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  • Wirklich lernen durchs Lesen oder durch Probieren?

  • Anja Schartl
    Anja Schartl
    Hier die versprochenen Beispiele...

    Zwei frühe Arbeiten nach Foto
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    Mein erstes Portrait nach Modell (die dunklen Striche stammen von der Dozentin)
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    Und drei Beispiele zur weiteren Entwicklung (alle vier Arbeiten nach selbem Modell)
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    PS: Wie gesagt, ich habe keine Vorstellung davon, wie man nach Proportionsraster arbeitet, denke mir nur aus besagten Gründen, dass es nicht sinnvoll ist. Klärt mich bitte auf!
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  • malsupilahmi
    malsupilahmi
    Raster hört sich aber auch scheiße an.
    mir haben Leonardos Messungen an Gesichtern sehr geholfen die grundsätzlichen Proportionen zu verstehen und mir ist beim Zeichnen bisher noch keine deutliche Abweichung davon untergekommen.
    schön, wenn man das Zeichnen aber auch einfach durch selber sehen hinbekommt.
    @marla deine zeichnungen richten sich ziemlich genau nach der dritteleinteilung des Gesichts nur beim ersten ist die Nase etwas zu lang.
    Und generell sind deine Gesichter sehr schmal. Meiner Erfahrung nach übertreibt man gerne eine leichte Abweichung und macht sie noch extremer. Da könnten die Regeln im Gesichtsaufbau dir helfen dich selbst zu kontrollieren, weil unser Auge/Gehirn trickst sich auch gern mal selbst aus und übersieht was da ist oder erfindet etwas hinzu :)
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  • Robert Wolter
    Robert Wolter
    5.

    Angie

    Hier gings auch nicht um eine fotografische Wiedergabe, alle Schattierungen sind sehr weich und deuten Volumen an, so als wär die Frau eine Skulptur. Überzeugend, aber am Halsschatten siehst du, was ich mit "dreckiger Hals" meinte.


    @SebastianFB: Da hast du dir ja richtig viel Mühe gegeben mit den Beispielen! Und es ist richtig, am Hals hatte ich der Proportionen von Muskeln und Sehnen nicht richtig beachtet und ihn dadurch vermurkst.

    @marla: "Raster verwenden oder nicht?" scheint schon fast eine religiöse Frage unter Künstlern zu sein.

    Raster kann m.E. zweierlei bedeuten:

    1. In den Zeichenbüchern findest du häufig eine "Anleitung", wie man die Gesichtsproportionen genau hinbekommt. Der Kopf wird z.B. als Kugel (Ellipsoid) mit einigen Äquatorial-Linien begonnen und nach und nach Augen, Ohren, Nase und Mund mit Hilfe dieser Linien hinzugefügt.

    2. Viele Maler verwenden ein Rechteck-Raster auf der Leinwand, um kleinere Flächen genauer füllen zu können.

    Da hilft tatsächlich nur das eigene Probieren. Für gesteigerten Naturalismus mag es hilfreich sein, mir ist es bisher immer zu umständlich erschienen.
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  • Ulf Spuhl
    Ulf Spuhl
    Hallo,

    was ich mich bei Portraitmalerei frage ist, was steckt dahinter, was ist die Intention, was soll es vermitteln, wo liegt der Sinn.

    Früher gab es Portraimaler, nicht als Künstler, sondern als Handwerker, als Dienstleister. Wann immer man ein Bild von sich brauchte ließ man ihn kommen und er portraitierte, so wie heute ein Passfoto aufgenommen wird. Das hat nun die Fotografie übernommen.

    Ist es die Beschäftigung mit dem Menschen und seinem Antlitz?
    Mir kann ein Portrait oft nicht mehr vermitteln wie, aha, ein Mensch, kenne ich nicht, sagt mir nichts.

    Das was in nichtgegenständlichen Bildern oft verborgen ist, etwas, dass erst im Prozess des Betrachtens so langsam offensichtlich und erahnbar wird, kann ich in Portraits meist nicht finden. Das Gesicht zeigt genau die Oberfläche die man sieht und nicht mehr.
    Ein Beispiel wie es auschauen könnte wenn man versucht das innere eines Menschen im Portrait darzustellen sind die Bilder von Francis Bacon.

    Welche Funktion hat heute die klassische Portraitmalerei in der Kunst? Hat sie eine?

    gruß fluuu
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  • Anja Schartl
    Anja Schartl
    @malsupilahmi

    "deine zeichnungen richten sich ziemlich genau nach der dritteleinteilung des Gesichts nur beim ersten ist die Nase etwas zu lang.
    Und generell sind deine Gesichter sehr schmal."

    Im ersten Bild ist nicht nur die Nase zu lang, da stimmt fast goar nix, von der grottenschlechten Ausführung mal ganz zu schweigen! :) Aber genau das wollte ich ja hier mal zeigen. Utes Nase mache ich auch heute noch gerne etwas länger als sie tatsächlich ist. Dass meine Gesichter generell zu schmal sind, höre ich allerdings zum ersten Mal. Dieser Eindruck wird wahrscheinlich mit den langen Nasen zusammenhängen!? ;--) Aber dann käme ja die Dritteleinteilung wieder nicht hin!? Ich messe die aber auch nie ab, arbeite lieber ohne Raster oder sonstige Vorzeichnung, damit der Strich spontan bleibt und kann bei den Tuschezeichnungen auch nichts korrigieren... halte das bei meinen heutigen Bildern allerdings auch nicht für sinnvoll denn ich möchte inzwischen eben das umzusetzen, was ich (mit meinem ganz persönlich verkorksten Blick) sehe und bin froh, mich immer mehr davon zu lösen, was objektiv zu sehen ist. :) Wenn man naturalistisch arbeitet, gebe ich Dir völlig recht, da sollte man immer mal prüfen, ob man eigentlich das umsetzt, was man tatsächlich sieht oder das, was man glaubt zu sehen.

    "Meiner Erfahrung nach übertreibt man gerne eine leichte Abweichung und macht sie noch extremer. Da könnten die Regeln im Gesichtsaufbau dir helfen dich selbst zu kontrollieren, weil unser Auge/Gehirn trickst sich auch gern mal selbst aus und übersieht was da ist oder erfindet etwas hinzu :)"

    Jep, ist auch meine Erfahrung, hab ich schon bei vielen beobachtet und lehnt sich dann wohl ehr an die Bedeutungsperspektive des Mittelalters an. ;) Nee, klar, wenn man weiß, wie die Proportionen "normalerweise" ausfallen, dann hilft das auf jeden Fall, noch mal zu prüfen, ob sie auch in der eigenen Umsetzung stimmen, aber noch wichtiger ist eben immer der Vergleich mit dem Modell, denn es gibt nun mal Leute, die tatsächlich längere Nasen als andere haben. :)
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  • Anja Schartl
    Anja Schartl
    @ RoWo

    "1. In den Zeichenbüchern findest du häufig eine "Anleitung", wie man die Gesichtsproportionen genau hinbekommt. Der Kopf wird z.B. als Kugel (Ellipsoid) mit einigen Äquatorial-Linien begonnen und nach und nach Augen, Ohren, Nase und Mund mit Hilfe dieser Linien hinzugefügt. "

    Das mit den Äquatorial-Linien - eine Senkrechte und eine Waagerechte entlang der Kopfform (ohne den Ellipsoid) - wende ich auch schon mal an, um erst mal grob die Kopfhaltung und Ausrichtung zu fixieren. Aber unter Raster stelle ich mir dann doch noch mehr vor, eben die Dritteleinteilung o.ä., so wie es in manchen Büchern in den ersten Skizzen zu sehen ist. Was ich aber noch nie gesehen habe, wie jemand tatsächlich danach ein komplettes Portrait umsetzt. Dazu würde ich gerne mal Beispiele sehen, damit man besser einschätzen kann, ob es wirklich was bringt, um die Porportionen besser zu treffen und mehr Ähnlichkeit zu erhalten. Auch wenn das für meine persönliche Umsetzung nicht in Frage kommt, interessant finde ich das schon.

    "2. Viele Maler verwenden ein Rechteck-Raster auf der Leinwand, um kleinere Flächen genauer füllen zu können. "

    Naja, das ist dann wohl vergleichbar mit diesen Zahlen-Bildern, verbinde Punkt 34 mit 35, dann 35 mit 36... Das ist reines Kopieren ohne zu begreifen.

    "Für gesteigerten Naturalismus mag es hilfreich sein,"

    Die zweite Methode sicher nicht! Naturalismus sollte m.E. völlig anders erfolgen als Fotorealismus.
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  • Anja Schartl
    Anja Schartl
    @ fluuu

    "Das was in nichtgegenständlichen Bildern oft verborgen ist, etwas, dass erst im Prozess des Betrachtens so langsam offensichtlich und erahnbar wird, kann ich in Portraits meist nicht finden. Das Gesicht zeigt genau die Oberfläche die man sieht und nicht mehr. "

    Die Oberfläche - das ist wohl die Crux des üblichen Fotorealismus. Da sieht man dann in einem Portrait genau das, was alle anderen auch sehen... sofern kein guter Fotograf am Werk war und bereits mehr in das Portrait hineingelegt hat als das bloße Abbild der Oberfläche und der Maler zudem in der Lage ist, das seinerseits zu transportieren.
    Sobald eine eigene Umsetzung und eine individuelle Auseinandersetzung erfolgt, löst sich das auf und kann der Betrachter wesentlich mehr sehen, wenn er dafür aufgeschlossen ist. ;) In Gesichtern zu lesen kann sehr spannend sein, auch dann, wenn man sie nicht kennt. Aber IRL spricht Dich ja auch nicht jedes unbekannte Gesicht an, andere widerum faszinieren... Frag Dich mal warum! ;)
    Ein anderer Ansatz: vielleicht fällt es Dir leichter, einen Zugang zu Portraits zu finden, wenn Du sie nicht als Portraits betrachtest!?
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  • retxed
    oh fluuu man

    du bist klassisch gesehen einfach nur OUT
    :)

    wer leonardo als handwerker abstempelt und ständig von etwas labert, was er selbst nicht kann, tut mir einfach nur leid.

    (punkt)

    und wie gesagt, proportionen sind das A UND O
    (übrigens leonardo war in der bildenden kunst der begründer dessen^^)

    mich persönlich beeindruckt auch unwahrscheinlich die antike kunst, ihre gleichnisse und genaue schönheit nach der natur, aber keine imitation! (das ist künstlerisches VERSAGEN!!!), sonder eine transformierung in das jetzt-geschehen durch abstraktion in form von material und darstellungsweise, idealisierungen ect... bla bla
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