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  • Welche Grundierung, wenn es kein Acryl, das Textil aber doch zu rollen sein soll?

  • Kristina Meissner
    Kristina Meissner Welche Grundierung, wenn es kein Acryl, das Textil aber doch zu rollen sein soll?
    Hallo Forum!

    Habe viel gelesen im Forum und gute Tips für andere Sachen entdeckt (einmal hätte ich sogar selber helfen können, Silberstift...) aber nichts für dieses Problem…

    Ich möchte auf Textilien (Baumwolle, Baumwoll/Leinengemisch, Nessel und/oder Leinen, alles gewaschen, also ohne Appretur) mit Leimfarbe (Celluloseleim, nicht Haut- oder Knochenleim) malen. Ich mag das Pudrige dieser Farben und möchte es auch erhalten; zudem dauert mir das mit Ölfarben oder Eitempera alles zu lange und Acryl ist, obwohl es so schön praktisch ist, nicht so meins… Zu modern ;-)

    Nun beschäftige ich mich damit schon eine ganze Weile und dennoch habe ich die perfekte Grundierung noch nicht gefunden... Sei soll flexibel sein, nicht brechen, sich nicht nach einem Plastiktuch anfassen und nicht an den Seiten wellen!

    Erste Versuche, eigene Mischung nach Lehrertip: Splendol als Binder und Wasser und Deutsche Kreide und Titanweiss-Pigment im Verhältnis 1 zu 3 zu tja, nach Gefühl...vielleicht 3-4 angesetzt. Farbpigmente auch nach Gusto. Egal, darum geht's ja auch nicht. Ist zwar ein Acrylbinder, und daher nicht so mein Fall, ich mag es lieber "historisch", aber mir war nichts anderes bekannt, was meine Anforderungen erfüllt. Ich habe mehrfach grundiert, meistens 6-8 Mal, um die Gewebsstrukturen zu egalisieren, immer in verschiedene Richtungen, und immer zwischengeschliffen, weil das die Flexibilität gewährleisten sollte. Was für eine Arbeit, aber ich habe das gern gemacht, da ich eine gute Qualität wollte. ABER ALLE SO GRUNDIERTEN GEWEBE KANN ICH WEGSCHMEISSEN; DIE GRUNDIERUNG BRICHT! Ich war so etwas von niedergeschlagen –

    dass ich daher umgeschwenkt bin auf Fertiggrundierung, sprich Spendex, 100%ige Reinacrylatfarbe - kurz: Fassadenfarbe. So, in der Fertiggerichtvariante ja gar nicht meine Tasse Tee, aber wenn ich dafür bekomme, was ich will - schlucke ich eben diese Kröte. Zwar bricht die Grundierung und damit das auf ihr gemalte Bild nun nicht mehr. Aber die Lösung dieses Problems erkaufte ich mit zwei neuen, bis dahin unbekannten:

    Jetzt fühlt sich das Bildelement (es hängt bisher an einem runden Holzstab einfach herab, am unteren Ende beschwert eine eingezogene Blei/Gardinenschnur das Panel etwas, etwa so, wie früher die Landkarten in der Schule waren), das textile Bild voll nach Plastik an! Und das hat es vorher, mit der eigenen Grundierung versehen, NICHT getan.

    Außerdem haben sich die langen Seitenränder SOFORT nach oben, also in den Raum hinein, gebogen. Was nicht am fehlenden Keilrahmen liegen kann, denn die ersten Versuche (mit der bröckelnden Grundierung) kannten dieses Phänomen nicht.

    Kann das vielleicht daran liegen, dass die Kreide in der selbstangemischten Grundierung besser mit Luftfeuchte umgehen konnte als diese Vollplastik-Grundierung?
    Oder habe ich das zu doll gespannt? Denn ich sehe schon zu, dass das Material möglichst glatt ist, bevor ich es grundiere, besprenge es mit Wasser und ziehe noch mal sehr glatt… Zu sehr??

    Oder hätte ich, bevor ich meine eigene Grundierung aufgebracht habe, vorleimen sollen? Ich muss gestehen, dass ich immer dachte, das sei ein und dasselbe. Denn der Binder riecht wie Leim… sieht aus wie Ponal und riecht auch so…

    Oder:

    Gibt es eine Grundierungsmethode, auf der ich mit Celluloseleimfarbe malen kann,
    die haptisch kein Plastiktextil erzeugt
    als Grundierung nicht bricht
    ein stabiles, aber flexibles/aufrollbares Textil ergibt,
    das man quasi in „Schulkartenhängung“ aufhängen kann, ohne dass sich die Seiten einrollen?


    Ach, und noch etwas: Solche Panels male ich auch auf Hartfaserplatte. Die will aber nicht gerade werden, obwohl nur 110 cm lang und 50 cm breit. Ich habe sie gewässert und versucht, platt zu drücken. Nix. Ich habe sie von beiden Seiten grundiert. Nix. So geht das nicht…
    Ist das erfahrungsgemäß schon zu groß?
    Muss ich dann mit der Größe leider auch die Dicke erhöhen? Dann wird das für mich leider uninteressant, denn die Panels sollen - wie Tapetenfelder früher - so flach wie möglich auf der Wand anliegen.
    Gibt es also eine andere Möglichkeit, Platten dieser Größe und Dünne dauerhaft glatt zu kriegen?

    Thanks for helping and sharing!

    Kristina.
  • Martin Mißfeldt
    Martin Mißfeldt
    hmmm, vielleicht hab ich was überlesen...
    Du willst auf Leinwand, Nessel oder Baumwolle malen, ohne sie auf einen Rahmen aufzuspannen? Dafür kann es keine "richtige" Grundierung geben. Wichtig ist ja, dass sich die Fasern des Textils beim Grundieren zunächst aufweichen, dann zusammenziehen ("spannen") und dann untereinander verkleben. Du kannst dann den grundierten, getrockneten Bildgrund lösen und separat bemalen. Ob Du es aufrollen kannst, hängt von der Bindermenge ab. Grundsätzlich kannst Du jede Grundierung mit Lösungsmittel verdünnen (meist Wasser). Je dünner die Grundierung aufgetragen wird, um so besser läßt sich das Bild danach aufrollen.
    Sehr elastisch sind Acrylbinder. Vielleicht könntest Du versuchen, mehrere (ca. 5) Schichten übereinander zu grundieren.
    Gut zum Grundieren eignet sich auch Hasenleim. Das sind "Kleintier-Kadaver-Körner", die man durch erwärmen in Wasser lösen kann. Ist sehr gut geeignet, weil er eine hohe bindende Kraft besitzt und folglich stark verdünnt aufgetragen werden kann.
    Aber: keine Ahnung, ob Dich das weiter bringt. Ich habe nie versucht, Bilder zu grundieren, die ich danach abspannen wollte.

    Hartfaserplatten: Weg damit. Da kannst Du nix retten. Ich habe kürlich auch ein paar alte Bilder auf Hartfaser entsorgt. Nicht lang drüber nachdenken, ab in die Tonne - und lieber gleich auf vernünftigen Bildgrund malen.
    Viel Erfolg.
    Signatur
  • nodiorc
    kann nur was zu hartfaserplatten sagen, stimmt, sind müll.
    mdf ist stabil(wenn man die kanten anschleift).
    nesselgewebe zu rollen, ist gewagt, da ohne acryl wenig bindung ensteht.
    hasenleim, ok, aber das gewebe ist zu dünn.
    lieber ein leinwandgewebe, also leinenanteil,
    da die flexiblen fasern halt geben, und grob genug sind, der (acryl-)farbe haftung zu bieten.
    habe acrylleinwände, auf papierspindel, 20cm durchmesser, verschickt,
    nichts passiert.
    das gewebe hab ich mit verdünntem capaflex grundiert, und auch die farbe eher lasierend aufgebaut.
    fassadenfarbe halte ich für zu schwer, zu dick.
    ich male mit liquitex, teuer, aber nach 25 jahren keine reklamationen.
    fassadenfarben, ich hab fassaden, benutze ich nicht, ich bleiche den stein.
    denn diese farbe ist zu dick, und der acrylbinder ist zu fett.
    kann mann damit malen?
    je hochwertiger die künstler(!)farben, desto sicherer kann ichs dir empfehlen.
    diese polymeracryle, die bei liquititex verwendet werden,
    ... ich hab ein bild im treppenhaus, da schrammen seit 20 jahren mieter und gäste vorbei- kratzerlos.
    ich habs letztes jahr nach usa gerollt verschickt, dort dann wieder aufgespannt,
    kein problem.
    c+
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  • regiezsuam
    ...
    Aber: keine Ahnung, ob Dich das weiter bringt. Ich habe nie versucht, Bilder zu grundieren, die ich danach abspannen wollte. ...



    gewebe, das ohne spannung grundiert wird, wellt sich und wird unregelmäßig schrumpelig. außerdem ist die bearbeitung eingeschränkt, wenn das gewebe keinen "widerstand" zeigt ...
  • Kristina Meissner
    Kristina Meissner
    Danke für die Antworten!

    @ Missfeld: Ja, Acryl habe ich ja schon ausprobiert, mehrfach übereinander als Grundierung. Aber das hat ja diesen Plastik-Effekt gegeben plus gewellte Ränder, beides möchte ich nicht.

    Eine Einschränkung in der Bearbeitbarkeit habe ich nicht festgetellt. Die unter Spannung - und wie gesagt, meine Frage war ja auch, ob ich vielleicht sogar zu doll gespannt habe! - grundierten Gewebe werden zum Malen auf Tische oder an die Wand gepinnt, alles wunderbar.

    Aber vielleicht komme ich um den Hasenhautleim nicht herum. Zudem haben Hautleime ja auch die spannende (im doppelten Wortsinne) Eigenschaft, dass sie jeden Keilrahmen ersetzen (sollen - ich habe es ja noch nicht ausprobiert), insofern sehr passend für mein Ziel der rahmenlosen Hängung. Dass ich dachte, das Material wird damit ganz starr und bricht, wenn ich es für den Versand rollen möchte, ist wohl ein Denkfehler, denn Hasenhautleim soll ja elastisch sein.

    @ Croidon: Wie gesagt, als ich die Gewebe mit dieser bei Jerwitz in HH,einem sehr guten Geschäft für Künstlerbedarf, gekauften Acrylfassadenfarbe grundierte - klar ist die erst mal zu dick, ich verdünne sie immer mit etwas Wasser - , konnte ich das Gewebe sogar mit zwischen den Fingern knicken und falten - da passierte gar nichts. Aber derselbe Bindergrundstoff, von mir selber angerührt mit relativ wenig Wasser und Kreide und Pigmenten, hat sich schon ganz anders verhalten.

    Und wie gesagt, ich weiß, Acrylgründe und -Farben wie Liquitex haben diese elastischen Eigenschaften, die ich möchte. Aber eben nur die. Und das ist einfach nicht, was ich möchte.

    Ich nehme an, ich kann den Hasenhautleim - oh Gott, jetzt auch noch diese Stinkerei, was tut man nicht alles! - gleich mit Kreide und Pigmenten versetzen und dann die Gewebe in einem Rutsch leimen und grundieren gleichzeitig? Denn ich mir ist der Unterschied zwischen Vorleimen und Grundieren im Grunde nicht klar... Wann muss ich vorleimen?
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