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  • Edgar Leissing: SinnzertrümmerungsMutationen und KunstblumenKunsthandwerker

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    M.P. R. Edgar Leissing: SinnzertrümmerungsMutationen und KunstblumenKunsthandwerker
    Pressemeldung von Galerie am Gierkeplatz

    Winfried Nussbaummüller, Kunsthaus Bregenz über Edgar Leissing

    In mehrerlei Hinsicht ist der Bregenzer Maler Edgar Leissing ein Künstler des heutigen Manierismus.

    Erstens: Die geschraubte Welt.
    Die von ihm gemalten Figuren tänzeln, schrauben und winden sich um ihre eigenen Achsen. Menschenpaare finden sich in schrillen Kombinationen, in seltsamer Balanceund in unerwarteten Nachbarschaften. Der Betrachter ist verblüfft.

    Zweitens. Der Zeitgeist.
    Leissings Bildfindungen entspringen dem schönen Schein der Seitenblicke-Wirklichkeit. Aus seinem in den letzten 20 Jahren angewachsenen Archiv aus Hochglanz-Magazinen, Fotografien und Plakaten verschneidet und collagiert er die Welt. Was sein Auge reizt, fließt in die Bildsammlung ein. Unerschrocken geplündert werden auch Motive der Kunst - Arnulf Rainer zeigtsich als Träger einer Rubens-Dame und Franz West wird zum Bügelfalten-Waldhaini. In der schicken Welt der Marken und Moden sucht der Künstler sein Material, das er in seiner expressiven Malerei stets zu Neuemverwandelt.

    Drittens. Die Vielfalt.
    Ungeachtet von der Größe des Bildträgers ist für Leissing die Vielschichtigkeit der Welt, in der sich Schein und Sein verstricken, auch die seiner Bilder. Die Bandbreite der Arbeit reicht von zündholzschachtelgroßen Motiven bis zu Häuserfassaden.

    Viertens: Die Triebfeder Lust.
    Edgar Leissings Geschichten wirken stets spielerisch und unbeschwert. Erzählt wird von einer lustbetonten Welt und einem Sog ständiger Umwandlung. Lust zeigt sich nicht nur im Farbauftrag und Pinselstrich, sondern auch in der Zurschaustellung der Motive, die zufällig oder bewusst, oberflächlich oder tiefsinnig zueinander finden. Die Summe der Einzelteile unterwandert eingeschliffene Betrachtungsweisen und erweitert die Lesbarkeit von Wirklichkeit.

    Fünftens: Die Selbstbedienung.
    Fündig wird der Maler im Supermarkt der Stile. Mit großem Vergnügen enttarnt er die Effekthascherei der Medienbilder und überlistet mit surrealem Witz ihre Trivialität.

    Sechstens: Die Übersetzung.
    Der Dolmetsch Leissing lässt sich zum kreativen Funkenschlag treiben. Er jongliert mit der Bildwelt und ordnet diese nach seiner Logik neu. Er montiert, schabt, streicht, übermalt und übersetzt dabei seine Vorlagen in die Sprache der Malerei. Das Ergebnis ist eine zwischen Illusion und Sinnzertrümmerung pulsierende Kunst, die den Betrachter verführt und zum Rendezvous bittet.
    (Winfried Nussbaummüller Kunsthaus Bregenz)

    Die Vernissage findet am Donnerstag, 30. April 2009, um 19 Uhr statt.
    Dauer der Ausstellung: 1. Mai bis 16. Mai 2009
    geöffnet Mi - D0 - Fr 15 - 18 Uhr
    Sa 11 - 15 Uhr und nach Vereinbarung
    Signatur
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