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  • Mark Rothko

  • elGiero Mark Rothko
    Wer interessiert sich auch für die Kunst von Mark Rothko, wenn ja, warum?
  • siku
    Hallo elGiero,
    warum interessierst Du dich für Rothko bzw. warum hast du das Thema eröffnet? Eine kleine Einführung vor der allgemeinen Befragung wäre ganz nett.

    Hier gibt es weitere "Interessenten"

    Rot Quadrat
    Wie schon in dem betreffenden Galerie-Thread möchte ich noch einmal auf "The Rothko Chapel" in Houston (verlinkt) aufmerksam machen, die sagt schon so einiges über die Intention der Bilder und auch über die interessierten Betrachter aus.

    Gruß siku
  • siku
    Rothko - das große Schweigen

    Ich mag die Bilder von Mark Rothko und allgemein das "Color Field Painting" besonders deshalb, weil die Farbe automom vom Gegenstand ihre "Schöpferkraft" voll entfalten kann. Frei von vorgegebenen Assoziationen kann Farbe besonders gut direkt auf die Seele des Betrachters einwirken. Zitat Mark Rothko: "Ein Bild lebt auf in Gesellschaft eines sensiblen Betrachters, in dessen Bewusstsein es sich entfaltet und wächst (...)".
    Farbfelder sind auch eine schöne Abwechslung zu den Köppekiaden in der KN-Galerie.

    Gruß siku
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  • elGiero
    Danke, liebe Siku, meine Anfrage hat sich durch die Angabe des obigen Links eigentlich schon erledigt, denn das war es, was ich bestätigt wissen wollte.
    Auch auf mich haben diese Farben eine gewaltige Wirkung und sprechen mich direkt an. Das scheint aber nicht bei allen Menschen der Fall zu sein, wie ich festgestellt habe: Einige empfinden absolut nix...und meinten z.B., ich solle mir mal einen "anständigen Kunstkalender" an die Wand hängen!
    Solche Feststellungen finde ich immer sehr aufschlußreich. Von solchen Kritikern soll "Rothko" ja auch "Rotkohl" genannt worden sein.
    So werden wir diesen bedeutsamen Künstler aber gewiss nicht taufen, gell Siko!
  • elGiero
    Achja, was ich noch vergaß, für diejenigen, die Mark Rothko nicht kennen: Er ist der Mitbegründer der Großbildflächenmalerei und des "abstrakten Expressionismus".
  • odranoznel
    Hi,
    Ich persönlich liebe das Werk von Mark Rothko und für mich ist er DER Künstler des 20sten Jahrhunderts. Allerdings gehe ich jeder Interpretation und auch jeder schriftlichen Aufarbeitung seiner Bilder aus dem Weg. Mir geben die Bilder etwas, das unabhängig von jeglicher analytischen, politischen oder metaphorischen Betrachtung ist und das möchte ich für mich behalten.
  • elGiero
    Siku hat ein sehr bedeutsames Zitat gewählt:
    Ein Bild lebt auf in Gesellschaft eines
    " s e n s i b l e n " Betrachters.
    Auf Betrachter, die nicht sensibel sind, scheint Rothko nicht zu wirken, das ist auch meine persönliche Erfahrung.
  • malsupilahmi
    malsupilahmi
    toll elGiero, kannst die Bilder von Rothko dann ja mal als Eignungstest für deinen Freundeskreis benutzen
    Signatur
  • elGiero
    Mein Umfeld kenn ick, dat wäre vergeudete Zeit, die bekommen gleich "naive Malerei" kredenzt!
  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Lese gerade "Die Wirklichkeit des Künstlers" von Mark Rothko, seine Niederschriften, vom Sohn herausgegeben.
    Daraus geht hervor, dass Mark Rothko verzweifelt versucht hat, realistische Bilder zu malen und immer wieder daran verzweifelt und gescheitert ist. Und am Ende ist dann sein "Stil" herausgekommen, was eher zwangsläufig eine Entwicklung zu sein scheint als von ihm persönlich gewollt.
    Oder habe ich da was falsch verstanden?
    Na Hauptsache es gefällt jemanden.

    Gruß Margit
    Signatur
  • elGiero
    Danke dir, liebe Margit, habe oft darüber nachgedacht, wie er auf diesen Stil gekommen sein mag.
    Zweifellos sind seinen Bildern auch Entwicklungsphasen zu entnehmen.
    Werde morgen sofort in die Buchhandlung stürmen...
    Liebe Grüße von
    Doris
  • siku
    Lese gerade "Die Wirklichkeit des Künstlers" von Mark Rothko, seine Niederschriften, vom Sohn herausgegeben.
    Daraus geht hervor, dass Mark Rothko verzweifelt versucht hat, realistische Bilder zu malen und immer wieder daran verzweifelt und gescheitert ist. Und am Ende ist dann sein "Stil" herausgekommen, was eher zwangsläufig eine Entwicklung zu sein scheint als von ihm persönlich gewollt.
    Oder habe ich da was falsch verstanden?
    Na Hauptsache es gefällt jemanden.

    Gruß Margit


    Gelegentlich sieht man eben nicht nur das, was man sehen will, sondern liest etwas so wie man es gern hätte.
    Dass Rothko aus "Verzweiflung" darüber, dass er nicht gegenständlich malen konnte als Ausweg die Farbfeldmalerei gewählt hat, kann man einfach nicht so stehen lassen. Mag sein, dass nach der Lektüre des oben genannten Buches der Eindruck entstehen könnte, da wäre eine Übersicht über "ungegenständliche Bilder" als Ergänzungsleküre sehr zu empfehlen.

    Rothko war nicht der erste und der einzige Maler, der Farbfelder bzw. monochrome Bilder schuf. Das Thema ist so umfangreich, dass es in diesem kurzen Beitrag auch nicht annähernd abgehandelt werden könnte.

    Eine Überlegung war es , dass eine Erfahrung des Transzendentalen nach 1945 - wenn überhaupt - nur noch in Form ungegenständlicher Bilder realisiert werden könne. Die Farbfeldmalerei wurde dabei mit den Frühromantikern in Verbindung gebracht (siehe mein angegebener Link oben). Neben Rothko verfolgen Künstler wie Yves Klein, Barnett Newman die Absicht, Transzendentales durch bildende Kunst erfahrbar zu machen. (Klein signierte als junger Mann den blauen Himmel :-)), Newman malte die Kreuzstationen in monochromen Grautönen.
    Nun kann man das als "Spinnerei" abtun und meinen diese Künstler konnten gar nicht gegenständlich arbeiten, oder man schaut sich die Arbeiten an und liest auch etwas über diese Kunstströmung. Einer der bekanntesten Vermittler ist der amerikanische Kunstkritiker Robert Rosenblum. Er schrieb den Aufsatz: The abstract sublime [...] ("Das Sublime in der abstrakten Malerei".

    Die (Bild-)Fläche wird zu einem geistigen Ort, der meditatives Schauen ermöglicht.
    Mit einer transzendentale Erfahrungen vermittelnden Bildtheorie haben sich auch Theologen beschäftigt.

    Gruß siku
  • elGiero
    Hallo Siku,
    die Behauptung, dass Rothko "aus Verzweifelung" zur Farbfeldmalerei fand, stellt Margit gar nicht auf, denn sie stellt zum Schluss sogar in Frage, ob sie den Inhalt des Buches überhaupt richtig verstanden hat.
    Wie dem auch sei, einen genaueren Einblick werde ich mir erst verschaffen, wenn ich das besagte Buch selbst gelesen habe.
    Wenn ich mich mit einem Künstler und seiner Kunst auseinandersetze, dann auch mit seiner Persönlichkeit, seinem Leben mit Höhen und Tiefen usw., denn das gibt großen Aufschluss.
    Direktes hierüber lese ich aber nicht so gern aus dritter Hand, sondern -sofern möglich- über sein direktes Umfeld, in diesem Fall Rothkos Sohn.
    Rothkos Bilder üben eine sehr starke Anziehungskraft auf mich aus, und ich wollte erfahren, ob andere ähnliches erleben. Deshalb startete ich hier meine Anfrage.
    Mir ist auch bekannt, dass Rothko nicht der einzige und erste Farbfeldmaler war, aber die anderen Zeitgenossen interessieren mich weniger.
    Deshalb bin ich sehr auf das bestellte Buch gespannt.
    Viele Grüße
    von Doris
  • BFnaitsabeS
    Ich habe vor Längerem ein gegenständliches Bild von Rothko im Internet gefunden und trage es seitdem fest eingeprägt in meinen Stirnlappen umher als ein Beispiel wirklich unvergesslich raffinierter Kunst. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass jemand von der bildnerischen Auffassungsgabe Rothkos länger Tränen über vermeintliches Nicht-Realistisch-Malen-Können vergossen hat. Seine Bilder zeigen schon, dass er dazu vermutlich zu schlau war.
  • elGiero
    Im Internet kannst du dir seine Bilder auch als Poster und Kalender anschauen und natürlich auch bestellen.
    Das hier in Rede stehende Buch "Die Wirklichkeit des Künstlers" ist übrigens sehr lesenswert. Es handelt sich um keine Biographie, wie ich zuerst annahm, sondern um Rothkos Manuskript, das erst vor einigen Jahren entdeckt wurde. Der Text spiegelt Rothkos Auseinandersetzungen mit zentralen Themen der Kunst wieder. Der Inhalt ist sehr aufschlussreich, da Rothko bekanntlich zu Lebzeiten zu seiner Kunst nur sehr selten öffentlich Stellung bezog.
  • stanko
    stanko Mark Rothko ist für mich:
    Faszinierend, eindrücklich und sehr an der Grenze des Erträglichen, so würde ich spontan mein Erleben in den vielen Ausstellungen, die ich wegen Rothko besucht habe beschreiben.
    "Erträglich" im positiven Sinne - Stille Momente, ohne Worte, mittendrin und trotzdem an der Grenze des greifbaren Unsichtbaren - das schätze ich an seiner Malerei. Auch der Mut, "Das Schwebende" auf Leinwand zu bannen, dem Grenzenlosen einen Bildraum zu geben...ein seelischer Drahtseilakt, der so lange gelingt, wie es was zu sagen, bzw. zu zeigen gibt.

    Kurz zum Thema "gegenständlich" - in allen Biographien sind ältere (erste gegenständliche) Bilder zu sehen, die auch schon vom Ringen nach dem zeitgemäßen Ausdruck künden. Die Werke, als sie dann endlich "ungegenständlich" wurden, sprechen solch eine klare Sprache von Freiheit, daß der Gedanke an Künstlers-Leid dabei ziemlich absurd erscheint.

    Das Leid dürfte woanders beheimatet gewesen sein.

    lg stanko
    Signatur
  • heinrich
    @stanko."Das Leid dürfte woanders beheimatet gewesen sein."

    Ich habe gelesen, dass Rothko zunehmend unter Depressionen litt und mit der Zeit seine Farbpalette verdüstert hat.

    Er stritt immer wieder jede Beziehung zwischen seinen Gemälden und dem Horizont sowie der Weite einer realen Lanschaft ab, also zu der Realität.

    Mal was provokatives:... was charakteristisch für viele "ungegändständlichen" Maler, die Boden unter den Füßen verloren hatten, ist... :-)
    Signatur
  • Sigi
    Sigi
    Zu diesem interessanten Thema kann ich ein weiteres Buch des oben schon erwähnten Robert Rosenblum empfehlen:,,Modern Painting and the Northern Romantic Tradition - Friedrich to Rothko", 1975. Das Buch beginnt mit einer Gegenüberstellung von Friedrichs ,,Mönch am Meer" mit ,,Green on Blue" von Rothko. Ein lesenswertes Buch.
    Ich mag übrigens sehr gerne Rothkos ,,Broadway", eins seiner sogenannten white writings. Da wird wohl auch am ehesten der Zusammenhang seiner meditativen Malerei zum abstrakten Expressionismus ersichtlich.

    Grüße, Sigi
  • stanko
    stanko
    ...nun denn an den Grenzen der Seele ist es rauh und unvorhersehbar, was da einem begegnet und was einen da auch verändert, kannst Du nicht erahnen
    Signatur
  • elGiero
    ...möchte dich nicht entmutigen, aber da ist noch zu viel gegenständliches in deinen bildern...
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