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  • Womit auf Ingrespapier?

  • Katharina Werning
    Katharina Werning Womit auf Ingrespapier?
    Hallo!

    Ich habe hier wunderschöne Bilder von Euch auf Ingrespapier mit Bleistift, Kohle und Kreide gesehen. Da sind bei mir Fragen über Fragen entstanden und hoffe, dass Ihr Eure Erfahrung vielleicht mit mir telen könntet.
    Das wobei ich mich am sichersten fühle, sind Bleistiftzeichnungen. Auf farbiges Ingrespapier habe ich jedoch noch nie gezeichnet. Meine Fragen:

    1.Muss ich bei Ingrespapier irgendetwas beachten?
    2.Sind Kohlezeichnungen sehr schwer?
    A)Und wenn man sich für Kohle entscheidet, nimmt man dann diese ganz normale Kohlestäbchen?
    b)ist es ratsam, Kohle mit Bleistift oder Kreide zu vermischen?
    c)Ich habe bei Kohlezeichnungen was vom "Verwischen" gelesen. Muss man das machen? Und wenn ja wofür und womit? Es wirkt dann ja schmierig oder?
    3. Wie ist es denn mit Grafit? Ist es ähnlich wie Kohle?

    Vielen Dank im Voraus!!!
  • Mo Häusler
    Mo Häusler
    Hallo Kati!

    1.) Ingrespapier ist sicher eine sehr gute Papierwahl - für viele Techniken. Kohle und Kreide, Bleistift, Grafit, Tusche/Feder - sogar Aquarell geht sehr gut darauf (wenn man die doch recht dünnen Bögen aufspannt). Zu beachten... gibts eigentlich nix Besonderes. Ingres hat normalerweise eine streifige Seite (da sieht man das Schöpfgitter noch) und eine glattere. Beide kannst du nutzen, je nach deiner Vorliebe.
    Für Tusche nehme ich lieber die glatte Seite, da rutscht die Feder besser, sonst find ich, isses egal...

    2.) Kohlezeichnungen sind nicht schwer. Sie wiegen keineswegs mehr wie andere Zeichnungen. *ggg*
    Na ernsthaft: Das ist eine feine Technik, wenn du mit Schwarz-Weiß-Effekten gestalten willst.
    Ich persönlich mag Kohle und Kreide nicht, weil ich das kreidige Gefühl auf den Finger nicht mag, da krieg ich immer Gänsehaut. *schauder* Von den erzielbaren Ergebnissen her ist diese Technik aber sicher ganz interessant und lohnenswert!

    A.) Kohle gibt es in den verschiedensten Ausführungen - je nachdem, wie du arbeiten möchtest. Für den Anfang würd ich dir dünne eher weiche Sticks empfehlen, nicht gleich mit den ganz dicken Dingern anfangen, das entgleitet doch ziemlich schnell. *g* Die holzgefassten bleistiftartigen Kohlestifte halte ich auch für keinen guten Einstieg, die sind wieder zu "zivilisiert", da kriegt man nicht so mit, was Kohlearbeit sein kann!

    B.)Kohle mit Kreide zu mischen ist klassisch! :o)
    Kohle mit Bleistift zu mischen ist nicht gut. Blei ist silbrig und glänzt. Kohle ist samtschwarz und matt. Das verträgt sich nicht. Und ist zudem komisch, weil beides in die Dunkelheiten geht.
    Versuch mal weiße Kreide und schwarze Kohle auf grauem Papier - das sieht gleich ganz toll aus!

    C.) Das Verwischen gehört bei der Kohlearbeit dazu - nicht so, wie die Wischungen in der Bleistiftzeichnung! Da sieht das nämlich gleich ganz schmuddelig aus und trägt nicht zur Qualität der Zeichnung bei. Die Kohle kann mit dem Finger oder auch mit Wischerstiften (Estompen) verrieben werden, das sieht nicht grau oder schmierig aus, die Kohlepigmente liegen ja nur ganz zart auf den oberen papierfasern auf, das wirkt anders als bei Bleistift... Wenn du aber eine Kohlearbeit ohne Wischungen versuchen möchtest, so steht dir das natürlich auch frei. Zwingend nötig ist das nicht.

    3.) Der normale heutige Bleistift ist eigentlich ein Grafitstift! Die Bezeichnung ist irreführend -
    Blei ist in den Minen nicht vorhanden. Die Bezeichnung Grafitstift bezeichnet meist einen besonders weichen Bleistift oder einen dicken nicht mit Holz ummantelten Stift.
    Die Arbeit damit gleicht somit dem Werken an einer Bleistiftzeichnung mit besonders weichem sattem Material.

    Viel Spaß!
    *wink*
    Mo
  • Katharina Werning
    Katharina Werning
    Vielen, vielen Dank für die tolle und ausführliche Antwort Mo!!!
    Da hast du ja tatsächlich alles meine Fragen auf einen Schlag beantwortet :o) Ich glaube ich werde deinem Rat folgen und weisse Kreide mit schwarzer Kohle auf grauem Papier versuchen. Das hört sich ganz interessant an. Hoffe doch sehr, dass ich damit umgehen kann oder es lernen kann.
    Nochmals danke! :o)
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  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Hallo Mo an dieser Stelle möchte ich mich für deinen Tipp mit dem Ingres, den du mir vor Jahren gegeben hast, nochmals bedanken! Ich liebe dieses Papier wegen seiner unglaublichen Vielseitigkeit und nicht zuletzt des geringen Preises wegen.

    Was ich in den Jahren festgestellt habe, gibt es auch noch einen großen Unterschied zwischen den Ingres Papieren verschiedener Firmen. Manche sind so seifig und glatt dass sie gar keine Kreide aufnehmen.
    Mit Ingres von Hahnemühle (100g) konnte ich alle Varianten bis zum Aquarell zufriedenstellend durchführen. Aber auch andere Herstelle bieten interessante Oberflächen und andere Stärken an.
    Für Ingres-Freaks: Unbedingt ausprobieren!
    Liebe Grüße
    Margit
    Signatur
  • Katharina Werning
    Katharina Werning
    Wie ist es denn mit braunem Ingrespapier? Oder ist das egal?
  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Du kannst natürlich alle Farben verwenden, mache ich ja auch. Nur bei Aquarell müsstest du dann zu den Gouache Farben überwechseln oder Deckweiss verwenden.
    Liebe Grüße
    Margit
    Signatur
  • Katharina Werning
    Katharina Werning
    Danke für die vielen Tipps!!! Ich werde es einfach mal ausprobieren. :o)
  • Katharina Werning
    Katharina Werning
    Vielleicht doch noch zwei kleine Fragen an Euch:

    Kohle ist ja weich und die Striche sind gleich tiefschwarz. Erreicht man die helleren Töne nur durchs Verwischen?
    2. Darf ich die weisse Kreide einfach über die Kohle drüber zeichnen?
  • Mo Häusler
    Mo Häusler
    1.) Verwischen ist möglich, aber auch alle feinen Schraffuren. Mit leichter Hand kannst du ganz zarte Linien ziehen, mit etwas Übung.

    2.) Probiers! *g*
    Kommt auf den Kreidestift an, müßte aber gehen.
    Schau dir an, ob du den Effekt magst! Kreide neben Kohle sieht anders aus als Kreide über Kohle - und wieder anders Kreide mit Kohle vermischt...

    bye
  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Liebe Kathi,
    schau mal mein Avatar ist Kreide und Kohle auf Ingrespapier, und dieses Bild hier:
    o.T.
    ist Gouache auf blaugrauem Ingres.
    Wenn du klassisch malen willst dann ist es streng verboten Kreide über Kohle zu verwenden oder umgekehrt und damit Grautöne zu erzeugen. Die helleren Töne müssen einzig und alleine durch ganz dünnes Schwarz entstehen. Der Mitteltonwert sollte das Papier sein, wenn das Papier einen mittleren Ton aufweist. Erst die Schatten dünn schwarz und die Lichter weiss.
    LG Margit
    Signatur
  • Jürgen Stieler
    Jürgen Stieler
    Alles schon gesagt, bis auf eines: Vorsicht bei subtilen Bleistiftzeichnungen. Für lineares Zeichnen mit Bleistiften ist das Papier wunderbar, aber wenn es ans Schummern geht ("endlos" viele Strichlagen übereinander zur tonalen Vertiefung) reißt das Papier leider sehr leicht, habe ich hier leidvoll feststellen müssen, als ich ausnahmsweise mal unten anfing zu schummern:
    Osty
    Ich habe den unteren Teil der Zeichnung abgeschnitten und nur noch äußerst vorsichtig weitergezeichnet, am rechten Arm der Figur ist auch auf der Abbildung hier im Internet noch ein kleines Malheur zu erkennen. Also mit nicht ganz so spitzen und harten Belistiften auf Ingres.

    Beste Grüße - Johnny
  • Katharina Werning
    Katharina Werning
    Nochmals danke für die vielen Tipps. Habe mir heute Ingrespapier in drei Farben gekauft und kann es kaum noch erwarten es auszuprobieren!!! Ich hatte erwarte, dass das Papier rauer sein würde, aber ich lasse mich einfach überraschen :o)
    Wenn ich dann ganz verzweifelt sein sollte, werde ich mich melden :o)
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