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  • Diplomarbeit, Umnutzung von Industriearchitektur

  • tacihcra Diplomarbeit, Umnutzung von Industriearchitektur
    Hallo,
    ich arbeite gerade an meiner Diplomarbeit im Fach Innenarchitektur ... das übergeordnete (von mir selbst gewählte) Thema ist „Umnutzung von Industriearchitektur“. Und speziell geht es um eine ehemalige „Etagenmeierei“ in Kiel. Ich wollte dem Ganzen nicht irgendeine neue Nutzung aufzwingen, sondern hab mich intensiv mit der Geschichte des Gebäudes, mit der Bedeutung für die Stadt (es ist heute ein Industriedenkmal) und auch mit der Bausubstanz an sich auseinandergesetzt. Jetzt kristalliert sich langsam etwas heraus, für das es aber noch keinen treffenden Namen gibt :-) und dazu hab ich mal ein paar Fragen.
    Zum Verständnis möchte ich sagen, daß die Meierei 1927 erbaut wurde, als sich eine neue Architekturgesinnung herausbildete, die den ethischen Wert der Arbeit für das Gemeinwohl hervorheben und Fabriken als „Kathedralen der Arbeit“ gestalten wollte. Das Gebäude hat monumentale Züge, ist aber nicht ganz so pathetisch wie zum Beispiel die Bauten von Peter Behrens (AEG...) sondern eher sachlich expressionistisch...
    Na ich will mal nicht zu sehr ausholen. Jedenfalls steht das Gebäude heute unter Denkmalschutz und bietet auch innen total geniale Räumlichkeiten. Hohe lichtdurchflutete Räume und mehrere Galerien. Das Konzept damals war angelehnt an die Fließbandproduktion, umgemünzt auf eine Meierei, indem die Milch zuerst mit einem Paternoster nach oben geschafft wurde und dann von Arbeitsschritt zu Arbeitsschritt nach unten lief (oben Milch, unten Käse...)
    Und mit diesem Hintergrundwissen hab ich jetzt versucht ein neues Nutzungskonzept zu finden.
    Es bietet sich ja an, die besagten hohen, hellen Räume für künstlerische Aktivitäten zu nutzen. Also kam mir in den Sinn, daß man das Gebäude als „Begegnungsstätte“ zwischen Künstlern und Bevölkerung ausbilden könnte, wo es Ausstellungsmöglichkeiten gibt, aber auch Atelierräume, wo man dem Künstler bei der Arbeit zuschauen kann, und vielleicht einen Veranstaltungssaal oderso für Vorträge usw. Vielleicht auch Workshops zum Mitmachen oderso...
    Jetzt ist die größte Frage, die mir am Herzen liegt, folgende: Gibt es überhaupt Interesse an einem solchen Konzept? Ich habe die Erfahrung gemacht, daß viele „Ottonormalverbraucher“ eine gewisse Hemmschwelle vor bestimmten Kunstformen haben, daß ihnen das oft zu abgehoben ist. Wollen Künstler denn überhaupt verstanden werden? Wollen sie vielleicht lieber unter sich bleiben? Anstatt „entzaubert“ zu werden, indem sie zeigen, wie das Werk entstanden ist...? Ich persönlich lasse mir ja nicht so gerne während der Arbeit auf die Finger schauen, sondern mag lieber erst das fertige Produkt zeigen :-) Aber von mir allein kann ich ja nicht ausgehen.
    Natürlich müßte man auch die Frage klären, für welche Kunstrichtungen sich diese Präsentationsform anbieten würde. Maler, Bildhauer, okay ... aber Fotografen? Musiker? Dichter, Autoren? Vermutlich gibt es Kunstrichtungen, von denen ich gar nichts weiß :-)
    Und dann die Frage der Organisation: Wechselausstellungen im Monatsrhythmus? Wo ein oder zwei oder drei Künstler einen Monat anwesend sind, sich ein „provisorisches“ Atelier mit Publikumsverkehr einrichten können und ihre Werke in anderen Gebäudeteilen ausstellen können...
    Wer würde sowas machen? Geht das überhaupt? Kann man in dem Rahmen arbeiten? Ich weiß ja nicht, was man so braucht...
    Also wäre sehr lieb, wenn mir jemand sagen könnte, ob das totaler Quatsch ist, was ich mir da ausdenke, oder ob es vielleicht doch ein Interesse daran gibt, seine Kunst auf diesem Weg unters Volk zu bringen. Immerhin will ich ja nicht was entwerfen, was hinterher nur belächelt wird und überhaupt nicht funktioniert.
  • ;)

    hi ::::
    myself ... persönlich glaube ich, aus eigener erfahrung, dass es äußerst diffizil ist, mit / vor / unter Publikum zu arbeiten! Für den Beztrachter mag es interessant sein, Kreativen bei der Arbeit zuzuschauen, aber ich würde mich ... in dem moment gestört fühlen. ich glaube ich spreche da auch im namen anderer künstler. zudem ist es schwer, die betrachter auf distanz zu halten, malt man z.b. modern & in oel, kann es schonmal "unsauber" werden ... .
    art anschauen in deiner erwähnten kombination ja, aber nicht schaffen!
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