KunstNet nutzt Cookies. Details.
  • Signatur, wie signiert man Bilder?

  • essapeT_ailuJ
    @Ariel:

    Es gibt ja auch legale Graffiti-Kunst und Künstler;-)
  • leirA
    @Ariel:

    Es gibt ja auch legale Graffiti-Kunst und Künstler;-)


    Sind doch Langweiler!
  • Stefan Lorscheider
    Stefan Lorscheider
    Ich signiere mit Pseudonym, da ich aus der Graffiti Bewegung stamme (lang lang ist´s her) und mir das behalten habe.
    Ich benutze bevorzugt Leinwände die um die 4-5cm dick sind und signiere mit dem Pinsel relativ dick auf der Seite der Leinwände. Signaturen im Bild stören mich persönlich.
    Auf der Rückseite der Leinwand beschrifte ich das Bild noch einmal (gut leserlich) mit Eddingstift.

    Zu der Fotodiskussion möchte ich anmerken, dass es für sehr viele Leute die einzige Möglichkeit ist das Zeichnen/Malen zu üben und weiter zu entwickeln. Nicht jeder hat die Zeit, das Geld, die Fähigkeiten oder auch die Lust um ein Kunststudium durch zu ziehen.

    Schade nur, dass einige ausgebildete Kunstmaler Autodidakten immer schlecht reden, ein großer Teil der Malerei ist reines Handwerk und das kann man eben auch durch eine Menge üben erlernen...

    Grüße,

    Stefan
  • Jetzt bei Amazon günstig Kunstbedarf kaufen.- Werbpartner -
  • leirA
    Zu der Fotodiskussion möchte ich anmerken, dass es für sehr viele Leute die einzige Möglichkeit ist das Zeichnen/Malen zu üben und weiter zu entwickeln. Nicht jeder hat die Zeit, das Geld, die Fähigkeiten oder auch die Lust um ein Kunststudium durch zu ziehen.
    ...ein großer Teil der Malerei ist reines Handwerk und das kann man eben auch durch eine Menge üben erlernen...

    Grüße,

    Stefan
    Kunst ist kein Handwerk. Und durch Fotos Abmalen erlernt man keine Malerei. Malerei lernen, heißt eine eigene perspektivische Gestaltung erlernen.

    Und wann wäre der Lernprozess beim Fotoabmalen abgeschlossen und das Resultat läge vor?
    Wenn das Foto abgemalt ist? Ist es dann Kunst? Oder eine Übung? Wenn ja, eine Übung wozu?
    Was glaubst Du, warum gibt es keine Studiengänge "Fotos abmalen"? Wenn man sich doch dadurch weiter entwickeln kann.
    Zu kompliziert? Zu schwer? Nicht schwer genug?

    Fotos sind doch nicht die einzige Möglichkeit um daran zu üben. Man kann seine Frau/Mann/Katze/Hund malen. Oder den Frühstücksteller.
  • geradeaus
    geradeaus
    Hund und Katze als Modell? Lebend oder ausgestopft?
  • Stefan Lorscheider
    Stefan Lorscheider

    Kunst ist kein Handwerk. Und durch Fotos Abmalen erlernt man keine Malerei. Malerei lernen, heißt eine eigene perspektivische Gestaltung erlernen.

    Und wann wäre der Lernprozess beim Fotoabmalen abgeschlossen und das Resultat läge vor?
    Wenn das Foto abgemalt ist? Ist es dann Kunst? Oder eine Übung? Wenn ja, eine Übung wozu?
    Was glaubst Du, warum gibt es keine Studiengänge "Fotos abmalen"? Wenn man sich doch dadurch weiter entwickeln kann.
    Zu kompliziert? Zu schwer? Nicht schwer genug?

    Fotos sind doch nicht die einzige Möglichkeit um daran zu üben. Man kann seine Frau/Mann/Katze/Hund malen. Oder den Frühstücksteller.


    Was ist denn das Mischen von Farben, dass Benutzen der Pinsel, dass bewusste Einsetzen von gestalterischen Mitteln, das Auftragen von Lasuren,...? Kein Handwerk? Natürlich ist all das reine Ausführung mit den Mitteln die einem Mensch zur Verfügung stehen. Und das kann man üben und seine Technik verbessern.

    Die Kunst die dahinter steckt liegt im Geiste des Künstlers, nur er hat vor Augen was er mit dem Bild erreichen will, wie es später wirken soll. Nur er kann entscheiden was er an welcher Stelle "wie" macht. Aber das Ausführen ist Handwerk und je nachdem wie gut man dieses beherrscht fällt das (rein auf die Maltechnik bezogene)Ergebnis aus.

    Eine Frage mit einer Gegenfrage zu beantworten ist normalerweise nicht meine Art, aber wann ist der Lernprozess denn abgeschlossen wenn man Akte nach Modell malt? Gibt es den Punkt denn wirklich an dem man sagen kann "so, Akte malen beherrsche ich jetzt, jetzt übe ich mich am nächsten Genre"?

    Fotos können sehr wohl als Basis für Kunst dienen, nicht jeder malt fotorealistisch ab. Abgesehen davon das Fotorealismus nun mal eine anerkannte Kunstrichtung ist.

    Für mich persönlich "ersetzen" Fotos oftmal vor-Ort-Skizzen, weil ich einfach schneller Dinge dokumentieren und festhalten kann, die ich später einmal verwenden möchte.

    Ob es Studiengänge "Fotos abmalen" gibt, kann ich nicht beurteilen, ich habe keine Kunst studiert. Eine zeitlang habe ich mich darüber geärgert, mitlerweile sehe ich die Sache entspannter. Informiert bin ich aber und grundsätzlich erkenne ich bei den Möglichkeiten die man in Deutschland hat zwei Richtungen: Entweder die klassische Malerei von Grund auf erlernen (was meiner Meinung nach eben auch wieder einen großen und wichtigen Anteil an "How To" beinhaltet) oder eben das Studium freier Kunst. Ob man später mit einem von beiden etwas anfangen kann (und das überhaupt will) sollte jeder für sich selber klären. Oftmals sind die Studenten der jeweiligen Universitäten eben doch sehr stark von ihren Professoren beeinflusst, um das mal vorsichtig zu formulieren.

    Das ist meine Sicht der Dinge. Deine respektiere ich, aber diskussionswürdig ist sie allemal.

    Grüße,

    Stefan
  • leirA
    Was ist denn das Mischen von Farben, dass Benutzen der Pinsel, dass bewusste Einsetzen von gestalterischen Mitteln, das Auftragen von Lasuren,...? Kein Handwerk? Natürlich ist all das reine Ausführung mit den Mitteln die einem Mensch zur Verfügung stehen. Und das kann man üben und seine Technik verbessern.

    Die Kunst die dahinter steckt liegt im Geiste des Künstlers, nur er hat vor Augen was er mit dem Bild erreichen will, wie es später wirken soll. Nur er kann entscheiden was er an welcher Stelle "wie" macht. Aber das Ausführen ist Handwerk und je nachdem wie gut man dieses beherrscht fällt das (rein auf die Maltechnik bezogene)Ergebnis aus.


    Ja, sag ich doch, ist Handwerk, hat mit Kunst nichts zu tun.Wird von Autodidakten mit Kunst verwechselt. Nutzt also auch nichts und wird auch wahrscheinlich nicht mehr unterrichtet.

    Mag sein, dass in wenigen Fällen der Künstler mittels Handwerk Kunst macht. Aber meistens braucht der Künstler kein Handwerk mehr und der Handwerker macht nahezu keine Kunst. Darum übt im Studium auch keiner Fotos Abmalen.

    Eine Frage mit einer Gegenfrage zu beantworten ist normalerweise nicht meine Art, aber wann ist der Lernprozess denn abgeschlossen wenn man Akte nach Modell malt? Gibt es den Punkt denn wirklich an dem man sagen kann "so, Akte malen beherrsche ich jetzt, jetzt übe ich mich am nächsten Genre"?

    Anders als Fotos Abmalen ist Aktzeichnung ein Gebiet das erlernenswert ist. Die Meisten beherrschen es nie, wer Talent hat, kann es daran ausbilden. Noch schwieriger ist das Portrait. Es gibt keinen Punkt, von dem an man sich nicht mehr mit dem menschl. Körper beschäftigen sollte.
    Wer sich z.B. mit Bildhauerei, auch mit abstrakter befasst, benötigt ein Gefühl für Proportion, Volumen und Form, dass ihm in anspruchsvoller Form nur ein Studium des menschl. Körpers ermöglicht. Wenn ein Künstler ein solches Gefühl entwickelt hat, dann hat ein Lernerfolg stattgefunden.

    Oftmals sind die Studenten der jeweiligen Universitäten eben doch sehr stark von ihren Professoren beeinflusst, um das mal vorsichtig zu formulieren.


    Ist ein Vorurteil.

    Wer keinen Studienplatz bekommen hat, sollte sich von Fotos fernhalten. Von allem was vernagelt, verfestigt, und verdummt.
    Man sollte frei arbeiten und sich den Kopf frei halten. Wenn im Hintergrund keine Profs stehen, gilt das erst recht.
    Man kann auch als Autodidakt gut arbeiten. Dann muss man sich aber mit Kunst befassen. Ist nebenbei gesagt der beste Weg, um an einen Studienplatz zu kommen.
  • Vincents_Ohr
    Vincents_Ohr
    Aber meistens braucht der Künstler kein Handwerk mehr und der Handwerker macht nahezu keine Kunst.


    Das interessiert mich. Ist es denn wirklich so, dass ich als Kunststudent das reine Handwerk bereits beherrschen muss? Wird im Studium keine Technik mehr gelehrt?

    Ich bin sowieso in der Hinsicht neugierig:
    Wie läuft so ein Kunststudium ab?
    Was wird in den Vorlesungen vermittelt?
    Wird man (mit dem Pinsel in der Hand) angeleitet?

    Im Grunde laufen meine Fragen auf folgendes hinaus:
    Wie kann ich mich selbst präparieren um in den Studien Zuhause dem Kunststudium (freie Kunst) möglichst nahe zu kommen?

    Fragen über Fragen.

    Danke im Voraus!
    Signatur
  • leirA
    Aber meistens braucht der Künstler kein Handwerk mehr und der Handwerker macht nahezu keine Kunst.


    Das interessiert mich. Ist es denn wirklich so, dass ich als Kunststudent das reine Handwerk bereits beherrschen muss? Wird im Studium keine Technik mehr gelehrt?

    Ich bin sowieso in der Hinsicht neugierig:
    Wie läuft so ein Kunststudium ab?
    Was wird in den Vorlesungen vermittelt?
    Wird man (mit dem Pinsel in der Hand) angeleitet?

    Im Grunde laufen meine Fragen auf folgendes hinaus:
    Wie kann ich mich selbst präparieren um in den Studien Zuhause dem Kunststudium (freie Kunst) möglichst nahe zu kommen?

    Fragen über Fragen.

    Danke im Voraus!


    Hallo Vincents Ohr,
    uns haben sie erzählt, wir sollten mit dem Malen besser ganz aufhören und uns ausschließlich mit Konzepten beschäftigen. Ich konnte nur sporadisch am Rande was mit Malerei machen, sozusagen auf "Toleranzbasis".
    Technik wird eigentlich nicht mehr gelehrt, höchstens durch freiwillige studienbegleitende Kurse, z.B. Film, Video, Fotokurse und dann auch nur von Assistenten ohne dass man "Scheine" machen konnte. Wenn mal Aktzeichnung angeboten wurde, konnte man froh sein. Sowas geschieht aber eher auf Wunsch der Studenten. Ein Prof lässt sich da nicht blicken, das ist dem zu blöd.
    Keiner leitet einen an, man arbeitet immer allein. Man wird nur hinterher zusammengefaltet, wenn man seine Arbeit in der Gruppe vorstellt.
    Zeichnen und Malen gab es nur in der Eignungsprüfung. Man schickt zuerst eine Mappe mit Arbeiten/Zeichnungen/farbige Arbeiten auf Papier/ an die Hochschule ein. Wenn die gefällt, was selten vorkommt, wird man zur Prüfung zugelassen. Die läuft an meheren Tagen ab und umfasst eine Klausur und Arbeiten zu Überaschungsthemen auf Papier. Wenn der Kandidat wackelt, folgen noch ausführliche Gespräche.
    Wenn Du autodidaktisch einem Kunststudium nahe kommen willst, befasse Dich mit allen neuen Tendenzen, besuche die Dokumenta und informiere Dich durch Fachzeitschriften.
    Die Theorie im Studium hat durchweg mit Philosophie zu tun. Man musste halbjährlich, also pro Semester in Seminaren ein Thema bearbeiten, es schriftlich einreíchen und am Schluss gekürzt etwa halbstündig frei vortragen.
    Praktische Arbeiten, die man anfertigt, bestehen aus selbst erdachten und entwickelten Konzepten, die zur Benotung zum Semesterende fertig sein mussten.
    Wer also an Philosophie interessiert ist, sich dort vertieft und noch mit Konzeptkunst beschäftigt ( z.B. Serra), der ist einem Studium schon nahe.
    Grüße von hier.
    Edit: Um es nicht zu vergessen, das Medium Fotografie ist wohl zur Zeit ziemlich in, also das zur Zeit angesagte Handwerk!
  • Vincents_Ohr
    Vincents_Ohr
    Vielen Dank! Du schreibst wirklich ausführliche Antworten. Immer fundiert.
    Möchtest Du nicht wenigstens 1 oder 2 Werke hochladen? Ich bin so neugierig.
  • Stefan Lorscheider
    Stefan Lorscheider


    Ja, sag ich doch, ist Handwerk, hat mit Kunst nichts zu tun.Wird von Autodidakten mit Kunst verwechselt. Nutzt also auch nichts und wird auch wahrscheinlich nicht mehr unterrichtet.

    Mag sein, dass in wenigen Fällen der Künstler mittels Handwerk Kunst macht. Aber meistens braucht der Künstler kein Handwerk mehr und der Handwerker macht nahezu keine Kunst. Darum übt im Studium auch keiner Fotos Abmalen.

    Anders als Fotos Abmalen ist Aktzeichnung ein Gebiet das erlernenswert ist. Die Meisten beherrschen es nie, wer Talent hat, kann es daran ausbilden. Noch schwieriger ist das Portrait. Es gibt keinen Punkt, von dem an man sich nicht mehr mit dem menschl. Körper beschäftigen sollte.
    Wer sich z.B. mit Bildhauerei, auch mit abstrakter befasst, benötigt ein Gefühl für Proportion, Volumen und Form, dass ihm in anspruchsvoller Form nur ein Studium des menschl. Körpers ermöglicht. Wenn ein Künstler ein solches Gefühl entwickelt hat, dann hat ein Lernerfolg stattgefunden.
    .
    .
    .
    Ist ein Vorurteil.

    Wer keinen Studienplatz bekommen hat, sollte sich von Fotos fernhalten. Von allem was vernagelt, verfestigt, und verdummt.
    Man sollte frei arbeiten und sich den Kopf frei halten. Wenn im Hintergrund keine Profs stehen, gilt das erst recht.
    Man kann auch als Autodidakt gut arbeiten. Dann muss man sich aber mit Kunst befassen. Ist nebenbei gesagt der beste Weg, um an einen Studienplatz zu kommen.


    Ich bleibe der Meinung, dass man die Technik des Malens beherrschen muss, um das ausdrücken zu können was man ausdrücken möchte. Kann man das nicht oder nur bedingt, wird das Ergebnis oftmals zufällig oder nicht zufriedenstellend sein.
    Dieser Teil ist handwerklich und das muss man erlernen. Genauso wie man den Aufbau eines Bildes, das farbliche Grundverständnis usw. erlernen muss.
    Bleibt die Frage ob heute nur noch Kunst sein kann, was mit der Malerei nichts mehr direkt zu tun hat?

    Eine Erklärung, warum das Aktmalen erlernenswert und das, wie du es nennst, abmalen von Fotos, das nicht sein soll, lieferst du leider immer noch nicht. Natürlich fehlt dem Vorgang, ein Foto welches man selber noch nicht mal geschossen hat, rein abzumalen, der Wille etwas eigenes zu gestalten.
    Um die Technik zu erlernen und sich Anstöße und Ideen zu holen finde ich es immer noch nicht verwerflich.
    Und wenn jemand das Medium Foto nutzt um zu dokumentieren und Eindrücke zu sammeln bzw festzuhalten, um daraus dann eigene Bilder entstehen zu lassen, dann finde ich das immer noch positiv.

    Ein Gefühl für Proportionen, für den menschlichen Körper, den Schattenwurf des Lichtes kann man bei jeder Gelegenheit sammeln. Das geht im täglichen Leben, beim Malen von Vorlagen, in der Natur, eigentlich bei allem. Der Schattenwurf ist beispielsweise ein natürlicher Vorgang, der festen "Gesetzen" folgt. Hat man die einmal begriffen kann man sie anwenden, vorausgesetzt man ist entsprechend technisch versiert.

    Das Gefühl für Proportionen entwickeln Menschen in ganz anderen Fachrichtungen/Berufen. Ich kenne Architekturstudenten die ein wirklich gutes Gefühl für Proportionen haben. Weniger im Bereich des menschlichen Körpers, dafür vielmehr in Dimensionen in denen Maler nur selten agieren.

    Setzt man sich ernsthaft mit dem Alphabet und den einzelnen Schriften auseinander, bekommt man auch hier schnell ein Gefühl für Proportionen und Zusammenhänge.

    So gibt es viele weitere Beispiele...

    Mit Kunst sollte man sich befassen, alleine um Eindrücke zu sammeln, "Inspiration" zu erhalten und sich weiter zu entwickeln. Welche Kunst das ist, dass sollte aber jedem selber überlassen bleiben.

    Ob ich an einen Studienplatz kommen könnte? Ich habe es nie versucht!

    Grüße
  • leirA
    Der Link hier führt zu etwas schlecht ausgefallenen Fotos im Art cafe( hoffe ich). Das sind ein paar Aquarellstudien/Naturstudien und Zeichnungen.

    🔗

    Ja, es funktioniert! Aber die erste Studie ist schon 110 x 75 cm groß und man kriegt sie nicht besser runtergeladen. Die Wiedergabequalität nervt, darum kann man es eigentlich schlecht vorzeigen. Ich müsste alles mal neu irgendwo in guter Qualität einstellen.

    Man muss unten bei den Bildern auf "weiter" usw. drücken, es geht insgesamt bis Seite 7!
  • leirA
    Eine Erklärung, warum das Aktmalen erlernenswert und das, wie du es nennst, abmalen von Fotos, das nicht sein soll, lieferst du leider immer noch nicht.


    Weil das Zeichnen nach Modell schon die Organisation des Aktes auf der Fläche schult und anregt. Proportion , Größe, Sichtweise, Licht, Schatten, Aussparungen, schlicht alles was die Schwierigkeit und den gestalterischen Reiz beim Aktzeichnen ausmacht, werden doch bei der Fotografie vom Objektiv vorgegeben.
    Ein Akt von einem Foto übernommen, ist doch nicht einmal 5 % vom ursprünglichen Akt. Eine Wiedergabe des Fotos ist aus meiner Sicht ganz sinnlos. Man muss doch die Wirklichkeit, die man vor sich sieht, auf Papier umsetzen.
    Diese Arbeit nimmt doch das Objektiv vollständig und dann auch noch schlecht ab.

    Hallo Lorscheider, wenn Malerei Dein Medium ist um Kunst zu vermitteln, mag es ja für Dich zur Grundbedingung gehören. Dort wo sie zum handwerklichen Selbstläufer wird, verliert sich die Kunst.
    Es gibt mittlerweile Plattformen, die schreiben Malerei auf ihre Fahnen und sind ganz kunstfern.
    Wer am detailiertesten Fotos abmalt, wird dort als Künstler gehandelt. Es gibt sogar Menschen, die haben gar nicht mitgekriegt, dass es seit 1920 abstrakte Kunst gibt.
  • 46nahtaiveL
    ach man hat evtl wirklich zu lange die technik
    vernachlässigt + nun haben wir eben den backlash
    (= propaganda aus leipzig)das man sie eben überbetont
    lustig war hier schon immer der tunnelblick(auch bei trollen)
    allein aufS *können* und den offenkundigen kitsch bemerkt
    man nicht :-)
  • leirA
    ach man hat evtl wirklich zu lange die technik
    vernachlässigt + nun haben wir eben den backlash
    (= propaganda aus leipzig)das man sie eben überbetont
    lustig war hier schon immer der tunnelblick(auch bei trollen)
    allein aufS *können* und den offenkundigen kitsch bemerkt
    man nicht :-)


    Vertreter der "Leipziger Schule" benutzen wieder gegenständliche Techniken und malen auch Fotos ab. Aber was einige Betrachter nicht sehen: Viele Gemälde von denen haben als Bildauassage eine Ironie. Sie persiflieren das dem Gemälde zu Grunde liegende Foto und spielen so auf die Sichtweise an, "hausbackene Fotoalben" anzulegen. Viele Gemälde machen sich so über die unfreiwillig komische Idylle in den Fotos (ich glaube vornehmlich zu DDR Zeiten)lustig.
    Die Persiflage besteht auch oft darin, so frech gewesen zu sein und ganz offensicht ein dummes Foto abgemalt zu haben. Sowas tut man nämlich nicht!
    Der unbedarfte Hobbymaler rennt nun durch solche Ausstellungen, kapiert weder Ironie noch Witz und glaubt es ist "en vogue" idyllische Fotos abzumalen. Dann kolpotiert er seinen Glauben weiter und "infiziert" Malereiplattformen. Wenn überhaupt, schlägt der Durchschnittsuser hier mal eher aus Versehen im Zeitschriftenladen die aktuelle "Art" auf, sieht abgemalte Fotos und denkt: Einfach, sowas kann ich auch! Und nicht lang gefackelt, er tut es dann auch.
    So kommt es also zu zwei sich ähnelnden Malstilen und Bildern. Letztere Arbeitsweise entspricht typischerweise der von Autodidakten.
    Würde man nun einen solchen Autodidakten auf seinen Irrtum ansprechen, dann sagte er ( habe es genauso immer wieder erlebt): Ich beherrsche das Handwerk genauso und darauf kommt es an.
    Das ist das Problem fast aller Autodidakten! Sie machen etwas nach, ohne sich um die Herleitung und Rechtfertigung dessen, was sie machen, zu scheren.
    Sie machen es, weil sie es ästhetisch schön finden, aber das reicht meistens nicht.
  • ranx
    ranx
    tja ...aber wer kann denn noch Bilder ala Leipziger Schule sehn, stehen schon genug fähige Maler im Schatten eines Neo Rauchs. Man sollte die ausgetrettenen Pfade verlassen und nicht nach den Leipzigern schaun.
  • Vincents_Ohr
    Vincents_Ohr
    @Ariel
    ich frage mich, ob hier nicht falsche Schlüsse gezogen werden. Fast alle Hobbykünstler sind Autodidakten - soweit richtig. Nur der Umkehrschluss macht mir Kopfschmerzen.
    Es ist vermutlich mein Ego, dass mich da protestieren läßt.
    Ich ärgere mich ziemlich darüber, dass ich mich in der Jugend falsch entschieden habe und mir jetzt die Türen zu einem Kunststudium verschlossen sind. Somit verteidige ich meine geringen Hoffnungen wenn ich sage, Autodidakten (wenn sie über die gleichen intellektuellen und ästhetischen Fähigkeiten verfügen wie Kunststudenten) sind nicht per se die schlechteren Maler.
    Hüten wir uns vor Vorurteilen und dem vertiefen eingefahrenen Pfade. Wäre es stattdessen nicht sinnvoller, zwischen einer philosophisch-intellektuellen und einer optisch-ästhetischen ("handwerklichen")Kunst zu unterscheiden?
    Beide Richtungen haben ihre Freunde. Beide Richtungen haben Laien und Profis, gute und schlechte Maler.
    Signatur
  • Grenzgänger
    Grenzgänger
    Also wie so ein Studium aussieht. (vincents ohr fragte danach)

    Das ist wohl sehr unterschiedlich überall. Ich studiere Keramik an der Burg Giebichenstein in Halle. Interressiere mich aber auch sehr fürs Zeichnen und Malen.

    Es gibt ein Grundlagenstudium in den ersten beiden Jahren.
    Im ersten Jahr zeichnet man ganz viel Naturkram wie Baumwurzel, Knöterich, Gewebe, DRahtgewebe, aber auch sowas wie Schreibmaschine, Computerinnenleben, Blumen, Architektur, Tiere im Zoo. Muss man nicht alles machen, aber man sollte sich schon querbeet so einiges aussuchen und sich genauer damit befassen.

    Wenn man schon Aktzeichnen will im ersten Jahr, dann kann man das auch machen, denn MIttwochs ist den ganzen Tag hochschuloffener AKt.

    Außerdem kann man ja noch Anatomie belegen, da zeichnet man erstmal Skelette, später Leute, immer mit gewissen Schwerpunkt. Zb. Gelenke oder Halsmuskulatur.

    Dann gibt es noch Gestaltungslehre, da experimentiert man mit ganz unterschiedlichen Materialien und gestellten Themen, die manchmal ganz enge Aufgaben sind und manchmal ganz freie. Da lernt man eine Menge bei! Man befreit sich zuerst mal von der Aufgabe ein "Bild" oder ein "werk" zu "schaffen" und befasst sich zb mit der Farbe, was damit so möglich ist. Später vergleicht man die Ergebnisse, bespricht mit dem Professor und den Mitstudenten, was welche Wirkung hat. Dann kommt eine andere Aufgabe, wie z.B. vorher entstandenes, was man nicht unbedingt behalten will, zu zerreißen und mit den Schnipseln Gestalterisch zu arbeiten.
    Es wird mit Zufall gearbeitet, wie Tinte umschütten, und dann aber beobachten, was passiert, was interessant ist, und was nicht interessant ist. Zerreißen, zerschneiden, collage draus machen, oder irgendwas in der Richtung...
    Später gibt es dann auch wieder "normalere" Aufgaben, wie dass überall Fisch herumsteht, der so im Laufe des Tages ausläuft, stinkt, auftaut, antrocknet ;)... und damit dann irgendwas gestalterisch anfangen. Mit welcher TEchnik auch immer. Aber es geht hier nicht um Naturstudium!


    Im zweiten Studienjahr geht das mit der Gestaltungslehre ähnlich weiter, das Naturstudium verlegt sich ganz auf den Akt. Es gibt immer modelle von Montag bis Mittwoch. Und man kann zwischen zwei Professoren wählen, der eine bespricht sehr viel, auch während dem Zeichnen, die andere, da geht man wenn man selbst will, zu Konsultationen (was mir besser gefällt).

    Theorie gibt es nur wenig verpflichtend: Eine KUnstgeschichtsvorlesung, evtl ein Seminar und eine Philosophievorlesung.

    Einen Tag pro Woche WErkstatt im eigenen Fachgebiet und alle drei wochen die ganze Woche Werkstatt. Also bei mir Keramik, bei anderen Metall oder Malerei oder Textil oder Medienkunst oder Design etc.

    Von den Metallern weiß ich zb. dass es aufgaben bei ihnen gibt, sie aber auch was anderes machen können.

    Bei uns gibt es feste Aufgaben in der Keramik, was anderes nebenher ist nicht sooo sehr erwünscht - kommt drauf an, was es ist. Hat seinen Sinn, hat mich aber gerade im ersten STudienjahr echt genervt. Aber es geht darum, dass man loslässt und sich ganz auf neues einlässt. Wozu studiert man sonst.

    Fachliche Anleitung über künstlerische und gestalterische Überlegungen hinaus bekommt man, wenn man selber danach fragt. Im ersten STudienjahr gab es bei uns in der Keramik auch einen Grundkurs über Technologie.

    Allgemein kann man auch "Maltechniken" belegen. Dort lernt man auch grundlegende technischer Dinge.
    Oder auch, sehr beliebt, und sehr fundiert "Fotografie".

    Ab dem 3. Studienjahr, nach dem Vordiplom kann man dann machen, was man will. Ich glaube, man muss ein paar Veranstaltungen belegen wie Kunstgeschichte und Ästhetik. Ansonsten arbeitet man die ganze Zeit in seinem FAchbereich, steht je nach dem, wie sehr man das will im Austausch mit den Mitstudenten und den Professoren und der technischen Werkstattleitung.

    Es gibt dann auch noch, im Grundstudium so Kurse im Block in den Semesterferien, wo man einen Kopf modelliert und in Gips ab gießt. Man tut sich da mit einem Partner zusammen und modelliert sich im Austausch. Ebenso einen Kurs, wo man einen stehenden Akt modelliert und in Gips abgießt. Diese beiden Kurse sind echt super. Sie gehören mit zu dem Naturstudium, was ich oben erwähnte und man lernt dabei sooo viel über die Plastizität eines Gesichts!

    Es hängt aber insgesamt fast nur vom eigenen Engagement ab, wie viel Anleitung/Diskussion etc man hat. Ich bin so ein Typ, der gerne für sich wühlt und ausprobiert und dann hinterher bespricht und der es gar nicht mag, wenn der Professor kommt und mir dazwischenfummelt.

    Für andere ist das wiederum sehr wichtig. Außerdem lässt sich sagen, dass man mindestens die Hälfte von den MItstudenten lernt. Durch Abgucken, Aufgreifen, weiterverwerten... Wenn mir irgendwas in der Keramik misslingt, dann gebe ich es meistens Sarah, die schmeißt es dann runter und macht was neues draus. Andersrum frage ich sie gerne über ihre Glasurexperimente aus und nehme gerne von Lena bestimmtes Werkzeug... :)
    Am anfang, wenn man noch nicht seinen eigenen Weg gefunden hat, ist es total wichtig, sich auszutauschen und Dinge auch mal nachzumachen, sie werden doch immer anders.

    Also, Vincents OHr, wenn du dich daran annähern willst zu Hause:
    Das beste ist, du findest ein paar Leute, mit denen du dich zusammentust.

    Abgesehen davon, nimm dir feste Zeiten oder zumindest Tage, an denen so etwas wie Naturstudium oder Experimentieren angesagt ist.
    Im Naturstudium übst du das Zeichnen von der Natur, wobei die Natur nicht unbedingt planzlich oder tierisch sein muss, nur eben kein Foto. Reales Objekt, oder Wesen.
    Beim Experimentieren wäre ein Buch mit guten Übungen vllt sinnvoll. Ansonsten einfache Aufgaben. Zb. heute nur rot. Linie-Fleck. Heute schrumpelige Kartoffeln. Gummibänder um Pappe machen. Schatten. (aufgabe für sommer, das mit den Schatten.)
    Aber es ist wirklcih nicht zu unterschätzen, was es ausmacht, wenn du siehst, was es für Möglichkeiten für "Kartoffel" gibt, wenn einfach 30 Leute sich gleichzeitig mit Kartoffel beschäftigen. von Briefmarkenformant bis DinA 0... weiß nicht wo du wohnst, aber vllt gibt es ja dafür auch einen guten Kurs oder so... habe leider keine Ahnung von Kursen. Oder du kannst Gaststudent sein. Bei uns sind auch immer so 1-2 Omas, die mitmachen :)

    Ich lade übrigens meine klassischen Akte nicht hoch, weil ich das nicht so interessant finde. Sondern das, wo ich denke, das es mich ausmacht, meine Arbeit, teilweise auch das, was innerhalb einer Aufgabe entstand, wo ich mich nicht so mit identifizierte, aber ne Menge dabei gelernt habe.


    Der Inhalt ist immer noch das, was am wenigsten interessiert. Der wird von alleine kommen.
    Die meisten Leute/Anfänger, sage ich mal, hängen sich viel zu sehr am Inhalt auf, während es sehr mit Gestaltung und Technik hapert.

    Abgesehen davon, dass es alles noch total im Werden ist, hab ich schon ein Gefühl, wo es hingeht. Und diese Richtung kann man mir ja nicht klauen, weil man ja nicht weiß, unter welchen Umständen die Arbeiten entstanden sind. Und wenn man es doch weiß, weil ich es dazuschreibe, dann kann man es immer noch nicht so einfach nachmachen. Vllt liegt es daran, dass meine Ideen nicht konzeptionell sind.

    Und da das hier der Signaturthread ist:
    Ich habe meine Bilder schon im Kindergarten auf der Vorderseite unterschrieben, das hab ich mir so abgeguckt von meinem Vater (hat ein paar Landschafsaquarelle gemacht) und das habe ich beibehalten bis zum STudium. Immer in der Technik, in der ich gemalt oder gezeichnet hab.
    Jetzt im moment bin ich mir nicht so sicher, ob mein altes Kürzel passt zu dem, was sich entwickelt. Bzw, es entwickelt sich ja noch, also will ich noch nichts daruntersetzen. Ob ich es später wieder tue, weiß ich noch nicht. Im Moment schreibe ich das Datum meist drunter. Den Monat und das Jahr. Da ich viel mit Kohle zeichne ist mir das zu kompliziert mit Vorder- und Rückseite und fixieren und so.
    Signatur
  • leirA
    Ich ärgere mich ziemlich darüber, dass ich mich in der Jugend falsch entschieden habe und mir jetzt die Türen zu einem Kunststudium verschlossen sind.


    Wer weiß, vielleicht hast Du Dich ja sogar richtig entschieden.
    Ich hab übrigens oben ganz bewusst plakativ geredet, weil viele Streitfragen darüber exemplarisch sind.
    Man kennt natürlich auch den Gegensatz dazu: Intellektuelle Verstiegenheit a la Dokumenta, die als Selbstzweck betrieben wird.
    Ich kenne persönlich Leute, die keinen Pinsel anfassen mögen, weil sie sich nicht in den Verdacht bringen wollen, anachronistisch zu arbeiten.
    Die leuchten mit automatischen Diaprojektoren Gebäude an, konterkarieren irgendeine geschichtsträchtige Bedeutung und haben großen Erfolg damit.
    Die feiern sich selbst und freuen sich zu denen zu gehören, die Altes überwunden haben.
    Da wünscht man sich eigentlich nur noch einen dauerhaften Stromausfall!


    Hallo Grenzgänger.
    Das hört sich prima an, was Ihr da macht! Dass sich 30 Leute mit dem Thema Kartoffel befassen, ist mir ein hochsympathischer Gedanke.
    Grüße an alle.
  • 46nahtaiveL
    ach ariel das ist doch bravo denke
    meinetwegen kannst du diese projektionen
    blöde finden...aber die frage ob der
    künstler mit dem pinsel umgehen kann
    ist doch nicht relevant!!

    (vermutlich schwärmen immer noch leute
    von..*handgemachter* authentischer
    musik...ohne die geringste ahnung
    von moderner studiotechnik)

    aber erklär doch nochmal warum sind die bilder
    eines zeichnen könnenden..denn besser als
    die eines eine photovorlage benutzenden?

    http://www.movingtargets.de
  • Seite 3 von 8 [ 152 Beiträge ]

  • Anmelden um auf das Thema zu antworten oder eine Frage zu stellen.

Ähnliche Themen