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  • Konrad Bayer Abend, Lesung mit Ann Cotten, Johannes Jansen, Monica Rink, Sabiene Scho, Renè Hamman

  • TRAWAR Konrad Bayer Abend, Lesung mit Ann Cotten, Johannes Jansen, Monica Rink, Sabiene Scho, Renè Hamman
    Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Freundinnen wir laden herzlichst ein zu einem unvergeßlichen Abend, zu Ehren eines unvergessenen Schriftstellers 🔗
    sprachlose sätze
    ein mann: was ist der unterschied . . . ?
    dazu schüttelt er eine zündholzschachtel neben seinem ohr.
    er nimmt ein scheit holz in eine hand, ein zündholz in die andere, dann
    entzündet er das scheit mit dem zündholz. dann entzündet er einen
    reisighaufen mit dem zündholz. dann hält er das brennende scheit und
    daneben brennt der reisighaufen. dann wirft er das brennende scheit holz
    in den brennenden reisighaufen. dann leuchtet er mit einer taschenlampe
    ins feuer. während der brennende reisighaufen langsam verlischt,
    verlöschen die taschenlampe und die scheinwerfer langsam.
    es wird wieder hell, der mann hat eine schultafel mittlerweile hellweiss
    gemalt.
    der mann fragt: was ist der unterschied?
    dazu schüttelt er die streichholzschachtel,
    dazu ertönt eine sirene,
    dazu klingelt er mit einer glocke in der anderen hand,
    dazu ertönt musik.
    alles ab.

    Konrad Bayer (* 17. Dezember 1932 in Wien; † durch Suizid 10. Oktober 1964 ebenda) war ein österreichischer Schriftsteller und Dandy.
    Im konservativen Nachkriegswien versucht Bayer an die Avantgarde anzuknüpfen und diese wieder zu beleben. Ähnlich wie im Nachkriegsdeutschland herrschte in Österreich ein Klima der Verunsicherung darüber, welche Literatur überhaupt zu lesen sei, nachdem im Nationalsozialismus große Teile der Literatur als entartet galten, teilweise auch einfach verschwunden waren und man nun andererseits auch die im Nationalsozialismus propagierte Literatur mied. Man bevorzugte klassische Literatur, da diese am sichersten als unbedenklich erschien.
    Avantgardistische Literatur, wie sie Konrad Bayer schrieb, wirkte daher enorm provozierend. Die Provokation war programmatisch, sachlich bestand der avantgardistische und experimentelle Umgang mit Literatur und Sprache in dem Versuch, Sprachroutinen aufzubrechen, sprachlich transportierte Ideologismen aufzudecken und sogar das Bewusstsein auf diese Weise von Denkgewohnheiten zu befreien.
    Bayer umgab sich mit Schriftstellern wie Oswald Wiener, Gerhard Rühm, H.C. Artmann und Friedrich Achleitner, die er ab 1951 im Art-Club kennengelernt hatte. Von 1954 bis 1960 bildeten sie die Wiener Gruppe. Vor allem der Art-Club war Podium für verschiedene Happenings, in denen es - meist ohne vorher abgesprochenes Programm - sehr dadaistisch in erster Linie um die Provokation des Publikums ging. Entsprechend oft gerieten die Veranstaltungen zu Skandalen, bei denen häufig auch die Polizei eingriff.
    In vielen Gemeinschaftsarbeiten mit diesen gleichgesinnten Autoren brachte Bayer Lyrik, literarische Montagen und dadaistische Unsinnstexte hervor, die heute vor allem witzig wirken und deren Lektüre ein intellektuelles Vergnügen bereitet. Hinter der Fragmentierung seiner Prosa und seines Weltbilds steht der Wunsch, einen neuen, magischen Zusammenhang in der Wirklichkeit zu entdecken.

    Es geleiten Sie/Euch durch den Abend,
    Lesen und performen:
    Renè Hamann
    *23.August 1971 in Solingen/Nordrhein-Westfalen, lebt und arbeitet in Berlin
    Stationen u.a.: Solingen, Leichlingen, Emmerich, Köln (Studium der
    Germanistik, Anglistik, Philosophie). Seit 2003 in Berlin. Freier Autor
    und Journalist.
    Veröffentlichungen (Auswahl): KATALAN, Gedichte (2002,
    Parasitenpresse/Edition Paraistenpresse). Neue Kokons, Gedichte (2003,
    Lyrikedition 2000). Das Mädchen und die Stadt, Erzählung (2004,
    SuKuLTuR). Schaum für immer, Roman (2007,
    Monika Rinck
    *1969 in Zweibrücken, lebt und arbeitet in Berlin
    Stationen u.a.: Bis 1998 Studium Religionswissenschaft, Geschichte, Vergleichende Literaturwissenschaft in Bochum, Berlin, Yale.
    Veröffentlichungen (Auswahl): Neues von der Phrasenfront (1998). Begriffsstudio 1996-2001 (2001, Edition Sutstein). Verzückte Distanzen, Gedichte (2004, Zu Klampen/Edition Postskriptum). Fumbling with Matches.Herumfingern an Gleichgesinnten, Eine Lesehaft (2005, SuKuLTur). AH,DAS LOVE-DING! Ein Essay (2006, kookbooks).Tisch 7).
    Sabine Scho
    *1.September 1970 in Ochtrup/Westfalen, lebt und arbeitet in Hamburg
    Stationen u.a.: Ab 1990-99 Studium Germanistik und Philosophie in Münster. Sie experimentiert mit der Verschränkung von Wort und Bild. Wird von Thomas Kling gefördert.
    Mitglied im Autorenforum "Treffen der 13".
    Veröffentlichungen (Auswahl): Thomas Kling entdeckt Sabine Scho, Gedichte (2001, Europa-Verlag, Hrsg. von Axel Marquardt). Album, Gedichte (2001). 
    Nicolai Kobus *1968 in Stadtlohn/Westf., lebt und arbeitet in Hamburg
    Stationen u.a.: Studium Musikwissenschaft, Germanistik, Philosophie in Münster. 1993-98 Mitherausgeber der Literaturzeitschrift "Chiffre". Werbetexter. Buchhändler. Lebt seit 1999 in Hamburg. Freier Musik- und Literaturkritiker.
    Arbeitsgebiete: Gedicht, Erzählung, Roman, Kritik
    Johannes Jansen *1966 in Berlin/DDR, lebt und arbeitet in Berlin
    Auf der einen Seite Johannes Jansen, der laut Literaturkritik einer der "wichtigsten Autoren seiner Generation" ist. Ost-Biopic, Prenzlauer Berg-Szene, von Suhrkamp übernommen und ausgespien nach 15 Jahren Produktion, kein Seller aber das, was für Eingeweihte ein Held ist. Sprachakrobat, nein Dichter im klassischen Sinne, der seinen Elfenbeinturm gerne für die nächste Kneipe verlässt, um Leben zu sehen und zu beschreiben. "Bollwerk", sein neues Buch im ambitionierten kook.books-Verlag erschienen, spricht aus, wofür vielen die Sprache fehlt. Mit mir nicht! Wer die Sprache frisst, hat das System gefressen!
    Veröffentlichungen:(Auswahl): Lost in London, Texte+Fotos (1994, Ritter). Kleines Dickicht, Roman (2000, Ritter). Verfeinerung der Einzelheiten (2001, Suhrkamp). Dickicht Anpassung, Roman (2002, Ritter). Halbschlaf (2004, Suhrkamp). Bollwerk, Vermutungen (2006, kookbooks). Atemholen,immerhin ( 2007, Karin Kramer Verlag). Nicht hin..s.eh.en, Sequenzen (2007, Satyr Verlag, Vorbemerkungen Andreas Hansen, Zeichnungen von Antje Kahl)
    Ann Cotten * 1982 in Iowa, seit 1987 in Wien, seit 2006 in Berlin.
    Stationen: Fertiges Studium der Germanistik und der Slamszene in Wien,
    weiteres Studium der Kneipen in Berlin, ansonsten Arbeit ohne Abschluss
    so weit die Sicht reicht.
    Veröffentlichungen:Fremdwörterbuchsonette (Suhrkamp, 2007)
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