunstwerk seht, das sich z.B. mit sexuellem Missbrauch an Kindern beschäftigt, würdet IHR euch das ins Schlafzimmer hängen???

    also ich jedenfalls nicht, egal wie gut es ist.

    Ich denke eher, von extremen Darstellungen und Tabus fühlen sich die angesprochen, die dergleichen brechen und vielleicht sogar noch animiert.

    Ich finds bedenklich....

    Schelmine
  • akliM
    Ich denke, Schockieren und Tabus brechen gehört unbedingt mit in die Kunst (wer es will und KANN). Für mich persönlich ist nur wichtig, dass weder die Würde des Menschen, noch die Würde des Tieres verletzt wird.
    Ausserdem ist doch irgendwie ein Unterschied, ob wir nur irgendwelche Phantasien haben, oder Kunst machen, gell? Und wenn nicht immer wieder wachgerüttelt werden müsste (in welchem und durch welchen Bereich auch immer), hätten wir doch sicher bei aller Aufgeklärtheit schon eine bessere Welt, oder?
    Und zuletzt: Ein Künstler, der ein Bild beginnt mit dem Gedanken, ob es in die Wohnungseinrichtung passt oder ob der eventuelle Käufer soviel Wahrheit ertragen kann..................hat definitiv verloren!
    Manchmal frage ich mich: unterschätzen wir den Kunstliebhaber oder überschätzt er uns.
  • Dagmar
    Hallo.
    Ich bin neu hier, und weiß noch gar nicht so genau wie das hier funktioniert und wo mein Text später landen wird.
    Also, ich bin gerade eine Semesterarbeit zu schreiben.Das Thema ist: Sexualität als Grenzfall in der Kunst.
    Wie ihr euch denken könnt geht es dabei auch um Tabus die aus gesellschaftlicher Sicht gebrochen werden. Was meint ihr? Wann werden Grenzen überschritten? und was ist der Unterschied zwischen Erotik, Sexualität und Pornographie im Kontext von Kunst?
    Kennt jemand Robert Mapplethorpe oder Cindy Sherman?
    Ich weiß, es sind ziemlich viele Fragen auf einmal, aber ich hoffe trotzdem auf Antwort.
    Liebe Grüße Dagmar
  • Annett Grundmann
    hallo zusammen :)

    kunst ist ja eigentlich eine sache für sich die nicht eindeutig bewertbar ist, keine grenzen kennt und keine schubladen haben sollte, jede kunst ist einmalig schön, es liegt nur im auge des betrachters. allerdings habe ich damit auch meine probleme was die gewaltdarstellung angeht, wenn dabei gefühle verletzt werden oder betroffene zum lustobjekt oder eben zur augenweide dargestellt werden. es muß einen ethischen rahmen haben den ein wahrer künstler freiwillig nicht sprengen würde. es gehört auch die liebe oder verliebtheit an der kunst dazu- das gefühl ein stück aus seinem inneren offen zulegen. sonst ists wohl in meinen augen keine kunst. alles andere dient der effekthascherrei. perversion ist rellativ und auch in der kunst gut denkbar, wenn niemand/ oder eine situation provokativ und eindeutig verhöhnt und beleidigt wird.
    liebe grüße annett
  • BregiT
    Hallo,

    wenn ich kurz meine Meinung zum Thema Kunst und Tabus von zwei Seiten (die der Photographin und die der Überlebenden) anbringen darf:

    In der Kunst darf man alles machen SOLANGE kein Lebewesen (Tier/Mensch) für die Kunst leiden oder gar sterben muß.
    Tabuthemen sollten und müssen, meiner Meinung nach, sogar in der Kunst verarbeitet werden (nicht zum übern Sofa hängen, aber für eine Ausstellung schon).
    Und die Frage, wen so ein "Kunstwerk" denn verletzt ist ganz einfach beantwortet:
    Den, der sich damit nicht auseinander setzen will!

    Und solange diese Werke nicht verkauft werden (weil man weiß ja nie was für ein Schwachmat sich sowas kauft), sondern in der Galerie als Ausstellungsstück bleibt, ist es m.E. vollkommen okay.
  • Robert Kalb
    Robert Kalb
    Wenn Kunst nur dadurch zur Kunst wird das sich Menschen aufregen, dann ist dieser Künstler sehr abhängig von den anderen und erschafft eigentlich nichts aus seinem Wesen heraus.

    Kunst ensteht aus dem inneren Kern des Menschen ohne zutun des anderen, den erst dann bin ich "ich" und nicht abhängig von der Beurteilung anderer.
    Signatur
  • Seite 1 von 2 [ 23 Beiträge ]

  • Anmelden um auf das Thema zu antworten oder eine Frage zu stellen.

Ähnliche Themen