KunstNet nutzt Cookies. Details.
  • "Plädoyer" für die Hobbykunst

  • tnubetueh "Plädoyer" für die Hobbykunst
    ... und weil hier teilweise nur mit Profis diskutiert werden will, bringt mich das geradewegs dazu, die Profis und auch Amateure mal zu fragen, welche Erfahrungen sie im Kunstgewerbe mit Standesdünkel gemacht haben. Gibt's die Schiene "ich rede nur mit Profis" öfter, verweigern sich Galeristen Amateuren generell, oder ist das nur von Fall zu Fall so? In irgendeiner Künstler-Homepage hab' ich mal amüsiert einen Bericht darüber gelesen, wie arrogant und unangenehm berührt irgendeine Galeristin reagierte, nur weil ihr das gute Künstlerchen (per Mail) seine Homepage empfehlen wollte. Mir scheint, es gibt in der Kunstszene eine Art von Kontakt-Code, den man einzuhalten hat, wenn man irgendwie wahrgenommen werden will. Wer ausstellen möchte, und zu dem Zweck auf Galeristen zugeht, sollte sich da wohl auskennen, oder?
    Ich frage übrigens so dumm und neugierig, weil ich als nunmehr schon 20 Jahre tätiger Amateur immer nur zum Privatvergnügen Kunst gemacht habe, und noch immer sehr zufrieden feststellen kann, daß die Leidenschaft an der Sache stetig zugenommen hat, und genau diese Leidenschaft scheint mir der Kern der Sache zu sein. Ich hab' keine Ahnung wie man seine Arbeiten verscherbelt, ist mir auch ziemlich egal, mich interessiert Kreativität an sich, und kreative Menschen sowieso. Und das scheint mir respektabel genug. Wollte ich nur mal am Rande anmerken, weil ja von vielen Menschen Kunst nur wahrgenommen wird, wenn sie kommerziell betrieben wird. Kunst ist-aus meiner Sicht jedenfalls- der "Thrill" beim Arbeiten und nicht das Höchstgebot beim Nobelversteigerer . Den Entschluß, der Muse keine Profiketten anzulegen, habe ich übrigens nie bereut, und die Muse ist die aufregendste Frau die ich kenne...
  • TRA-3
    Natürlich verstehe ich Deinen Unmut. Bedenke jedoch, dass es sich nicht unbedingt um Arroganz und Hochnäsigkeit handelt, wenn ein Galerist, einem auch hochtalentierten Freizeitkünstler, eine Absage erteilt. Aus Verantwortung gegenüber den Künstlern die ihren Lebensunterhalt mit ihren Werken bestreiten müssen ist das nur fair. Es gibt genug andere Foren (Örtl. Kunstvereine, Kunstnet ect)in denen sich Hobbykünstler sammeln können.95 % aller Berufskünstler haben es außerordentlich schwer vernünftige Preise für ihre Werke zu erzielen. Nicht der Einzige, aber ein Grund mit ist auch die zu Dumpingpreisen angebotenen Arbeiten von Freizeitkünstlern. (s. auch meinen Beitrag zu Profikünstler). Vielleicht musst Du für die sogenannte "kommerzielle Kunst" auch etwas Verständnis aufbringen, denn es sind hier zumeist keine Heuschrecken und Kapitalisten am Werk, sondern Menschen die sich die Kunst als Profession zu eigen machen und nach außen tragen, dafür sollten sie auch entlohnt werden zumindest auf Harz 4 Niveau.
  • nairdnelhcs
    "Aus Verantwortung gegenüber den Künstlern die ihren Lebensunterhalt mit ihren Werken bestreiten müssen ist das nur fair."


    @3-art:
    aus dem von dir genannten grund lehnt kein galerist den hochtalentierten hobbykünstler ab.
  • Jetzt bei Amazon günstig Kunstbedarf kaufen.- Werbpartner -
  • z-m
    Hier liest man oft Zeug...
    Ich habe den starken Eindruck, dass das Bild von Kunst und Markt oft sehr verklärt gesehen wird - vielleicht hilft es, die rosa Sonnenbrille abzunehmen. ;-)

    Eine Galerie ist ein Geschäft und der Künstler ein Produzent! Nichts anderes.
    Es gibt viele Gründe, warum ein Künstler abgelehnt werden kann. Die Extreme sind: weil er Müll produziert und: weil der Galerist nicht noch mehr verkaufen kann. Und dazwischen gibt es noch viele andere Möglichkeiten.

    Wenn der Künstler zu blöd ist (und da nehme ich mich ganz und gar nicht aus - ich bin's nämlich), eine Galerie zu überzeugen, seine Kunst zu verkaufen, ist er selbst schuld.
  • inigaN
    >>>In irgendeiner Künstler-Homepage hab' ich mal amüsiert einen Bericht darüber gelesen, wie arrogant und unangenehm berührt irgendeine Galeristin reagierte, nur weil ihr das gute Künstlerchen (per Mail) seine Homepage empfehlen wollte.

    Einfach so per e-Mail anschreiben nach dem Motto "kucken Sie mal meine HP an, wie finden Sie meine Bilder, wollen Sie sie verkaufen" ist keine sehr professionelle Herangehensweise. Ein Amateur (der sehr gute Bilder macht, und auch seine Bilder verstädnlich erklären kann), sollte erstmal persönlich die lokalen Galerien in der näheren Umgebung kennenlernen. Vorher hat er vll. ab und zu schon mal in seiner Gegend ausgestellt (und wenn "nur" in Buchhandlungen, Restaurants, etc), so dass der Galerist womöglich auch schon von ihm gehört hat.
  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    hobbykunst ist tiptop. nix gegen zu sagen. bin ja selber hobbykünstler. denn ist eh alles verhandlunssache. wie ein franzose ausführt, unter anderen indem er den text eines argentiniers zitiert, der eine >> gewisse chinesische Enzyklopädie<<, erwähnt, in der behauptet wird, dass >>die Tiere sich wie folgt gruppieren: a) Tiere, die dem Kaiser gehören, b) einblsamierte Tiere, c) gezähmte, d) Milchschweine, e) Sirenen, f) Fabeltiere, g) herrenlose Hunde, h) in diese Gruppierung gehörige, i) die sich wie Tolle gebärden, k) die mit einem ganz feinen Pinsel aus Kamelhaar gezeichnet sind, l) und so weiter, m) die den Wasserkrug zerbrochen haben, n) die von weitem wie Fliegen aussehen<<

    muß man nix mehr zu sagen oder.
    Signatur
  • o-yarg
    sachlich - persönlich - Profi - Hobby ..

    heute_kommt_es_aber_ganz_dick.

    Was machen, wenn dann Alles in Schubladen
    verteilt ist? Eben, wir müssen an die Gene-
    rationen nach uns denken - deswegen ein Zitat
    aus einer uralten Fernsehserie:
    "Hör auf mit sauber machen, ich bin noch nicht
    mit dreckig machen fertig."
  • laerbus-tra
    ... ein Zitat
    aus einer uralten Fernsehserie:
    "Hör auf mit sauber machen, ich bin noch nicht
    mit dreckig machen fertig."



    hahaha!

    ich hab noch nicht mal ein hobby!
    :-(
  • iwraM
    Moin,

    das Argument des Geldverdienens... der Markt reguliert sich selbst. Wenn Kunden dann erkennen, daß sie gleiche Qualität (nicht bei mir, ich bin Anfängerin) zum zigstel Preis auch unabhängig vom Namen erhalten... was reguliert sich dann wohl?

    Egal welcher Job es ist, wer gut ist, verkauft, wer schlecht ist, dümpelt vor sich hin oder muß den Job wechseln.

    Warum sollte es in der Kunstbranche anders sein?

    Ach neee, hier werden ja künstliche Märkte geschaffen und wie in Hollywood der NAME verkauft. Tja, der Markt wird sich auch weiterhin regulieren.

    LG,
    Marwi
  • nuazuab
    @ Marwi

    Ich kann nicht klar erkennen
    an was du nun glaubst.

    *kopfkratz*


    @ m-z

    Sag mal, hat dir etwa jemand ein Buch
    empfohlen, dessen Inhalt dir bereits
    geläufig war ?

    *lol*
  • Mulino
    Mulino
    [code:1]Zitat
    ...weil ich als nunmehr schon 20 Jahre tätiger Amateur immer nur zum Privatvergnügen Kunst gemacht habe...[/code:1]

    [code:1]Zitat
    ...wenn ein Galerist, einem auch hochtalentierten Freizeitkünstler, eine Absage erteilt...
    Aus Verantwortung gegenüber den Künstlern die ihren Lebensunterhalt mit ihren Werken bestreiten müssen ist das nur fair.[/code:1]


    Das klingt für mich ein wenig wie:

    "Du Schatz, lass uns lieben"

    und die darauf folgende Antwort:

    "Nee, Sex gibt´s nicht!!! Aus Verantwortung gegenüber denen die ihren Lebensunterhalt mit Sex bestreiten müssen ist das aber nur fair"
    Signatur
  • z-m
    Sag mal, hat dir etwa jemand ein Buch
    empfohlen, dessen Inhalt dir bereits
    geläufig war ?


    Oh mein Gott!
    Du hast ja übersinnliche Fähigkeiten... Mir hat tatsächlich jemand ein solches Buch empfohlen, um sich, so vermute ich, einen zeitlichen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. ;-) Zeitbindung ist wohl die neue, fiese Variante der Kapitalbindung. ;-)
  • geradeaus
    geradeaus
    Das einzige, was bei mir eine Rolle bei der Auswahl spielen würde, möchte ich erfolgreich eine Galerie betreiben, wäre die Qualität der Bilder. Alles andere wäre zweitrangig.
  • iwraM
    Hallo bauzaun,

    ich habe keine wirkliche Meinung dazu, weil es nciht mein Metier ist Kunst zu verkaufen. Also beleuchte ich es von allen Seiten, was mir dann ganz gerne als "Meinungslosigkeit" unterstellt wird.

    Dabei fehlen mir die notwendigen Informationen, mir ein festes Urteil zu bilden.

    LG,
    Marwi
  • lleiret
    Scheinbar geht's mal wieder um die Frage der Kunst bei der Kunst, lustig. Dieses Mal ist der Apsekt, welcher emotionsgeladen beleuchtet werden soll die Unterscheidung zwischen Hobbykunst und professioneller Kunst. Ich finde diese Unterscheidung ehrlich gesagt zu diffus angestellt oder somit zu irrelevant in ihrer Konsequenz, als dass sie wirklich grundlegend erheblichen Sinn machte. Wenn das gesamte Feld der künstlerischen Aktivität mit den klaren, vorgegebenen Handlungskonsequenzen einer Tätigkeit wie z.B. des Feuermannes oder eines Fußballers vergleichbar wären, dann gut. Wäre dem so, würde es in der Tat nur um die Profession im Sinne der Ausführung gehen, welche an die existentielle und zeitliche Konsequenz dieser Profession anknüpft. Ein ehrenamtlicher Feuerwehrmann und ein Fussballamateur haben in der Regel weniger Praxis und nicht selten auch schlechteres Equipment sowie sie umgebende Infrastruktur, um die gleiche Routine und Professionalität aufzuweisen, wie dem entgegen ein Hauptberufler oder Profi aus diesem Zweig. Doch ob gleiche Bewertungskriterien bei der Kunst anzulegen wären, wage ich erheblich zu bezweifeln. Auf den Kunst- oder Kulturbetrieb möchte ich dabei noch nichtmal eingehen. Mit ein wenig Objektivität sollte man doch feststellen können, dass in der Kunst nicht primär die quantifizierbaren und rein materiellen Aspekte zu nennen wären. Weiter scheint die Qualität von Kunst ontologisch schwer zu bestimmen zu sein, oft steht diese jedoch offenbar im Zusammenhang mit der Fähigkeit zur Sichtweise allgemein, den Ideen (was nicht grundlegend avantgardistisch oder transzendent zu verstehen sein muss) und Fähigkeiten der Kommunikation oder des Transports von Ideen. Den Erwerb von Sichtweisen und Ideen durch die Profession bestätigt oder erst legitimiert zu sehen, scheint absurd. Die Fähigkeit zur Kommunikation könnte jedoch zugegebenermaßen durch die ständige Auseinandersetzung besser gelingen, muss es jedoch nicht, da die weitgreifendere Auseinadersetzung innerhalb der Profession auch Risiko bedeuten mag. Insofern ist eine qualitative Unterscheidbarkeit, die von solchen Merkmalen (Professionalität und Amateurliga) ausgeht wohl kaum ausreichend reflektiert, baut sie nicht auch auf anderem auf.
  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    zu beachten sind auch die einweihungsriten, zwar muß man wahrscheinlich keiner götzenfigur(nagut, manchmal vielleicht nen professor, kurator oder galeristen) auf den arsch küssen, wie das in anderen kulten ja ouzos gewesen sein soll, aber es gibt ja auch noch die geheimisvollen sakralen orte an den der künstler die initiationsriten durchläuft, wie akademie, kunstverein, museum.

    aber WIR wissen ja, die initiation ist niemals abgeschlossen.
    hanni,
    großmeister vom 18. moma und strahlender readymadestern des 23.FNORD geweihter ritter der gestreiftenmerdartista
    Signatur
  • TRA-3
    Teriell, vielen Dank für Dein Statement, werde darüber nachdenken.
    Bin leider im Zeitdruck, versuch aber in den Nächsten Tagen zu antworten.

    Grüsse Klaus von 3-ART
  • sinA
    Also, nach teriell, Fähigkeiten der Kommunikation und Transport von Ideen und Sichweisen (wenn man sie überhaupt hat, und es ist nicht immer der Fall) bestimmen die Qualität der Kunst.

    Gibt es nicht zu transportieren, ist es keine Kunst. Es ist nur erweckte Anschein der Kunst..

    Wer kann diese Fähigkeiten bei sich nachweisen, der kann sich auch Profi nennen. Vereinfacht gesagt, man könnte es mit der Qualifikation des Arztes vergleichen.

    Arzt ist nicht gleich Arzt, obwohl man schon alle Profis nennen kann. Sie haben oft gleiche Praxis, Infrastruktur, Equipment, Routine... aber... Einer bringt sichtbare Erleichterung, trifft konstruktive Maßnahmen, anderer tut nur so...
    Das spüren auch ganz einfache Patienten ganz gut...
  • lleiret
    @anis - Die Deutung teile ich so nicht ganz, auch nicht wirklich den Vergleich mit Ärzten, aber das macht nichts. Nur ich möchte hier wirklich vermeiden, eine erneute Kunstdebatte anzustossen, weswegen ich mich mal zurückhalte.

    @hanni - initiation ist ein gutes bild... wenn auch ein sehr negatives, setzt es doch eine gewisse konservative haltung des fortbestandes und unwandelbarkeit voraus.

    @3Art - bin gespannt auf die ausführung
  • geradeaus
    geradeaus
    Ja. Da bin ich auch gespannt.:-))))
    Schade, dass die Ausführung nicht gleich kommt.
  • Seite 1 von 1 [ 20 Beiträge ]

  • Anmelden um auf das Thema zu antworten oder eine Frage zu stellen.

Ähnliche Themen