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  • Wieso ist es so schwer, modern zu sein?

  • nroK Wieso ist es so schwer, modern zu sein?
    Im kn tummelt sich so manches, aber zeitgenössische Kunst finde ich wenig dort. Es gibt sehr viele talentierte Leute, die es verstehen, einen Gegenstand, eine Landschaft oder ein Porträt gut wiederzugeben. Viele von denen mögen damit sogar zufrieden sein und mögen sich auf die Schulter klopfen. Aber Kunst heißt doch, andere Menschen zu ergreifen, ihnen zu zeigen, was sie noch nicht gesehen haben. Wir machen keine Fotos, wir schaffén Emotion, wir treffen ns Herz.
  • nessiem-AMoT
    Inhalte entfernt
  • herzknochen
    herzknochen
    vielleicht ist manchen künstlern herzlich egal, wie "zeitgenössisch" sie sind...


    ... nur so 'ne möglichkeit - könnte ja sein, wer weiß!!!
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  • Robert Wolter
    Robert Wolter
    Wer ist denn "wir"? Ich mache übrigens Fotos.
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  • nroK
    Wir, das sind Künstler, die wissen, worum es in Wahrheit geht. Keine reinen abfotographierer, sondern Leute mit Gefühl, die ihr Talent dazuz nutzen, anderen anderes zu zeigen.
  • Egon Miklavcic
    Egon Miklavcic
    Aber Kunst heißt doch, andere Menschen zu ergreifen, ihnen zu zeigen, was sie noch nicht gesehen haben.









    Viele fühlen sich dazu berufen -
    und glauben das gerade "SIE" die auserwählten wären das Rad neu zu erfinden

    - es ist sicher möglich die bestehenden Grenzen zu sprengen -
    dazu bedarf es aber viel Können , Fleiß und Hirnschschmalz - und dazu noch eine gewaltige Portion Glück

    wenn das sooo einfach wäre - würden das ja alle machen -
    und wenn das ALLE machen könnten dann wäre es ja nichts besonderes
  • kceit
    - weil es keinen spass macht, immer mit der mode zu gehen...:)
  • simulacra
    simulacra
    Schwer ist es wohl nur so man es will.
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  • nroK
    Mein lieber EgonM, wie recht Du doch hast, die ganze Problematik rührt allein daher, daß es Leute gibt, die sich für was halten ... In dem Mozart-Film von Bantzer sagt Mozart einmal etwas völlig richtiges, völlig einsichtiges, er sagt, daß Bach nicht für ein Publikum, sondern für sich selber schrieb. Das trifft es, es sagt, daß Kunst nicht nach Anerkennung schielt, sondern für sich ist und in dem Bewußtsein, sich kraft ihrer selbst durchzusetzen. Warum wohl weinen wir bei mancher Musik, während andere uns völlig kalt läßt?
    Ich bin es mittlerweile ganz schön müde, mich mit Möchtegernen auseinanderzusetzen, sie denken alle, sie haben was in Händen, aber Kunst heißt Risiko, Kunst heißt Neuland, Kunst heißt Herz und Emotion, Kunst heißt vor den Kopf stoßen, Kunst heißt Freiheit, sonst könnte man ebenso gut Post zustellen oder ein Bauteil bearbeiten mit einer Maschine.
    Ich denke, daß echte Künstler sich ihrer Aufgabe und ihrer Verantwortung bewußt sind. Selbst sog. nachschaffende Künstler, Interpreten, sind qualitativ nicht eins, es gibt solche, die eben gerade das nötige tun und solche, die wirklich empfinden,was sie tun.
  • kceit
    - ein (bau)teil mit einer maschine bearbeiten ist eine kunst...picasso konnte das nicht...
  • efwe
    efwe
    Wir, das sind Künstler, die wissen, worum es in Wahrheit geht...


    hoert hoert!... muss ich mich jetzt schaemen¿-- ich seh darin kein koernchen wahrheit...:))
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  • nroK
    wetten, daß er es doch konnte. Er hätte es vielleicht anders gemacht, hätte hinterfragt, was er da eigentlich tue, aber gekonnt hätte er es wohl. Sieh nur mal seine bildhauerischen Arbeiten, die aus Schrott gefertigt sind, an.
  • atarip
    Mein lieber EgonM, wie recht Du doch hast, die ganze Problematik rührt allein daher, daß es Leute gibt, die sich für was halten ... In dem Mozart-Film von Bantzer sagt Mozart einmal etwas völlig richtiges, völlig einsichtiges, er sagt, daß Bach nicht für ein Publikum, sondern für sich selber schrieb. Das trifft es, es sagt, daß Kunst nicht nach Anerkennung schielt, sondern für sich ist und in dem Bewußtsein, sich kraft ihrer selbst durchzusetzen. Warum wohl weinen wir bei mancher Musik, während andere uns völlig kalt läßt?
    Ich bin es mittlerweile ganz schön müde, mich mit Möchtegernen auseinanderzusetzen, sie denken alle, sie haben was in Händen, aber Kunst heißt Risiko, Kunst heißt Neuland, Kunst heißt Herz und Emotion, Kunst heißt vor den Kopf stoßen, Kunst heißt Freiheit, sonst könnte man ebenso gut Post zustellen oder ein Bauteil bearbeiten mit einer Maschine.
    Ich denke, daß echte Künstler sich ihrer Aufgabe und ihrer Verantwortung bewußt sind. Selbst sog. nachschaffende Künstler, Interpreten, sind qualitativ nicht eins, es gibt solche, die eben gerade das nötige tun und solche, die wirklich empfinden,was sie tun.


    ...
  • nroK
    Mein Lieber, Du sagst viel Wahres, Aber denke doch mal an Bach, viele Deiner Überlegungen wären an ihm abgeprallt wie Gummibälle. Es gibt also etwas, einen Bereich der Seele, in den Deine Worte nicht dringen, in dem Deine Worte keine Bedeutung haben, wo etwas zählt, das weit größer ist, soviel wir uns auch mit Fragen wie Deinen herumplagen müßen. Da ist die Kunst zuhause, da ist Scheisse einfach nur Scheisse und Stinken ist Stinken. Du verstehst?
  • atarip
    Ich verstehe dich aber du nix mich verstehen:))
    So maches gut
  • nroK
    Wer die Moderne leugnet, der kann wohl nicht hier und heute leben. Die alte Welt hat sich selber in dem Wahnsinn des 1.Weltkriegs vernichtet, eine verfeinerte, eine mit allen Nuancen gesegnete Welt, wundervoll anzusehen, aber offensichtlich nicht lebensfähig. Man könnte ständig nur weinen, angesichts dieser Tragik, aber anderseits gibt es Picasso, Schönberg und die vielen anderen, Grund genug, um an dieser neuen Welt zu bauen. Sie mag uns nicht so schön erscheinen, aber das kann nur ein Grund mehr sein, ihr die Ikonen zu schaffen, die sie zweifellos verdient. In vier oder fünfhundert Jahren, wenn wir uns selbst erledogt haben werden, wird man uns erkennen.
  • cobolt
    cobolt
    Im kn tummelt sich so manches, aber zeitgenössische Kunst finde ich wenig dort.


    Na logo, denn die tummelt sich selten im Wohnzimmer vorm PC auf ner öffentlichen Plattform :)))

    Davon abgesehen hab ich den Eindruck, dass die angesprochene Modernität inhaltlich und optisch was mit dem persönlichen Tellerrand und der Beweglichkeit von Protagonisten zu tun hat. Bei ner Ansammlung höchst ... äh ... eingeschränkter Statements und mühsam antrainierter handwerklicher oder - huch - programmtechnischer - Fähigkeiten kann ich eh nicht sehen, wo da der Puls der Zeit herkommen soll. Dafür wirken ne Menge Figuren viel zu isoliert und mechanisch, sowohl gedanklich als auch technisch. Was ja erklärt, warum sie sich dann wieder im Internet zusammenfinden. Täglich. Schau dir mal alleine an, wer alles was oder wen nicht kennt, noch nie gesehen oder gehört hat, aber hier wie Benjamin Blümchen fett Traraaa! macht, wenn man sie erwischt oder darauf anspricht :))) Wunnert nicht wirklich.

    Wenn du modern sein willst, musste auch mit dem 21 Jh leben, also Input, Input, Input. Und Kommunikation. Das ist mit Sicherheit ein Anspruch an die eigene Neugier auf die Welt, in der wir leben, die längst nicht jeder erfüllt bzw erfüllen kann. Wem der eigene Schaffungsprozess wichtiger ist, als diese Neugier, kann nur schwer modern sein. Zeit wartet auf niemanden.
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  • herzknochen
    herzknochen
    In dem Mozart-Film von Bantzer sagt Mozart einmal etwas völlig richtiges, völlig einsichtiges, er sagt, daß Bach nicht für ein Publikum, sondern für sich selber schrieb. Das trifft es, es sagt, daß Kunst nicht nach Anerkennung schielt, sondern für sich ist und in dem Bewußtsein, sich kraft ihrer selbst durchzusetzen.



    ich stimme dir da voll und ganz zu.

    du weißt schon, dass die meisten hier in erster linie für sich selber künstlern, auch wenn sie deine definition von kunst vielleicht nicht erfüllen...?

    Warum wohl weinen wir bei mancher Musik, während andere uns völlig kalt läßt?


    on a personal level... die bilder von william turner und rembrandt bringen mich zum weinen, weil sie so schön sind - für mich.
    picasso dagegen lässt mich kalt.

    unterschiedliche menschen werden von unterschiedlichen kreativen produkten angesprochen; auch für das, was nicht unter deinen kunstbegriff fällt, gibt es einen großen markt.

    kurz: c'est la vie
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  • Egon Miklavcic
    Egon Miklavcic
    Im kn tummelt sich so manches, aber zeitgenössische Kunst finde ich wenig dort.




    Wenn du modern sein willst, musste auch mit dem 21 Jh leben, also Input, Input, Input. Und Kommunikation. Das ist mit Sicherheit ein Anspruch an die eigene Neugier auf die Welt, in der wir leben, die längst nicht jeder erfüllt bzw erfüllen kann. Wem der eigene Schaffungsprozess wichtiger ist, als diese Neugier, kann nur schwer modern sein. Zeit wartet auf niemanden.





    Da bin ich ganz anderer Ansicht -
    Warum willst Du mit Gewalt modern sein - Gewalt hat nur selten zum Erfolg geführt ???

    Wenn Du nur ständig nach Input,Input und Kommunikation gierst dann orientierst Du Dich an den ANDEREN und wirst nie modern
    Dir musst der eigene Schaffensprozess wichtiger sein als der Quatsch den Dir die Anderen einreden wollen -
    ob Du modern warst oder nur eine Seifenblase werden die ANDEREN erst nach Deinem Tode ehrlich beurteilen
  • cobolt
    cobolt
    Nein, das seh ich nicht so.
    Denn für mich ist modern nicht gleichgesetzt mit anerkannt und hat deshalb nichts Erzwungenes oder sollte es zumindest nicht haben. Hier gehts aber nicht darum, was anerkannt wird, sondern woher die Schwierigkeit kommt, modern, also aktuell zu sein.

    Modernität hat für mich aber was mit aktuellen Einflüssen und Strömungen zu tun, und dafür muss ich mich schlau machen, was in der Welt so vor sich geht. Ein Problem was ich z.B. dabei sehe, ist die zunehmende Verantwortung, die man für sich und andere übernimmt. Das klaut Zeit und lässt einem weniger Möglichkeiten sich in Ausstellungen und Veranstaltungen vom Puls der Zeit einfach mal inspirieren und treiben zu lassen. Als ich noch n junger Twen und Single war, hatte ich wesentlich mehr Möglichkeiten, auch weil ich die Zeit dazu hatte. Es gibt aber noch andere Faktoren, z.B. den Unterschied zwischen Stadt und Land. Wo keine Angebote sind, kannste auch nix aufnehmen. Und das Internet bleibt n Schlüsselloch.

    >> Wenn Du nur ständig nach Input,Input und Kommunikation gierst dann orientierst Du Dich an den ANDEREN

    Wieder falsch. Denn a. gier ich nach nix und b. ist der reine Informationsgehalt noch überhaupt keine Aussage zur Umsetzung. Wenn ich mich anfange z.B. zu fragen, wie jemand das gemacht hat, ist das zuerst eine Inspiration! Wenn ich eine Thematik sehe, die nicht jeder Fuzzi nachmacht, fang ich überhaupt erst an, auf diesen Inhalt zu kommen usw. Erst wenn ich anfange Optik und Konzepte zu kopieren, häng ich mein Fähnlein nach dem Wind. Wenn aber die Idee im Vordergrund steht oder die neusten Optiken des 21 Jh, muss ich überhaupt erstmal was aufnehmen, um was entwickeln zu können. Ob ich das anschliessend auch tatsächlich umsetzen kann, hängt wiederum für mich stark von der Persönlichkeit ab. Wer seinen Tellerrand nicht verlässt, kann das überhaupt nicht. Ob das am Willen oder an den Fähigkeiten liegt, ist noch n ganz anderer Schuh. Für Ottonormalverbraucher wie mich gilt, dass mir jemand erstmal auch moderne Sehweisen, Inhalte, Techniken näherbringen muss, damit ich überhaupt erstmal was zum Kauen hab :) Die autodidaktische Herangehensweise ist mir zu mühsam. Ich hab manch Künstler erst richtig schätzen gelernt, weil mir einer was gezeigt oder erklärt hat. So hab ich auch Zugang zu Leuten gefunden, die ich vorher nie kapiert habe. Sie deshalb einfach als blöde oder belanglos abzutun, ist ne Arroganz, die auch oft mit dem Komplex zu tun hat, etwas nicht zu können oder zu verstehen. Umgekehrt nervt die Arroganz genauso, Dinge nicht näherbringen zu wollen, weil das unter irgend so ner Künstlerehre ist. Schneuz. Deshalb halte ich Kommunikation für wichtig. Is leider das, was am Schwierigsten funktioniert, wie man hier unschwer feststellen kann.
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