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  • Was lest ihr so?

  • heinrich
    Ich kann mit Herr Feuerbach streiten ohne Ende...

    "Den Menschen als ein gemütliches und sinnliches Wesen beherrscht und beseeligt nur das BILD. Die BILDLICHE, die GEMÜTLICHE, die SINNLICHE VERNUNFT ist die PHANTASIE."

    Die Bildanschauung ist bei Feuerbach ein "Bedürfnis" und die Bildertätigkeit eine "absolüte, göttliche Tätigkeit". Bild drückt der "Notwendigkeit der Phantasie" aus, die Notwendigkeit, die Phantasie als eine göttliche Macht zu "bejahen".

    Bejahen! Das machen wir die ganze Zeit!

    Ich möchte aber nichts bejahen...
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  • heinrich
    Religiöses Bewusstsein ist bei Herrn Feuerbach gut und schön,
    aber seine weitere Entwicklungstufe ist...

    "das kalte Wasser der natürlichen Vernunft"...

    OK, das hat er vor paar Jährchen geschrieben,
    genauer gesagt vor 165 Jahren.

    So...

    Dann schreibt er über die Wirkung der Bilder auf den Menschen:

    "Das Konzilium zu Nizäa führte unter andern für den religiösen Gebrauch der Bilder als Autorität auch den Gregor von Nyssa an, welcher sagt, daß er ein Bild, welches Isaaks Opferung darstellte, nie habe ansehen können, ohne darüber bis zu Tränen gerührt zu werden, weil es ihm so lebendig diese heilige Geschichte vergegenwärtigt habe"...

    :-(

    "Die Wirkung des abgebildeten Gegenstandes ist aber nicht die Wirkung des Gegenstandes als solchen, sondern die WIRKUNG DES BILDES".

    Und hier sieht er ein Unterschied, was ich nicht ganz verstehe...
    Der Gegenstand im Bild ist nur sein SCHEIN, in welchen das Bild seine geheimnisvolle Macht verhüllt.

    Nehmen wir zum Beispiel, ein Bild mit einem religiösen Motiv...
    "Der religiöse Gegenstand ist hier nur ein Vorwand der Kunst oder der Phantasie, um ihre Herrschaft über den Menschen ungehindert ausüben zu können".

    Das geht auch mit Bildern mit anderen Motiven.
    OK, aber WARUM oder WOFÜR?
    Das ist die Frage der Fragen...

    Dann interpretiere ich seine Worte weiter:

    Das Bild knüpft sich notwendig den Wert des Bildes an den Wert des Gegenstandes. Ist logisch... Wir fragen zuerst. "Was sehe ich da..?"

    Dann, wenn ich mir ein religiöses Bild anschaue, sollte mir dieses Bild nach Feuerbach irgendwie automatisch "heilig" sein...

    Ne, ist es nicht.

    "Aber das religiöses Bewusstsein ist nicht der Maßstab der Wahrheit", schreibt er. Bei ihm ist es "die kalte Vernunft und so\"

    Nö...Bei mir nicht.

    Dann wie bewerte ich das Bild richtig?

    - Nach dem Namen des Malers?
    - Nach dem Gegenstand, der abgebildet ist?
    oder ganz einfach nach dem Bild selbst (seiner Wirkung auf mich, wie es gemalt ist, usw.)?
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  • heinrich
    S. 140

    "Das Wort ist ein abstraktes Bild, die imaginäre Sache, oder inwiefern jede Sache [...] der eingebildete Gedanke, daher die Menschen, wenn sie das Wort, den Namen einer Sache kennen, sich einbilden, auch die Sache selbst zu kennen.

    Der Gedanke äußert sich nur bildlich; die Äußerungskraft des Gedankens ist die EINBILDUNGSKRAFT; die sich äußernde Einbildungskraft ist aber DIE SPRACHE.

    ...Wort selbst nur ein Wesen der Einbildungskraft ist, aber eben deswegen narkotische Wirkungen auf den Menschen äußert, ihn unter der Herrschaft der Phantasie gefangennimmt. Worte besitzen Revolutionskräfte, Worte beherrschen die Menschheit. Heilig ist die SAGE, aber verrufen die SACHE der Vernunft und Wahrheit.

    SEUFZ!

    Der Menschen hat nicht nur einen Trieb, eine Notwendigkeit, zu denken, zu sinnen, zu phantasieren; er hat auch Trieb zu SPRECHEN, seine Gedanken zu äußern, mitzuteilen\"
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  • heinrich
    S.158

    "...die Natur ist, wie bewiesen und von selbst klar ist, NICHTS OHNE LEIB. Der LEIB ist allein jene VERNEINENDE, EINSCHRÄNKENDE,ZUSAMMENZIEHENDE,BEENGENDE KRAFT,OHNE WELCHE KEINE PERSÖNLICHKEIT DENKBAR ist.

    HAI CAPITO?

    "...Aber der Leib ist nichts OHNE FLEISCH UND BLUT. FLEISCH UND BLUT IST LEBEN\"

    und jetzt kommt's...

    und LEBEN ALLEIN ist die WIRKLICHKEIT des Leibes\"

    BOAH! NE!
    Die ganze Zeit hab ich mir was ganz anderes vorgestellt und vorgelebt!
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  • heinrich
    OK! Dann hör mal hierher...
    Paaaaassss auf!
    Die erste Maxime
    (ich weiß nicht,ob die weiteren folgen...
    na, kann ich nicht genau sagen...)

    also, die erste Maxime lautet:

    "Es gibt keine andere
    vernünftige Erziehung
    als VORBILD sein;

    wenn's nichts anders geht-
    ein abschreckendes."
    :-P

    Albert Einstein
    Signatur
  • heinrich
    Wenn du ein Bild malst,
    wer bist du denn?

    Du bist ein SUBJEKT, der mit seinen verschiedenen PRÄDIKATEN an einem OBJEKT so "rumfuchtelt".

    Was ist was?

    Subjekt - nichtswürdiger Mensch oder das erkennende Ich.
    Prädikat- Bewertung, Tätigkeit, Titel, Zustand dieses Subjektes.
    Objekt-Gegenstand des Alltagslebens, des Wahrnehmens,des Erkennens, der künstlich umgestaltet als Kunstwerk betrachtet wird.

    Bei Herr Feuerbach ist zwischen dem Subjekt und Prädikat kein Unterschied. "Prädikate drücken das Wesen des Subjekts aus" (S.23)

    Was ist dann mit dem Objekt? Hier gibt er mir keine Antwort.

    Was ist primär/sekundär?
    Was ist dir persönlich wichtiger?
    WAS und WO bist du SUBJEKT,PRÄDIKAT oder OBJEKT?
    Sollte man das unbedingt trennen von einander?

    Zum Beispiel, ist dein Bild fertig, wirst du zum Objekt deines Bildes.
    Es ist immer so mit Schöpfern. Dein Objekt wirkt auf andere und auch auf dich zurück. Darum sagt man öfters:" Mach dich frei davon...Vergiss die\"


    Und wo man Subjektivität von der Objektivität trennt,
    dort fängt die Psychologie an.
    Die interessiert mich aber weniger...


    Und ist Subjektivität mit Virtualität vergleichbar?
    Signatur
  • Manja
    Manja
    s
    Stieg larrson
    leider auch zu früh von uns gegangen
  • Male Rinsland
    Male Rinsland
    Immobilienanzeigen,...mal sehen wo ich bald Tapeten abkratzen kann,...
    Signatur
  • heinrich
    Lüdwig Feuerbach schreibt weiter:

    S.292

    "Der beschränkte Verstandesmensch nimmt einen Anstoß an dem ursprünglichen selbständigen Dasein der Welt, weil er sie nur vom subjektiv praktischen Standpunkt aus, nur in ihrer Gemeinheit, nur als Werkmaschine, nicht in ihrer Majestät und Herrlichkeit, nicht als Kosmos ansieht. Er stößt also sein Kopf an der Welt an. Der Stoß erschüttert sein Gehirn - und in dieser Erschütterung vergegenständlicht er denn außer sich den eignen Anstoß als den Urstoß, der die Welt ins Dasein geschleudert, daß sie nun, wie die durch den mathematischen Stoß in Bewegung gesetzte Materie, ewig fortgeht, d.h., er denkt sich einen mechanischen Ursprung. Eine Maschine muß einen Anfang haben; es liegt dies in ihrem Begriffe; den sie hat den Grund der Bewegung nicht in sich."
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  • El-Meky
  • nroK
    Nietzsche und Thomas Mann, das ist einfach unfaßbar. Oder auch Virginia Woolf. A room for once own hab ich immer sehr gemocht, weil die Dinge darin aufs Verstehbare konzipiert sind. Sehr schön! Ich könnte weinen dabei!
  • onatnerb
    thomas mann, finde ich vom thema her interessant, bin aber leider bisher nicht über die ersten seiten hinaus gekommen, die sprache scheint mir zu "gestelzt", habe gerade marcel proust entdeckt, kann ich nur empfehlen, auch wenn es ein monumentales werk ist, die sprache ist klar, fast "gemeißelt", und sehr aktuell, es braucht ein bißchen zeit, um reinzukommen, aber es lohnt sich!
  • nroK
    Versuch es mal mit den BETRACHTUNGEN EINES UNPOLITISCHEN, das ist ein Schock, eine gänzlich neue Erfahrung, eine Welt tut sich auf. Daran ist nichts Gestelztes, es ist nur so klar formuliert, wie die Deutsche Sprache es zuläßt. Ich bin jedesmal hun und weg davon, das ist Musik, Melodie und Rhytmus. und der Kampf eines Menschen um seine eigene Seele. Große Kunst! Die UNZEITGEMÄ?EN BETRACHTUNGEN von Friedrich Nietzsche hauen in die selbe Kerbe, Einige seiner späteren Aphorismen sind ebenso erschütternd. Ich mag diesen Umgang mit der Sprache, aber ebenso sehr liebe ich Virginia Woolf, die ich leider nur in Übersetzung kenne, aber ich kenne niemand, der das Vergehen der Zeit, die Bedeutung der Zeit so faßlich geschildert hat. Ebensosehr liebe ich Winston Churchill ob seiner Ausdruckskraft, nicht umsonst hat er den Nobelpreis für Literatur erhalten, unabhängig davon, wieviel wir ihm verdanken, seiner Haltung gegenüber Hitler und Nazideutschland. Ich mochte den Mann schon lange, er relativiert so manches, das wir heute für wert halten. Ein standhafter Mann, der sich niemals beirren ließ, ein Vorbild, an dem man jede Menge lernen kann. Ein gutes Denken, an dem wir uns auch orientieren können. Ich könnte gar nicht aufhören, diese Frauen und Männer zu loben, was wir heute sind, woran wir glauben, verdanken wir zu einem gut Teil ihnen, wenngleich wir uns dessen nicht immer bewußt sind.
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