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  • professorale diktatur

  • cobolt
    cobolt
    Siehste, genau das mein ich.

    Es ist meiner Meinung nach eine Illusion mit 25 schon beurteilen zu können, WAS als Erfahrung bereits gut und abgeschlossen ist, und was nicht. Diese Erkenntnis ist mir am Anfang auch schwer gefallen. Es kommt eben nicht nur darauf an, das bereits Vorhandene zu pflegen, auszubauen und zu verwalten, sondern die (auch persönliche) Entwicklung voranzutreiben. Das geht aber zwangsweise nur, wenn ich als Lernender bereit bin, auf die Erfahrungen anderer zurückzugreifen und aus den verschiedenen Teilen eine eigene Essenz zu ziehen. Das geht nur mit der Lust an Veränderungen. Willst Du im Ernst in einem Internet-Forum die nächsten 30 Jahre dafür streiten, für eine Entwicklung künstlerisch anerkannt zu werden, die Du freiwillig vor zig Jahren abgebrochen / eingeschränkt hast, weil man sich gegängelt gefühlt hat oder der Freiheitsdrang zu gross war? Oder die Seele zu empfindlich? Zum Schluss bleibt Dir dann nur der Stolz nichts mehr verändert zu haben. Aber bis dahin kann Dich der Zug der Zeit voll überrollt haben.
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  • malsupilahmi
    malsupilahmi
    man kann nur gewinnen
    und wird sich nicht verlieren
    außer das Ich war von vornherein nur eine hohle Blase

    nach dem Studium sollte man dann soweit sein für sich selbst den Prof (Antreiber, Anleiter, Umdenker, Austester) zu spielen
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  • cobolt
    cobolt
    Absolut!
    Der Prof / Dozi ist ein Lebensabschnittbegleiter, kein Herbergsvater. Man kann ja frei entscheiden, ob danach andere Quellen kommen, oder ob man die Lernmechanismen für sich entwickelt und vorantreibt. Am besten beides. Ich finds O.K., wenn ich das Maximum des großen Kuchens anstrebe und versuche im Rahmen persönlicher Ziele und Möglichkeiten zweigleisig zu fahren. Manches geht später alleine besser, manches geht nicht ohne andere Leute. Ich würde jedenfalls nicht den Individualismus über die Kommunikationsfähigkeit stellen. Auch nicht drunter, aber nicht als alleinige Option. Daraus entwickeln sich manchmal sehr merkwürdige Charaktere :o)
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  • Sabine Minten
    Sabine Minten
    Es ist meiner Meinung nach eine Illusion mit 25 schon beurteilen zu können, WAS als Erfahrung bereits gut und abgeschlossen ist, und was nicht.


    genau das ist das blöde an den 25jährigen - sie sind so tierisch ernsthaft damit beschäftigt "einzigartig" zu sein... *ggg
    biste erst mal über 40 (weia!), dann haste im günstigsten fall (jedoch nicht automatisch!) nicht mehr solche phobischen vorstellungen davon, dass es dich komplett aufsaugen könnte, wenn du dich auf jemanden oder etwas einlässt (eltern-syndrom?).

    im gegenteil: kannst dir vielmehr die dinge (oder den prof...) souverän und bis zum anschlag verabreichen - und dich darauf freuen, am ende um ein paar überraschende facetten reicher wieder aus dem tauchgang aufzusteigen, um dir dann den nächsten zu gönnen :-)
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  • hm
    @mh: interessanter ansatz - soll heißen, professoren sind alle so, oder eher - es ist gut, daß sie so sind? für letzteres müßte ich dann fragen, was das für künstlerseelen sein sollen, die das noch begrüßen. in der "bürgerlichen" arbeitswelt gibt's eine menge "hundecharaktere", die gerne auf befehl agieren, bei künstlern hatte ich mir das immer anders vorgestellt...


    es geht nicht um "auf befehl agieren", es geht um den dialog.

    von wem willst du denn lernen, wenn nicht von einem "gefestigten" künstler?
    natürlich wird der seine ansichten haben, die du auch nicht umwerfen wirst.
    aber er/sie kann dir dabei nützlich sein, deine eigenen ebenfalls zu konkretisieren, ob nun im konsens oder als opposition.
  • Ulf Spuhl
    Ulf Spuhl
    Man hat manchmal den Eindruck, dass Kunst vor allen Dingen DIE Berufswahl für jene ist, die ein Problem damit haben, sich etwas sagen lassen zu müssen. (Und das sind in der Gesamtbevölkerung nicht gerade wenig). Dabei ist das Wechselspiel zwischen Profs/Dozenten/Meistern und Studenten/Lehrlingen/Azubis doch eigentlich überall qualitativ davon abhängig


    Schon in den ersten Sätzen höre ich einen großen Zwiespalt herraus gegenüber freien Künsten.
    Sicher, Kunst kann man lernen, eine gewisse Begabung wird wohl Vorraussetzung sein, aber Fleiß gehört dazu. Kunst kommt von Kunde, man muss etwas zu sagen haben, auf der anderen Seite aber auch von Können, man muß es auch sagen können. Und dann Sinn für Proportionen, für Masse, Formsinn, Sinn für Gleichgewicht. Naturlich ist das subjektiv. Aber es gibt keine Möglichkeit, Urteile zu fällen außerhalb des Subjekts. Diese Worte stammen von Joseph Beuys und sagen mir eindeutig, das Erlernen von Kunst, im Gegensatz zum Handwerk, hat nichts mit Gehorsamkeit gegenüber Autoritäten zu tun, der Künstler ist selbst diese Autorität. Die Kunst muss aus dem eigenen, inneren Vermächtnis kommen und nicht nur aus dem über jahrhunderte Überlieferten. Es ist etwas Visionäres auf die Zukunft bezogenes, das lernt man nicht durch das Studium überlieferter Handwerkstechniken, das lernt man, indem man in der Gegenwart mit vollem Risiko alles ausprobiert, besonders was die Schattenseiten und Krisen betrifft. Es ist das Studium der Lebensbelange in den Höhen und in den Tiefen und das ein Leben lang, was zur praktischen, künstlerischen Arbeit führt. So ist es nicht e i n e Person die einem Lehrmeister ist, es sind viele Dinge und Menschen, die einem das Verständnis im Universum näher bringen.

    gruß fluuu
    Signatur
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