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  • Signatur, wie signiert man Bilder?

  • Robert Wolter
    Robert Wolter Neuer Thread
    Es ging hier doch eigentlich um das Thema "Signatur", vielleicht sollte man für das Thema "vom Foto abmalen oder nicht" einen neuen Thread eröffnen.
    Signatur
  • nighthawk
  • reniek
    na, da bin ich ja beruhigt, dass ich sozusagen zu keiner-Generation gehöre :o

    P.S. ansonsten - lass uns über kunst reden, nicht über Märkte :)
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  • iffulF
    Meiner Meinung nach wenden sich aus ästhetischen Gesichtspunkten Perfektion anstrebende Arbeiten vom Leben ab. Dies um so mehr in einer Zeit der funktionalen Differenzierung aller Facetten des Seins. Diese Differenzierung, die alle Lebensbereiche durchzieht, Heidegger sprach vom Gestell, das die Welt überzieht, priorisiert die technische Perfektion einer Automatisierung, die erst aus sich selbst heraus funktioniert um dann im nächsten Schritt um ihrer selbst willen nach technischer Perfektion und höchstem Automatisierungsgrad zu verlangen. Dies alles wird flankiert vom sparsamsten Einsatz von Ressourcen im Gestell selbst, bei gleichzeitig verheerendem Verbrauch von außerhalb des Gestells angesiedelten Ressourcen. Das lebendige Gewese gehört zu den außerhalb angesiedelten Ressourcen, Menschen, Land, Wasser, Holz usw. und unterliegt damit der Verheerung.
    Photorealismen und andere Perfektionen im bildnerischen Bereich haben meiner Meinung nach nur dann ihre Berechtigung aus humanitärer Sicht, wenn sie mit eben dieser Perfektion die Perfektion des Gestells, oder anders ausgedrückt die Technisierung und Perfektionisierung des Lebens, in Frage stellen.
    Aus rein technischen Überlegungen perfekt gemachte Kunst nähert sich dem Tod. Denn nach der absoluten Perfektion kann nichts mehr kommen, außer ihre Zerstörung.

    Dies habe ich, da heute beim Fleischer so eine lange Schlange an der Kasse stand, ausgiebig mit Frau Semmelroth diskutiert. Und da wir diesbezüglich auf den oben dargelegten gemeinsamen Nenner kamen, muss es so sein.
  • leirA
    Meiner Meinung nach wenden sich aus ästhetischen Gesichtspunkten Perfektion anstrebende Arbeiten vom Leben ab. Dies um so mehr in einer Zeit der funktionalen Differenzierung aller Facetten des Seins. Diese Differenzierung, die alle Lebensbereiche durchzieht, Heidegger sprach vom Gestell, das die Welt überzieht, priorisiert die technische Perfektion einer Automatisierung, die erst aus sich selbst heraus funktioniert um dann im nächsten Schritt um ihrer selbst willen nach technischer Perfektion und höchstem Automatisierungsgrad zu verlangen. Dies alles wird flankiert vom sparsamsten Einsatz von Ressourcen im Gestell selbst, bei gleichzeitig verheerendem Verbrauch von außerhalb des Gestells angesiedelten Ressourcen. Das lebendige Gewese gehört zu den außerhalb angesiedelten Ressourcen, Menschen, Land, Wasser, Holz usw. und unterliegt damit der Verheerung.
    Photorealismen und andere Perfektionen im bildnerischen Bereich haben meiner Meinung nach nur dann ihre Berechtigung aus humanitärer Sicht, wenn sie mit eben dieser Perfektion die Perfektion des Gestells, oder anders ausgedrückt die Technisierung und Perfektionisierung des Lebens, in Frage stellen.
    Aus rein technischen Überlegungen perfekt gemachte Kunst nähert sich dem Tod. Denn nach der absoluten Perfektion kann nichts mehr kommen, außer ihre Zerstörung.
    so sein.


    Mannomann!Kannst Du das mal übersetzen? Was ist denn mit den Ressourcen innerhalb des Gestells gemeint und vor allem mit dem Gestell selbst?
    Wieso kann man nicht einfach sagen, dass Fotorealismus bescheuert ist?
  • nighthawk
  • iffulF
    Es ist ganz einfach. Das Gestell ist eine sich verselbständigende Technik, die man als Vehikel des technisierten Wesens bezeichnen kann und die dieses Wesen bei genügender Entwicklung abwirft.
    Stellen wir uns eine hoch automatisierte Fabrik vor, so werden innerhalb dieser Fabrik sparsamst Ressourcen, wie zum Beispiel Personal, Medien(Strom, Wasser), oder Fläche eingesetzt. Die Fabrik sei meinetwegen eine Auto oder Chipfabrik. Außerhalb dieses Gestells(Fabrik) werden Ressourcen massiv verschwendet und verbraucht. So muss zum Beispiel um Just In Time Montagen zu ermöglichen eine Flotte von LKW unterwegs sein, die wiederum Straßen brauchen, Benzin, billiges Personal usw. das heißt also, dass die Ressource Fläche nach außen verlagert wurde und das Gestell nur an der Schnittstelle des Wareneingangs Interesse für Menge, Qualität, Zeit und Preis aufbringt, jedoch nicht für die Vorgänge außerhalb, auf den Straßen, in der Landschaft usw. Durch den Preisdruck werden die Ressourcen, die außen sind verheert. So auch die Menschen, die für die Produktion, bzw. Perfektion der Technik nicht benötigt werden.
    Der technische Stand ist in vielen Bereichen so, dass technische Perfektion um ihrer selbst Willen geschieht. Um technisch perfektere Computer mit einer größeren Integrationsdichte auf dem Rechnerchip zu bauen,werden Computer benötigt, die dem aktuellsten technischen Stand entsprechen. Ohne Technik ist dies Technik nicht herstellbar. So ist das gemeint. Denkt man sich das fort bis zur absoluten Perfektion, wird kein Wesen mehr benötigt. Reine Technik stellt dann reine Technik her. Das heißt der Tod ist in das Gestell(Fabrik) eingetreten.
  • leirA
    Verstehe was Du meinst, ich habe über sowas in meiner blutigen Laiensphäre auch schon mal nachgedacht. Aber mehr unter dem Aspekt gesellschaftliche Werte oder Idealisierung.
    Aber ich weiß gar nicht, ob Kunst etwas ist, das sich in diesen materiellen Kreisläufen so ohne Bruch einfügt. Wahrscheinlich schon. Trotzdem denke ich, dass nicht jeder blöden Kunstform soviel Ehre zuteil wird, für eine Verschlechterung der Welt gesorgt zu haben oder noch in Zukunft dafür verantwortlich zu sein. Manches wird wohl als unwirksamer, ästhetischer Bodensatz für nichts anderes verantwortlich sein, als den "Kunstgeschmack" Bildungsferner bedient zu haben, sozusagen als Kunst die jeder versteht. Fotorealismus würde ich darum nicht zu den Mitverursachern solch eines schwarzen "Szenarios" sehen, so wie Du es geschildert hast. Ich würde sowas vielleicht nicht einmal unter Kunst verbuchen. Für mich ist das eher ein Hobby für Taxifahrer. Damit verdienen sie sich ein Zubrot und das sei ihnen auch gegönnt.
  • Stefan Lorscheider
    Stefan Lorscheider

    Wieso kann man nicht einfach sagen, dass Fotorealismus bescheuert ist?


    Hm...

    Jetzt kommt dann tatsächlich langsam der Eindruck rüber das du keine Meinung außer deiner akzeptierst...

    Schade, war das doch bisher eine recht angeregte Diskussion hier...
  • nighthawk
  • leirA
    Na unter einer angeregten Diskussion verstehe ich etwas anderes. Z. B. dass man sich nicht zu fein ist, einfache Fragen zu beantworten.

    Ich habe in einem Gespräch mit Fluffi diesem vorgeschlagen, eine seiner Ansicht nach überperfektionierte Kunstform nicht als Tod bringend, sondern einfach als bescheuért zu bezeichnen. Was ist denn Deiner Ansicht nach die aufwertendere Bezeichnung: Tod bringend oder bescheuert, lieber LorscheiderS?
  • nighthawk
  • Stefan Lorscheider
    Stefan Lorscheider
    Na unter einer angeregten Diskussion verstehe ich etwas anderes. Z. B. dass man sich nicht zu fein ist, einfache Fragen zu beantworten.

    Ich habe in einem Gespräch mit Fluffi diesem vorgeschlagen, eine seiner Ansicht nach überperfektionierte Kunstform nicht als Tod bringend, sondern einfach als bescheuért zu bezeichnen. Was ist denn Deiner Ansicht nach die aufwertendere Bezeichnung: Tod bringend oder bescheuert, lieber LorscheiderS?


    Mir ging es nicht um korrekte Bezeichnungen für irgendeine Kunstform, dass hätte ich dann schon genauso geschrieben...
    Mir geht es darum das hier eine Menge Argumente kamen (aus verschiedensten Ecken), die das (von dir so bezeichnete) "Abmalen" von Fotos entweder legitimieren oder zumindest erklären warum es aus der heutigen Zeit kaum noch wegzudenken ist. Nur leider versuchst du kaum auf eines dieser Argumente einzugehen?

    Das macht auf mich den Eindruck als das du einzig und alleine deine Ansicht gelten lässt, was dann ja jede weitere Diskussion überflüssig macht...

    Fotos sind heute allgegenwärtig, alles wird dokumentiert, rasend schnell über das Internet verbreitet und prägt dadurch unser Leben. Das alleine reicht für mich als Argument sie unbedingt als Inspiration und Quelle nutzen zu müssen.
  • leirA
    herr ariel, sie disqualifizieren sich gerade als kompetenter gesprächspartner vollends.


    Ich glaube doch wohl, Du hast Dich vorher schon als Konversationspartner einfacher Gespräche disqualifiziert. Jedenfalls kann ich nicht behaupten, dass Du einfache Fragen verstehst, oder sie gar beantworten kannst. Macht ja nichts.

    fliegen sie mal bei gelegenheit nach new jork und gehen sie ins guggenheimmuseum. oder ins moma, dort müssten schon längst ein paar gute richters hängen. oder sie fahren in die schweiz und besuchen das private museum von franz gertsch.


    Das fehlt mir noch, dass Du mir erzählen willst, wo ich hin zu fliegen habe. Sonst geht's Dir gut? Es würde einem Gespräch schon zuträglich sein, wenn Du mal Deine Kellerwohnung verließest.

    Du verwechselst Dich mit Gertsch oder Richter? Dir ist wohl ein Farbtopf auf die Frisur geplumpst.
    Du willst mir erzählen, dass Fotorealismus eine akzeptierte Kunstform ist? Schöner Gedanke. Ich habe immerhin Freie Kunst studiert und bin für alles offen! Prima.
    Mit Fotorealismus, insbesondere dem Werk von G. Richter bin ich bestens vertraut, falls Du Dich nur halb so viel mit der Materie beschäftigt hast, kannst Du Dich beglückwünschen. Das war vor Jahrzehnten interessant, aber heute finde ich es bescheuert. Vor allem ist es erniedrigend schlecht, wenn mir einer heute sowas als Innovation verklickern will. Warum macht man sowas? Weil man denkt, andere sind doof? Wer keine Ideen hat, macht das, was schon vor 30 Jahren ein alter Hut war.


    ps. die wenigsten wirklich guten fotorealisten fahren taxi, weil sie durchaus von ihrer kunst leben können.


    Und vergiss nicht die Kellerwohnung zu heizen, es weihnachtet sehr.
  • leirA
    Mir geht es darum das hier eine Menge Argumente kamen (aus verschiedensten Ecken), die das (von dir so bezeichnete) "Abmalen" von Fotos entweder legitimieren oder zumindest erklären warum es aus der heutigen Zeit kaum noch wegzudenken ist. Nur leider versuchst du kaum auf eines dieser Argumente einzugehen?

    Das macht auf mich den Eindruck als das du einzig und alleine deine Ansicht gelten lässt, was dann ja jede weitere Diskussion überflüssig macht...

    Fotos sind heute allgegenwärtig, alles wird dokumentiert, rasend schnell über das Internet verbreitet und prägt dadurch unser Leben. Das alleine reicht für mich als Argument sie unbedingt als Inspiration und Quelle nutzen zu müssen.


    Das kann ja wohl nicht wahr sein? Willst Du mich veräpfeln? Ich habe das, was ich meine, allein hier in diesem Thread 3 mal ausführlich und unmissverständlich geschildert ohne dass irgendeiner darauf eingegangen ist und dann erzählst Du mir hier sowas?
  • leirA
    Hier mein letzter Beitrag, Lorscheider. Blieb wie die davor unbeantwortet. Wurde wohl nicht verstanden. Für Dich also once more!

    Nichts zu danken!

    Von Seite 5 für Herr/frau Lorscheider.

    Ich bitte übrigens um Beantwortung, Lorscheider! Das wäre zumindest eine angemessene Geste, statt sich unrichtigerweise über falsche Sachverhalte zu beschweren.

    Welcher Maler malt denn ein Foto ab und lässt dann das unmodifizierte Ergebnis für sich allein als ästhetische Formulierung genügen?

    Niemand!

    Dass in Gemälden Fotozitate auftauchen, Fotos verfremdet oder übersteigert werden ist schon immer üblich gewesen. Zur Zeit der amerikanischen Avantgarde, als alle abstrakt malten, hatte Edward Hopper bereits Fotovorlagen benutzt. Er hat diese Vorlagen aber selbst wieder seinem Zweck gemäß verfremdet und in seinem Sinne umgesetzt.
    Dort wo Fotografie einfach als Zitat in Form eines Druckes benutzt wurde, wie Z.B. bei Rauschenberg,Richter oder Warhol, ist sie stets in ein Konzept eingebunden.

    Ein abgemaltes Foto, welches unmodifiziert für sich allein lediglich einen ästhetischen Kunstgehalt beansprucht, der nicht über das Ausgangsfoto hinausreicht, gibt es meines Wissens in der Kunstgeschichte bis zum heutigen Tag nicht.
    Und das hat seinen Grund.
  • midwife
    midwife
    Ich habe mich schon gefragt, wann selbst einem so geduldigen und sachlichen Menschen mit Herrn nighthawk endgültig der Kragen platzt.
    Wenn jemand partout nicht seiner Meinung ist, fängt er an persönlich anzugreifen.
    Herr Ariel: Sie haben ein echtes psychisches Problem. Eine konstruktive Diskussion ist mit ihnen nicht möglich.
    Wenn sie den Mund so voll nehmen, dann stellen Sie doch auch hier ihre "Werke" vor, wie im Artcafe.
    Man kann seine Bilder hier betrachten und sich ein Urteil bilden:

    🔗

    Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen.

    Fröhliche Weihnachten und Danke an nighthawk für deine sehr informativen und lehrreichen Beiträge.
    Signatur
  • midwife
  • leirA
    Hallo Frau midwife, na wieder Zeit für einen Koller? Ich glaube das psychische Problem liegt ganz bei Ihnen!

    Danke für den Link
  • iffulF
    So isch war ersmalpaar Bier drinken...

    Schaut bitte jetzt erst mal meinen fotorealistischen Halbackt an. Das entspannt und erheitert das Gemüt und nebenbei erfüllt das Werk seine soziale Aufgabe.

    zitat Ariel:...Trotzdem denke ich, dass nicht jeder blöden Kunstform soviel Ehre zuteil wird, für eine Verschlechterung der Welt gesorgt zu haben oder noch in Zukunft dafür verantwortlich zu sein....

    Kunst kann meiner Meinung nach weder was verbessern noch verschlechtern in Bezug auf Gesellschaft. Da habe ich mich wohl nicht genau genug ausgedrückt. Kunst ist ein subjektives Ding bestenfalls noch ein gruppendynamisches...ja gruppendynamisch ist gut...rock'n'roooooooooooolll morgen wird Lemmy 65... Jungs, haut in die Saiten und bestäubt eure Angies...
    Meine obigen Ausführungen waren ein Erklärungsversuch warum technische Perfektion für sich selbst ins Nichts führt. Ariel, Du musst aus der Hobbyistenfalle heraus und darfst nicht denken, dass Kunst gesellschaftliche Entwicklungen bestimmen könnte. Hat sie noch nie.

    zitat nighthawk:...fliegen sie mal bei gelegenheit nach new jork und gehen sie ins guggenheimmuseum. oder ins moma, dort müssten schon längst ein paar gute richters hängen...

    Als Gerhard Richter damals keine Wandbilder im Stil des soz. Realismus mehr machen wollte, ging er in den Westen. Mit dem abstrakten Expressionismus konnte er, wie auch Baselitz, nichts anfangen. Er verbrannte dann auf dem Unihof seine bisherigen Bilder und versuchte das Problem zu lösen: wie kann man ein Bild malen. Wie auch Baselitz. Nighthawk komme aus der Hobbyistenfalle heraus und denke nicht Richter hat sich da eine gute Marketingidee oder sonst was zurechtgelegt mit seinen in Unschärfe abgemalten Fotos, wie auch mit seinen scharfen fotorealistischen Bildern. Wie auch Baselitz mit seiner Motivumkehr, die der Endpunkt einer Phase war, die mit den Rayski Köpfen über die Fußbilder, die große Nacht im Eimer, die großen Freunde, die Fragmentbilder ging.
    Bei Richter und Baselitz (u.a.) ging es darum überhaupt etwas ohne Vorsatz, Nietzsche würde sagen, ohne Hinterlist, noch malen zu können, ohne dem abstrakten Expressionismus zu verfallen, der damals ja auch schon am Ende war.
    Dies ist in der einschlägigen Kunstwissenschaft nachschlagbar. Siehe auch das pandämonische Manifest oder das Manifest der Gruppe Spur.
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