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  • Lasuren

  • Lilli Lasuren
    Hallo!
    Habe eine Frage, die mich schon lange beschäftigt. Wie malt man Lasuren, die "leuchten"? Wie fängt man an? Gibt es eine bestimmte Reihenfolge? Gespachtelt, oder mit dem Pinsel? Was muß man beachten? u.s.w.
    Wäre toll, wenn Ihr mir einige Tipps geben könntet!
    LG
    Lilli
  • Jürgen Stieler
    Jürgen Stieler
    Lasuren, die "richtig" leuchten, gehen nur in Schichtenmalerei, kannze mit deckenden Farben vergessen:

    Um so richtig aus der Tiefe zu kommen, brauchst du unbedingt einen reinweißen Malgrund, auf den die Vorzeichnung gebracht wird. Darüber eine Imprimitur aus stark verdünnter Erdfarbe, vorzugsweise Grüne Erde, aber eben schon lasierend, also verdünnt aufgebracht.
    Darauf folgt der eigentliche Clou: Die Weißhöhung. DAS GANZE Bild wird mit einem Weißschleier aus dünnem Transparentweiß, das an den hellsten Stellen im Bild (aber nur da!) deckend aufgetragen wird, überzogen, an den dunkelsten Bildstellen ist nur ein Hauch zu sehen.
    Richtige Experten (ich rede mal so von Leuten wie Dürer, Grünewald, DaVinci, die ihr Wissen in den entsprechenden Zünften als Handwerk erworben haben) bringen jetzt noch eine - oder sogar mehrere - nächste dünne Farbschicht/en auf, die mit der eigentlichen Endfarbe wenig zu tun haben - also etwa Ocker an Teilen des Himmels, Rote Erde im Baumlaub - aber eben dünn und anschließend wieder weißgehöht!
    UND DANN, ja dann kommt der eigentliche koloristische Orgasmus: Die Endfarben werden als Lasuren aufgebracht, wozu deckende verdünnte Farben absolut NICHT taugen. Von vorn herein lasierende Pigmente nehmen, die an den hellen Stellen noch dünner machen (nicht mit Weiß!) und an den absoluten Lichtern ins unten liegende Weiß auslaufen lassen.

    Puha, durchgehalten? Die Geschichte ist also ziemlich zeitaufwändig, so malt heute eigentlich kaum noch ein Profi, weil die Arbeit an einem Bild viel zu lange dauert und kaum reell bezahlt werden könnte. Zudem sollte ein Bild entsprechend vorgeplant sein.

    Ob es mit Acryl geht - im Prinzip ja, man sollte aber in diesem Fall auf die wirkliche Künstler-Qualität setzen, da den Pigmenten dann keine deckenden Zusätze (Schwerspat oder andere Weißpigmente) zugesetzt sind.

    Klassisch hat man die Untermalung mit Tempera (echter) gemacht, die Lasuren dann in Öl - technisch heikle Sache.

    Wenn das fertige Bild dann immer noch zu matt erscheint, holt man mit einem glänzenden Firnis die Farbe aus der Tiefe heraus - und bei gekonnter Malweise schimmert sogar an einigen Stellen die Imprimitur noch durch.
  • Lilli
    Danke Johnny für Deine umfassende Erklärung!
    Klingt sehr, sehr kompliziert für einen Laien (und ich bin ein Laie, sonst würde ich nicht so doofe Fragen stellen!)Aber ich will es unbedingt hinkriegen. Wenigstens ansatzeise, auch wenn ich nur zur eigenen Erbauung male.
    LG
    Lilli
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  • Jürgen Stieler
    Jürgen Stieler
    Besorg dir aus der Bücherei (zum Kaufen recht teuer):

    Doerner, Max: Malmaterial und seine Verwendung im Bilde

    Das ist ein wirkliches Fachbuch, alt, aber gut.

    Gruß - J.
  • malsupilahmi
    malsupilahmi
    Wenn du dir das Buch kaufen willst schau bei e-bay, da habe ich es auch schon mal gesehen, oder bei booklooker.de oder zvab.de
    Signatur
  • suilenroc
    Johnny hat alles schon ausfühlich und gut beschrieben, ich male oft in der Technik ist wirklich sehr aufwendig und wird nicht bezahlt. Auf den Tuben siehst du so ein kleines Viereck, wenn es schwarz gefüllt ist, ist es eine deckende Farbe, wenn es diagonal halb schwarz und weiß ist - halbdeckend und nur ganz leer ist es lasierend. Ich habe früher mit bis zu 50 Schichten gearbeitet und immer wieder Eitemperahöhung dazwischen, inzwischen habe ein paar Abkürzungen gefunden, dennoch dauert es sehr lange. lg cornelius
  • siku
    Die Frage nach Lasurtechniken taucht immer wieder auf hier 2004 🔗

    Der letzte Beitrag in dem thread beinhaltet eine ausführliche Beschreibung.
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