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  • Schult Schuld?

  • abArt
    abArt
    traeumer: du schreibst, dass einerseits der freie wille bei dir nicht vorhanden ist und andererseits, dass du schuldempfinden hast bzw. hattest. das finde ich erstaunlich. wie kann man sich für etwas schuldig fühlen, wenn es auf ereignissen beruht, die nicht dem sogenannten "eigenen freien willen" entspringen? das ist für mich wie sich schuldig dafür fühlen, dass die sonne scheint.

    das bedürfnis oder der versuch jeden zufriedenzustellen, ist mir auch etwas seltsam, auch wenn dies wohl recht verbreitet ist. dieser versuch ist doch allein schon deshalb ein rohrkrepierer, weil man dafür in anspruch nehmen müsste, genau zu wissen was richtig/gut und was falsch/schlecht ist. selbst wenn es ein definitives gut/richtig und schlecht/falsch geben würde - was sowieso nicht der fall ist -, wäre es doch sehr vermessen zu glauben, dieses wissen gepachtet zu haben
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  • traeumer
    traeumer
    Tja abArt, du hast Recht, das klingt scheiße und ist auch so.
    Gerade für mich wichtige Menschen, rede nicht von der Gesellschaft oder Außenstehenden, haben unterschiedliche Bedürfnisse an mich, die ich nicht alle decken kann. Das verursacht bei mir einen inneren Konflikt, weil ich mich entscheiden muss. Diese Entscheidung basiert auf meinen bisherigen Erfahrungen und haben nichts mit dem freien Willen zu tun. Aufgrund der Bedeutung der enttäuschten Personen für mich, schleicht sich dieses verdammt schlechte Gewissen ein. Leider kann ich es nicht damit verdrängen, ich hätte keinen freien Willen und konnte somit nicht anderes handeln. Ist ein verdammt beschissener Teufelskreis... Gut dass du das nicht kennst, muss man zum Glück auch nicht.
  • rekcertslloV
    wenn man von Verantwortung statt "Schuld" spricht,
    wird wohl vieles klarer...
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  • rekcertslloV
    @ traeumer:
    kein mensch hat das recht, von einem anderen menschen etwas zu erwarten im ernsten, nicht auf gemeinsamen Absprachen oder wert- und kapazitätsgrundlagen basierenden Sinn.
    das sind die unbeliebten "erwartungshaltungen"
    "dagegen" arbeiten kann/sollte man duch
    1. und wichtigst: selber keine Erwartungshaltung aufbauen
    2. Menschen meiden, die Erwartungen haben. Ist kein schönes Spielchen,
    was bei denen dahintersteckt.
  • abArt
    abArt
    erwartungen sind dazu da enttäuscht zu werden...

    und wenn man sich ein bisschen mit dem wort enttäuschung spielt, stößt man auf eine mögliche deutung bzw. zerpflückung ent-täuschung -> also eine täuschung entdecken und (oft schmerzhaft weil daran geklammert/verhaftet) auflösen

    träumer: verdrängen würde es nur noch verstärken. aber wenn du es als das erkennst, was es ist - nämlich eine reine kopfgeburt - löst es sich auf bzw. verliert seine bedeutung. so ähnlich, wie wenn du einen traum als solchen erkennst...
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  • traeumer
    traeumer
    @abArt:
    Fände toll, wenn man dieses Dilemma mit der Erkenntnis bzw seinem Verstand lösen könnte. Vieles ist mir klar, glaube dass es bei mir mehr eine emotionale Sache ist. Ist wahrscheinlich eine Prägung aus der Kindheit. Gerade da haben die Eltern einen oft mit dem "schlechten Gewissen" oder Einreden von "Schuldgefühlen" manipuliert, wenn man nicht so parierte wie erwartet. Auch jetzt wo man pragmatischer handelt, die emotionale Ebene holt einen doch mal wieder ein.

    @Vollstrecker:
    Hmm, Menschen mit Erwartungshaltungen meiden... geht das wirklich? Wenn man eine Beziehung eingeht, kann man sich schon da kaum von diversen Erwartungshaltungen retten. Von manchen wusste ich teilweise nicht, dass es sie tatsächlich gibt... egal. Bin bereits als großer Bruder in die Verantwortung für die kleine Schwester reingeboren. Muss zugeben, dass ich manche Verantwortung gern übernommen und damit verbundene Erwartungshaltung erfüllt habe. Ganz ohne würde ich mich leer fühlen. Das Leben verändert sich jedoch ständig und man will sich auch weiterentwickeln. Tja, so musste ich wohl oder übel manche Bande lockern oder gar reisen. Der Hagel von Vorwürfen ließ sich sachlich entkräften, übrig blieb der bittere Beigeschmack.

    Vielleicht ist ein gesundes Maß an schlechtem Gewissen, Verantwortung, Ethik, Moral und Schuldgefühle für jedes Individuum in einer Gesellschaft sinnvoll. Das hält mich jedenfalls davon ab einige Individuen unversehrt zu lassen.
  • abArt
    abArt
    traeumer: nicht mit dem verstand. einen traum z.b. erkennst du auch nicht mit dem verstand als solchen, sondern "du weißt es einfach" ohne darüber nachzudenken, abzuwägen, erfahrungswerte heranzuziehen und was der verstand noch so alles gerne tut. der verstand löst nämlich "probleme" nicht - er erschafft sie. so auch schuldgefühle etc...

    es gibt kein "gesundes Maß an schlechtem Gewissen, Verantwortung, Ethik, Moral und Schuldgefühle"

    und die sogenannten emotionen sind reaktionen bzw. auswirkungen auf den verstand und seine wertungen. aber nicht zu verwechseln mit intuition oder "bauchgefühl" die jenseits des verstandes liegen und deshalb so wertvoll sind ... wenn sie beachtet, gespürt werden
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  • rekcertslloV
    @ Träumer: entweder Du befreist Dich von Deinen Bindungen oder wirst weiter gegeisselt von deinem "Umfeld".
    Ich wiederhole, das wichtigste ist die Reduktion/Auflösung der eigenen Erwartungshaltungen.

    Und vergesst endlich den Begriff Schuld und setzt Verantwortung ein!
  • abArt
    abArt
    ein wort durch ein anderes zu ersetzen ändert letztendlich nichts - außer vielleicht den schein

    wenn ich mich dafür verantwortlich (statt schuldig) fühle, dass die sonne scheint ... was ist dadurch "gewonnen"?
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  • rekcertslloV
    Verstehen und Erkentnis!

    "Schuld" tendiert emotional verbrämt,
    Verantwortung ist idR eine objektiv definierbare Angelegenheit.
  • rekcertslloV
    abArt, Du nennst Bilder von Dir "Chi"

    wärest Du Dir des Chi bewusst,
    würdest Du merken, dass die beiden Begriffe Schuld und Verantwortung
    ganz unterschiedliche Gefühle/Energieströme erzeugen.

    Schuld macht dicht, glockenartig, die Energien werden dumpf bzw. sind nicht mehr vorhanden,
    während schon alleine der Begriff Verantwortung einen stabilen Energiefluss und konstruktive Ausrichtung erzeugt.

    Anders gesagt, der Begriff "Schuld" lässt Energien zusammenbrechen, nach unten sinken,
    während "Verantwortung" das Bewusstsein anhebt/aktiviert.
  • abArt
    abArt
    dass schuld in der regel "negative" auswirkungen mit sich bringt ist schon klar. verantwortung kann aber die gleichen auswirkungen mit sich bringen, je nachdem, was man damit verbindet. muss absolut nicht, aber kann.

    am ende läuft es immer darauf hinaus, was man mit worten - oder was auch immer - verbindet. und nur das hat einfluss darauf, welche emotionen etc. ausgelöst werden. das ist aber mit sicherheit nicht bei allen gleich
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  • rekcertslloV
    abArt, Du redest um den heissen Brei herum bzw von ihm weg!
    Reden um des Redens Willen ist nicht so mein Ding, Energieverschwendung und ins Unbewusste führend!
  • abArt
    abArt
    um den heißen brei und reden um des redens willen - finde ich absolut nicht. aber ok, lassen wirs - denn wenn es so ankommt, ist es in der tat energieverschwendung.


    (ergänzung) eigentlich falsch. denn energie geht nicht wirklich verloren und kann damit auch nicht verschwendet werden... aber, egal
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  • Ulf Spuhl
    Ulf Spuhl
    ...die Begrifflichkeit steht wirklich nicht im Vordergrund, das Gefühl ist das Selbe. Sich schuldig machen können ohne ein schlechtes gewissen zu haben kann im positiven Sinn sehr produktiv sein, es ist eine nach vorne gerichtete Kraft und wenn man dann für die Konsequenzen die Verantwortung übernimmt ist es eventuell hart auszuhalten aber sehr gerecht. Jeder sollte die Verantwortung für seine Schuld übernehmen und das Beste daraus machen.

    gruß fluuu
  • traeumer
    traeumer
    ich fühle mich nur dann verantwortlich, wenn ich es mir selbst ausgesucht habe.
    veratwortung und schuld sind für mich zwei ganz unterschiedliche begriffe, die mit ganz unterschiedlichen gefühlen verbunden sind.

    sich schuldig machen im positiven sinn? he?

    ist für mich nichts weiter als definitionsakrobatik. man kann auch gleich die ganze sprache neu erfinden und noch mehr aneinander vorbei reden.
  • rekcertslloV
    träumer, es gibt keine Schuld (ausser als taktisches konzept zwecks manipulation anderer oder als eigentor), nur Verantwortung!
    somit kannst Du trennen, UNTERSCHEIDEN!
  • rerhelrebO
    träumer, es gibt keine Schuld (ausser als taktisches konzept zwecks manipulation anderer oder als eigentor), nur Verantwortung!
    somit kannst Du trennen, UNTERSCHEIDEN!


    in dieser konsequenten formulierung und dieser überaus gekonnt schmissigen gegenüberstellung der begriffe ist das doch ganz niedlich. ein argumentativer vollstrecker quasi.
    also weiterpredigen bitte, mein poesiealbum wartet. :)))
  • traeumer
    traeumer
    meine energieströme hatten gerade einen kurzschluss...

    diese gedankenkonstrukte mögen alle eine logik haben - in den köpfen der denker. sind durchaus interessant, aber diese köpfe prallen für mich zu krass aufeinander.
    wäre unter anderen umständen breit sich mit ihnen zu beschäftigen, aber jetzt steige ich lieber aus.
  • rekcertslloV
    ...und natürlich den wichtigsten schritt gehen,
    deine welt "reinigen"!
    - will heissen iDF Begegnungen reduzieren, auflösen,
    die einen ziehenden, saugenden, erwartungsvollen Eindruck machen.

    Ich wiederhole aber, dass das Wichtige die Auflösung der eigenen Erwartungen ist, sonst klappt "es" nicht, da Dein Umfeld auch eine Reflektion Deines Selbst ist!!

    Das Nichteinhalten dieser Regel hätte, dramatisch ausgedrückt, "schwarzmagische" Tendenzen zur Folge, zB oder sogar insbesondere das "Erkennen" der Schwächen anderer, was sehr wohl kurzfristig nützlich sein kann, jedoch ohne die vordergründige Arbeit am eigenen Bewusstsein, der Ausrichtung, Aufmerksamkeit, Wertegebung, zu einem unschönen Spiel wird bzw. bleibt (denn dies ist ein weit verbreitetes "Spiel")!
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