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  • macht mir wieder mal zu schaffen

  • lisa
    lisa
    ach, herzlichen Dank für die gutgemeinten väterlichen Ratschläge. Aber stellt Euch vor: Ich grüble gern.
    Und dieses Forum ist nicht nur für Künstler, sondern auch für Kunstinteressierte gedacht. Und als solche werde ich hier sicher weiterhin Fragen stellen.
    Und das temps, ganz sicher nicht, um mir über meine Sachen klarzuwerden, sondern einfach, weil das Thema mich interessiert.
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  • Mo Häusler
    Mo Häusler
    "... wenn Präzisionsarbeit und freier Fluss zusammenkommen..",
    Lisa, das hat was!
    Freier Fluss... das ist ein herrliches Bild für Kunst, finde ich.
    Ich möchte zwar ein bissl am Ausdruck "Präzision" rummontieren - vielleicht gehts wirklich ein bissl um die Technik, also dass vom Fachlichen her die Farbe ned springt und kreidet... handwerkliches Können kann sich auch darin zeigen, 30 cm dicke Ölfarbe auf den Malgrund zu bringen, ohne dass es die Schichten zerbröselt *g*, mit Präzision hat das dann wohl nix mehr zu tun, aber doch mit einer "Meisterschaft", auf die Materie einzugehen...

    Vielleicht isses dann Kunst, wenn nach technischer Durchführung der Fluss immer noch frei ist? Nicht herumgekünstelt, nicht überladen, nicht verwässert, - einfach frei?

    :)

    ... nebenbei bemerkt: deine Worte hier, das ist freier Fluss für mich. Da fällt mir viel Bildzeugs ein - und dann auch wieder kaum was Sagenswertes (Sagensmögliches). So ein vorvisuelles Gestammel, sinnliches Gekröse... das thrillt aber *g*

    Kunst kommt von Fliessen-lassen-Können?
    Kunst kommt von Kunst? (Super-Philosophen-Kracher)
    Kunst kommt vom Machen? *gg*
    Kunst kommt davon, diesbezüglich sorglos zu sein... oder doch nicht?

    Ich las kürzlich ein Buch, in dem über tausend Erlärungen zu finden waren, was Kunst denn nun endlich sei. Diese Vielfalt der zum Teil einfältigen Antworten machts mir wieder leicht weiterzuwerken. Egal was unter dem Summenstrich steht, das ändert sich offenbar mit jedem Pinselstrich!

    *wink*
    Mo
  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Kunst ist für mich eigentlich nur ein Wort. Abstrakt und vielseitig anwendbar. Flüchtig und an nichts gebunden. Begrifflichkeit, für jeden anders. Und manchmal fast ein Schimpfwort.
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  • cobolt
    cobolt
    Vielleicht muss man solche Debatten mal aus nem anderen Blickwinkel betrachten. Was wäre eigentlich, wenn alle möglichen Leute sich Holz und n Werkzeugkasten zulegen und behaupten, sie wären Tischler? Das ist so absurd, keiner würde das ernsthaft in Erwägung ziehen. Komischerweise ist das in der Kunst völlig normal. Da wollen viele rennen, bevor sie laufen können. Und die Art und Weise, wie sich Leute sehen und wie sie sich mit Kritik auseinandersetzen, lässt darauf schließen, dass sie mit einem Dozenten oder einem Lehrmeister n großes Problem hätten. Das "fliessen lassen" und die Lernbereitschaft mit ihrem Wissensweg sind für mich zwei Seiten der gleichen Münze.
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  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Cobolt, du sprichst mir aus der Seele. Immer wieder treffe ich auf Leute, die glauben, nach einigen Klecksereien müssten sie schon in der Lage sein, Meisterwerke zu schaffen und als große Künstler gefeiert werden. Darüberhinaus sagen sie dann zu mir "na du hast es ja leicht, du hast ja Talent". Das ist der blödeste Satz, den ich in diesem Bereich zu hören kriege. Ich möchte nicht die Jahre und Stunden zählen, die ich verbissen lerne und übe, um mir die notwendigen Kenntnisse anzueignen. Ich arbeite hart und bin eher durchschnittlich begabt. Aber ich weis dass man mit Ausdauer und viel Training auch einiges ausgleichen und sich erarbeiten kann, und genau das mache ich.
    Jemand, der seine stümperhaften Arbeiten damit entschuldigt, dass er "kein Talent" hätte, ist nur zu faul zum Lernen und Üben.
    Dann ist ihm eben was anderes wichtiger. Nur finde ich dann, dass er dann auch nicht auf die Menschen neidisch sein sollte, die wirklich 100% Einsatz geben.
    Ich sehe es wie bei einem Klavierspieler: Ich glaube, jeder Durchschnittsbegabte ist in der Lage, durch hartes Training doch einfache Stücke ordentlich spielen zu lernen. Nur die wenigen Genies schaffen es darüber hinaus.
    Aber sicher spielen die auch mehr und öfter als alle anderen.
    Es hilft auch nicht, als Genie geboren zu sein. Ich kenne einen jungen Mann, der einfach geniales Talent hat. Er lässt es brach liegen... schade darum.
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  • suilenroc
    Hallo Lisa, ich hab nicht Alle Antworten gelesen, aber will mal trotzdem was dazu sagen. Hier bei KN mag es sein, das das handwerkliche Können besondere Reaktionen und Pluspunkte hervor ruft, das liegt wahrscheinlich daran, daß hier sehr viele dabei sind das "Malen" lernen zu wollen, meine Erfahrung mit dem Kunstbetrieb ist eine ganz Andere. Dort gibt es eine Tendenz das Handwerk zu verachten und als von vorherein für unkünstlerisch zu erklären. Hier (bei KN) wird viel von "ausgebildeten oder gelernten Künstlern" gesprochen. In den Akademien ist Handwerk meistens kein Thema mehr, ich habe dort in der Beziehung überhaupt nichts gelernt. Meines Wissen ist auch heute, das Wichtigste sich eine Theorie zuzulegen und pseudophilosophische Fährten-Konzepte auszulegen, die einen hohen Anspruch bedienen, ohne zu einem nachvollziehbaren Ergebnis zu führen (Verweigerung von Inhalt und Festlegung). In deutschen Kunstvereinen sind handwerklich hochwertige Arbeiten eher Selten (alles nur aus meiner Sicht), aber riesige Abhandlungen über unsichtbare Vorgänge, die angeblich in den ausgestellten Objekten vorhanden seien. Literarisches, Erzählerisches in Bildern ist dort absolut abgelehnt (mein Eindruck und Erfahrung über viele Jahre)und ich staune immer über das Übergewicht an Worten und Theorien - der Gipfel des Literaischen.
    Es gibt eine hohe Kultur der Verweigerung und dieses Wort ist ein Selbstläufer geworden. Beispiel- Theaterstücke mit Kettensägen, Blut, Rotz und Sex kommen automatisch dem Anspruch kritisch und modern zu sein, während ein hochaktueller Shakespeare klassisch gespielt, als altbacken gilt. Jede Zeit hat wahrscheinlich sein Dogma was als "Zeitgemäß" anzusehen ist, einigermaßen fair beurteilen läßt sich das dann vielleicht nach 200 Jahren. Beispiel Rembrandt - galt 200 Jahre als abschreckendes Beispiel für sauschlechte Malerei, er wurde erst in unserm Jahrhundert wiederentdeckt und seine "Modernität" erkannt. HG Cornelius
  • musrednar
    welche freude, cornelius, deinen betrag zu lesen, der einige meiner erfahrungen und auch großteils meine meinung widerspiegelt.
    "erfahrungen" natürlich in etwas "niedereren" sphären, als deinen ;-)
  • cobolt
    cobolt
    ... dieser Beitrag bedeutet für mich, dass in der deutschen Kunstszene der Individualismus höher gehandelt wird, als das Wissen. Vermutlich von genau jenen, die mit der Kommunikation und der Teamfähigkeit so ihre Problemchen haben *grin* Wenn ich das Handwerk nicht kenne, kann ich mich notfalls immer hübsch hinter meinem Individualismus verstecken und behaupten, es wär so gewollt. *kicher* In ner Lehre oder nem Studium klappt sowas nur bedingt :o))) Das gilt auch, wenn mich mein Talent bis zu einer gewissen Grenze bringt und danach aus gleichen Gründen der Stillstand eintritt. Vielleicht ein Grund, warum die deutsche Kunstszene, egal ob Bild, Film oder sonstwas international ne eher untergeordnete Rolle spielt? Wer weiß.
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  • ESEIR_RETOR
    eigentlich ist es so wie mit der musik dachte ich
    je besser ich meine instrumente beherrsche umso mehr möglichkeiten habe ich mich auch auszudrücken
    und bei der musik trifft das meiner meinung nach 100%ig zu

    ich habe das riesige glück ein unglaubliches talent zu besitzen und bin so eingenommen von mir zu behaupten technisch mit vielen wassern gewaschen zu sein

    trotzdem versuche ich immer mehr auf die technik zu verzichten um mehr spontanität und energie in meine arbeiten zu bringen was natürlich zum teil nur ein frommes wunschdenken ist

    trotzdem finde ich die technik doch sehr wichtig für mich denn sie hilft mir den wiederholungsfaktor von für mich gute arbeiten prozentmäßig in die höhe zu treiben

    ein gutes bild kann man schnell ohne irgendwelche zutaten erzeugen sei es aus einem gefühl oder einer stimmung heraus oder was auch immer. aber immer wieder gute arbeiten zu stellen dazu benötigt man meiner meinung nach eine sichere basis und wissen von wo aus man operieren kann.
  • suilenroc
    R.Riese, stimme Dir voll zu, die Technik sollte man überwinden, nachdem man sie beherrscht. Heute fangen viele da, wo Beuys aufgehört hat (habe klasse frühe Zeichnungen von ihm mal gesehen) Und noch als Nachtrag, es war sicher sehr wichtig den Akademismus zu bekämpfen-überwinden, aber ich halte es für einen Anachronismus immer noch etwas überwinden zu wollen, was gar nicht mehr existiert. Ein Beispiel wie eine revoluntionäre Haltung sich zu einer Konservativen wandelt.
  • sonadora
    sonadora


    ein gutes bild kann man schnell ohne irgendwelche zutaten erzeugen sei es aus einem gefühl oder einer stimmung heraus oder was auch immer. aber immer wieder gute arbeiten zu stellen dazu benötigt man meiner meinung nach eine sichere basis und wissen von wo aus man operieren kann.


    stimme Dir voll und ganz zu!


    -
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  • musrednar
    falls mich jemand missverstanden hat:
    ich stehe ja auch dafür, technik zu beherrschen (und arbeite auch immer wieder dran), kriege es aber immer öfter mit, dass in der kunstszene diese gar nicht so sehr gefragt ist im gegensatz zum oben bereits erwähnten langwierigen erklären der teils unsichtbaren vorgänge, die zum "kunstwerk" führen ...
  • ESEIR_RETOR
    ich sagte es schon mal anderorts
    scheiß auf die kunst :)))))))))
  • cobolt
    cobolt
    ... wer bei Fehlern und Schwächen erwischt wird, bemüht sich immer besonders ausgefeilt zu erklären, warum dass so sein soll. Diese Laber-Fraktion der unsichtbaren Vorgänge kaschiert doch nur ihr Ego, statt sich die fehlenden Hinweise/Möglichkeiten anzueignen.

    "Warum dübeln sie ihren Schrank nicht, dann hätte er besser gehalten?" "Nee, das soll so sein. Ich wollte die Zerbrechlickeit der Entwicklung ausdrücken."

    BlaBlaBla (Iggy Pop)
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  • NIWREW
    @Cobolt:Du mein Retter,dir sei gedankt!
    Gruß WERWIN
  • ESEIR_RETOR
    zitat cobold: "Warum dübeln sie ihren Schrank nicht, dann hätte er besser gehalten?" "Nee, das soll so sein. Ich wollte die Zerbrechlickeit der Entwicklung ausdrücken."

    aber auch das ist kunst :))))
  • lisa
    lisa
    erst mal vielen Dank für Eure rege Teilnahme.

    Meine kruden Gedanken gehen etwas in eine andere Richtung.

    Ich möchte noch mal klarstellen, daß ich ganz und gar nicht der Auffassung bin, Kunst brauche kein handwerkliches Können.
    Aber ich habe halt manchmal den Eindruck, viele meinen, Kunst brauche NUR handwerkliches Können.
    Und da komm ich immer ins Schleudern.
    Was ist mit dem Atem, den ein Künstler seinem Werk einhaucht, dem Atem, den der Betrachter anhält, wenn er ein lebendiges Werk vor sich hat.
    Wenn jemand hervorragend Bäume malen kann, reicht es dann aus, immer wieder Bäume zu malen, um ein Kunstwerk zu erschaffen? Muß man nicht den Baum dann irgendwann "anders" malen, ihm etwas einhauchen, das kein anderer Baum zu vermitteln vermag?
    Es tut mir leid, heute früh um vier hätte ich einen ganzen Roman schreiben können, jetzt suche ich wieder nach den Worten :)
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  • El-Meky
    El-Meky
    Ja Lisa , genauso empfinde ich es auch.
    oftmals sehe ich handwerklich sehr gut abgemalte Motive von Künstlern und denke so bei mir
    " Mannomann , mit diesen erste Sahne handwerklichen Fähigkeiten jetzt nun auch 'Eigenes' mit ins Bild zu bringen...
    der hundertmal zu Übungszwecken abgemalten Landschaft zum Beispiel nun endlichemal Atem einhauchen,
    eine eigene Handschrift /Aussage hineinbringen...
    da fängt für mich KUNST an :o))
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  • suilenroc
    Hallo Lisa, ich kenne ganze Malergruppierungen, die technisch "phantastisch" malen, aber auch in meinem Sinne thematisch usw. und ich finde ihre Malerei ganz furchtbar - verkopft und totgemalt, auch wenn sie wegen ihrer Technik bewundert werden. Ich bewundere dann ihre Technik und wende mich mit Schauern ab. Oder bevor ein Pinselschlag erfolgt ... Degas hat gesagt..., Der oder Jener hat gesagt man muß man sollte - alles untauglich. Ich finde nicht wichtig welche Technik man benutzt, sondern welchen Ausdruck man erreicht, dazu ist es aber schon sinnvoll auf Technik zurück greifen zu können.
  • NIWREW
    Klasse Cornelius!
    Gruß WERWIN
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