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  • Warum hängen in den Galerien heutzutage oft schlechte Bilder?

  • iriJ
    @ siku:
    In den frühen sechzigern formierten sich Künstler in Amerika und Europa die Kritik gegenüber der von Museumskuratoren und Kritikern geprägte visuellen Kultur und deren geprägte Kunstmeinung. Nach dem Krieg beschränkte sich das Kunstverständniss in der Hauptsache auf den Abstrakten Expressionismus, das als legitime Konsequenz auf die Moderne gesehen wurde.
    Da hatten aber Künstler bereits begonnen dem Abstr. Expr. und deren formalen Betrachtungsweisen den Kampf anzusagen.
    Jaspar Jonhs, Lary Rivers, Peter Blake usw. begannen mit ihren colageähnlichen Arbeiten, sich an der Bildsprache der Massenmedien zu orientieren. Zeitgleich gab eis eine Hinwendung zur Performance, Happening und Installation die von den Fluxus Künstlern, unter ihnen Josef Beuys, als vorläufiges Ende der traditionellen Malerei verstanden wurde. Piero Manzoni ironisierte das Kunstwerk indem er mechanisch gezogene auf Papier übertragene Linien herstellte und in einem Behälter steckte, so das sie nicht zu sehen jedoch zu wissen sind. Diesen Verweigerungshaltungen schloss sich bald die Arte Povera an, sie bezogen Tiere Pflanzen und Mineralien in ihre Arbeiten ein. Typisch für diese Untergrund Kultur waren völlig eigenartige Arangements. Die sich aus Abfall Werbung und Fundstücken ergaben.
    Amerikanische Minimal Art Künstler gingen einen anderen Weg. Sie konstruierten einfache Geometrische Objekte, die durch Symetrie und fehlen der Traditionellen Kompositionsmuster charakteristisch wurden. Dies verstand man damals als Herausforderung an das Tafelbild der Moderne. Sie zielte darauf ab den Betrachter mit seiner Warnehmung, den Kulturellen Erwartungen und künstlerischen Werten zu konfrontieren.
    Konzeptkünstler experementierten mit vorgefundenen Material wie Fotos und vergänglichen Stoffen indem sie die Ästhetische Erfahrung auf die künstlerische Haltung und den Prozess der Kunst lenkten.
    Als Folge hatten in den 70gern Bilder nicht mehr notwendigerweise farbig und flach, Skulpturen nicht mehr vertikal aufgerichtet zu sein.

    Soweit ein grober Rückblick in die Kunstgeschichte und deren Tradition gegen etablierte Kunstmeinungen und deren Markt zu arbeiten. Dies lässt sich mit anderen Namen, anderen Strömungen bis heute fortführen und ist es Wert sich als Künstler nicht nur mit seiner eigenen Arbeit zu beschäftigen.
  • tranreK
    Hallo,
    es gibt keine schlechte gemalte Bilder, nur bösartige Kritiker. Jeder der ein Bild malt ist auf seiner Art und Weise Künstler und man sollte negative Kritik darüber vermeiden. Ich sehe auch öfters Kunstbilder von nahmhaften Künstler, wo ich mich frage was das wohl soll, doch der Künstler hat sich wohl was dabei gedacht. Schlimmer finde ich, was manche Menschen für derartige Kunstwerke bezahlen, nur weil dahinter ein bekannter Name steht.
  • siku
    Danke Jiri für deine ausführliche Antwort!

    Ich fasse deine Aussagen aus verschiedenen Beiträgen jetzt mal zusammen: (hoffentlich richtig ;-))
    1. Zur Beurteilung von Bildern (Kunst) gehört künstlerisches Einfühlungsvermögen, Erfahrung
    2. Die Bewertung guter Bilder –schlechter Bilder wird vom Zeitgeist beeinflusst, dazu gehört Wissen über kunstgeschichtliche Entwicklung.
    Dem stimme ich zu

    Nur finde ich nicht, das Künstler sich dem Markt konsequent entziehen (ich unterstelle sogar, dass das Wollen dazu fehlt).
    Die Minimal Art ist dafür ein gutes Beispiel, nämlich für die theorielastige Entwicklung in der Bildenden Kunst. Donald Judd und Lucio Fontana waren erst Kunsttheoretiker bevor sie Künstler wurden. Die Kunst verlagerte sich nicht von kommerziell in nicht-kommerziell, sondern vom Bildmotiv auf einen theoriebezogenen Kontext (z.B. Erschließung der dritten Dimension im Bild). Es folgte ein Paradigmenwechsel von der traditionellen Bildbetrachtung des Tafelbildes zu einer kontextbezogenen Bildrezeption.
    In der informellen Malerei wurde der Betrachter eine weitere Rezeptionsgröße. U. Ecco prägte den Modellbegriff des „Offenen Kunstwerkes“.
    Die angebliche Angst vom Konsum missbraucht zu werden treibt Teile der heutigen Avantgarde offensichtlich in „Off Szenen“ (ist das richtig interpretiert?). Gegenstand ist nicht mehr ein bildnerisches Kunstwerk, sondern z.B. eine alltägliche Handlung, die vom Künstler in einem bestimmten (nicht musealen) Rahmen, unterbestimmten Bedingungen von der Alltagshandlung zum Kunstprojekt erhoben wird, in Abwandlung eines Ready-mades im Sinne von Marcel Duchamp, nur erhebt der Künstler heute nicht mehr ausschließlich einen Alltagsgegenstand zum Kunstwerk, sondern sich selbst.

    Warum schreibe ich soviel dazu? – Es ist ein Versuch aufzuzeigen, dass die heutige künstlerische Freiheit theoriegelenkt ist, und deshalb kann ich auch nicht recht nachvollziehen, warum sich Künstler, die genau auf dieser kunsttheoretischen Basis ihre Werke entwickeln, über die Kunsttheoretiker lustig machen, die für das Fundament ihrer Kunst gesorgt haben.
    Das erinnert mich an eine Grafik von Marunde: Da wird ein wohlgenährter Kater auf dem Rücken einer Ente über den See getragen, während dieser Überfahrt bejammert er seine Abhängigkeit von eben dieser Ente. ;-)
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  • iriJ
    @siku
    Habe deinen Beitrag gerne gelesen.

    Ja du hast in vielerlei wohl recht.
    Die Philosopen und Ästhetiker sehen in der Kunst ein willkommenes Spielfeld für ihre oft ziemlich unverständlichen Abhandlungen und Analysen. In der Vergangenheit Nietsche, Schlegel heute nun Ecco, Brock, Welsch, Damasio usw.
  • Bagira
    lustig, guerillero sagt sonst eher selten was,
    aber hier gleich der erste, der sich angesprochen fühlt...

    die frage von bagira ist eindeutig berechtigt!
    nennt mir einen künstler, der heute noch lebt und solch eine manier aufweist wie ein alter meister

    ???

    es gibt sie, die auf ihrer art und weise in der heutigen zeit dem gleichen, aber das ist keine hand voll!
    die masse an absolutem schwachsinn verstopft einfach unseren blick für qualität.
    die menschen sind heute grundsätzlich zur geschmacklosigkeit und arroganz übergetreten, ob im fernsehen oder in der politik,
    oder eben in der kunst...
    selbst in diesem forum fehlt es dem an nichts!...
    von einer hochkultur - mit einem besonders feinfühligen verständnis - ist hier schon lange nicht mehr zu sprechen.


    Vielen Dank für Deine Unterstützung. Der Meinung bin ich auch. Und ich finde es sehr interessant wie viele bei diesem Thema mitreden wollen, obwohl die Frage angeblich nicht interessiert. Da scheine ich in ein Wespennest gestochen zu haben.
  • ihctuB
    @
  • efwe
    efwe
    ... Da scheine ich in ein Wespennest gestochen zu haben.


    das kann ins auge gehn- es sei denn man ist imker--
    Signatur
  • nroK
    Darum solltest Du Dir keine Sorgen machen, denn das Schwere geht ganz allein, ohne jedes Zutun, unter. Es gibt wohl manche, die denken, sich an wirklich begabte Menschen anheften zu können, aber der Kopf allein hat noch nie zu richtigen Entscheidungen geführt. Wie im richtigen Leben!
  • Bagira
    Vielen Dank für die vielen interessanten Beiträge. Ich finde nach wie vor, dass nicht jeder automatisch ein Künstler ist, nur weil er mal einen Pinsel in die Hand nimmt. Und ich wünsche mir, dass Künstler, die es wirklich können, zukünftig mehr Beachtung finden.
  • ERICH Heeder
    ERICH Heeder Was ist gute Kunst - was ist schlechte Kunst??
    Es wird gefragt: "Weshalb es schlechte Bilder gibt, die dann auch noch in einer Galerie representiert werden!!" Diese Galerie hat doch schon das erreicht, was sie erreichen wollte, Frau-Mann redet drüber!! Für mich ist das kein Wunder, das wir keinen Mentor haben, der sich uns annimmt, und sagt:"Ab heute sorge ich dafür, das du von deiner Kunst leben kannst,ohne dir irgend welche Sorgen zu machen!!" Ich möchte auch nicht darüber schreiben, das es nur wenige schaffen, da von zu leben!! Die anderen Fristen ihr Leben, und produzieren, und produzieren, und verlangen horense Summen für ihre Werke, und wundern sich, das keiner kaufen will!! Wir alle, die es vesuchen, nicht mehr in der untersten Liga zu sein,haben doch gar nicht das Knowhow, uns da hin zu puschen, wo wir alle gerne wären! Es gibt wenige Mutige, die durch irgend etwas auffallen.Ich bin zwar schon mehr mals in den Medien aufgefallen,aber gebracht hat es mir nichts!! Also mache ich weiter, immer weiter, so lange mir keiner da rein redet, ist das gut für mich!! Wer möchte schon eine Produktions-
    maschine sein, und nicht mehr aus sein Atelier heraus kommen?? Das mußt du produzieren, dies mußt du produzieren, auch wenn Frau-Mann es gar nicht möchte, Mann- Frau produziert, auf Teufel komm raus!! Das hat nun wirklich mit Kunst nichts zu tun!! Mich erstaunt das auch immer, nach nun 25 Jahren, was so in der Kunstzsene möglich ist, so lange das gefragt ist, ist dies für mich ja auch in Ordnung!! Aber Frau-Mann muß sich ja auch fragen: "Was kommt da nach??" Die Kunst ist das Spiegelbild unserer Zeit, und alle wollen diese Zeit gar nicht haben!! Das hier und jetzt zählt, was morgen ist, ist erst mal nicht so wichtig. Die Hauptsache ist doch, es wurde ein Bild, oder zwei, unter die Leute gebracht!!

    Erich Heeder (Stadtteilkünstler,Objekte,Performer,Autor,und Dichter)
    Signatur
  • leknuK-neguE
    warum hängt in galerien so viel schlechte kunst?

    um zugang zu galerien zu finden braucht man vor allem eins: vitamin B
    qualität ist eher zweitrangig

    allerdings ist eine galerie auch nicht immer die lösung. ein durchnittlicher galerist hat ca. 15 künstler im programm und kann oft auch nicht davon leben, sondern muss sein erbe verschleudern oder sich von ehefrau/mann durchfüttern lassen.

    selbstvermarktung ist also für die meisten künstler unbedingt notwendig.

    aber gute selbstvermarktung ist an sich ein vollzeitjob
    (muss also wieder die ehefrau/mann herhalten)

    wer keine/n hat und ein wahrer künstler sein will, ist also doppelt angearscht.

    so sieht's aus
  • ERICH Heeder
    ERICH Heeder Wespennest??
    ... Da scheine ich in ein Wespennest gestochen zu haben.


    das kann ins auge gehn- es sei denn man ist imker--


    Ja da hast du in das so gennante Wespennest gestochen, aber reiß dein Mund nicht da bei so auf, sonst könnte eine reinfliegen!! Alle die meinen, das sie Kunst machen,können dies auch!! Manche mehr- manche weniger, das ist die Tatsache!! denn wer bestimmt den was Kunst ist?? Genau- der Markt!! Wenn sich so gar Museumspädagogen die Frage stellen: "Was soll denn dies Kunstwerk da stellen, gibt mir dies ein Beruhigung!!" Es gibt unter den Schaffenden, sehr gute Leute, die ihr Fach beherrschen,aber leider kaum die Chance erhallten, von dem Schaffen zu leben! Seit dem ich in ein Atelier arbeite,ist dies seit fast 25 Jahren ein Thema Nummer1!! Wenn Frau-Mann den Satz von Beust nimmt, ist da was drann, aber manche vergessen sich zu verbessern!! Denn die Abstrakte Kunst ist so im Kommen, das es mir schon seltsam vor kommt!! Als ob diese Künstler-Innen keine Themen malen wollen, oder können?? Wenn sie es nicht können, warum malen sie denn abstrackt?? Ich male hier und da auch abstrackt, aber dies hat Gründe!! Denn die Idden und gedanken so um zu setzen wie Frau - Mann sie malen will, kosten sehr viel Energie, zu viel Energie!! Frau-Mann kann nicht mehr als 3 bis 4 Bilder malen, die eine bestimmte Aussage transportieren sollen!! Da ist Frau-Mann ausgelaugt, also muß ein Ausgleich her, nämlich die Abstrakte Kunst!! Da kann Frau-Mann sich frei mit Farbe und vielleicht mit Formen beschäftigen, das Frau-Mann sich nicht gleich ausgelaugt fühlt!! Kunst sollte sich schon als Ausgleich mit sich selbst präsentieren, sonst kann Frau - Mann gleich aufhören, weil Frau-Mann sich selbst verliert!! Kunst ist schon ein tolles Medium!! In ein Magazin, wurde ein Zitat von mir Abgedruckt,das lautet: "Was ich nicht malen kann -, schreibe ich, was ich nicht schreiben kann -, male ich!!" Wenn ich Musiker wäre, würde ich es sogar musikalisch umsetzen!!
    Lasst die Wespen fliegen,
    sie werden schon was zu fressen kriegen,

    Erich Heeder (Stadtteilkünstler,Objekte,Performer, Autor,und Dichter)
  • blakdnoM
    Ich habe mal gehört, dass es den Erfolg eines Authors gehörig steigern soll, wenn dieser die Grammatik seiner Sprache beherrscht.
  • K.S.
    K.S.
    Habt ihr euch eigentlich schon gefragt, warum in den Galerien oft so schlechte Bilder hängen? Ich verstehe immer gar nicht, wie manche Künstler überhaupt ihre Miete bezahlen können. Ein großer Raum, drei primitive Bilder und das soll mir irgendwas sagen? Es sagt mir meist nur, okay, derjenige hat wohl einen reichen Gönner. Oder wie finanziert man diesen Spaß? Mir sind schon so viele wunderbare Künstler begegnet, die nicht entdeckt werden, weil sie es sich nicht leisten können, eine Ausstellung zu finanzieren.Is´n Jammer!



    DAS frage ich mich schon seit Jahren!
    Doch die Künstler, die wirklich gut sind, habe bereits einen guten Kundenkreis oder Kontakte, die haben es gar nicht nötig, Miete zu zahlen, eher vermieten sie Ihre Werke.
    Neuerdings geht der Trend dahin, dass der Künstler auch noch zahlen muß, um seine Bilder ausstellen zu dürfen! Wo sind wir da nur gelandet.Wo bleibt de Wertschätzung von Seiten der Galerien oder anderer -wohl nichtssagender- Veranstalter?
    Signatur
  • K.S.
    K.S. Für mich sind
    DIE Bilder nichtssagend, die sich an einer Mode orientieren. Ich nenne das abstrakte MOMA (Modemalerei), das langweilt mich *gähn*, ich schaue mir gerne Bilder von anderen Menschen an, auch diejenigen, die sich nicht Künstler nennen.
    Ein gelungenes Werk schafft einen Zugang zur Welt des Künstlers, hat Aussagekraft, egal ob es (aufbau)technisch stimmt oder nicht.
  • ihctuB
    @
  • grobeknI
    „Wer nicht den Neid ertragen kann, muss auch den Ruhm nicht wollen.“
    Ernst Raupach

    Der eigene Neid ist wohl noch schwerer zu ertragen.
  • K.S.
    K.S.
    DIE Bilder nichtssagend, die sich an einer Mode orientieren. Ich nenne das abstrakte MOMA (Modemalerei), das langweilt mich *gähn*, ich schaue mir gerne Bilder von anderen Menschen an, auch diejenigen, die sich nicht Künstler nennen.
    Ein gelungenes Werk schafft einen Zugang zur Welt des Künstlers, hat Aussagekraft, egal ob es (aufbau)technisch stimmt oder nicht.


    Dünnschiss.
    Ich kote daher etwas Ausgedrücktes als Quasiausdruck dazu:


    @



    fertig.



    :-)



    Butchi hat Durchfall und es stinkt nach Provokation. Ich denke, esse mal was ordentliches, dann klappt es auch mit Deiner Fäkalie UND dem Hirn.
  • dirk malitz
    dirk malitz
    In den allermeisten Galerien ist die Stimmung wie auf einem Friedhof ohne Grünzeug, wenn nicht gerade Vernissage ist oder Picasso persönlich ausstellt. Vielleicht fühlen sich gute Bilder da gar nicht wohl.
    Signatur
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