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  • Ausbildung zum Illustrator

  • sevorC-laH
    Wollte noch anmerken, dass ich jede Menge finanzielle Verpflichtungen habe und trotzdem niemandem auf der Tasche liege.

    Insofern ist es als 20 jährige angehende Studentin auch falsch, einem 40 jährigen Familienvater die Frage zu stellen.

    Mit 20 sollte man schon noch einen Haufen Träume haben und an denen unbedingt dranbleiben - da ist man noch in keinem Finanz-Hamsterrad oder hat ne Freundin oder einen Freund, der kein Geld hat und dem man sich dann erklären muss :o.
  • cobolt
  • sevorC-laH
    Die Beziehungen und die Menschen und Dinge denen wir begegnen sind das woraus wir ziehen, was wir tun. Mich hat nie die Liebe zum Zeichnen Beziehungen gekostet, sondern umgekehrt haben die Beziehungen manchmal bei der Ausübung gehindert. Das ist vor allem dann so, wenn man nicht unmittelbar umsetzt (wie z.B. Kokoschka), was einem passiert sondern sich dann in seinen Gedanken durch andere gebremst oder eingeschränkt fühlt. Bei Bildideen, die man analytisch angeht, stört Beziehungskram oft.

    Mit dem Urlaub, das ist manchmal gar nicht so teuer, es ist wichtig mal was anderes zu sehen - muss nicht teuer sein - und - Auto braucht man
    auch nicht unbedingt.

    Die Leute, die einem sagen : Was zeichnest Du denn da, denk ans Geld, bringt es denn was ein, was Du malst oder zeichnest, die sind doch an der falschen Adresse, oder? Die brauchen wir doch für nix.
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  • Andreas Kwasniak
    Andreas Kwasniak
    Hallo cobolt,

    ich gehe mit Dir konform das über den Tellerrand hinauszudenken, vielfältige Meinungen einzuholen für die Lebensplanung unerlässlich ist. Häufig kommt es dann doch anders. :)
    Eine Familie zu gründen und zu ernähren ist eine besondere finanzielle Herausforderung ja nicht nur für die künstlerischen Berufe.

    Dadurch das die Tochter meiner langjährigen Lebenspartnerin schon auf eigenen finanziellen Beinen steht, übrigens ausgespuckt aus einer der zahlreichen Hamburger Kunstschulen und nun nach den üblichen Anlaufschwierigkeiten als Graphikerin tätig, befinde ich mich in einer recht komfortablen Situation. Ich kann machen was ich will, sprich als Aktmodell mein Lebensunterhalt verdienen ohne irgendjemanden, wie Hal auch, auf der Tasche zu liegen.

    Viele der Hamburger Kunstschulen, neben VHS, Hochschule etc. sind meine Kunden, der Witz daran, die dort tätigen Dozenten (häufig als eines der finanziellen Standbeine für ihre künstlerischen Aktivitäten/Familie) bilden ihre zukünftigen Mitbewerber aus und schütten sie zusätzlich auf den Markt. So ist es eben. Da sind auch einige dabei die von Dir als „Köönstler“ bezeichnet werden, ausgebildete Illustratoren die mehr oder weniger frei von Auftragsarbeiten agieren, und die ihre Familie ernähren. Die meisten, so wie Du und Hal, stellen ihre Ansprüche zurück um möglichst das machen zu können was sie lieben. Das nicht immer alles nach eigenem Wunsch verläuft wird auch mir spätestens dann bewußt wenn ich Mal wieder drei ein halb Stunden in ein und derselben Position verbracht habe. :)

    Das Du die angespannte Situation auf dem Markt hier so offen beschreibst, besonders natürlich Deine eigene finde ich wirklich klasse, mögen viele mit dem angestrebten Berufsziel diesen Thread hier lesen und für sich die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Hochmotivierten allerdings zu sagen früher war alles besser finde ich Käse. Den richtigen Leuten Mut machen finde ich richtig.

    Mehrere Ausbildungen gehören mittlerweile zu vielen Biographien, eine Kunstschule absolviert zu haben ist doch nichts schlechtes, auch wenn man dann später lieber als Brokerin sehr lukrativ und kreativ Millionen der Anleger in den Sand setzt. :)
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  • cobolt
    cobolt
    Es geht ja auch nicht darum, jemanden einen Berufswunsch zu vermiesen. Aber da viele Schulen heutzutage Privat-Schulen sind und ne Menge Knete kosten, funktioniert der Markt für Berufstitel nicht anders, als für jedes andere Produkt auch. Und für falsche Vorstellungen mal eben 36 Monate x 400,– Euro in den Sand zu setzen, ist n teurer Spass.
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  • Dieter Boger
    Dieter Boger
    In den vorhergehenden Beiträgen wurde die Situation der Illustratoren in Deutschland hervorragend dargestellt. Mir hat vor allem gefallen, dass einige der Teilnehmer durch einen Einblick in ihre ganz persönliche Situation plastisch gemacht habe, dass der "Traumberuf" Illustrator alles andere als ein Traum ist soweit es um die wirtschaftliche Absicherung geht.
    Nach meinem Studium (damals hieß das noch schlicht Gebrauchsgrafik) machte mich ein wohlmeinendender Agenturinhaber auf die durchaus nicht freundliche Situation der Kraetiven in den Agenturen aufmerksam. Von wegen - frei als Künstler agieren. Streß, Neid, permanenter Termindruck und das alles "für´n Appel und´n"
    Ei. Mich hat das damals so erschreckt, dass ich über ein weiteres Studium ins Marketing gegangen bin. Dort hat man gutes Geld verdient, man konnte problemlos seine Familie ernähren und hatte seine Freizeit zur Verfügung krativ genau das zu machen was man wollte. Mich hat die Biologie gereizt und ich habe mit Fauna- und Flora-Illustrationen begonnen. Ohne den Druck des "MÜSSENS" hat sich das Ganze durchaus positiv entwickelt. Kalender, Buchillustrationen, Poster etc. und zwar ganau in dem Bereich der mir Spaß machte.
    Ich gebe zu, ich hatte einfach nicht den Mut wie cobold oder andreas meinem Traum, freiberuflicher Illustrator zu werden, zu leben.
    Cobold hat ja recht, es geht wirklich nicht darum, den Neueinsteigern den Beruf zu vermiesen. Nachdem die Schule, und ich beziehe die staatlichen Schulen dabei durchaus mit ein, den jungen Menschen immer noch eine rosarote Zukunft vorgaukeln, ist es zweifellos nützlich, wenn Praktiker vor zu viel Euphorismus warnen.
    mfg Dieter
  • sevorC-laH
    Eine sehr anerkannte Ausbildung für angehende Illustratoren ist die an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Nur ist dort eine Annahme wie z.B. die von antia sehr unwahrscheinlich. Dafür reicht es nicht. Ansonsten ist es in jedem Falle super, sich mit Verlegern und Schreiberlingen anzufreunden und die für die eigenen Sachen zu interessieren. Einen vorgeplanten Weg gibts es da nicht.
  • Andreas Kwasniak
    Andreas Kwasniak
    "Ich gebe zu, ich hatte einfach nicht den Mut wie cobold oder andreas meinem Traum, freiberuflicher Illustrator zu werden, zu leben."

    Der Richtigkeit halber Illustrator, ich bin kein Illustrator, aber ich lasse mich gerne hin und wieder in Illustrationen "einbauen", als Modell. :)
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  • colorator
    colorator
    mich würde mal interessieren, was überhaupt ein
    Illustrator ist ?
    handgemacht wohl.
    klingt nicht sehr flexibel.
    im netz kommt immer die u.s.firma.
    damit machen's wohl einige...
    grafiker, zeichner sagt mir mehr.
    mlg col.
  • Andreas Kwasniak
    Andreas Kwasniak
    "Die Aufgabe von Illustratorinnen und Illustratoren besteht im Entwerfen und Ausführen von Illustrationen, zumeist Zeichnungen und anderen visuellen Zusätzen. Durch sie erläutern, interpretieren, ergänzen, unterstreichen und erklären sie verbale Aussageformen in der Werbung, der Publizistik und der Literatur."

    🔗
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  • colorator
    colorator
    warscheinlich war wilhelm busch
    sein bester eigener.
    nee ... -der war zeichner u. schriftsteller.
    wie auch immer...
    col.
  • aitna
    Ich finde es sehr gut, dass ihr hier so ehrlich über die Realität berichtet! Genau das ist es, was man an Wissen braucht, um zu entscheiden, was man beruflich machen wird. Ich sehe es schon so, dass man seine Träume nicht einfach aufgibt und das ist auch wichtig, aber man sollte sich vorher immer über die Realität im Klaren sein- und da habt ihr alle mir sehr geholfen! Ich würde später gerne eine Familie haben, und da brauche ich aber auch eine finanzielle Grundlage, und da ist mir die Verantwortung zu hoch für das berufliche Risiko...Aber ich denke, ich werde in meiner Freizeit mich diesen TRäumen widmen, und erstmal dafür sorgen, eine Alternative zu haben.Dann kann ich mir ja immernoch überlegen, beruflich einzusteigen!
    Vielen Dank für eure Hilfe,
    lg,Antia
  • Katja
    Katja
    Hallo Antja,

    wenn du dich über die Illustratoren noch informieren möchtest : http.
    Die Illustratoren-Organisation ist quasi der Berufsverband für uns ILLustratoren. Und ja: der Beruf ist lang nicht so romantisch, wie man es sich so vorstellt. Trotzdem liebe ich es zu illustrieren. Mittlerweile ist es bei mir ein FullTime Job (okay Geld könnte mehr sein), allerdings bin ich immernoch so flexibel, dass ich meine beiden Kinder etc. nebenher managen kann. Ich arbeite vorwiegend im Kinderbuchbereich/illustriere Grußkarten etc.
    Weitere Tätigkeitsfelder: Schulbuchbereich, Werbung, Zeitschriften etc.

    Ansonsten empfehle ich dir unbedingt ein Studium: Mainz | Hamburg | Wuppertal | Burg Griebichenstein ...etc. Googel einfach bisschen und dann Mappentermine einhalten...Schaue in die Portfolios bei der Illustratorenorgansiation, vielleicht wohnt bei dir jemand um die Ecke. Wir beissen nicht!

    Herzliche Grüße
    Katja
  • aitna
    Hallo Katja!
    danke für den Tip! Noch hab ich ganz gute Erfahrungen gemacht-gebissen hat noch keiner:)
    lg, Antia
  • Pia
    Hallo zusammen,

    hier ist schon sehr viel Wahres und Wichtiges geschrieben worden.

    Grundsätzlich muss man sich darüber im Klaren sein, welches Marktsegment das größte ist - und das ist eindeutig der Kinder- und Jugendbuchbereich. Dort wird zwar nicht so gut bezahlt, dafür hat man im Idealfall kontinuierlich Arbeit. Und wenn man genügend Routine hat, kommt man auch finanziell einigermaßen damit rum.
    Eine der Hauptvoraussetzungen ist, dass man gut Figuren zeichnen kann. Vor allem "nette" ausdrucksstarke Kindergesichter, darauf wird von Verlagen sehr geachtet. Nicht geeignet sind zu starke Spezialisierungen auf Manga oder Character-Design - diese Stile werden fast nur für Computerspiele gebraucht, und dieser Bereich ist tatsächlich enorm globalisiert und überlaufen.

    Praktisch ist, wenn man nicht nur einen einzigen Stil anbieten kann, sondern sowohl Kinder- wie Fachbuchillustrationen hinbekommt. Grundsätzlich gilt: wer im Zeichnen nicht ganz sattelfest ist, sollte lieber normales Kommunikationsdesign studieren, denn die Auftraggeber haben meist sehr genaue Vorstellungen, was auf einem Bild drauf sein soll. Wenn eine Straßenszene mit Häusern, Menschen, Tieren und Autos verlangt wird, muss man alle diese Motive in gleichbleibender Qualität können. Der kreative Teil sind die Bildkomposition und die Farbgebung.

    Illustratoren müssen technisch sehr viel mehr können als freie Künstler. Als Künstler malt man das, was man gut kann - es gibt ja keinen Auftraggeber, der konkrete Anforderungen stellt, also kann man alles weglassen, was einem schwer fällt. Meiner Erfahrung nach könnte nur ein kleiner Teil der freien Künstler als Illustrator überleben, es fehlen fast immer die Vielseitigkeit und das technische Können. Die zeichnerischen Fähigkeiten sind mit ca. 20 Jahren schon gut abschätzbar, auch wenn die Routine noch fehlt.

    Illustrator schrieb sehr richtig: Befriedigende Ergebnisse erreichst Du nur, wenn Du bereit bist knochenhart zu arbeiten.
    Wer einen "künstlerischen" Lebensstil pflegen will, liegt als Illstrator falsch. Ich höre ab und zu von KollegInnen: ich hätte keine Geduld dazu und könnte nicht stundenlang am Zeichentisch sitzen...Wer das nicht aushält, sollte sich einen anderen Job suchen.

    Eine Fachausbildung ist nicht zwingend, wenn man genau den Geschmack des Marktes/Auftraggebers trifft, aber das ist sehr selten. Auf jeden Fall ist eine Ausbildung zu empfehlen, damit man auch alle Aspekte des Berufes kennen lernt, denn heute macht sich kein Verlag mehr die Mühe, irgendwem was zu erklären - es gibt ja genügend gut ausgebildete Bewerber. Ein Studium in Kommunikationsdesign ist sicher brauchbarer als eines an der Kunstakademie, denn dort wird fast nur Theorie gewälzt, technische und handwerkliche Details werden so gut wie gar nicht vermittelt.
  • cobolt
    cobolt
    Hier zum Schluss nochmal was aus der Praxis. Ein typisches Manuskript für ne Arbeit, in diesem Fall

    - eine Begleitillustration für ein Spielregelwerk
    - Format nach Satzspiegel
    - Material: Bleistift, oder zumindest der Look
    - Optik realistisch, kein Comic - kein Freistil


    "Ein Schnellrestaurant, in dem auf mehreren niedrigen, dicht übereinander liegenden Ebenen aus Stahl gegessen wird, oder doch zumindest Tische stehen. Natürlich überfüllt, mit Gedränge.

    Ich stelle es mir in etwa so vor, wie die außen angebrachten Feuerleitern in amerikanischen Filmen, nur dichter aufeinander und ein wenig breiter. Es soll sich um freigelassenen Raum zwischen zwei Fabrikhallen handeln, und saueng, aber machbar wirken."


    Realistisch ist hierfür n Timing von 4-5 Tagen, incl. Recherche! Wenn man also ein Thema bekommt, was die Freistil-Möglichkeiten sprengt und das Archiv nicht hergibt, muss ich mich schlau machen. Kann bei ausgefallenen Themen schon mal 1 - 1 1/2 Tage dauern. So genial, dass man mal eben alles aus dem Kopf macht, sind nur die Wenigsten - gibt es aber!

    Bei einem normalen Arbeitstag mit 10 Stunden, also einem Tagessatz von mindestens 100.– Euro, (etablierte Designer bekommen wesentlich mehr) ist so ne Illustration also ca. 300 bis 500,– Euro Wert.
    Signatur
  • aitna
    @cobolt: das war wirklich hilfreich!

    Wisst ihr auch, wie die die Chancen auf dem Arbeitsmarkt stehen, wenn man Kommunikationsdesign studiert (und dann nicht ausschließlich als Illustrator tätig ist)? Ich meine jetzt generell die Arbeitsolätze nach diesem Studium.
    Lg, Antia
  • JustLikeYouImagined
    JustLikeYouImagined
    ich schwankte zwischen Illustration und Kunsttherapie, aber jetzt bin ich noch mehr von der Illustration weg.. ^^
    Nur Kinderbuchillustration reizt mich nach wie vor sehr, vor allem, weil mir öfter gesagt wird, dass viele Sachen von mir, die ich so nebenher mache, sehr in sowas reinpassen würden. Aber mal sehen.

    Jedenfalls find ich diese schonungslose Aufklärung auch gut ;)
  • nnamffoh_nitsud
    ich schwankte zwischen Illustration und Kunsttherapie


    oh! das tun die allermeisten hier.

    greetings
  • lessieg
    Ist sicher vieles nicht verkehrt, was hier so geschrieben wird. Man muss halt auf Zack sein und flexibel.
    Ich bin seit ca 8 Jahren freier Illustrator und habe die Entscheidung nie bereut. Mir ist auch vom Vorhaben abgeraten worden und vieles zu Bedenken gegeben worden, was hier in diesem Thread steht.
    Eine gesunde Selbsteinschätzung ist vielleicht nicht verkehrt. Spätestens im Studium sieht man ja, wie gut die Anderen sind und wo man steht. Gehört man zu den Besseren kann das klappen.
    Wenn nicht, schwenkt man eben um auf Grafik-Design. Die Alternative hat man im Studium immer.
    Btw: Münster ist eine ausgezeichnete FH mit Studienschwerpunkt Ilustration.
    Jedenfalls: Für mich der geilste Beruf der Welt.

    Gruß
    Jörg
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