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  • Ist ein Unterschied zu finden zwischen Hobby/Freizeitmalern und Freiberuflern?

  • nehcnneamrreH
    Thema Grundgehalt für Künstler (...)
    Aber bitte wer mag, kann ja mal eine Konzeption erarbeiten.


    ok, ich hätte da eine idee. und zwar werde ich die förderungswürdigen künstler von den nicht-förderungswürdigen künstlern trennen und das geld so umverteilen, dass der staat bei 0 aussen vorbleiben kann. nicht-förderungswürdige "künstler" zahlen mir 10% ihrer monatlichen geldeingänge, die ich dann den förderungswürdigen auf ihr konto überweise. wenn es mehr nicht-förderungswürdige "künstler" als förderungswürdige gibt, behalte ich den rest (da ich ja auch eine aufwandsentschädigung bekommen muss).
  • imihsas
    klar akzeptiert man beuys als künstler, wenn man ihn aber kennt, weiss man das er auch provokateur war, und deshalb ist dieses bekannte zitat auch als solches zu sehen..

    ich weiss nicht wie es in deutschland ist, aber in österreich bist auch nicht gleich als künstler offiziell akzeptiert bloss weil man sich selbst so bezeichnet, oder ein paar erfolgreiche ausstellungen hattest... entweder du hast ein studium absolviert, oder du musst dich einigen kommissionen stellen, die deine arbeiten beurteilen... schlussendlich wirst sogar vom finanzamt geprüft, ob du als künstler genügend einkünfte erzielt hast... wenn ja dann wirst du gleich an die sozialversicherung weitergeleitet, und darst löhnen, sofern dich die auch durch die kommission lassen...und wenn nicht, wird deine künstlerische tätigkeit als freizeitvergnügen angesehen... was aber nicht heisst das du nicht steuer zahlen musst... naja, oder so ähnlich ... bis zur letzten stufe hab ich das spielchen ja auch noch nicht durch.. ich denk mal richtig geschafft hat man es erst, wenn man in namhaften galerien vertreten ist, in sammlungen und museen hängt und deine arbeiten in diversen auktionen kursieren.. dann düft es kein problem mehr sein bei diesen kommissionen durchzukommen... nur ... dann brauchst auch kein grundgehalt mehr..
    selbst staatliche preise und förderungen werden aus geldmangel nur mehr an bereits bekanntere künstler vergeben, vielleicht auch deshalb weil sich die jurien wieder aus galeristen und kuratoren zusammensetzen die ihre eigenen künstler bevorzugen...


    zuguterletzt gibt es bei uns seit einigen jahren die gloreiche erfindung der künstlersozialversicherung... in die du erst fällst wenn du einen mindestumsatz erreicht hast.. wenn du den erreicht hast kannst du eine sogar eine ermässigung der versicherungsbeiträge beantragen... sollte man das gemacht haben und im folgejahr dennoch weniger einkünfte haben, darf man dann diese vergünstigung wieder nachzahlen... ein echt super system, womit man ambitionierte jungkünstler schnell wieder ins aus katapultiert, denn die sozialversicherungen sind bekanntlich nicht besonder happig beim einklagen offener summen..

    aber ich schweife ab... sorry...

    jaja, ich kann gut verstehen warum viele diesen weg nicht wählen wollen... ich frage mich ja auch oft genug warum ich mir das eigentlich antue...

    aber vielleicht ist ja in germanien alles easier... und ich hab wiedermal die a****karte gezogen..
  • kceit
    Wenn man sich als Künstler nur als Kritiker der Gemeinschaft sieht, so stellt man sich in eine Superposition der Gemeinschaft gegenüber. Der Gemeinschaft wird dies nicht gefallen.
    Und ich frage mich, mit welchem Recht kann man das; und überhaupt, wer ist jenseits genug von Gut und Böse um gegenüber der Gemeinschaft moralische Urteile zu fällen, welche von dieser mit einem Grundgehalt bezahlt werden? Diese Argumentation wird keiner philosophischen und psychologischen Hinterfragung standhalten.
    In einem intuitiv-kreativen, künstlerischen Prozess entstehen Arbeiten, die ich als Ableitungen von spontanen Verknüpfungen von bisher Erfahrenem und aktuell Erlebtem des tätigen Subjekts bezeichnen würde. (Allerdings nur wenn man nen guten Tag hat :) ). Dies geschieht m.M. nach zu rasch und unberechnet, als dass man schon vor oder während dieses Prozesses das Ergebnis als gültige Kritik postulieren könnte. Im Nachhinein werden allerdings, so zeigt es auch die Vergangenheit, manchmal Werke die Gemeinschaft aufrütteln und eine wie auch immer positionierte Kritik instantiieren und Prozesse des Umdenkens in Gang setzen.
    So denk ich mir das.

    vG
    tieck
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  • imihsas
    hallo tieck,

    intuitiv künstlerische arbeitsweise ist eine von vielen, und kann natürlich genauso eine hinterfragende zeitpolitsche komponente haben wie eine konzeptionelle arbeitsweise... ich stelle da keine wertung her was nun die richtige sein mag... beide können das selbe ergebnis erziehlen müssen es aber nicht.. wie du schon sagst, oft merkt man es erst generationen später..

    es geht auch nicht darum eine gesellschaft sich bewusst zum feind zu machen, sonder zu hinterfragen ob entwicklungen unbedingt so gut sind wie sie uns verkauft werden... ein hinterfragender ( mir gefällt der ausdruck besser als ein kritischer... das wird ja auch gerne missinterpretiert wie man sieht) künstler will ja auch nicht lösungen anbieten.. dafür sind ja politiker, sozialwissenschaftler und andere da die sich wesentlich besser auskennen... ich für meinen teil sehe die aufgabe darin dem publikum denkanstöße zu liefern, wie es ein auch ein autor tut, der sein bild der welt in einen roman verpackt... und ja , es steht ein gewisser idealismus und eine fähigkeit zur reflexion dahinter, welcher sich vielleicht von der masse abhebt.. ich empfinde das aber nicht als besondere begabung sondern als traurigen umstand das diese eigenschaften sichtlich so selten vorkommt oder gerne verdrängt werden ( nicht umsonst sind wir teil einer spassgesellschaft, da hat sowas wenig platz) ... das man sich damit nicht nur freunde macht ist klar, wenn man damit probleme hat, malt man halt dann doch vielleicht lieber ästhetische, positive sujets... und urteile fällt ein gericht... moralische die kirche... doch kein künstler... ich glaub du vermischt da was...
  • heinrich
    @tieck\" Der Gemeinschaft wird dies nicht gefallen\"

    Ja, klar...und???

    "...mit welchem Recht...
    ...der Gemeinschaft moralische Urteile zu fällen\"

    Sorry, ich habe deinen Kommentar "zerstückelt"...

    Du äußerst dich ganz gut und verständlich...
    und persönlich...

    https://de.wikipedia.org/wiki/Konformismus

    Das Recht nehme ich mir...
    Aber dafür stelle ich hier meine "Kunstwerke" zur Verfügung, frei für Kritik...
    Das ist alles.
    Signatur
  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Ein Hobbykünstler zahlt für sein Hobby.
    Ein Profi bekommt bezahlt für sein Hobby.
    Signatur
  • kceit
    Hallo sashimi,

    das stimmt konzeptionelles Arbeiten habe ich oben ganz außen vor gelassen. Beides ist richtig und berechtigt und der eine wird so der andere so arbeiten. Mancher wird sich mal auf diesem und manchmal auf jenem Feld tummeln. Allerdings denke ich, dass auch bei konzeptionellem arbeiten, intuitive Momente vorkommen. Die Grenzen sind wohl fließend. Die Gesellschaft sich bewußt zum Feind machen zu wollen wäre fatal und hätte so eine Grundhaltung 'bin gegen alles' und letztlich aus dieser heraus konstruierte Werke zur Folge. Es ist aber so, dass immer wieder Künstler von der Gemeinschaft in der sie leben geächtet werden, vor allem in diktatorischen Verhältnissen. Das heißt, dass die Gesellschaft zum Feind wird, kann ein Ergebnis der künstlerischen Arbeit sein. Victor Jara, Biermann, El Greco als Beispiel. El Grecos Bild des Grosinquisitors ist zwar ein realistisches, gegenständliches Bild aber er hat seinem 'Gebot der Wahrhaftigkeit' folgend die ganze Furcht, den ganzen Schrecken und das Finstere, was dieser Mann verbreitete mit hineingemalt. er hat da wohl nicht von vornherein sich gesagt, ich kritisiere jetzt mal die Kirche, nein die Kritik war auf einmal da, einfach weil er das reflektierte, was ist. Da passt dann auch auf ein solches realistisches Werk Klees Zitat '...Kunst macht sichtbar...'.

    Urteile meine ich nicht in Form von Verurteilen sondern mehr in Form von Wertung, Entscheidung. Ich hoffe, dass moralische Urteile nicht nur durch die Kirche ö.ä. gefällt werden.

    Hallo heinrich,

    ... 'Der Gemeinschaft wird dies nicht gefallen'. Das wollte ich nur so feststellen und daraus ableiten, dass die Gemeinschaft sich dann weigern wird, dies zu honorieren.

    Aber rückblickend kann man sagen, dass dies fast immer nur auf Teile, mal kleinere und mal größere, zugetroffen hat und es auch fast immer die gegeben hat, welche sehr aktuell mit Kritischem umgehen konnten und vielleicht sogar solche Prozesse förderten.
    Den Konformismus wollte ich hier nicht einführen oder favoritisieren. In wieweit jemand mit etwas konform geht oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wichtig ist die Redlichkeit sich selbst gegenüber. Alles sofort in Frage zu stellen ist vielleicht genau so eine Extremposition wie zu allem ja und ahmen zu sagen.
    Klar nimmt man sich das Recht und das ist gut so. Und Du hast das wunderbar formuliert, ...stelle hier meine Kunstwerke zur Verfügung, frei für Kritik... Das ist es, denn wenn kritisches wiederum frei für Kritik ist, wird es nicht zum Diktat.
    Ich muss das mit meinem ' mit welchem Recht' noch mal überdenken und umformulieren. vielleicht so: Das Recht zum kritischen Werk muss einhergehen mit dem Recht es auch hinterfragen zu dürfen.

    lG
    tieck
  • Ulf Spuhl
    Ulf Spuhl
    ... so, da ist wieder einiges zusammen gekommen im Thread. Der Herr Illustrator fühlt sich auf den Schlips getreten weil ich behaupte, dass die Hauptleidenschaft eines Künstlers nicht das Versorgen von Frau und vielen Kinderlein ist, wie es das gutbürgerliche Leben als Aufgabe sieht.
    Der Künstler hat die Fähigkeit das böse Geschwür der Gesellschaft zu erkennen und zu warnen so lange noch etwas zu Tun möglich ist. Sicher diese Wahrheit ist sehr schmerzhaft, er erntet zunächst Unverständnis und Unwillen aber später wird man ihn Lieben für seine Angebote wenn sich zeigt, dass etwas dahinter steckt.
    Das ist schwere Arbeit und braucht den ganzen Tag so etwas auszuhalten aber der Künstler hat auf Grund seiner Lebensgeschichte diese Fähigkeit und setzt sie ein.
    Das abgesicherte bürgerliche Leben ist nicht Inhalt eines Künstlers, er ist frei und voller Ambivalenz.
    Finde, dass man das mit einer Alimentierung honorieren kann, so, dass er nicht auf den Verkauf von Werken angewiesen ist oder gar gefällige Illustrationen anfertigen muss.
    Er ist ein Teil der Gesellschaft der sich nicht gänzlich allen Normen und Konventionen unterwirft, dafür kann er harmonisch/ästhetische Werke Schaffen die den gesellschaftlichen Belangen ganz genau in die Karten schauen.

    In meinem Fall sind es vor allem die zwischenmenschlichen Themen, Beziehungen, Begegnungen, seelische Abgründe und die Psyche betreffend, mit denen ich mich auseinander setze.

    gruß fluuu
    Signatur
  • kceit
    Sicher könnte man ihn Alimentieren. Aber es wird schwer sein es durchzuführen. Es wird sofort ein Gerangel geben, um in den Genuss dieser Existenzsicherung zu kommen. Es werden sich Lobbyisten herausbilden usw. Wer entscheidet und verteilt, wer trifft die qualitative Auswahl? Besser wäre es wohl Sammlungen Mittel zum Ankauf von Werken zur Verfügung zu stellen.
    Aber um noch einmal auf den Titel des Threads zu kommen. Ich würde nicht zwischen Profi und Hobby unterscheiden, eher zwischen Hobby und Kunst(Margit macht es sich da mit ihrer Antwort etwas einfach). Und da denke ich ein Unterscheidungsmerkmal darin, dass die Hobbykunst sich im Wiederholen und Nachmachen erschöpft. Hobbykünstler wollen malen wie ein Picasso, ein alter Meister oder was weiß ich...der fotorealistischen Naturabklatsch wird hier sehr bewundert. Sie gehen auf schon angelegten Wegen.
    Durch Nachahmung lernt der Mensch, sprechen, schreiben und viell. auch malen. Dem ist nichts entgegenzusetzen. Allerdings werden Künstler dieses Stadium verlassen, den eigenen Weg bzw. Ausdruck suchen und ihre Themen aufgreifen und be- und verarbeiten.

    vG tieck
  • Ulf Spuhl
    Ulf Spuhl
    Hallo,

    ein Künstler hat eine bestimmte Position innerhalb der Gemeinschaft, dass heißt, er setzt sich kritisch mit seiner Umwelt auseinander und denkt sich nicht anbiedernde Dinge aus um sich beliebt zu machen, wie es vielleicht verständlicher Weise eher im Hobby der Fall ist, sondern er akzeptiert auch Konfrontation.
    Die Fähigkeit eines selbstständigen Künstlers ist ja gerade, dass er Auseinandersetzungen, Konflikte und Diskussionen nicht scheut und sich auch mal mit einer produktiven Kritik gegen die Mehrheit stellt und das aushält.
    Darin sehe ich den Hauptunterschied zwischen Freizeitmaler als Hobby zur Erholung, Entspannung und für den Frieden und dem Freiberufler der darüber hinaus auch noch gesellschaftliche wunde Punkte sichtbar machen kann und somit der Gemeinschaft hilft ohne sich zunächst beliebt zu machen, die Lorbeeren kommen später, die Probleme anzugehen.

    Das Problem unserer Zeit bei der Alimentierung von Künstlern ist, dass man ihnen Geld geben müsste, ohne das sie materielle Werte schaffen, sie schaffen ideelle Werte und dafür gibt es in der Wirtschaft keinen Tarif. Allerdings ist auf dem Kunstmarkt bei den Auktionshäusern seit geraumer Zeit ein Boom zu verzeichnen was den hochpreisigen Verkauf von Werken angeht. Da klafft noch ein Unverhältnis...

    gruß fluuu
    Signatur
  • Stab aus Basel
    Stab aus Basel
    >>>>>>Die Fähigkeit eines selbstständigen Künstlers ist ja gerade, dass er Auseinandersetzungen, Konflikte und Diskussionen nicht scheut und sich auch mal mit einer produktiven Kritik gegen die Mehrheit stellt und das aushält.<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<


    Wo steht denn geschrieben, dass ein selbstständiger Künstler sich gegen Mehrheiten stellen muss, Konflikte und Diskussionen nicht scheuen sollte?


    Der sebstständige Künstler hat das Problem der Geldbeschaffung. Er benötigt Gönner, Auftraggeber und Käufer. Wer den Zeitgeist in einem Bild nicht trifft, wird es schwerer haben etwas zu verkaufen.
    Der Hobbymaler kann malen was er will, ohne Rücksicht auf Publikum, Zeitgeschmack etc.
    Dem geht es eigentlich viel besser, er hat einen Beruf der Geld einbringt und noch ein Hobby welches im Spass macht. Er kann nur nicht 8 Stunden am Tag kreativ sein, wie der Berufskünstler (ich kenne übrigens viele Berufskünstler die weniger als 8 Stunden kreativ sind) aber die sind vielleicht auch sehr beschäftigt mit der Revolutionsschmiederei, sozialkritischem Denken und politischen Ränkespielen.
    Die Hobbymaler werden halt gerne in die Ecke
    "Heileweltmaler" gedrückt.

    Mit Deinem Beitrag unterstellst Du übrigens den "Hobbykünstlern" ein nichtpolitisches, konflikt- und diskussionsunfähiges Handeln.


    Diese Diskussion ist schon so oft geführt worden, wenn man die Standpunkte überdenkt, kann man da ewig neue Aspekte anführen. Nächste Woche könnte ich da bestimmt noch etwas Neues zu schreiben!

    Ich habe schon sehr viel Mist von Berufskünstlern gesehen und ebenso von Hobbykünstlern ------ und umgekehrt!


    Wer hat eigentlich das Wort Hobbykünstler geschaffen? *koppkratz*
    Signatur
  • kceit
    >>>>Wer hat eigentlich das Wort Hobbykünstler geschaffen?<<<<<

    Genau das ist das Problem. Um hier an des Pudels Kern zu kommen, muss es erstmal zu einer genauen Definition der Begriffe kommen. Für mich ist Hobbykünstler der der aus Spaß an der Freude und zur Entspannung nachahmt. Ich würde Hobbykünstler nicht damit definieren, dass er seinen Lebensunterhalt auf irgendeinem anderen Gebiet verdient. Dann wären Goethe, E.T.A. Hoffmann und viele andere mehr Hobbykünstler gewesen.
    Dann muss man den Begriff Künstler definieren. Sich anbiedernde Staatskünstler hat es überall und immer schon gegeben. Das macht es auch mit der Alimentierung so schwer. Manchem selbstständigen Künstler täte es wahrlich gut, sich mal für ein Jahr unerkannt als Maurer oder Metallarbeiter zu verdingen, um seine Sicht auf die Welt zu erfrischen.
    Das Freiberufler sich kritisch mit der Umwelt auseinandersetzen und sich nicht anbiedernde Dinge ausdenken sollen ist richtig und sollte so sein; dass es aber ein Kriterium des Status Künstler ist Freiberufler zu sein, ist genauso eine Idealvorstellung, wie die Heileweltmalerei, denn manche Freiberufler würden einer kritischen Prüfung dieser Merkmale nicht standhalten können.
    lG tieck
  • siku

    Bin z.B. ein selbstständig, freiberuflich künstlerisch Arbeitender der das Schreiben im Forum als Hobby betreibt. Habe noch kleine Nebenjobs um finanziell künstlerisch unabhängiger zu sein aber der Tagesinhalt ist von Selbstständigkeit geprägt.
    Was dominiert, Freizeitbeschäftigung oder künstlerische Selbstständigkeit?


    @ fluuu
    Das Wort „freiberuflich“ sagt doch eigentlich schon alles. Ein Freiberufler ist derjenige, der seinen Beruf als Selbständiger, ordentlicher Steuer- und Sozialabgabenzahlender auf eigene Rechnung ausübt.

    Zum ausübenden Beruf gehört in der Regel eine fachspezifische Ausbildung oder im künstlerischen Bereich zumindest eine professionelle (Kunst-)Tätigkeit sowie eine öffentliche Akzeptanz (sei es durch private Käufer oder öffentliche Kunstinstitutionen).

    Wenn du einen anderen Beruf erlernt/ ausgeübt haben solltest, von deinem Hobby „Kunst“ jetzt leben möchtest, dir dies aber nicht gelingt, so dass du zum Lebensunterhalt noch „kleine Nebenarbeiten“ erledigen musst, bist du ein Hobbykünstler, welcher gerne ein freiberuflicher Künstler sein möchte, der den Schritt zur Professionalität aber noch nicht erreicht hat. – Nur Mut, was nicht ist, kann ja noch werden. Ich nehme an, mit diesem Thread wolltest du dir Eigenmotivation bestätigen lassen.
  • kritiker
    Zunächst einmal sollte man als Künstler sich eine geistige Freiheit erobern, was wesentlich schwieriger und wichtiger ist als die Eroberung der materiellen. Denn ohne geistige Freiheit keine wahre Kunst.
    Wer sein Künstlerdasein von materiellen Fragen abhängig macht, bleibt eine Art "Angestellter des Kunstbetriebs".

    Auf die Frage: wie kann ich von geistiger Freiheit mein Brot kaufen? antworte ich zweierlei: einerseits, mit materieller Freiheit erwirbst du nicht automatisch die Kunst, und andererseits, dass jemand der geistig frei ist, ruhig auch mal nur kommerziell tätig sein darf. Er wird seiner Brotarbeit ohnehin den eigenen Stempel aufdrücken. Shakespeare z.B. war ein großer Geschäftemacher. Was nicht heißen soll, dass hinter jedem Bestseller ein Genie steckt. Das ist ja eben der Unterschied, den ich anfangs unterstrichen habe.
  • roneiN
    lieber kritiker,

    wunderschöne worte hast du verlauten bzw. lesen lassen...ganz meine meinung...als hobby-dilettant versteht sich...

    lg
    Dennis
  • BFnaitsabeS
    "Ist ein Unterschied zu finden zwischen Hobby/Freizeitmalern und Freiberuflern?"

    Sicherlich. Die Einstellung. Wenn jemand es sich gefallen lässt seine Kunst als Hobby bezeichnen zu lassen, dann hat er das Etikett auch verdient. Das Hobby ist ein Steckenpferd, die Kunst ne Vollblutstute.
  • kceit
    :-)))) Vollblutstute...das ist gut...*lach*
  • Ulf Spuhl
    Ulf Spuhl
    Steckenpferd und Vollblutstute ist ja kein schlechtes Bild. Wie gesagt, das Eine abends ne Stunde zur Entspannung und das Andere den ganzen Tag voller Leidenschaft und Hingabe.

    Natürlich braucht der Beruf des selbstständigen Künstlers alle Qualifikationen und Formalitäten aber wenn er nur die Geldbeschaffung im Kopf hat ist er eine arme Krämerseele. Die Freiheit und den Freiraum die Arbeitsstruktur und den Inhalt über den Tag selbst bestimmen, gestalten und organisieren zu können gibt so viel Energie und Lebensnotwendiges, dass nur noch wenig Geld nötig ist um die wichtigsten Rechnungen zu bezahlen. Der Großteil an Bedürfnis ist durch die kreative selbstbestimmte Lebensform befriedigt.
    Das ist ja der Vorteil des künstlerischen Berufes, es findet auf jeden Fall eine Selbstverwirklichung und ein persönlicher Gefühlsausdruck bei der Arbeit statt.

    gruß fluuu
    Signatur
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