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  • Gibt der Künstler oder nimmt er?

  • traciteop Gibt der Künstler oder nimmt er?????
    In einer zurückliegenden Diskussion mit einem Kollegen vertrat dieser die Meinung "der Künstler gibt soviel" das müsse von der Gesellschaft auch angemessen honoriert werden.
    Meine Meinung dagegen war das der "Künstler" was immer das auch sein mag :) privilegiert sein Leben verbringt, weil er das tun kann was ihm am meisten bedeutet und was am wenigsten fremdbestimmt ist.

    Ich wüßte gern eure Meinung dazu.

    Liebe Grüße

    Anna
  • Sabine Minten
    Sabine Minten
    Ersetze "Gesellschaft" mit "Familie" und diese erste Auffassung hört sich irgendwie sehr nach dem Standardtext meiner Mutter an...

    Falls die "Gesellschaft" meint, das brauchen zu können, was der Künstlerkollege da unaufgefordert in selbstloser Aufopferung gibt, wird sie das schon honorieren. Jetzt oder später... oder eben auch nie...

    Leider hat mich bisher noch kein offizieller Vertreter der "Gesellschaft" auf Knien um meinen unschätzbar wertvollen künstlerischen Beitrag gebeten. Sollte das eintreten, werde ich jedoch umgehend meine angemessene Honorarforderung stellen. Bis dahin betrachte ich mich schlicht als selbstbestimmt und privilegiert.
    Signatur
  • redeseiRretlaW
    Und wie soll das vonstatten gehen? Mit einem Punktesystem? Wer ist Künstler und wer nicht? Wie soll die Bezahlung aussehen? Wer entscheidet das? Wieder unsere Politiker über diverse Kunstgremien? Ich find eine Krankenschwester oder irgendwelche anderen sozial arbeitenden Menschen bringen der Gesellschaft mehr als jeder so genannte dahergelaufene Künstler. Wenn ich halb tot im Krankenbett liege und mich betreut eine Schwester dann scheiß ich auf die Kunst. Wer braucht denn die Kunst? Frag mal in Wien irgendjemand auf der Straße ob er Künstler ist. Ich gehe davon aus, dass jeder 2te Wiener sich als verkannter Künstler fühlt! Ich schätze mal woanders ist es genauso! Wie soll man denn die alle bezahlen und beschäftigen?

    Künstler sind Egoisten, Onanierer, Pornografen und Selbstdarsteller. Setzt sich ein Künstler hin und denkt sich wenn er ein Bild kritzelt > so das nächste Bild oder der nächste Song ist für die Gesellschaft< ? Klar, die Gesellschaft profitiert davon aber wie ist das messbar? Wie abhängig darf ein Künstler von der Gesellschaft sein? Vielleicht sollte man Künstler in Reservate halten und dann kommen die Turis und staunen und sagen > Hey das is’ aber ein toller Künstler schau wie der Männchen machen kann und wie er sein Kopferl unters Fußerl steckt Super! Und dann gehen sie wieder und der Künstler kriegt als Belohnung ein Abendessen und ein neues IKEA Möbel. SIND KÜNSTLER TANZBÄREN?

    So das war der erste Teil vielleicht schreib ich morgen weiter
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  • Sylvie
    Als Hobbykünstler kannnst du doch vielleicht noch mehr tun, was dir am meisten bedeutet. Vielleicht nicht zeitlich gesehen, aber WAS du WIE und WARUM machst steht in keinem öffentlichem Interesse. Du darfst machen was du willst, darfst kitschig, theatralisch, diletantisch und auch fantastisch sein, brauchst nicht um Aufträge ringen, darfst faul sein usw.
    Ich finde es privilegiert und einigermaßen selbstbestimmt, einen festen Job zu haben und in der Freizeit machen zu können was ich will.
    Aber vielleicht sehe ich das auch falsch und das Leben eines Profikünstlers ist gar nicht so anstrengend...lebst du von der Kunst ????
  • El-Meky
    El-Meky
    Hallo Anna,

    Ich gebe und ich nehme
    und mir ist es wichtig, dass dieser KREIS geschlossen und im Fluss bleibt.
    Ich kann da nur für mich sprechen.
    und da ist es im Gleichgewicht.

    was ich gebe und nehme?

    Liebe, Aufmerksamkeit, Hilfe, Geld, Unterstützung, Kraft, Zeit und so weiter, alles so im Wechsel, auf dass es für alle Beteiligte optimal ist/wird.
    lg
    Signatur
  • traciteop
    @ brooklyn

    >>>>Leider hat mich bisher noch kein offizieller Vertreter der "Gesellschaft" auf Knien um meinen unschätzbar wertvollen künstlerischen Beitrag gebeten. Sollte das eintreten, werde ich jedoch umgehend meine angemessene Honorarforderung stellen. Bis dahin betrachte ich mich schlicht als selbstbestimmt und privilegiert.<<<<

    :D


    @WalterRieseder

    >>> Ich find eine Krankenschwester oder irgendwelche anderen sozial arbeitenden Menschen bringen der Gesellschaft mehr als jeder so genannte dahergelaufene Künstler.<<<

    Ganz meine Meinung, ich würde zwar nicht soweit gehen und Künstler als Onanierer und Pornografen bezeichnen ;) aber eine gehörige Portion Egomanie und ein Hang sich selbst darzustellen, meinetwegen auch sich selbst zu entblößen gehört schon dazu. Daher hab ich auch meine Probleme wenn jemand der Meinung ist sein Hang zum Exhibitionismus müsse unbedingt von der Gesellschaft gewürdigt werden
    Wenn jemand bereit ist für die künstlerischen Ergüsse (also doch Onanierer) Geld zu bezahlen und ihnen Anerkennung zu zollen ist das sicher toll, aber dies einzufordern halt ich schlicht für Größenwahn.

    @heliopo

    >>>>was ich gebe und nehme?

    Liebe, Aufmerksamkeit, Hilfe, Geld, Unterstützung, Kraft, Zeit und so weiter, alles so im Wechsel, auf dass es für alle Beteiligte optimal ist/wird. <<<<<

    Genau so rund muss es auch sein :). Nur dann fühlt es sich richtig an.

    Es ging in dieser Diskussion um gesellschaftliche Anerkennung in Form von Verbeugungen vor dem Künstler von seiten der "Obrigkeiten " also Stadt Gemeinde, Bürgermeister und auch das schnöde Volk und wer ihm sonst noch alles Respekt schuldig war das er als Künstler "soviel gibt"


    @ scani
    >>>>>
    WAS du WIE und WARUM machst steht in keinem öffentlichem Interesse <<<

    ich glaube nicht das, bis auf bei einigen wenigen, das wie und warum die Öffentlichkeit wirklich interessiert.
    Und selbst wenn der "Künstler" sein tägl. Brot mit Auftragsarbeiten oder unterrichten verdienen muss, so find ich es immer noch angenehmer und selbstbestimmter als als Bäckereifachverkaüferin das Geld ranzuschaffen oder Taxi zu fahren um das tägliche Brötchen auch mit Wurst oder Käse belegen zu können

    Ich lebe nicht von meiner Kunst (leider verkaufe ich nur selten mal ein Bild aber das geht wohl den meisten so) aber ich lebe das was ich immer leben wollte.
    Meinen Lebensunterhalt verdiene ich mit meiner Malschule, ich arbeite viel auch an den Wochenenden.
    Für manches krieg ich nicht mal Geld ;)
    Ich richte Ausstellungen für meine Malschüler aus oder veranstalte Kunstreisen nach Worpswede für die Malkinder
    Aber ich mach genau das was ich will und das empfinde ich als privilegiert und selbstbestimmt.
    Und niemand macht "Kunst" weil er keine andere Möglichkeit seine Familie zu ernähren hat sondern immer nur weil er es will.
  • cisin
    @WalterRieseder & Poeticart
    es gibt grund und nebenbedürfnisse in der gesellschaft so ist eine krankenschwester die sich durch ihren beruf um die gesundheit der patienten kümmert in der hierarchie der bedürfnisse höher gestellt als der künstler der mit seiner arbeit die menschen kulturell bildet. nur aus dieser betrachtungsweise könnt ihr gleich daraus schließen das die bauern das wichtigste glied dieser geselschaft sind.

    sollte dies nicht endsprächend honoriert werden?
  • redeseiRretlaW
    Empfehle dir mein Geschriebenes nochmals genauer zu lesen und nicht auf diesen Satz zu reduzieren ;-)
  • laidem
    :-)
  • cisin
    @ WalterRieseder
    ich reduziere hier garnichts
    alles was ich sagen möchte ist das man das thema nicht nur aus EINER rationalen sichtweise betrachten darf denn es kann aus verschidener sichtweise betrachtet werden so z.B aus rein soziologischer sicht - grund & nebenbedürfnisse der Menschen - allerdings kannst du hier keine wertestellung aufbauen da die grundbedürfnisse durch einfache und die nebenbedürfnisse die letzten endes nicht weniger wichtig sind durch hochkomplizierte geistige tätigkeit verrichtet werden.

    als beispiel:
    Die Arbeit eines wissenschaftlers ist nicht für das überleben notwendig. ist sie aber weniger wichtig als die Arbeit eines Bauern?

    zu dem zweiten teil ob der Künstler abhängig von der geselschaft sein darf kann ich nur eine gegenfrage stellen ist der künstler ein künstler wenn er nicht von der geselschaft abhängig ist?
  • redeseiRretlaW
    Hat der Wissenschaftler nichts zu fressen kann er auch nicht Wissen schaffen um es mal polemisch auszudrücken. Es geht in dieser Frage nicht darum wer mehr Wert ist sondern was es uns Wert ist. Was es der Gesellschaft Wert ist. Ich denke mir das es für einen Künstler nicht gut ist wenn er sich in irgendwelche Abhängikeiten begibt aber das sei jedem selbst überlassen.
    Einige Künstler die ich kenne denken sie seien der Mittelpunkt des Universums und ohne ihrer Kunst kann die Welt nicht weiterexistieren. Ich gehe mal davon aus, dass das ein Irrtum ist.
    Soll man sich als Künstler in ein Eck setzen und warten bis die Förderungszahlung vom Vater Staat eintrudelt oder soll man versuchen seine Arbeiten in der freien Maktwirtschaft zu plazieren ohne irgenwelchen Abhängigkeiten. Da könnte ich einiges noch schreiben hab aber momentan nicht so viel Zeit vielleicht später
  • cisin
    ich denke jetzt kommen wir der sache näher!

    ich bin der Meinung dass der künstler wie jeder der einer tätigkeit professionell nachgeht unmittelbar abhängig von der geselschaft ist aber und da sind wir einer meinung nich von subventionen abhängig sein sollte sonder sich sein lebensunterhallt selber erarbeiten muss.

    was den ersten punkt anbelangt meine ich das hier äpfel mit birnen verglichen werden mann kann bedürfnisse nicht gegeneinander rechnen da sie nicht unmittelbar in zusammenhang stehen.

    die frage in der prämisse lautete gibt der künstler oder nimmt er

    ich denke hier muss man deutlich von künstlern und sozialen schmarotzern unterscheiden!

    der künstler gibt und bekommt

    der schmarotzer nimmt
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