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  • Von Innovativen und Nachahmern

  • xek Von Innovativen und Nachahmern
    Wer war eigentlich früher an der abstrakten Kunst d'ran - Malewitsch oder Kandinsky?
    Wirklich modern/innovativ finde ich immer nur "die ersten ihrer Zunft" alle andern würde ich eher nachahmend klassifizieren, was weder lustlos noch im Egebnis schlecht sein muß, aber "das Pulver haben andere erfunden" - Müßte man so manchem Zeitgenossen mal flüstern... ;)
  • Ulf Spuhl
    Ulf Spuhl
    ...halte ich für eine falsche Aussage, jeder kreativ/künstlerische Mensch erfindet sein Werk neu als individuelle Aussage. Auch wenn es schon viele andere vorher getan haben, jeder erfindet die zeitgenössische Ausdrucksform für sich neu. Dass dann eventuell einige ähnlich aussehen muss nicht Kopieren bedeuten, sondern ihre Antwort auf das Zeitgeschehen ist ähnlich, wie auch die Bedingungen und Voraussetzungen ähnlich sind in einer Epoche.
    So halte ich es nicht für so wichtig etwas zu Erfinden was noch kein Mensch vorher erlebt oder getan hat in der bildenden Kunst, sondern etwas zu Erfinden was für einen selbst gerade zwingend und neu ist im Kontext der Region bzw. des Lebensraumes.
    Natürlich gibt es auch Nachahmer, jedoch sie sind leicht zu entlarven da ihre Arbeit etwas aufgesetztes und oberflächliches ist.

    gruß fluuu
    Signatur
  • BFnaitsabeS
    Meines Wissens streiten sich Kupka, Mondrian und Kandinsky (beziehungsweise deren Interpreten) um die Ehre, als erste den Bildgegenstand aus dem Bild gekippt zu haben.
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  • siku
    Wer war eigentlich früher an der abstrakten Kunst d'ran - Malewitsch oder Kandinsky?


    Malewitsch :-)


    Wirklich modern/innovativ finde ich immer nur "die ersten ihrer Zunft" alle andern würde ich eher nachahmend klassifizieren


    Du meist diejenigen, die sich im Kunstbetrieb durch geschickte Vermarktung an der Spitze festgesetzt haben?
  • nodiorc
    Kandinsky sollte man lesen
    benteli verlag berlin.
    nun, wenn ich meinen fans glauben mag
    wenn
    dann bin ich am anfang
    und brauche kein pulver
    nur liquitex und aureolin
    c+
    der konstruktivismus fing in den plakaten vorher schon statt, kommunistisch ?
  • eirelagkrap


    Malewitsch :-)



    In der Schirn waren kürzlich Papierarbeiten von
    Victor Hugo († 22. Mai 1885) ausgestellt, die z.B den Titel "Blot"
    trugen.

    Es handelte sich um Kaffee- und Tuscheflecken auf Papier.

    Allerdings handelt es sich bei Kandinsky, Malewitsch oder Hugo doch um recht unterschiedliche Abstraktionen.
    Man kann auch nicht behaupten, es habe nach der Renaissance keine Inovation in der Naturdarstellung mehr gegeben.

    Klaus
  • eirelagkrap

    ...
    - Müßte man so manchem Zeitgenossen mal flüstern... ;)


    Gibt es denn Zeitgenossen, die sich auf Kandinsky berufen?
    Ich habe eher das Gefühl, daß die gegenwärtigen Kunstdiskurse sehr weit von Kandinsky entfernt sind.

    Klaus
  • xek
    @siku: die muß ich zwangsläufig meinen, weil andere nie besprochen werden... :)

    @parkgalerie: Hugo's Kaffeeflecken: interessant wenn's Absicht war - ist letztere in dem Zusammenhang verbürgt?

    "Neu" ist jede Kunstdarstellung immer irgendwie - da muß ich fluu recht geben, ich meinte auch nicht so sehr jede greifbare künstlerische Zuckung, auf die jeder so viel oder so wenig Anrecht hat wie er eben will, sondern amüsiere mich eher, wenn Zeitgenossen (oder deren Kritiker) so tun, als wäre Abstraktion heute etwas besonderes. Sie ist eingeführt und akzeptiert, und kann das "revolutionäre" Flair der klassischen Moderne nicht mehr erreichen.
    Man muß sich nicht auf Kandinsky berufen, aber man sollte sich nicht im Sinne künstlerischer Entdeckung mit ihm verwechseln.
    Ich bin ja auch nicht Zuse, nur weil ich 2008 einen Computer einschalten kann...;)
  • Pia
    Vielen Dank für die interessante Diskussion
  • eirelagkrap

    Sind sie auch. Sie beziehen sich auf den semantischen Begriff "Kunst" und was alles darunter fällt und sie berufen sich auf den Urvater Duchamp.
    Gehört in den Bereich Philosophie und hängt allemählich allen zu den Ohren heraus.


    :-)
    Ja, doch die meine ich ausnahmsweise gerade nicht.

    Vielmehr stellt die "Innovation" sicherlich einen (den)
    zentralen Begriff der Moderne dar.
    Dabei wurde nicht eine "alte" Kunst durch eine bessere "Neue" ersetzt, sondern sie wurde durch einen Prozess
    immer neuerer Innovationen ersetzt.
    Das "sich fortentwickeln" selbst wurde zur Legitimation der Kunst erhoben.

    Wenn man gegenwärtige Tendenzen der Kunst betrachtet,
    scheint uns der Glaube an diese Innovation abhanden gekommen zu sein.
    Nicht nur die Malerei aus Leipzig und Dresden, die Rückgriffe von Norbert Bisky auf Eisensteins Ästhetik, auch z.B die letzte Dokumenta, die uns mit ihren persischen Teppichen, afrikanischem Kunstgewerbe und Photos aus den 60 ern etwas ratlos zurücklies, zeigen ein bemerkenswertes Desinteresse
    an einer solchen Innovation.
    Man kann das natürlich für eine kurze Phase der Restauration halten, die als Antithese notwendig bald
    zu einer Synthese auf höherer Stufe führen wird (einer noch moderneren Moderne.)
    Mich beschleicht jedoch langsam der Verdacht, daß sich diese Moderne gerade still und heimlich gänzlich
    verabschiedet.
    Glauben wir noch an die Verheißungen des Prozesses der Innovationen?
    Malen wir noch modern?

    Klaus
  • Pia
    Vielen Dank für die interessante Diskussion
  • siku
    Das sich "Theoretiker" (Intellektuelle aller möglichen wissenschaftlichen Bereiche "liebevoll" der Kunst angenommen haben, wurde begünstigt, von der Flut der medialen Bilder.


    Glauben wir noch an die Verheißungen des Prozesses der Innovationen?
    Malen wir noch modern?


    Die Gattung der Malerei wurde durch mediale Bilder auf die hinteren Plätze verwiesen, da diese es ermöglichen menschliches Geschehen (künstlerisch)verdichteter wiederzugeben. Als Antwort darauf hat die "allseits beliebte" Konzeptkunst mit ihren aus dem Leben zusammengestellten Installationen besserer Chancen wahrgenommen zu werden.

    Ich wundere mich, dass es zu meiner Behauptung, Malewitsch sei früher als Kandinky "an der abstrakten Kunst dran gewesen" keinen Widerspruch gibt. Weder Kandinsky noch Malewitsch haben die abstrakte Kunst erfunden, sie haben parallel gearbeitet - es war ein zeitliches Phänomen, das sich auf den unterschiedlichen Einflüssen zusammensetzte. Der russische Konstruktivismus hat westliche und russische Elemente der Kunst aufgeriffen, die dann bei Malewitsch, wie ich finde, zuerst radikaler als bei Kandinsky öffentlich wurden. Das "schwarze Quadrat" zeigt die "vorletzte" Konsequenz der malerischen Reduktion an, die letzte wäre die monochrome Fläche gewesen, die hat später Rodtschenko propagiert.
  • eirelagkrap


    Die Gattung der Malerei wurde durch mediale Bilder auf die hinteren Plätze verwiesen, da diese es ermöglichen menschliches Geschehen (künstlerisch)verdichteter wiederzugeben. Als Antwort darauf hat die "allseits beliebte" Konzeptkunst mit ihren aus dem Leben zusammengestellten Installationen besserer Chancen wahrgenommen zu werden.


    Wenn das stimmt, hält sich nur leider niemand mehr daran.
    Die Galeristen hängen wieder fröhlich ihre Gemälde an die Wand (bischen mehr nach links, eher noch tiefer hängen usw...)


    Ich wundere mich, dass es zu meiner Behauptung, Malewitsch sei früher als Kandinky "an der abstrakten Kunst dran gewesen" keinen Widerspruch gibt.


    Wir sind halt nicht kleinlich,
    zumal ich Kandinskys Bilder nicht wirklich als gegenstandslos ansehe.

    Man erkennt die Herkunft der Formen aus gegenständlichen Motiven doch zu sehr.

    Klaus
  • eirelagkrap

    Die Innovationen der letzen Jahrzehnte bestanden darin, dass immer neue Tätigkeiten (die es längst gibt) mit dem Etikett "Kunst" versehen wurden - Sozialarbeit, Gärten anlegen, Kochen, Shops eröffnen etc. Dieser Kunstbegriff hat dazu geführt, dass die Kunst ihre Begriffe dem Alltagsleben überstülpt und damit immer unsichtbarer wird. Es gibt bereits Theoretiker, die der Meinung sind, man bräuchte überhaupt keine Artefakte mehr, es genüge die theoretische Diskussion. Damit hat sich die Kunst endgültig in die Philosophie verflüchtigt.


    Ich halte diese Entwicklung gar nicht für falsch,
    und denke ebenfalls, dass die Kunst eine "Schwester"
    der Philosophie sein kann.
    Dass diese Strömungen oft ihre Legitimation durch eine radikale Intoleranz anderen Positionen gegenüber
    zu erkaufen suchten, ist selbstverständlich eine Schwäche des 20.Jhdts, das generell als das Zeitalter der intoleranten, radikalen Ideologien in die Geschichte eingehen wird.
    Gerade Kunstwerke, die sich an die Bereiche "Sozialarbeit" oder "Gärten anlegen" anlehnten,
    haben in den letzten Jahren für einige Denkanstöße gesorgt.
    Wenn man Kunst als "geistige Auseinandersetzung" ernst nimmt, kann man eigentlich nur für eine möglichst pluralistische, philosophische Kunst plädieren.

    Klaus
  • Pia
    Vielen Dank für die interessante Diskussion
  • Pia
    Vielen Dank für die interessante Diskussion
  • siku

    Die Galeristen hängen wieder fröhlich ihre Gemälde an die Wand (bischen mehr nach links, eher noch tiefer hängen usw...)


    Die Galeristen vermitteln ja nicht nur Kunst, sondern verkaufen bevorzugt "Art-style" für das gediegene Heim (einschl. Leipz.Sch.) :-).
  • siku

    Dem ersten Satz stimme ich nicht zu, denn wenn die Flut der medialen Bilder der Grund für das Erstarken der Konzeptkunst wäre, dürfte die künstlerische Fotografie nicht so erfolgreich sein. Sie ist noch viel näher an der Realität dran als die Malerei.


    hm, die künstlerische Fotografie hatte ich ohne Bedenken den medialen Bildern zugeschlagen ;-), sie ist für mich im Gegensatz zu den Werken der pinselschwingenden Künstler mehr den technischen Bildern verwandt. Ich sehe da keinen Widerspruch und stimme dem zu, dass sie viel näher an der Realität dran ist als die Malerei.
  • xek
    Ja aber hallo - ich komm' mir vor wie beim "Bilderstreit" - Ihr seid ja richtig süß lebhaft :))))
  • siku
    Ja aber hallo - ich komm' mir vor wie beim "Bilderstreit" - Ihr seid ja richtig süß lebhaft :))))


    hm, ist das alles, was dir als Threadstarter zu dem Thema noch einfällt ? ;-)))
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