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  • Dramaturgie und Schöpfungsakt

  • NIWREW Dramaturgie und Schöpfungsakt
    Künstler die in ihrem Leben oft in Verbindung mit
    heftigsten Dramen standen können beim Schöpfungsakt daraus profitieren.
    Profitieren insofern,dass es ihnen möglich ist über eine inszinierte Dramaturgie einen Spannungsbogen zu erzeugen ,der es ihnen erleichtert zu den eigenen Urheberrechten schneller Zugang zu finden.

    Was haben andere Künstler für Erfahrungen damit gemacht?
  • Herr Lehmann
  • ratzekatze
    ratzekatze
    genau die freiheit ist noch mehr wert wenn sie schon mal schwer eingeschraenkt wurde oder man sich des oefteren drum schlagen musste/muss.
    irgendwann macht das "sichanlegen" auch noch spass, dann ist man im grossen grade ungebunden..
    wenn du mich fragst, ne art ziel das man sich stecken sollte :))

    apropos: gestaendnis:
    ich hab dich letztens gezeichnet, werwin und ich hab nich gefragt (also das wuessten wir ja jetz oder:))

    so mit gruenem stift (war zur hand) drei minuten lang, inspiriert von deiner gedenkminute , die ich mal adaequat umsetzen wollte- also ne reine kurzmeditation wenn du so willst

    muss ich mich jetzt fuerchten? und wenn du sauer waerst, wuerde die sache der tat sich nicht ueber die tatsache deines sauerseins stellen ? oder umgekehrt?
    und was waere wenn ich jetzt lust haette, mich laenger davor zu setzen und es dann zu posten und aber deine hautfarbe buntlich aussieht oder du dich anderweitig nicht getroffen fuehlst? wirst du mich steinigen? muesste ich meine idee erst erlaeutern bevors losgehen kann? oder nehm ich dir dann die spannung? oder ist das "nett" von mir es so zu machen? oder "frech" es nicht zu tun? strafverfolgungswuerdig? anderweitig deklarierbar? musses kunscht genannt werden koennen?
    oder wuerdest du es schluemmer finden, wenn ich aus angst vor deiner "eventuellen wut" (mal angenommen ich machs der oeffentlichkeit dann auchnoch zugaengig) drunter schreibe: hans meyer aus gelsenkirchen (zb) anstatt zu sagen das du die vorlage warst?
    *!*
    :))
    luebe gruezzels
    hochachtender aber leicht unwissender weise
    moi
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  • tuhsediwhtuom
    ich denke dass alles was uns tief beweg auch zur treibenden kraft werden kann!
  • NIWREW
    @Ruth: Das finde ich selbstverständlich auch! @Katzenratze:Vollkommen Richtig.
    Ich bin jedenfalls nicht im Dornröschenschlaf und war auch nicht zuvor im Land von Milch und Honig.
    Immer und jederzeit mit einem Hammer rechnen,ist schon allein ein Hammer.
    Bildung find ich genügend in deinem Text und auch das rechts sowie links aussen wenn aus der Wunschvorstellung ein grasses Gegenteil kommt kann ich nachvollziehen.
    Das du ein Bild von mir gezeichnet hast ist allein schon ein Drama und mich würde es sicher nicht Schockieren wenn ich das gilblichgrün in Schweinchenrosa gefärbte Face sehen dürfte.
    Was soll denn eigendlich noch schocken ausser
    eine Diagnose beim Arzt?!
    Dramen hab ich gesammelt ohne Ende und meine Einbildung trägt ne schwere Last die oft auf Schweigen eingestellt ist.
    Ich würde jedenfalls mal gern ein Drama mit
    einem ganzen Narrenverein haben,denn da könnte ich mir vorstellen ,das meine Kreativität ihren letzten Schliff bekäme.
  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Ich glaube es ist ein Unterschied, ob jemand seine "Kunst" benutzt, um mit seinen Traumata fertig zu werden und sie zu verarbeiten, oder aber bewusst über den Dingen steht und Leid als Teil des großen Ganzen gezielt einsetzt, um damit die Aussage des Bildes zu bekräftigen.
    Als Betrachter merke ich sehr wohl in einem Werk den Unterschied. Ist das Bild ein persönlicher Ausdruck eines geplagten Menschen, der mit seinem Leben nicht fertig wird oder das Meisterwerk eines Weisen der bewusst eine Aussage trifft.
    Ganz deutlich sieht man das z.B. bei Rubens, der eine glückliche Kindheit gehabt hat und über den Dingen stand im Vergleich zu etlichen anderen Künstlern der Renaissance, die oft albtraumhafte Wesen aus ihrem Unterbewusstsein darstellten.
    Darüber hinaus noch muss jeder für sich klären, ob er den "Teufel an die Wand malen will", denn Beachtung bringt Verstärkung im Bewusstsein.
    Will ich in meinem Leid weiter wühlen oder will ich aus meinem Leben ein Kunstwerk machen, das mir gefällt? Was will ich mit destruktiven Bildern eigentlich bezwecken? Mitleid? Schock? Provokation? Ich glaube damit locke ich heutzutage niemand mehr vom Hocker.
    Oder entscheide ich mich, erfreuliche Objekte und Bilder zu machen, die das Edle der Schöpfung wiederspiegeln?
    Die Freude in mir erzeugen, bei deren Schöpfung und Darstellung?
    Muss jeder für sich selber klären.
    Aber ich finde viele Bilder sind eher in den Bereich der Kunsttherapie einzuordnen.
    Helfen sie anderen, den Betrachtern?
    Signatur
  • NIWREW
    @Margit:Sicherlich ist es nichts unbekanntes ,das ein großer Teil derer, die heute Kunst gleich welcher Art fertigen ,mit einem schweren Lebenseinschnitt zu tun haben.
    Im Grunde ist alles woraus der Mensch sich bewegt mit Psychologie in Verbindung.
    Menschen die Dramen durchlaufen haben ,werden geprägt von denen und diese Prägung ist in
    der Persönlichkeit,in der Bildung des Menschen mit eingebunden.
    Die Frage lautet:Sind die jenigen Künstler die sich mit der Schattenseite des Menschen auseinandersetzen ,weniger gute Künstler?
    Ist ein Bild von WERWIN mit einem Werk von einem großen Denker wie Goethe, überhaupt nicht in Verbindung zu bringen ?
    Ist nur derjenige ein wahrer Mensch in sich selbst,der seine eigene Mitte hat aus dieser heraus er es gut versteht den Rest zu blenden!
    Diese Art von Fragen sind ein Beweis dafür ,dass die Selbstsucht Oberhand eingenommen hat und das man sich von dem was Mensch sein ausmacht,nämlich für jedes Leben Nächstenliebe zu erzeugen weit entfernt hat.
    Dramatik ist eine Triebfeder und Zurückhaltung bzw in jeder gegenwärtigen Situation die richtige Doisierung nach aussen zu geben ist eine Kunst aus der jeder Künstler etwas vernünftiges schaffen kann.
  • Brigitte Guhle
    Brigitte Guhle
    Nun, ich denke, dass es neben der Darstellung des Edlen, Schönen und der Bilderwelt eines kranken Menschen durchaus noch andere Möglichkeiten gibt. Ich persönlich sehe keinen Sinn darin, etwas darzustellen, was in der Natur noch viel schöner ist (idyllische Landschaften, schnuckelige Stillleben etc.) Nicht dass ich das früher nicht auch gemacht habe, wird ja gut gekauft. Die Darstellung des menschlichen Elends haben uns die Fotografen abgenommen, an deren zum Teil schockierenden Bilder wir uns fast schon gewöhnt haben. Kunsttherapie ist m. E. keine Kunst, sondern Mittel zum Zweck der Selbstheilung. Was also bleibt? Jeder Künstler wird das, was ihm wichtig ist, also im weiteren Sinn doch sich selbst darstellen und versuchen, dem Betrachter etwas über seine Welt mitzuteilen. Kunst ist Kommunikation. Wie das vom Einzelnen umgesetzt wird, bleibt seinem Stil überlassen und hängt von seiner Persönlichkeit ab. Ich halte es aber für plausibel, dass ein Mensch, der seine Mitte gefunden hat, keine besonders aufwühlenden Werke mehr hervorbringt. Deshalb sind die jungen, unausgegorenen Menschen auch meistens die besseren Künstler.
    Signatur
  • NIWREW
    @Ambre:Du sprichst mir aus dem Herzen.
    Für mich ist es als Künstler von großer Wichtigkeit nur das ,was aus mir herauskommt nach aussen zu stülpen.
    Schon unzählige male habe ich Ansätze anderer Künstler im Schöpfungsprozess erkannt und eigendlich war ich dann damit beschäftigt genau diesen Teil so zu überarbeiten ,das ich mich weit davon entfernte.
    Ich könnte kaum damit umgehen ,wenn in einem meiner Bilder eine verschwommene Uhr auftauchen würde.
    Fakt ist für mich, das im Grunde genommen alles erklären über eine Arbeit ,ein großer Witz ist und bestenfalls als Erkenntnis eine von der Wahrheit weit entfernten Geschichte darstellt.
    Wenn ich Wut und Zornentfacht bin ,dann gibt es nichts zu erklären und nur die Farbutensilien haben das Recht sich auszudrücken.
    Ich hab kein Bock ein Chemicalisches inneres Drama mit einer utopischen Geschichte zu verpacken.
    Wenn Zeitgleich in der Gesellschaft etwas passiert bei dem mein Kunststil sich als
    erklärbares Puzzleteil einfügen darf ,dann hab ich gewonnen und das zu einem späteren Zeitpunkt jemanden zu erklären ist überhaubt nicht möglich.
    Meine Arbeiten muß man nicht erklären und die Technik hab ich von einem Konditormeister ,der sagte mir ich soll nichts verraten!
  • 0691knarF
    Werwin, ich möchet mal einen anderen Aspekt einbringen.

    Du sprichst von Schöpfungsakt, dem Moment wo Farbe fixiert wird (gleich in welchem Medium). Es ist ein Tun im Jetzt. Die nachfolgende Interpretation ist eine Sache für sich (auch auf Seiten des Tuenden), die ich im übrigen sehr kritisch sehe

    letztlich ist es immer eine Frage des Empfängerhorizontes. Andernfalls müßten seitenlange Expertisen zu den einzelnen Bildern gefertigt werden, was aber völlig der Spontanität bei der Entstehung widerspricht.

    LGF
  • NIWREW
    @Frank:Selbstverständlich ist die nachfolgende Interpetation ganz unabhängig von der Arbeit selbst.
    Eben gerade deswegen ist es ja auch möglich sich verkaufsfordernde Geschichten dazu einfallen zu lassen.
    Wenn bei mir Kunstfreunde an meine Ausstellungen kommen,dann ist es im Grunde kein Problem
    über eine ganz gewöhnlich Zwischenmenschliche Beziehung die Emfangsmöglichkeiten meines Gegenüber ausfindig zu machen ,und aufgrund eines solchen Hintergrundwissens starte ich eine Geschichte ,bezogen auf meine Arbeiten.Der Betrachter ist beeindruckt und überlegt sich eine meiner Arbeiten zu kaufen.
    Nein ,eben so läuft das garnicht!
    Wenn meine Kunst es nicht fertig bringt mit seiner eigenen Wahrheit,nämlich mit der Wahrheit der Stille sich so in Szene zu setzen,so das der Betrachter sich in den Bann gezogen fühlt,dann soll es nicht so sein.
    Oder hab ich nur Glück weil das in der Tat so ist,und ich deshalb nicht den Weitblick habe der mir noch ganz andere Perspektiven aufweisen würde?
    Ich möchte hier gerne wieder an der eigendlichen Thematik anknüpfen nämlich Dramatik und Schöpfungsakt.
    Meine Spannungsgeladenheit ist vielleicht auch nur auf ein Defizit an bewußt zurückhaltende natürliche Prozesse zurückzuführen, die in ihrer Zurückhaltung gelernt sein möchten.
    Gelernt insofern ,das diese Stimmulanzen mir es ermöglichen etwas zu schaffen das aus den tieferen Schichten nach oben quilt!
  • NIWREW
    Ratzkatz natürlich kannst du das Bild einsetzen!
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