KunstNet nutzt Cookies. Details.
  • Auftragsarbeiten - seelische Prostitution?

  • Jürgen Stieler
    Jürgen Stieler
    Lessing: "Die Kunst geht nach dem Brote"
    (Oder es war Chamisso, auf jeden Fall altes Dichterwort [edit])

    Schöner Satz, alt und gültig. Nach dem Ableben Rubens' hat man Bilder gefunden, die nur Auftragsarbeiten sein konnten, dermaßen kitschig waren sie. Auch wenn Rubens schon einen Namen hatte, fertigte er trotzdem Aufträge nach den Wünschen der Käufer.

    Du musst von etwas leben und überleben. Wenn du mit Aufträgen von der Malerei leben kannst, ist das ein Schritt nach vorn! Du wirst durch eine Galerie vertreten, bekommst einen Namen in Galeristenkreisen, bleibst "im Stoff", kannst weiterhin nebenbei dein Ding machen, wenn Zeit dazu bleibt und dich im Rahmen von Gemeinschaftsausstellungen mit deinen Dingen bekannt machen. Ich sähe das nicht als seelische Prostitution. Nimm es als Wegpunkt in deiner beruflichen Entwicklung - keine Rose ohne Dornen! (Ärgere dich nicht, dass der Rosenstrauch Dornen hat - freue dich, dass der Dornenstrauch Rosen hat!!!)

    Liebe Grüße - Johnny
  • suilenroc
    Ich finde Aufträge eine feine Sache, man muß sich Themen stellen, zu Denen man sonst nicht käme und Geld verdient man in der Regel auch, wenn es allerdings um Kitsch geht und andere die eigene Würde verletzende Arten, da wird es kritisch. Ich finde es auch einen Unterschied, ob ein Privatmensch sich einen Wunsch erfüllen läßt, oder jemand kommerziell auf den Umsatz schielt. Ich wünsche Dir eine gute Entscheidung. HG Cornelius
  • Mausopardia
    Mausopardia
    ich denke margit, du hast genügend können, deine ganz eigene handschrift auch in diese *aufträge* zu legen! wenn der preis dann auch noch stimmt, dann mache es!
    grüßle moni
  • Jetzt bei Amazon günstig Kunstbedarf kaufen.- Werbpartner -
  • ESEIR_RETOR
    oft höre ich von menschen das sie nie einen auftrag annehmen würden und komischerweise gerade von dejenigen die es auch nicht schaffen würden einen auftrag fertig zu stellen.
    die kunst an einer auftragsarbeit ist es den auftrag so zu vollenden, das beide (der auftraggeber und der auftragnehmer) zufrieden sind.
    seien wir mal ehrlich - du hast maltechnisch keinen so schlechten status aber deine bilder sind nach meinem geschmack sowieso ...hm... komerziell und kitschig (das mein ich aber bitte nicht böse) also wo is' das problem mach es solange es dir spass macht und wenn nicht mehr dann tschüss

    ich finde man kann dabei auch einiges für sich selbst lernen und wenns dich ernährt - was is dann so schlecht daran

    oder hast du immer vor augen das du ein neuer picasso warhole oder was sonst noch werden musst
  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    die frage ist nur, ob du damit klar kommst. verwerflich ist es nicht. jeder muß essen und ab und an mal eine kleine reise oder ein guter schluck wein ist auch ganz nett. du kannst es ja für dich trennen in das, was du machen mußt- weil du das geld brauchst- und das, was du machen willst, weil du meinst, es sei "dein" ding.

    wenn du aber meinst, deine seele zu verkaufen, was hier ein wenig rausklingt, ist es eventuell besser du gehst putzen.
    Signatur
  • maler-hans
    maler-hans
    Die Frage ist viel viel viel viel viel zu hart formuliert. Und es reden, mich eingeschlossen, jetzt vermutlich zu viele Edelmenschen mit, die nicht vom Malen leben (müssen, können, wollen, dürfen).

    Keiner der Großen hätte ohne Auftragsarbeiten überleben können und die Grenze, bis zu der man die Art der Bilder noch vor sich selbst vertreten kann, muss jeder selbst ziehen. Ich halte es sogar für legitim, zum Überleben auch "Kitsch" zu fabrizieren, würde dann allerdings gerne lieber ein Alias verwenden beim Signieren ... und nebenher "meine" Bilder weiter malen.

    Sagt meinetwegen, das sei erst recht Prostitution - aber erst, wenn Ihr mal so richtig Hunger hattet, im weiteren Sinne.
    Signatur
  • NIWREW
    Alles viel zu viel Theater.
    Schaltet mal irgendwann um 20 Uhr die Nachrichten ein,dann ergeben sich derartige Fragen!
    Ich mache mit meiner Kunst das,was Geld bringt und sonst gar nix!
    Und Auftragsarbeiten müßen dem jenigen so passen
    wie ich das vorgebe und sonst soll er sich Fettiges Öl in die Haare schmotzen!


    Ach ja und wenn ich nur braune Kreise malen soll mit lila Herzen aussen herum dann sag ich 0 Problem und mach das.
    Für das was mir wichtig ist hab ich trotzdem alle Zeit der Welt.
  • Poul
    Poul
    Sei dir bewußt, das wir in einer kapitalistischen Welt leben.
    Tangiere für dich wie weit du gehen möchtest.
    Handel gute Konditionen aus und steck dir die Kohle ein.
    Seh es als Job.Pseudo drunter und ab dafür.
  • Iwanschuetz
    Iwanschuetz
    .
    .
    Die Frage scheint mir m. E. völlig überflüssig angesichts der ordentlich gearbeiteten Stilleben - und es werden unnötig alle Maler, die von ihren Arbeiten leben vors Schienbein getreten.

    Warum wird der Verkauf von Bildern über Galerien immer wieder abgewertet? Ist das schick? Immendorff, Rauch oder Richter malen auch nicht nur für ihre eigene Wohnzimmerwand.

    Verkaufserfolge lassen sich doch auch auf andere Weise verkünden: lieber jubeln statt (ver-)zweifeln :-).

    Solch eine Gelegenheit kommt vielleicht so schnell nicht wieder - und weshalb sollten andere Menschen nicht mit diesen Arbeiten glücklich werden?

    lg.
    siku
    Signatur
  • Iwanschuetz
    Iwanschuetz
    wie wahr wie wahr siku was gibts an aufträgen zu bekrittln?
    von irgendwas muß man ja leben.
    Signatur
  • Iwanschuetz
    Iwanschuetz
    da muss ich poul voll recht geben.
    Signatur
  • NIWREW
    Ich auch poul,alles Recht!
  • trofgniR
    Eigentlich wurde ja schon alles gesagt. Mir fällt dazu nur noch meine Devise ein: Ein guter Musiker muss auch Musikstücke gut spielen, die ihm überhaupt nicht zusagen! Deshalb war und ist es mir wichtig, Bilder die ich nicht wirklich mag, gut und glaubwürdig darstellen zu können.
    lg Sabina

    Bei der Entscheidungsfindung kann ich dir wohl kaum helfen, da musst du bei dir selbst schauen und vielleicht auf dein "Bauchgefühl" hören.
  • couleur
    Hi Margit,
    du solltest es haargenau so machen, wie du es machen willst, bzw. wie du damit leben kannst. Wenn diese Galeristin fähig ist und gut verkauft, sollte es auf jeden Fall einen Versuch wert sein. Du malst diese Sachen ja dann auch nicht in deiner sehr anspruchsvollen Technik, sondern eignest dir dazu eine andere, wesentlich schnellere Malweise an, oder? (es gibt auch Schriftsteller die unter einem Pseudonym arbeiten wenn sie in einem anderen Stil schreiben.)
    Ablehnen kannst du immer noch.
    Viel Glück :-)
  • tuhsediwhtuom
    da könnte man genauso fragen: ist arbeitengehen seelische prostitution, weil ich irgendetwas machen muss, um weiterhin was zu beißen zu haben und nicht in Hatz 4 zu versumpfen, was mir völlig zuwider ist??? ...
  • tuhsediwhtuom
    noch was: für mich rührt diese frage an sich von der angst her, irgendjemand , von dem ich gerne anerkannt würde, könnte mit dem finger auf mich zeigen!!! wenn es ein existenzielles problem ist, denke ich, tuest du was zu tun ist und kannst das mit würde vertreten, wenn nicht, lass es einfach.
  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Liebe Freunde, Kollegen und KNetter, ich bin wahnsinnig überrascht über diese vielen tollen Beiträge und Ratschläge, Tipps und Möglichkeiten, die ihr mir offenlegt.
    Ich habe inzwischen wieder mit der Galeristin geredet, und festgestellt, dass sie weis, was die Leute wollen und dass meinen Bildern (die ich ja noch gar nicht angefangen habe, noch sind es Übungen) Spannung und Farbe fehlt.
    Das sehe ich ein, die Leute wollen etwas, was erfreulich anzusehen ist und die Wohnung schmückt, sonst würden sie es nicht kaufen.
    Und mir ist auch klar, dass ich lieber male als sonstwas zu arbeiten, und sie lässt mir sonst bei der Motivwahl ziemlich freie Hand.
    Ihre Anregungen sind möglicherweise hilfreich, und ich werde mal einen Versuchsballon starten, eine lockerere Technik und vor allem schnellere anwenden und dann mal sehen, was passiert. Ich denke so bei 5 Bildern müsste man dann schon eine Reaktion feststellen können.
    Ich betrachte es als Training, für das ich wenns klappt, bezahlt bekomme.
    Das ist gar nicht so übel finde ich, und wenn mir die Bilder selber nicht so gut gefallen, kann ich sie unter einem Pseudonym verkaufen, ist eine gute Lösung.
    Ja, es gibt in der Tat jemanden, wo ich nicht möchte, dass er von mir Kitschbilder zu sehen bekommt. Aber muss ja auch nicht sein.
    Vielleicht kann die Galeristin dann auch später Bilder von mir verkaufen, die für mich wichtig sind.
    Auch ich möchte nicht von Sozialhilfe leben müssen, wenn es sich vermeiden lässt.
    Erfreulicherweise habe ich von meiner Ärztin heute das Angebot bekommen, für Leistungen die nicht von der Krankenkasse bezahlt werden, mit Bildern zahlen du können, und ich kann auch gerne welche bei ihr ausstellen.
    Das sind gute Entwicklungen, finde ich, und ich bin jetzt froh, dass ich nicht spontan sofort abgesagt habe, denn mit der Galeristin kann man gut reden und in beidseitigem Interesse wollen wir ja auch was verkaufen.
    Ich bin schon sehr gespannt, was jetzt in dieser Zusammenarbeit entsteht, ich betrachte es als Abenteuer, und das macht Spaß!
    Allerdings über eine gewisse Grenze werde ich nicht hinausgehen, aber ich glaube das ist nicht mal notwendig, es gibt auch farblich tolle Motive die man gut umsetzen kann.
    Ich bedanke mich ganz ganz herzlich, es war ein so spannender Beitrag und es war ganz lieb, dass sich so viele daran beteiligt haben!
    Ich fühle mich sehr wohl bei Euch und sehr verstanden!
    Ganz herzliches dickes Danke,
    Eure Margit
    Signatur
  • orkeB
    Ich bin hier glaube ich die einzige die eine andere Meinung vertritt. Ich würde es nicht machen, da würde ich lieber putzen gehen als mich verbiegen und meinen Namen zu ruinieren.
    Viele Grüße, Bekro!
  • El-Meky
    El-Meky
    Ich bin hier glaube ich die einzige die eine andere Meinung vertritt. Ich würde es nicht machen, da würde ich lieber putzen gehen als mich verbiegen und meinen Namen zu ruinieren.
    Viele Grüße, Bekro!


    naja, grinss

    erstmal musst du ja nen 'Namen' haben den man ruinieren könnte
    und zweitens,
    wenn du erstmal einen 'Namen' hast , kannst du kaum was ruinieren :o))
    Signatur
  • orkeB
    Wenn man noch keinen Namen hat und vielleicht vor hat sich einen zu erarbeiten, dann ist es eher nicht hilfreich so etwas anzunehemen. Ich verteufel ja auch nicht die Auftragsarbeit an sich, es ist nur wichtig sich selbst treu zu bleiben.:)
  • Seite 2 von 3 [ 58 Beiträge ]

  • Anmelden um auf das Thema zu antworten oder eine Frage zu stellen.

Ähnliche Themen