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  • van gogh am fliessband...

  • Sabine Minten
    Sabine Minten van gogh am fliessband...
    zum thema "lebende kopierer" schaut mal hier:

    "...Van Goghs vom Fließband
    Im Süden Chinas liegt die weltweit führende Produktionsstätte für Billigkunst: Rund fünf Millionen Gemälde - meist Kopien von Meisterwerken - exportiert das Künstlerdorf Dafen jährlich in alle Welt. Die schnellsten Akkordarbeiter pinseln bis zu 30 Bilder pro Tag\"
    Quelle: 🔗

    weitere infos:
    🔗
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    die maler arbeiten im akkord und verdienen ca. 2 euro am tag und damit mehr als der kollege, der sich auf dem reisfeld abplagt...

    der einkaufspreis liegt bei grösseren bestellungen bei rund 30 cent pro bild. bei ebay werden die teile dann zu hunderten zum schleuderpreis angeboten. da kann nicht mal mehr der bulgarienimport (typisches motiv: paris im regen) mithalten...
    Signatur
  • imihsas
    so macht die geschmacklosigkeit der westlichen welt wenigstens ein paar mäuler satt... globalisierung sei dank! :0)
  • sinA
    hallo
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  • sumixorp
    "wichtige Kulturindustrie" in china.

    na, wenn das kultur sein soll und keine retro-marktwirtschaft des 18./19. - Jahrhundert mit einem leichten schein-sozialistischen stalinistischen touch, dann nennt mich jesus, den messias der kultur-befreiung -.-
    ne, im ernst

    wenn man meint, china habe eine riesen kultur, auf grund der sehr weiten geschichts-schreibung, dann ist das eine lachhafte ansicht der tatsachen. warum kopieren chinesen dann europäisches kulturgut?

    ich gebe den bildern wenige jahrzehnte, die sie überleben werden, wenn überhaupt.
    bis dahin werden diese schnell-gepinselten tagesrationen zerfallen wie morsches holz, genauso wie china innerlich eitert.
    der wirtschaftliche glanz wird wieder so schnell vergehen wie er kam.
    ist nur eine frage der zeit.
    die arbeiten sich noch zu tode, zähle die jahre ...
    :-)
  • imihsas
    china hat eine ausserordentlich interessante zeitgenössische kunstszene proximus... kopieren ist für chinesen ausserdem nix schlimmes, die kennen kein copyright , sie kopieren sich ja auch selbst untereinander.. ist halt eine ganz andere kulturelle basis und sollte nicht unbedingt mit westlichen werten gemessen werden.. im grunde find ich sie nicht doof, wenn westliche märkte existieren die ihnen den kram abnehmen, wären sie doof es nicht zu machen... ich find eher die westliche scheinwertegesellschaft etwas fragwürdig , die solche stilblüten fördert und dann moralisch den finger erhebt.
    das sich chinesen zu tode arbeiten stimmt , und das china innerlich gährt ist wohl auch wahr, aber was willst von einem land erwarten das nach der "kulturrevolution" nun in der globalisierung die rettung erwartet... china ist schweinearm, und der grossteil der bevölkerung wird es auch bleiben... aber die hoffnung , das sich endlich was für sie ändert, die stirbt auch in china zuletzt.. was ich eigentlich sagen will ist, das es leicht ist aus unserer position was zu verurteilen, was wir A nicht verstehen, und B mitverantworten...
  • BFnaitsabeS
    Das ist wirklich ein komplexes Thema. Im chinesischen Fernsehen habe ich ein Interview mit einem Kunstakkordarbeiter gesehen. Er meinte, er habe Malen von A bis Z erst bei seinem Auftraggeber gelernt. Er malt seine Bilder stereo nach Vorlage, also die Leinwände liegen in seiner (sehr ärmlichen) Wohnung herum und er gibt ihnen reihum die nächste eingeübte Schicht Pinselstriche, während die anderen Bilder trocknen. Der junge Akkordmaler meinte, Malen sei auf jeden Fall besser als die harte Arbeit in der Industrie. Im Hinblick auf die Arbeitsbedingungen dort (einstürzende Kohlemienen, schreckliche Arbeitsunfälle aufgrund fehlender Sicherheitsstandards) konnte ich seine Jobentscheidung sehr gut verstehen.

    Warum wird soviel kopiert in China? Erstens sollte man nicht vergessen, dass die Kulturrevolution (1968 bis 1978) die chinesische Kultur bis in die allertiefsten Tiefen zerstört hat. Sowohl vom Zeitraum her als auch vom geistigen und materiellen Zerstörugnspotential ist diese Zeit durchaus mit der Phase totalitärer Herrschaft in Deutschland zu vergleichen. Und das Ganze war wie gesagt 1978 erst zuende. Das ist noch gar nicht so lange her. Ich glaube, man kann die langfristige Wirkung dieses Vernichtungswerks auf die chinesische Kultur gar nicht überschätzen. Originalität braucht Geschichte, sie braucht Anknüpfungspunkte. Dank der Perfidie der kulturrevolutionären Gehirnwäsche ist die Geschichte schöpferischer Vorgänge in China abgerissen, und, wie man ja zum Beispiel auch an der (geistigen) Kümmerlichkeit der deutschen Filmindustrie sieht, zählt die Rekonvaleszenzzeit von in totalitären Zusammenhängen zerstörten Kulturäußerungen eher nach Jahrhunderten denn nach Jahren.

    Im übrigen gibt es noch zwei Gründe, warum das Kopieren in China gern Mittel der angemessenen Wahl ist. Wer im chinesischen Alltag auch in vermeintlich kleinen Verhaltensäußerungen abweicht (zum Beispiel ein Mann, der eine Mütze trägt, oder der nicht oft genug lacht und ausgelassen ist) wird sehr schnell auf spielerische, aber durchaus effektvolle Weise sozial kommentiert. Er gilt als Shen Jin Bing, geisteskrank, und es ist erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit und Frequenz diese Vokabel unter chinesischen Freunden benutzt wird. Was macht nun ein Künstler, der, zumindest nach Maßgabe westlicher Industriestaaten, auffallen MUSS, will er nicht seinen Berufszweck verfehlen? In China kann er einfach einen anderen Künstler (Sänger, Musiker, Tänzer) kopieren. Wer kopiert, fällt nicht auf. Und wer nicht auffällt, wird akzeptiert und - hier wirds dann spannend - kann Karriere machen (innerhalb und immer mit Hilfe des Parteiapparates, um den es keinen Weg herum gibt) weil er Neuartigkeit nur nach Vorgabe bereits entwickelter Innovationen anderer simuliert.

    Die Simulation des alltäglichen Kulturgeschehens, beispielsweise im Fernsehen, ist in China schon sehr erstaunlich. Auch in der Kunstausbildung wird eifrig kopiert. Wobei nur die besten Tuschemalereien aus der chinesischen Kunstgeschichte aus großformatigen Vorlagenbüchern abgemalt werden. Dass diese bewunderten Meister damals oft selbst ohne erkennbare "Vorlage" schöpferisch tätig wurden, wird in der chinesischen Kunsterziehung, zumindest an der Kunstakademie, an der ich ein halbes Jahr gelernt habe, gar nicht erst thematisiert.

    Weiterhin bin ich der Meinung, dass die Mehrzahl der Chinesen (vielleicht aus den eben erwähnten Gründen) ein gestörtes Verhältnis zu ihrer eigenen Kultur haben. Alles, was ausländisch ist, ist toll. Alles, was chinesisch ist, ist "alt" und "langweilig". Gleichzeitig höre ich Klagen über den westlichen Kulturimperialismus in China. Verkrampfter Nationalstolz und kriterienloses Aufsaugen allen westlichen Hypes wechseln sich bei der Mehrheit der Bevölkerung, so kommt es mir vor, in wilden Sprüngen ab.

    Ein Beispiel dieser Kollektivschizophrenie - wenn ich dieses Wort benutzen darf - ist die Aufforderung des chinesischen Popstars Jay an seine Künstlerkollegen "nur chinesische Musik zu machen und die chinesischen Traditionen zu wahren". Um die Gestörtheit dieser Aussage abzuschätzen, muss man wissen, dass Jay mit einer - allerdings durchaus originellen - chinesischen Form des HIP HOP (!) Karriere gemacht hat. Die Zerstörung gewachsener Infrastruktur mitsamt jahrtausendealter Stadtpaläste in den uralten Städten Chinas durch illegal, aber geschützt arbeitende Bauunternehmer ist in Deutschland ja bereits Feuilletonthema. Ich bin schon einmal über eine solche Ruinenlandschaft aus Siedlungsschutt gewandert, aus dem Bauschutt ragten noch jahrhunderte alte Löwenskulpturen und Türschwellen heraus. Es war doch ziemlich schwer zu ertragen.

    All dies zusammen macht den chinesischen Van Gogh vom Fließband zum kulturellen Muss. China erlebt gerade seine von Fakes zugemüllte Nierentischchen-Zeit, und der wirtschaftliche Boom wirkt genauso gehirnanästhesierend wie damals in Deutschland zur Adenauerzeit.
  • s-ejtna
    @Sashimi und SebastianFB,

    manchmal lohnt es sich doch ins Kunstnet zu schauen, trifft man doch hin und wieder auf wirklich fundierte Meinungen und Sichweisen.

    Danke Euch.
  • trofgniR
    antje-s



    Zitat: Antje:
    Heute- 10:19 @Sashimi und SebastianFB,

    manchmal lohnt es sich doch ins Kunstnet zu schauen, trifft man doch hin und wieder auf wirklich fundierte Meinungen und Sichweisen.

    Danke Euch.

    da schließ ich mich doch gerne an und sag auch DANKE!
  • ratslla
    ich sag auch danke.
    ist doch klar.

    :)))
  • sumixorp
    ist wirklich interessant zu lesen,
    also danke auch von mir.
  • sumixorp
    nur der witz an der sache ist, dass "china halb sozialistisch ist"
    schon alleine der name volksrepublik china basiert darauf.

    doch die "verwestlichung des landes" erfolg gerade zu in form von tiefstem Manchesterkapitalismus.

    diese phase kann nicht mit dem wirtschafstwunder deutschland nach dem zweiten Weltkrieg verglichen
    werden,
    zum einen es dafür auch ganz andere gründe und zusammenhänge gibt.

    ich denke nur, es ist totale verschwendung von kostbaren ressourcen der erde, diesen schund zu produzieren, der sowieso kaum vergleichbare haltbarkeit aufweist.

    selbst die armut ist für mich keine "entschuldigung" für das hemmungslose kopieren von kunstwerken und somit deren künstlern, ihrem individuum, weil es auch nur auf dem gedanken von profit begründet ist.
    wie wohl vincent van gogh darüber denken würde, wenn er wüßte, dass seine bilder von chinesen kopiert werden um zu überleben?
    interessante vorstellung.
    :))))))


    vom prinzip tut es mir nur leid, wenn irgendwelche geschmacklosen "walmart besucher" solche schrott-bilder kaufen und somit die schundproduktion vorantreiben.
    ein vom chinesen gemaltes rembrandt-portrait, wer will das nicht...(einen kunstdruck kann ich noch halbwegs akzeptieren, weil der dem original in objektiver weise gleicht, aber bei armuts-zeugnissen sieht es für mich etwas anders aus)

    Das china sehr arm ist kann aber nicht unbedingt so stark formuliert werden. (wer ist denn genau arm.)

    wenn die chinesische regierung einen teil seiner gewonnen finanzen durch die wirtschaftliche entwicklung(ausbeutung) für neue waffensysteme verschleudert und andere aufrüstungen, dann frag ich mich doch, was das für einen sinn hat.

    vielleicht kopieren sich die chinesen noch eines tages selbst, wenn die generationen sich überlagern und es zum gesellschaftlichen kollaps kommt, ob dann auch so viele fehler passieren werden?
    man sollte es nicht hoffen. :))))))))
  • oicinitram
    einen van gogh abzupinseln geht o.k.,
    bei einem Picasso etc. werden sich event. die Erben und die Verlage beschweren mit ihren Posterlizenzen (da er noch kein 70 Jahre tot ist),
    schlichtweg lebensgefährlich wirds allerdings bei Kugellagern etc., da hört der Spaß endgültig auf
    siehe auch:
    🔗
  • eifachfilm
    eifachfilm
    Das einzige was mich an dieser geschichte stört ist das die zum teil sehr guten künstler nur diese kopien verkaufen können ihre bilder werden net mal angesehn ... kopie like you can ist für mich eigentlich völlig nachvollziehbar wo ein märt ist warum nicht liefern nur der lohn ist eine sauerei .. wie so oft

    saschi lieber gruss !
    Signatur
  • oicinitram
    Anzeigen gesehen bei kunstnet.de ;))

    (Im logout mode unter google Anzeigen)

    http://www.painting-frame.com

    oder unter Perfect Oil Paintings:

    http://www.paintinghub.com

    Nur so am Rande, da sind jede Menge Verstöße gegen das Urheberrecht dabei!
  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Ich sehe das als Ende der europäischen Kommerzmalerei. Und vor allem für die großen Künstlerbedarfsfirmen ein Zurückgehen des Umsatzes. Wer macht sich dann noch die Mühe, malen zu lernen, und viel Geld für Farben und Material auszugeben, wenn er für 5 Euro ein Ölbild kaufen kann?
    Welcher Hobbymaler ist nicht darauf angewiesen, auch mal was zu verkaufen, um sich das Material leisten zu können?
    Wer wird noch malen lernen wollen?
    Wer wird übrigbleiben? Ein paar Extremkünstler und vielleicht der eine oder andere Auftragsmaler?
    Wenn man davon leben muss, dann kann man nur sagen, na gute Nacht.
    Wie seht ihr das?
    Signatur
  • NIWREW
    Nur "Extremo" wird überleben!
  • Sabine Minten
    Sabine Minten
    @ma-gie
    das ist allenfalls das kommerzielle ende der kalendermotivmaler, die sich mit ihrem braven toscana-blümeli-sonnenuntergangs-gepinsel eh auf ausgelatschten pfaden befinden.
    Signatur
  • laerbus-tra
    hobbymaler, die dann nix mehr verkaufen, werden sich halt ein anderes hobby suchen müssen ...
    ;-)
  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Finde ich eine interessante Entwicklung, ich liebe Herausforderungen.
    Da kann man ja echt gespannt sein.
    Liebe Grüße Margit
    Signatur
  • relamlznerP
    Hallo !

    Mir ist bekannt, dass die chinesischen Maler in der erwähnten Fabrik Reproduktionen aus dem Fotolabor einfach mit Farbe überpinseln. Nur so ist auch die Höhe der Reproduktionen pro Tag möglich. Caravaggio brachte die Sensation fertig, in jungen Jahren an einem Tag zwei klassische Porträts zu kopieren !!!

    Gruß Prenzl.
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