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  • malerei - digital (klappe die 109te)

  • tsinogyloP_ehT
    Die erfahrung zeigt das bei den vielzahl an technischen möglichkeiten jeglich grundkompositorische gegebenheit vernachlässigt wird. Es wird gefilter, geschoben und geschmiert was das zeug hält.
    Die vielzahl an varinten die der rechner ein bietet, die undologie des rückwärtsgehen, stellt ein digitalartist von einem grundsätzlich menschliches problem. Nähmlich fast nicht mehr die möglickeit zu haben sich zu entscheiden - das was die persönlichkeit ausmachen muß nähmlich sich durch die entscheidung des nächsten schrittes selbst zu definieren. Wenn alles möglich ist, gibt es keine freiheit mehr.
    Jeder wird sagen: "Aber ich definiere mich doch durch alles was ich tue" Sicherlich, aber es ist künstlerisch gesehen die definition eines geringst möglichen widerstandes.
    Außerdem liegt es in der natur des menschen beherrschen zu wollen, seine terretorien aber auch seine werkzeuge. Vielleicht sind die analogen werkzeuge vollnds beherrschbar geworden ? Aber der computer ?
    Vielleicht hat auch der traditionell, analog ausgerichtete künstler genau diese hemnisse die ihn daran hindern den rechner für seine arbeiten zu nutzen. Weil er eben noch herr über das werkzeug sein will und nicht beherrscht werden will.
  • Herr Lehmann
    Herr Lehmann
    sehr schön gesagt herr polygonist
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  • musrednar
    polygonist, so wie ich deinen beitrag verstehe, bzw. auf diese art und weise kann ja auch der analog kreative von seinem werkzeug beherrscht werden. auch hier muss man schritte setzen, derer in ihrer auswahl es gar mächtig viele gibt und kann sie zur not wieder rückgängig machen (zwar nicht immer und nicht so schnell) ... oder missverstehe ich dich?
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  • cobolt
    cobolt
    ... letzlich dürfte das alles eine Frage der Entwicklung sein. In 20 Jahren, wenn die ganzen Kiddis - die heute ganz selbstverständlich mit dieser Technik aufwachsen - diese Art der Gestaltung weiter vorangetrieben haben, ist das Verständnis durch ein anderes Wissen ein völlig anderes. Und die Anerkennung auch. Das dürfte aber für ein paar Verzweifelte eindeutig zu spät kommen. Dafür gibts aber in der Geschichte ne Menge Beispiele :o)) Dieses Feld gehört auch eindeutig der jungen Generation.
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  • tsinogyloP_ehT
    ...junge generation ..im sinne von was ?
  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    ein ölbild kann durch seine machart, durch seine sinnlichkeit der materie, durch den hohen zeitaufwand der oft damit verbunden ist, einen bewußten kontrapunkt zu der beliebigkeit, der schnelligkeit, manipulierbarkeit und allgemeinen verfügbarkeit digitaler bilder setzen. und ölbilder haben den vorteil, dass sie erwiesenermaßen, bei berücksichtigung einger grundregeln, durchaus 600 jahre halten können. ob es in 100 jahren noch geräte gibt die jpgs anzeigen können oder cdrom noch daten enthalten, ist noch nicht raus. siehe dazu die aktuelle debatte um umatic und 40 jahre videokunst. das wäre natürlich ein etwas wertkonservativer standpunkt, hat aber eben einfach was mit wertschätzung und ernsthaftigkeit zu tun. andererseits kann man dies nicht grundsätzlich am medium festmachen, zb arbeiten sowohl die sherman, wie der wall durchaus mit digitaler bildmanipulation und es wird ja auch gerade ein diskurs um die digitale manipulierbarkeit der fotografie geführt.

    für den kreativen akt ist es wahrscheinlich zweitrangig in welchem medium er sich ausdrückt. wobei die wahl des mediums aber durchaus teil der künstlerischen aussage sein kann.
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  • cobolt
    cobolt
    Im Sinne des Durchschnittsalters. Ich glaube, dass bei der Digi-Art auch mit einer alten Kunst-Tradition gebrochen wird:
    Mit dem Anspruch, erst dann Anerkennung zu finden, wenn man sich soundsoviel Jahre mit der Materie beschäftigt hat. Jemand der technisch fit ist, kann diesen Schaffungsprozess mit Hilfe der Technik unglaublich beschleunigen. Big Banner ist doch mit Digi-Art überhaupt kein Problem, da rauft sich manch alter Traditioneller die Haare, wenn er sein halbes Leben lang daran gearbeitet hat, DA hinzukommen. In einer Zeit, wo die Optik alles ist, und die Frage WIE etwas entsteht immer nebensächlicher wird, solange es nur die gewünschte Resonanz bekommt, schwimmen den Traditionalisten zunehmend die Felle weg. Die Schriftsetzer waren auch überzeugt davon, dass die Technik ihnen den Job nicht streitig machen kann, da sie - nach wie vor - fehlerhaft ist. Und nun sind sie ausgestorben. Die Frage der Anerkennung ist meiner Meinung nach deshalb auch ein Konflikt der Generationen.
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  • tuhsediwhtuom
    hm...
    lässt man sich das endergebnis drucken(z.b. auf leinwand) kann es genauso lange haltbar sein wie ein ölbild
    und warum kann man als alter traditioneller nicht offen sein für neue möglichkeiten?
  • cobolt
    cobolt
    Man kann offen sein, aber es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Bezahl mal einen guten Kursus, wo dir wenigstens das kleine 1x1 der neuen Technik beigebracht wird. Das ist a. ne teure Angelegenheit und b. der Einstieg in einen Bereich, bei dem man aufgrund der rasanten Entwicklung ständig am Ball bleiben muss. Sonst verliert man irgendwann den Anschluss. Guter Wille alleine reicht da leider nicht aus. Auch ich bekomm damit zunehmend Probleme, weil man sich den neusten Stand gar nicht so schnell aneignen kann, wie er alle halbe Jahre beschleunigt wird.
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  • Herr Lehmann
    Herr Lehmann
    die zeitliche beschäftigung mit dem medium dauert meist genausolang wie in anderen medien - die entwicklung einer ganz eigenen philosphie gelingt einem nicht in 3 jahren lehre oder studium - oder in hobbymässiger ausübung - der innere drang ist hier entscheiden - will ich kunst/gedanken bannen/formen oder will ich einfach nur damit geld verdienen - sprich handwerker sein - ob nun in öl, acryl, bildhauerrei, etc. oder digiart. diese ausbildung einer philosophie ist das was die zeit friesst und auch ein ganzes leben andauern kann
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  • sonadora
    sonadora
    ratze: den punkt getroffen. danke.
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  • ooboop
    zuerst wollte ich mich zu diesem thema uberhaupt nicht aussern, jetzt aber habe ich mich doch entschieden etwas wesentliches zu schreiben.
    Also @roter, ich wurde dir etwas vorschlagen:

    1. kommentare unter deinem bild genauer zu lesen, weil
    2. pooboo keine frage gestellt hat sondern lediglich ihre bewunderung fur deinen talent und ihre private empfindung geschrieben hat, dazu sie wohl berechtigt ist!
    3. versuche nicht zwischen den zeilen zu lesen das gar nicht da ist
    4. arbeite mehr an deinem verhalten und umgangsformen, denn mit arroganz fahrt man nie sehr weit


    guten abend
  • maler-hans
    maler-hans
    pooboo,

    tut mir ja Leid, dass Du Dich getroffen fühlst (und den Mangel an geeigneten Umgangsformen wie an notwendiger Rechtschreibung bei einigen Teilnehmern an Foren beklage ich ebenfalls), aber davon abgesehen kann ich den Frust des großen Roten verstehen: Wer nicht mit dem Pinsel und einer Palette vor der Staffelei steht, darf nicht Maler sein?
    (nein, ich meine nicht Dich, PooBoo, das ist allgemein zu verstehen)
    Richtig, es gibt zu viele, die nur Photoshop u.a. laufen lassen, aber es gibt auch genug Aquarell- und Acryll- ...-Kleckser (beiderlei Geschlechts), die jedoch keiner in eine ihnen fremde Schublade zwingen will.
    Insofern halte ich diese Diskussion für wichtig, über persönliche Missverständnisse hinweg.
    Eine Randbemerkung vielleicht noch zu der jungen Generation, die da digital malt: ich bin grad 59 geworden ...
    Signatur
  • lleiret
    nur mal so nebenbei - wer ist denn roter?
    der thread interessiert mich durchaus, vielleicht werd ich bei gelegenheit auch mal ein oder zwei sätzchen verliern... gerade is es mir nur zu spät, um mehr als nur die frage - wer ist denn roter? - zu äussern...
  • ESEIR_RETOR
    zitat pooboo:
    zuerst wollte ich mich zu diesem thema uberhaupt nicht aussern, jetzt aber habe ich mich doch entschieden etwas wesentliches zu schreiben.
    Also @roter, ich wurde dir etwas vorschlagen:



    und dann wieder nur blabla und nichts zur sache
    hättest dir die mühe sparen können pooboo
    und der rote hm.. das bin wohl ich
    ganz schön wesentlich...
  • flow_thgin
    Ich denke, was die meisten Leute die digitale Kunst so gering schätzen lässt, ist die beliebige Reproduzierbarkeit. In ihren Augen ist z.B. ein Ölbild einmalig, weil eben nur einmal vorhanden, aber eine Datei kann man tausende oder was-weiss-ich wieviele Male ausdrucken. Rein theoretisch.

    Ansonsten gibt es in der analogen UND der digitalen Kunst gleich viele Pfuscher und Schmierer, die ihr "Handwerkszeug" nicht beherrschen.

    @ ratzkater triffts mal wieder: die Ausbildung oder Weiterbildung in Sachen digitale Medien dauert mitunter ähnlich lange wie eine analoge Ausbildung.
    Meist endet sie nie, weil sich vor allem das digitale Medium stetig ändert.
  • eifachfilm
    eifachfilm
    Ich denke, was die meisten Leute die digitale Kunst so gering schätzen lässt, ist die beliebige Reproduzierbarkeit. In ihren Augen ist z.B. ein Ölbild einmalig, weil eben nur einmal vorhanden, aber eine Datei kann man tausende oder was-weiss-ich wieviele Male ausdrucken. Rein theoretisch.
    bei einem digitalem bild ist die anzahl ja auch preisfaktor je mehr bilder umher sind umso weniger kann man dafür verlangen zu dem gibt es ja möglichkeiten wie ein foto z.b auf cibachrom aufzuzieh wodurch es beliebig gross wird und auch eine ewigkeit hält und schon rein das aufziehn ist schon sooo teuer das es meistens nicht mehrere davon gibt .. also auf dem momentanem kunst markt sind solche probleme schon längst gelöst...
    Signatur
  • musrednar
    auf DEM "kunstmarkt" vielleicht schon, aber hier bei uns in der "provinz" kärnten ist es schon schwierig, ganz "normale" kunstfotos (also nicht verfremdete) als solche akzeptiert zu bekommen ... das leid klagten mir schon viele fotografen, die ich bei ausstellungen traf (und einige davon sind richtig gut).

    wobei das kleine kärnten natürlich nicht als gradmesser dienen kann ...
  • lleiret
    Zuerst: ups, hätte doch wissen müssen, wer der rote war... nuja.

    Zum Thema...

    Ich würde zunächst gerne mal einen Umstand ansprechen - die künstlerische Auseinandersetzung mit digitalen Medienformen beschreibt eigentlich nicht das Sammelbecken von Photoshopusern oder 3D-Modellierern. Ich finde, man sollte nicht den Fehler machen und die Aufmerksamkeit lediglich auf den Unterschied zwischen "dem Schrei" und einem digital erstellten Bild lenken. Die Erkenntnis, welche man aus dieser Betrachtung erlangen kann, ist relativ eingeschränkt und zu speziell. In medienanalytischer Hinsicht wären solch Gegenüberstellungen sicher interessant, aber wenn es um etwas zusätzliches, vielleicht übergeordnetes geht - die künstlerische Motivation z.B., dann muss man auch das größere Fass aufmachen.

    Digitale Kunst umfasst also auch andere Bereiche (wobei hier sicher noch ein diffuser Definitionsraum Schwierigkeiten bei einer Untergliederung macht - ist aber nicht tragisch), bspw: der Algorithmus als solcher, die Transformation und Rekontexturierung etc. von digitaler Information als solche, die Transformation semiotischer und semantischer Felder (welche in einer analogen Welt mit physikalischen Schranken klarer definiert schienen), der Mensch - Maschinen Spannungsraum... und vieles mehr in allgemeinerer Hinsicht.
    In einer Welt, deren wirtschaftliche und mediale Strukturen sich die digitalen Prozesse angeeignet haben, wird die Information mitunter zur Metainformation... der Raum krümmt sich und die Zeit des Kapitals verqickt sich mit der Zeit der Information. Der normale Bürger ist nunmehr nicht nur mündig aufgrund seines Bürgertums (-> in geschichtlicher und politischer Betrachtung des Bürgertums), seines Besitzes, sondern ist zugleich unmündig im Sinne der Information. Postindustrielle Gesellschaften erfordern nicht nur den Umgang mit Werten (materiellen wie sozialnormativen), sondern zugleich verlangen sie dem Menschen den Umgang mit Zeichen und semiotischen Gefügen ab. Es klingt trivial, aber man muss wissen, was ein rotes Licht im Vergleich zu einem grünen bedeutet. Die Welt codiert sich zum Teil binär. Eine "Volkkrankheit" ist Rheuma und bei Jugendlichen lassen sich Gelenkprobleme im Daumen vom Schreiben zahlloser SMS nachweisen. Ein erheblicher Anteil der normalen undigitalen Menschen ist nicht mehr Bediener einer Dampfmaschine, sondern marktwirtschaftlicher Symbiont an einem Rechner. Ihr lest hier keine Worte, sondern die Repräsentation von beliebigen Gedanken in 1 und 0, fast unmittelbar transportiert durch einen imaginären geographischen Raum, projiziert durch Photonen oder Kristalle (wie auch immer). Die Standardhaltung des durchschnittlichen postindustriellen Körpers ist Sitzen bei minimaler Augenbewegung. Die Bewegung von hier nach Amerika oder in den Iran wird über einen Mausklick vollzogen. Und mit jeder Generation wird die Distanz kleiner und imaginärer. Kulturen synthetisieren sich zu Subkulturen, verschmelzen, hybridisieren sich. Mozart ist das beatnormierte Versatzstück in einer kybernetischen und endlosen Synphonie, die inzwischen durch die metainformation sich selbst fortsetzt und logik generiert.

    (Das liesse sich bei nicht geringem selbstunterhaltungswert noch weiter fortsetzen, aber erstmal weiter im text...)

    Digitale Kunst ist Kausalität. Sie ist nicht Konkurrenz oder Gegenüberstellbares, sie hat keine ikonengleichen Werte, ist nicht authentisch. Nur wer fordert dies in dieser Welt? Die Auseinandersetzung mit medienspezifischen Fragestellungen oder Fragestellungen im Hinblick auf das Bild oder die Information (allgemeiner: Kommunikation) hat sich nie in einer omnirealen Repräsentation manifestiert... wir sind zudem in den letzten jahren seid <Mozart></Mozart> ein paar Milliärdchen mehr geworden. Die Strukturen sind effizienter geworden, zugleich aber nicht essentieller. So ist aber alles in allem nur normal, dass in einer digitalen Welt viele Wege in der digitalen (höher motivierten) Auseinandersetzung bestehen... Ob Photoshop oder Maya Pinsel ist, ist dabei egal. Formen sind auch geblieben, wie die Collage von Information ... hier mal nen interessanter Link (wie ich finde): http://kanalb.org/clip.php?clipId=226 (über Stan Venderbeeck).

    Weils passt, mal nen Auszug aus einer Hausarbeit von mir, wo dieses Thema aspekthaft behandelt wurde... hier steht ein Kerckhove-Zitat und ein Beispiel von der letzten Ars-Electronika im Vordergrund - find ich ganz passend:

    >>Die Hybridisierung von Kultur und Realität wird noch gesteigert, indem die empirische Realität in Bits zerlegt wird und so eine vollkommene Vermischung von empirischen Informationen stattfinden kann. Die Digitalisierung der Welt erzeugt eine enorme Menge an potentiellen Informationskombinationen, die in einer analogen Welt nicht in diesem Umfang hätten entstehen können. Für die Kombination digitaler Informationen soll hier ein Beispiel dienen: Der Medienkünstler Jens Brand (welcher in diesem Jahr auch auf der Ars Electronica ausstellte) entwickelte den G – Player 4, welcher „die Erde wie eine Schallplatte abspielt“. Grundlage hierfür sind Daten, welche die aktuellen Positionen (Höhe sowie Längen- und Breitengrad) und Flugbahnen sämtlicher Satelliten um die Erde preisgeben und zusätzlich Daten des digitalisierten, topographischen Profils der Erde. Die Erdoberfläche (also Vertiefungen und Erhebungen) wird nun wie bei einer Schallplatte interpretiert und ein entsprechender Satellit (welchen man über den G – Player 4 ansteuern kann) fungiert dann als Nadel bzw. Tonabnehmer. Auf diese Weise wird das Profil der Erde in Audiodaten umgewandelt, der Planet wird hörbar. Mittels der exakten Positionsdaten der Satelliten kann man anschließend bestimmen, wo sich das Gehörte geographisch wieder finden lässt, wie sich also bspw. die Alpen oder die Sahelzone anhören. Das Beispiel lässt erahnen, wie sich die menschliche Sichtweise auf ursprünglich empirische Realitäten derart verändert, so dass völlig neue, im Grunde hybridisierte Informationen und Erfahrungen entstehen, wodurch letzten Endes die menschliche Realität komplexer werden muss. Die Ars Electronica 2005 hatte sich die Hybridisierung zum Thema gemacht. Diverse Medienkünstler befassten sich mit der Hybridisierung und stellten in Linz ihre Arbeiten aus. Auf der Website der Ars Electronica findet man eine kurze Stellungnahme von Derrick de Kerckhove (de Kerckhove ist Direktor am French Department und Direktor des „McLuhan Program in Culture and Technology“ an der Universität Toronto) zum Thema der Hybridisierung: „Das erste Hybridwesen ist der Mensch. Und er lebt in einem Paradoxon. Als Mischung von Geist und Materie, als Transmission und Handschlag zwischen Geist und Materie und vice-versa lebt der Mensch bewusst oder unbewusst in einem permanenten Zustand der Hybridisierung. Wozu also soll man sich mit einem so allgegenwärtigen Zustand befassen? Weil sich neue Triebkräfte der Hybridisierung herausgebildet haben, die den hybriden Zustand immer deutlicher – und für einige immer unangenehmer – zutage treten lassen. Mit der Globalisierung kommt die Implosion, in der alle Kulturen aufeinanderprallen und sich die Zeitzonen überlagern. In dieser Implosion integrieren sich die Dinge oder sie zerbrechen. Ein weiterer Faktor ist die Digitalisierung, die einen steten Fluss von immer neuen Kombinationen hervorbringt – alles Hybride, sorgfältig mit Software kultiviert, wie Blumen. Wir leben im Paradoxon, in einem argwöhnischen Schwebezustand, der fortdauern wird, bis sich der Staub setzt und die Widersprüche zwischen dem Selbst und dem Anderen, zwischen Nationalismen und Globalismus, zwischen Demokratie und staatlicher Kontrolle gelöst sind. Und dann sind da die Widersprüche zwischen der Macht der Medien und jener des Staates. Und die Widersprüche zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, die alle möglichen Hybridformen hervorbringt mit der klaren Priorität des Profits vor dem Dienst an der Menschheit. Und die Widersprüche ... Kunst ist die Nahrung der Hybridisierung. Sie übersetzt und transportiert die Formen einer Kultur in die einer anderen, indem sie Teile von beiden hervorhebt und mischt. Sampling ist nicht nur eine der digitalen Techniken, sondern hat sich zu einem Lebensstil entwickelt. Und so gibt es DJs der Kulturen, wenngleich diese in langfristigeren Rhythmen arbeiten. Was bleibt uns anderes als zu sampeln, in einer Umwelt, in der alles immer verfügbar ist?“ <<

    [Zitat Kerckhove: de Kerckhove, Derrick : Ars Electronica – First statement. Online im Internet: WWW: https://www.aec.at/de/festival2005/first_statement.asp (26.09.2005)]

    Naja, mein Fazit spiegelt sich irgendwo im Schnitt aus dem eben Gesagten wider... jetzt reicht's aber auch erstmal.

    Guten Gruß
  • musrednar
    HAT JETZT NOCH JEMAND ETWAS DAZU ZU SAGEN?
    ;-))))

    uffff - teriell, jetzt hast du uns aber "versorgt" ... ich lese dann mal los ...
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