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  • Wo kann man im Realismus den Beginn der Moderne erkennen?

  • siku
    aber natürlich könnt ihr gleich weitermachen ;)
    ich kann nur noch dazu sagen, dass er kein bisschen davon dran gebracht hat... ohh man... aber naja, ;) schön, dass ich euch anregen konnte


    ja, besten Dank :-). Vielleicht hat dein Lehrer ja diesen Thread gelesen und daraufhin umdisponiert ;-). Welche Fragen kamen denn dran?
  • siku
    der einfluss der romantik auf die moderne ist m.m. nch nicht zu unterschätzen. romantik und expressionismus sind für mich z.b. sehr verschwistert.


    In der Romantik wurde erstmals angedacht, was sich im Expressionismus und dann später in noch ausgeprägterer Weise im Informel niederschlug: der Gestaltwert der Farbe wurde bildimmanent.

    Der subjektive Ausdruck des Gefühls kommt zuerst in dem Roman Ludwig Tiecks, in „Franz Sternbalds Wanderungen“ (1798), eine altdeutschen Geschichte, zum Ausdruck: „Du glaubst nicht“, heißt es in einem Brief Sternbalds an seinen Freund Rudolf „wie gern ich jetzt etwas malen möchte, was so ganz den Zustand meiner Seele ausdrückte, und ihn auch bei anderen erwecken könnte.“

    Was Tieck in seinem Romanfragment, den Maler Franz sagen lässt, eröffnet dem Kunstverständnis seiner Zeit eine andere Dimension. (Die Handlung des Romans ist im Mittelalter angesiedelt. Das Mittelalter, hauptsächlich das Nürnberg A. Dürers, wird zum Spiegelbild einer romantischen Kunst- und Lebensanschauung. Dieser Hinweis erfolgt zum Erkennen gemeinsamer Wurzeln der Romantik, des Expressionismus und der sozialistischen Bildpropaganda.)

    Sternbald will das Undarstellbare malen, er wünscht sich „ein Werk hinzuzaubern, das gleichsam ein Bild der Unendlichkeit ist“. Friedrich hat diese Idee dann in der Bildenden Kunst umgesetzt, zwar blieb er noch dem Gegenstand verhaftet, setzte aber eine eigene Gefühlssymbolik als Bildsprache ein. Farbe vom Gegenstand völlig losgelöst als „Gestalt- bzw. Gefühlsausdruck fand ihre absolute Freiheit im Informel.
    Die Unendlichkeitssehnsucht in der Romantik wird in der gegenstandslosen Malerei zu einem kosmischen Aspekt. Durch Farbkontraste und rhythmische Setzung wird Farbe zu einem Kontinuum, das metaphorisch Raum und Zeit erfahrbar macht; so sahen das die gegenstandslos malenden Künstler nach 1945.

    Wie auch schon in den vorhergehenden Beiträgen über die Neue Sachlichkeit erfolgt der Rückgriff auf die Romantik. Ich finde, hieran lassen sich sehr anschaulich die Vielschichtigkeit der romantischen Idee und ihre späteren variantenreichen Ableitungen erkennen.
  • siku

    [...] und sie führten das ein, indem sie die farben und formen und stimmungen im bild dem ausdruckswillen unterwarfen, sich also vom bloßen naturabbild entfernten und um des ausdrucks willen farben und formen verfremdeten. und sie stießen beide auf widerstände, goethe schlug vor friedrichs bilder an der tischkante zu zerschlagen...so denke ich mir das...


    @ tieck
    besonders die Frühromantiker erscheinen aus heutiger Sicht sehr weitblickend. Hoffentlich habe ich dich mit meinem letzten Beitrag nicht zugetextet ;-). Bei dem Thema Romantik kann ich nicht widerstehen mal neugierig nachzufragen, wie du zu deinem Nick gekommen bist? :-)
    Gruß
    siku
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  • kceit
    - zu meinem nick...oh das war ganz profan, als ich mich hier anmeldete probierte ich irgendwas, das ging nicht und da ich damals gerade die shakespeare novellen von tick da liegen hatte probierte ich tieck und das war es...
    - der zugang zur romantik ging allerdings nicht über die bildende kunst, den fand ich über die literatur...das ging zum ende der schulzeit los mit hesse, peter camenzind, narziß und goldmund dem guten alten knulp und dann bekam ich mal ein buch das hieß "eine bibliothek der weltliteratur"...und als ich dann meine ersten immer noch geliebten ETA Hoffmann Bände las, ja, da war ich dann mittendrin...und da war dann noch ein schulfreund, der inzwischen Phil. studiert hat, ja da wurde dann alles romantische vertilgt, das man irgendwoher bekommen konnte... novalis, wackenroder...und dann natürlich jugendlich naiv einfach übernommen...ich weiß noch, wie ich mal mit einem diskutierte und immer fest und steif behauptete, dass nach raffael keine malerei mehr möglich sei, oder so ähnlich, na ja, das war nur einfach aus den herzensergießungen übernommen...oh mann, wenn ich daran denke...tztz...
    - heute bin ich mir mitunter sehr unsicher und kann mir nicht vorstellen eine bevorzugte stilrichtung oder besser gesagt eine aussicht in die zukunft theoretisch zu favoritisieren...gerade die frühromantiker, ja und friedrich eigentlich bis zuletzt, sind ja die, die das neue, dieses ansinnen franz sternbalds, in ihren werken versuchten durchzusetzen...später mündete die romantik dann allzusehr und allzuoft im heimatlichen, religiösen oder anderem kitsch...
    - ne, ne zugetextet hast du mich nicht... :o)
    - was übrigens den realismus angeht, den piene hier ansprach, so sehe ich realismus in der bildenden kunst seit anbeginn...die bilder von lascaux sind für mich von einem eindrucksvollem realismus, da kann ich nur staunen...der realismus war dann immer mal weg und wieder da...in der gotik war er wohl weg und dann war er auf einmal wieder da und zwar in den figuren des genter altars von van eyck, vor allem ganz rechts und ganz links, das sind wohl adam und eva, die sehen aus wie menschen von heute, vor allem der adam im gesicht, was für eine leistung so kurz nach dem mittelalter...und wenn wir dabei sind, die realistische darstellung des menschen in den griechischen skulpturen, der speerträger des polyklet...ach ich komme ins schwärmen... :o)
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