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  • VERLEGENHEITEN eine Austellung von ...

  • TRAWAR VERLEGENHEITEN eine Austellung von ...
    AUSTELLUNG: vom 3.2.07 - 17.2.07
    AUSTELLUNGSERÖFFNUNG: 3.2.07, 20.00 Uhr
    RAWART-Gallery
    Revalerstrasse 99
    10245 Berlin
    VERLEGENHEITEN 030207-170207

    pauliina pesonen, anna simon, flo bockstaller und johannes bauer, vier junge künstler aus berlin, helsinki und aus dem schwarzwald versuchen in ihrem ausstellungskonzept „verlegenheiten“ eine kunst, die das unvollständige, uneinheitliche, das ungewisse zum thema macht, eine kunst die sich gegen den künstler richtet, die brachlegt.

    VERLEGENHEIT ALS SCHIMPFLICHE UNTÄTIGKEIT

    im mittelhochdeutschen roman erec des hartmann von aue, heiratet der junge, vorbildliche erec, ritter am hofe artus, die liebliche enite und zieht mit ihr auf den hof seines vaters. dort vernachlässigt erec seine herrscherpflichten, der aus liebe zu enite die tage lieber mit ihr im bett verbringt.
    dieses vergehen erecs wird als verligen bezeichnet und war am hofe artus ein sehr schwerwiegendes. erec sah sich gezwungen seinen ruf durch standesgemäße abenteuer (drachen töten, riesen töten, hexen töten usw.) wiederherzustellen.

    war man im mittelalter „verlegen“ bedeutete das durch zu langes liegen in trägheit versunken, entwertet, verdorben zu sein. verlegenheit war nichts als schimpfliche untätigkeit.

    VERLEGENHEIT HEUTE

    doch beim durchschreiten der zeit hat das wort verlegenheit eine andere bedeutung angenommen. drachen, riesen und hexen sind komplexeren feindbildern gewichen und die betonung der tat erscheint uns rückblickend als idealisierung von schutt- und leichenbergen, als verrat an dem, an was wir glauben.

    verlegenheit ist heute für uns zum ausdruck universaler unsicherheit geworden. verlegenheit ist zur antwort geworden auf all die gescheiterten positionierungsversuche des einzelnen, unfähig sich selbst, als auch die umwelt letztendlich darzustellen.
    verlegenheit wird so zum letzten bezugspunkt, zur letzten bastion des einzelnen.
    verlegenheit ist schön, schwermütig, verzweifelt, zerrissen, wabernd und ehrlich bis zur tatenlosigkeit.

    „verlegenheiten“ bildetet das netz, das unsere arbeiten miteinander verbindet, die ungenauigkeiten, das widersprüchliche, das sperrige und zusammenhanglose: der versuch wird zum endprodukt erklärt. das wissen um unvollkommenheit, um unwissenheit akzeptiert.

    wir wollen arbeiten zusammenbringen, die der „verlegenheit“ den raum bieten, der ihr zusteht.

    WIR

    pauliina pesonen
    zeigt den menschen in ihren licht/malerei-installationen, wie er ist: nackt, unsicher, verletzlich. hineingeworfen in eine ausgeleuchtete welt, schatten suchend.

    anna simon
    zeigt in ihren fotografien alltägliche gegensätze auf. kühlen, reduzierten formen menschenleerer gebäude stellt sie poetische selbstporträts gegenüber.

    flo bockstaller
    sucht in seinen holzskulpturen nach dem direkten, archaischen ausdruck, nach dem vertrauten im fremden. ihre sensible, teils melancholische ausstrahlung erzeugt eine unmittelbare nähe, der sich der betrachter nicht entziehen kann.


    johannes bauer
    arbeitet sich an der positionierung des einzelnen in einem unfruchtbaren land und dem scheitern daran, ab. immer auf der suche nach dem blick, der alles offen legt, entschlüsselt.
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