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  • Pressemitteilung der Bundesregierung

  • siku
    @ punx
    aus deiner Sicht ist alles gesagt, da meinst du, mir noch zum Abschluss mitteilen zu müssen, dass ich zu eng denke ;-). Der Artikel, den du so nebenbei eingeschoben hast, ist sehr lesenswert und für alle zu empfehlen, die sich über die kulturelle Situation informieren möchten (auch wenn er schon an einigen Stellen überholt ist) - aber einen unmittelbaren Zusammenhang und damit Diskussionsbedarf zu diesem Thread sehe ich nicht, das bestätigt mir auch der neueste Beitrag von electroniclandscape, die nun etwas ausführlicher mitteilt, was sie an dem veränderten Gesetz der KSK stört, nämlich der hohe Aufwand an Bürokratie.
    Eigentlich wollte ich schon etwas genauer auf den verlinkten Text eingehen, werde jetzt nach dem letzten Beitrag der Themenstarterin aber Abstandnehmen.

    Kulturförderung allgemein würde wohl einen eigenen Thread erfordern. Besonders Künstler neigen dazu, aus den angebotenen Texten (gemeint ist hier der Eingangsbeitrag dieses Threads) gerade das herauszulesen, was ihr persönliches Umfeld und künstlerisches Schaffen betrifft, auch wenn es gar nicht angesprochen wurde. Fördermaßnahmen werden dann auch schnell (manchmal zu schnell auf das "Ich"bezogen). Die Verteilung der Fördermittel wird so immer "ungerecht" bleiben müssen.


    Ein Zitat aus dem von punx verlinkten umfangreichen Beitrag über Kulturförderung allgemein, welches explizit die KSK betrifft:

    "Die Zahl der bildenden Künstler/-innen in Deutschland wächst nicht nur, sie boomt. Nach Auskunft der Künstlersozialkasse(Anm.16) hat sich die Zahl in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Man geht zur Zeit von weit über 20.000 selbständigen bildenen Künstlern aus.
    [...]
    Untersucht man die Arbeitsbedingungen von Künstler/innen, spielt die Künstlersozialkasse selbst eine wichti­ge Rolle. Durch sie erhalten Künstler/-innen eine soziale Grundsicherung. [...]Da spätere Rentenzahlungen, aber von der Höhe der eingezahlten Beträge abhängen – wie bei allen anderen Renten­versicherungen – kann man aus den Zahlen folgern, dass die durchschnittliche Rente der dort versicherten Künstler/-innen selten über dem Existenzminimum liegen wird. Eine Diskussion über Bedarf und Funktion der KSK im Bundestag im Frühjar 2005 wurde begleitet von einer Flut von Protestschreiben von KSK-Versicher­ten, die die Bedeutung dieser Absicherung unterstrichen und die Politik davor warnten, das Modell in Frage zu stellen oder gar abschaffen zu wollen."


    Das Modell wurde mit dem Gesetzabschluss (bis auf kleinere Änderungen) beibehalten.

    hier nochmal der von punx gesetzte link:
    http://eipcp.net/policies/2015/sollfrank/de
  • xnup
    Auch die nun gefällte Entscheidung fällt ja nicht vom Himmel sie ist das Ergebnis vieler einzelner kulturpolititscher Entscheidungen, und ist in diesem Zusammenhang ein Mosaiksteinchen.

    Ich meine auch wenn das viele nicht wahrhaben wollen, läuft die Selbstdefinition des Künstlers auch über seine soziale Existenz. Diese wirkt auch bis ins Werk hinein.

    Ich denke eben jede Kulturpolitische Entscheidung, auch wenn sie für sich allein betrachtet vielleicht unwichtig oder banal erscheint, gewinnt ,grade in einer Situation des Umbruchs bzw. der Krise des Kultursystems, eine besondere Bedeutung und lässt es lohnenswert erscheinen die Situation zu hinterfragen, auch sehr selbstkritisch hinsichtlich der eigenen Rolle als Kulturschaffender.

    Weiter kommt hinzu, daß wir einerseits den Boom des auch im Artikel angesprochenen "bürgerlich - versponnen brachial Romantikers" meinetwegen ala Meese erleben, andererseits eine verelendung und verödung des Kulturbetriebes. Diese Situation findet auch gerade! statt in einer Phase in der es zu einem starken Auseinanderdriften der GEsellschaft kommt, einer Zeit in der Aufschwungsversprechen auf reale Bedingungen des Niedergangs treffen.

    Ich mein es ist eben so weit, dass jede "Kleinigkeit" genutzt werden sollte, um Diskussionen anzuregen die Ross und Reiter benennen, und nach ALternativen suchen.

    Letztlich sind sich viele einig, daß die KSK unter den Bedingungen des Marktes, der vielzitierten Globalisierung ein Auslaufmodell ist. Man muss eben aus der Defensive raus und deutlich klarere Forderungen stellen, die langfristige gut ausgestattete Lösungen anstreben. Formen der entschlossenen Selbsthilfe und Solidarität mit möglichst wenig bevormundender Bürokratie und Kontrolle. Warum sollte man eine solche Pressemittelung, und auch die Anmerkungen von e-landscape nicht nutzen um darüber zu reden?

    -----
    [übrigens habe ich zu keinem zeitpunkt behauptet, die ksk sei "irgendwie scheiße". Es ist allerdings Blauäugig zu glauben die Debatte hinter MArtinicios Link würde nicht bald wieder Oberwasser gewinnen. Dann nämlich wenn das Business Kunst läuft - aber nicht die Kunst die warum auch immer keinen Markt hat. Die Frage ist so ob dieses Modell der alten BRD mittelfristig überhaupt verteidigt werden kann, und sollte, ob es nicht mindestens sinnvoll wäre deutlich weitergehende forderungen zu stellen.

    Was die von e-landscape angesprochene praxis angeht - vor allem wenn man nicht nur alleine im atelier mit drei bildverkäufen im monat rumdümpelt ist tatsächlich teilweise grotesk.]
  • sinA
    @punx."Wer halbwegs schlau ist organisiert eine eigene private Vorsorge, und so läuft es doch auch in der Praxis."

    Habe ich als Erstes getan...Würde weiter empfehlen...

    @ electro."Steuerberater eben auch nur tun, was man ihnen sagt. Das heißt, sie füllen das Formular aus - was man dann zum Glück auch selbst kann. Aber sie sortieren nicht die Unterlagen."

    Einen guten Steuerberater suchen und hier nicht sparen...
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  • siku
    punx was du hier so "barock" formuliert hast, sind "Allgemeinplätze". In jedem System wird es Unvollkommenheiten geben, wozu die lange Umschreibung?

    Auch deine blumige Formulierung
    des "bürgerlich -versponnenen brachial Romantikers" meinetwegen ala Meese" - sollte das jetzt gleich ein Rundumschlag sein. Was meinst du mit "meinetwegen ala Meese"?
    Ich habe die große Meese Ausstellung in Hamburg zufällig gesehen und war trotz vieler negativer Kritiken angenehm überrascht. Ich finde der Mann hat "künstlerische Substanz"! und er beweist, dass es außerhalb der Medienkunst auch noch traditionell Kunstschaffende mit Talent gibt. Auch diese Ausstellung (vielleicht war sie ja überdimmensioniert, darüber könnte man streiten) bestätigt mir einmal mehr, dass Arbeiten von Künstlern, die in offiziellen Kunstinstitutionen ausgestellt werden, zumindest besser als Durchschnitt sind.


    Was die von e-landscape angesprochene praxis angeht - vor allem wenn man nicht nur alleine im atelier mit drei bildverkäufen im monat rumdümpelt ist tatsächlich teilweise grotesk.]



    Wenn das "teilweise grotesk" ist, müsstest du das schon aus der eigenen! Praxis bestätigen können, und einer Antwort, ob du in der KSK auch versichert bist und dementsprechende Erfahrungen mit Ärgernissen gemacht hast, meinst du ja aus Gründen des "Schweigerechts" nicht beantworten zu müssen. Also auch hier wieder eine von dir gern angewandte Methode der Verallgemeinerung ohne eigene Erfahrung? Worum geht es dir in dem langen Geschreibe eigentlich, den letzten Text in unserem (wohl eher ungewolltem) Dialog zu schreiben?

    Gruß siku

    Nachtrag: wenn schon grotesk, so ist es nicht der Berechnungsmodus der KSK, sondern vielmehr die allgemeine Arbeitsmarktsituation, dass Leute mehrere Jobs gleichzeitig ausführen müssen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. In solchen Fällen wird es auch für die KSK-Abrechung unübersichtlich und aufwendig festzulegen, ob derjenige der mehrere Jobs ausübt überhaupt dort hineingehört. Ich finde es eigentlich positiv, das über die KSK dieser Aufwand betrieben wird, dafür war sie in den 80er Jahren (übrigens von der FDP initiiert) wohl kaum vorgesehen.

    Es wäre interessant zu erfahren, welche Erfahrungen andere KN-User mit der KSK gemacht haben und welche Meinung sie dazu haben.
  • xnup
    siku lassen wir es einfach - du willst nicht von einer Personalisierung lassen - ich bin daran interessiert einmal darüber zu diskutieren - wie die Situation ist - und was man tun kann.

    Wenn du mich fragst ob ich in der KSK bin - kannst du genauso die Verantwortlichen für die Kulturpolitik fragen ob sie in der KSK sind.

    Du meinst man könne diese Debatte eindampfen auf die KSK ich meine das nicht. Für mich ist es kein Problem, daß eben zwei Meinungen bleiben - ich muss nicht weiter klären wer nun Recht hat, darum geht es mir nicht.

    gruss
  • siku
    .
    .
    Betroffen machen wir den Vorhang zu - und alle Fragen offen (nach Berthold Brecht)
    :-)
  • Herr Lehmann
    Herr Lehmann
    falsch punx - man muss immer versuchen in einer diskussion zu gewinnen - wozu sonst gibt es die "Eristische Dialektik" von Arthur Schopenhauer
    :)
    Signatur
  • xnup
    ach - diese Fingerübungen - ich halts da eher mit ner moderneren dialektik:
    "Alle Wissenschaft wäre überflüssig, wenn die Erscheinungsform und das Wesen der Dinge zusammenfielen"

    Ansonsten wird es halt sein wie immer die einen nehmen das mit die anderen jenes, letztlich diskutiert jeder für sein eigenes auditorium.

    gruss
  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    "das Wesen der Dinge" hört, hört. das gibt es also wirklich?
    Signatur
  • xnup
    Womit man, wenn man es wirklich wollte nun über die Erscheinungsform und Wesen der KSK reden könnte und das was sich daraus ergibt.
    ;)
  • Horst Fischer
    Horst Fischer
    Eristische Dialektik ist die Kunst zu disputieren, und zwar so zu disputieren, das man Recht behält.
    (Nicht unbedingt zu diskutieren)
    Ich hab´ Recht, das war schon immer so.
    H.
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