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  • malerei - digital (klappe die 109te)

  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    eine kleine perle, als denkanregung, zum beherrschen des handwerks im zeichen des genietums:

    "da nun die originalität des talents ein( aber nicht das einzige) wesentliches stück vom charakter des genies ausmacht: so glauben seichteköpfe, daß sie nicht besser zeigen können, sie wären aufblühende genies, als wenn sie sich vom schulzwange aller regeln lossagen, und glauben, man paradiere besser auf einem kollerichten pferde, als auf einem schulpferde."

    i. kant, "kritik der Urteilskraft", b 186,
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  • efwe
    efwe
    die haptischen qualitäten beider disziplienen sind sehr verschieden-/-nicht unterschätzen )
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  • Rumzajs
    Rumzajs

    wieso hat die malerei einen anderen (bei den meisten höhern) stellenwert als eine digitale arbeit


    vielleicht deshalb, weil ein großer Teil der digital erstellten Bilder einfach Müll ist und keine Kunst

    ein fremdes Bild zu "stehlen" und es so zu verändern, dass es "cool" aussieht, hat für mich nichts mit Kunst zu tun

    auf der anderen Seite gibts aber auch richtige Digital-Künstler, die es verstehen wie man digital kreativ sein kann und es nicht nötig haben fremde Bilder zu "zerschnipseln" und von Vorlagen abzumalen


    MfG
    Rumzajs
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  • siku

    Kunst ist die "wissenschaft der wahrheit", weil mir die menschen in unterschiedlichsten facetten mir bzw. uns untereinander sich über ihre ängst/träume und sonstigen gedanken in der wunderbaren sprache der kunst zu unterhalten im stande sind. Ob mir das auch immer gefällt ist erstmal zweitrangig. Was bleibt ist manchmal ein facettenreicheres bild vom menschen als jede direkte begegnung es sein kann.

    Auftragskunst bzw. design ist ehrliche harte arbeit - mehr aber auch nicht. Gefordert von der masse - reflektiert vom designer.
    Design markiert die oberfläche des menschen, eine goldene verklärende hülle. Kunst dagegen ist ein bitteres extrakt aus dem inneren, hintern den hüllen sich verbergendes elexier.


    ich habe dieses interessante Thema leider eben erst entdeckt, deshalb die späte Reaktion. Den folgenden Satz habe ich mir "auf der Zunge" zergehen lassen.

    "Kunst ist die Wissenschaft der Wahrheit"

    und da hat keiner widersprochen :-) Kunstmachen bzw. das Kunst ist überhaupt keine Wissenschaft!, sondern ein kreativer Prozess bzw. ein kreatives Produkt. Kunstwissenschaft ist wohl eher die Rezeption dieses Prozesses, die Pflege und Erhaltung der Kunstwerke.
    Den zitierten Satz dagegen verstehe ich als eine Verherrlichung des Kunstschaffens. Heute ist die Kunst auch immer mehr zur Selbsttherapie verkommen, das Reflektieren des eigenen Ichs schon fast Religion geworden.
    Die Grenzen zwischen einzelnen Kunstgattungen haben längst das starre Schubladendenken überwunden. Digitalkunst bzw. digitalgestützte Kunst ist salonfähig, wo sollte man da genau Grenzen ziehen (Beispiel: Cindy Sherman).
    Bei der Kunstbetrachtung in Internetgalerien wird der visuelle erfahrbare Herstellungsprozess auf ein Minimum reduziert. Deshalb macht es bei der digitalen Betrachtung kaum einen Unterschied mit welchen technischen Mitteln ein Bild hergestellt bzw. bearbeitet wurde. Die Aura des Originals ist hier nicht erfahrbar, sondern nur minimal zu erahnen. Im Internet tritt quasi eine Angleichung der Techniken bzw. deren Demokratisierung ein.

    Auftragskunst kann durchaus auch "wahre Kunst" sein:
    Zitat: "Den meisten Galeristen und Kunstdieben ist gemeinsam, daß sie in Kunstwerken Mittel zum Zweck des Gelderwerbs sehen. Das heißt aber nicht, daß sie dieselben Werke, mit denen sie Geld zu verdienen trachten, nicht ästhetisch erfahren könnten." aus: R. Schmücker: Was ist Kunst? eine Grundlegung. München 1998 S. 109
    Ich würde die Anerkennung einer Gattung nicht davon abhängig machen, wie hoch ihr technischer Vermarkungserfolg von vornherein geschätzt wird. Digitale Kunst ist bereits anerkannt und abgekupfert wird auch "analoge" Kunst, da sehe ich kaum einen Unterschied - allerdings lässt sich bei gemalten Bildern (nur im Original) schneller der Eigenanteil des Künstlers an dem Werk erkennen, die Hilfsmittel sind offensichtlicher.
    Grüße
  • iwraM
    Hallo,

    ich möchte mich mal verspätet einklinken und erzählen, wie es mir mit meinem persönlichen Werdegang aktuell geht.

    2002 hatte ich mein erstes billige Grafiktablett, das nicht richtig funktionierte und ich schnell feststellte, daß ein Computer eben nicht auf Knopfdruck von alleine kann. Entsprechend sah das Ergebnis auch aus, wie ein Kind, dem man Filzstifte in die Hand drückt.

    http://www.elliepower.de/Elliegalerie/baumelfe800.jpg

    Und entsprechend flog das Teil auch schnell bis Ende 2005 in die Ecke und verstaubte dort. Nur dann wurmte es mich wieder, ich fand Internetforen, die sich mit digitaler Malerei beschäftigen und ich wollte das lernen und eben auch können.

    Inzwischen zeichne ich auch analog, also mit Papier und Stift und besuche einen Aktzeichenkurs, habe mir diverse Bücher zum Thema Kunst und Malerei zugelegt, lerne, lese und übe fast täglich.

    Ein Grafiktablett und ein Bildverarbeitungsprogramm sind einem Bleistift oder Pinsel und einem Blatt Papier sehr ähnlich. Um einen Menschen portraitieren zu können, muß ich es zeichnen können, jede andere Filterspielerei führt zu stereotypen und entsprechend miesen Ergebnissen. Also ist das Computerprogramm nicht mehr als ein Werkzeug, das mir schneller verhilft zeichnen zu lernen, weil ich zig Versuche ohne viel Papierverschwendung und ohne Rücksicht auf Radierschäden am Papier vornehmen kann.

    Was sicherlich einen Unterschied ausmacht ist die Haptik, die Einzigartigkeit eines Bildes, das man nur analog produzieren kann. Meine digitalen Bilder könnte ich tausendfach ausdrucken, in verschiedenen Größen und begrenzt auch hier mit Materialwirkung arbeiten. Inzwischen ist der Druck auf verschiedenste Materialen möglich und auch bezahlbar.

    Trotzdem kann ein digitales Bild nicht an ein Ölbild (u.a. Materialien) herankommen, da ihm die Materialität fehlt. Ich weiß jetzt schon, daß ich mir eines Tages eine Leinwand greifen werde und mich in der analogen Welt umfangreicher versuchen werde.

    Der Computer ist nicht mehr als ein Handwerkszeug. Die Arbeitsleistung und die Fähigkeiten des Einzelnen lassen sich dadurch nicht auf Knopfdruck heraufbeschwören. Für mich eine phantastische Möglichkeit zu lernen und zu üben ohne viel Raum zu benötigen.

    Was die Wertigkeit eines Bildes angeht, so gibt es für mich keinen Unterschied ob ein Bild analog oder digital entstanden ist. Es sind eben verschiedene Wege zu einem Ziel zu gelangen und wer würde plötzlich anfangen den Wert einer Bleistiftzeichnung gegenüber einem Ölgemälde abzuwerten, nur weil das Material ein anderes ist?

    Und hier Kunst und Design als Grundsatzdiskussion zu vermischen halte ich für falsch. Ich kann mit einem Bleistift Kunst oder Design machen oder mit einem Computer. Es kommt also immer darauf an, wo ich hin möchte und was ich bezwecke.

    Meine 2 Cent.

    LG,
    Marwi
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