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  • Bezahlte Ausstellungsmöglichkeit?

  • woc Bezahlte Ausstellungsmöglichkeit?
    Hat jemand Erfahrung mit Ausstellungsräumen/Galerien, die den Künstler am finanziellen Risioko beteiligen wollen? Ich habe die Möglichkeit in einer kleinen Galerie auszustellen, der Galerist möchte aber von mir die Garantie, dass ich, falls keine Arbeit verkauft wird, 400 Euro zahle oder ihm ein Bild überlasse. Bei Verkauf betrüge die Regelung 30 % für den Galeristen. Ich finde diese Regelung nicht ganz seriös, auch wenn ich verstehe, dass der Galerist Unkosten bzw. Raumkosten hat. Dennoch denke ich, dass ich als Künstler das gleiche Risiko trage und er ja beim Verkauf auch beteiligt wird. Hat jemand Erfahrung mit diesem Grenzbereich von kommerziellen Galerien und Projekträumen?
  • rethgifelyts
    wenn ein galerist den künstler zur kasse bitten will, ist das ein erstes zeichen von unseriosität. ein galerist der seinen job ernst meint, möchte in erster linie einen künstler fördern und nicht ausnehmen. anders ist es bei sogenannten produzentengalerien die von künstlern selbst betrieben werden, da ist eine finanzielle selbstbeteiligung unumgänglich, es sei denn man wird von den künstlern eingeladen.
    dem galeristen ein bild überlassen ist gar nicht so unüblich, du musst nur darauf achten, dass er sich nicht gerade das hauptwerk der letzten 3 jahre schnappt.
    ps. beim verkauf nimmt ein seriöser galerist normalerweise 50%
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  • Toni Köhler-Terz
    Toni Köhler-Terz
    also so ganz ohne Bezahlung kommt man wohl am Anfang nicht aus, wenn man ausstellen will. Und dass musst Du tun, wenn du irgendwie bekannt werden willst - ohne dass du deine Kunst zeigst, wird sie wohl auch kein Galerist oder so finden können. Es sind nun mal die Möglichkeiten, ohne KOstenbeteiligung auszustellen enorm begrenzt.
    Dann sind aber die 400€ schon heftig.Für 2 Monate um die 100 € waren das höchste der Gefühle.
    In der Regel verlangen solche Aussteller - Galeristen kannst du sie nicht wirklich nennen - dann so um die 20 bis 30% des Erlöses.
  • reniek
    @terzart!

    Nein nein und nochmals NEIN!!!!!

    DANN LIEBER GAR NICHT AUSSTELLEN!
  • Toni Köhler-Terz
    Toni Köhler-Terz
    tja, was soll ich machen
    Ich habe so begonnen und habe auch gute Erfahrungen damit.
    Kunst wird erst zur Kunst, wenn sie gezeigt wird.
    Du hast doch keinerlei Möglichkeiten, zumindest, wenn du wie ich aufm Land wohnst, deine Bilder zu präsentieren, wenn du den Weg nicht gehst. Selbst bei Kunstvereinen geht das nicht ohne. Und die erfolgreiche Entwicklung - habe UMsatz, Bekanntheit usw wirklich erfolgreich gesteigert, gibt mir zumindest in meinem Fall recht.
    Nur aus Trotz und Stolz lieber nicht ausstellen ist einfach nur kontraproduktiv.
  • reklawpeels
    kommt darauf an, um was für ausstellungsmöglichkeiten es sich handelt, wenn man mit ein paar kollegen selber eine ausstellung organisiert, dann ist es klar, dass jeder seinen beitrag leistet, falls keine sponsoren gefunden werden. auch bei ausstellungen in galerien oder kunstvereinen teilt man sich oft kosten an transport oder zb. einem katalog. man muss nur erkennen, ob es sich um leute handelt die dich ernsthaft fördern oder auch an deiner kunst mitverdienen wollen, und sich dafür ins zeug legen. oder ob sie einfach an dir als künstler geld verdienen wollen und deine kunst ist ihnen egal.
  • Toni Köhler-Terz
    Toni Köhler-Terz
    genau, das meine ich eben. Wie willst du regelmäßiger Ausstellungtätigkeit kommen - quasi als noname - wenn nicht auf solchem Weg? Da sollte man aber auf jeden Fall darauf achten, dass es nicht irgendwelche "Galeristen" sind, sondern wirklich auswählen. Nicht zu vergessen, der betriebswirtschaftliche Aspekt. Wenn du ausstellst und bezahlst sollte sich das schon auch rechnen. Ich meine für Dich als Künstler ;-)
  • reniek
    Transport-Kostenbeteiligung bei Produzentengalerien und Offenen Ateliers okay.

    Aber nicht in Mietgalerien ausstellen.
  • Toni Köhler-Terz
    Toni Köhler-Terz
    natürlich nicht Mietgalerien - da wird man nur abgezoggt. Aber aus der Erfahrung raus sind andere als die geringkostenpflichtigen - also mit Kostenbeteiligung für Werbung, Raum und Vernissage - zumindest für mich relativ unerreichbar, bis auf den öffentlichen Raum - zum Beispiel in Landratsämter etc, da kommt man aber auch erst hin, wenn man schon ein klein bisschen einen Namen hat.
  • reniek
    ich verstehe doch, was Du meinst.
  • reklawpeels
    vielleicht sollte man den begriff "galerie" etwas näher definieren, ein "guter" galerist übernimmt die rundumbetreuung eines künstlers, dh. sämtliche kosten für ausstellungen, werbung, kataloge, messebeteiligungen etc. dafür musst du für jedes verkaufte bild 50% abtreten und die käufer wenden sich fortan nicht mehr an dich, sondern an den galeristen. dafür hast du deine ruhe und kannst dich nur noch auf deine kunst konzentrieren. solche galeristen gehen mit sicherheit nicht in mietgalerien oder kunst-und handwerksmessen, wo jeder der genug lust und geld hat, ausstellen kann, auf künstlersuche.

    es gibt natürlich auch jede menge junge ausstellungsmacher und galeristen, die genauso jung und mittellos sind wie du, es aber unbedingt schaffen wollen, da muss man halt gucken, ob einer es ernst meint, es ist auf jedenfall leichter in so eine "anfängergalerie" einzusteigen und evtl. mit ihr zu wachsen, als eingang in eine bereits etablierte galerie zu finden. so ohne weiteres, vor allem ohne beziehungen, geht das nicht.

    und manchmal lohnt es sich wirklich ein paar jahre lang zu warten bis die richtige gelegenheit kommt, die zeit kann man ja mit kunstmachen gut überbrücken.
  • Toni Köhler-Terz
    Toni Köhler-Terz
    ja sicher, aber nur warten ist etwas wenig - nur weil ich Künstler bin, heißt das nicht, dass ich freiwillig verhungere.
    Ich habe den Weg, über Kunstvereine und kleine Ausstellungsmöglichkeiten gewählt, weil er der einzigste war. Mittlerweile mache ich einige Projekte, stelle weiterhin aus, das ist gar nicht so einfach durchzuorganisieren und habe zumindest einen regionalen Bekanntheitsgrad erreicht. Sicher nicht viel, aber ohne diese Kostenbeteiligungen bei Ausstellungen würde ich heute noch in meinem Atellier stehn und für mich selbst malen und radieren. Ich komme aus Thüringen, und dort sind selbst diese seriösen Möglichkeiten kaum gegeben, ich bin Autodidakt, habe es also nicht studiert und trotzdem habe ich es mit einigem Kampf geschafft, zwischen 2 bis 5 Ausstellungen pro Jahr hinzubekommen und Bilder zu verkaufen.
    Ich glaube es ist ein Weg, gerade für Autodidakten sich zu etablieren, die werden nicht mal so automatisch in den Verband bildender Künstler aufgenommen oder so - die haben einen steinigeren Weg. Auch gegen einige Vorurteile.
    Sicher ist es sehr schön, einen Galeristen zu finden, der alles das tut, was oben beschrieben wurde, aber ich glaube, die wenigsten haben ein solches Glück.
    Und ja sicher, wenn er das alles für mich tut, kann er auch 50% des Erlöses kassieren. Ich habe aber lernen müssen, das handeln und selbst organisieren auf jeden Fall besser ist als warten und hoffen.
  • reklawpeels
    das stellt keiner in frage (ich denke, nicht mal keiner;)). auch für akademieabsolventen ist es nicht einfach. wenn man nicht gerade ein meisterschüler von neo rauch ist, wird man von den galerien abgeschmettert wie ein tennisball. stipendien und preise werden oft auch nach vitamin B. verteilt. man muss viel durchhaltevermögen und einen langen atem haben um in der kunst trotzdem seinen eigenen weg zu gehen.
  • reniek
    @terzart, es ist auf keinen Fall GLÜCK, wie Du es schreibst, ich habe mir mal Deine Sachen angesehen. Es ist damit sicher sehr schwierig, in einer ansprechenden Location auszustellen. Zuerst einmal würde ich an Deiner Stelle wirklich noch mehr an der Malerei selbst arbeiten, manches verbessern, viel schauen und auch sehen lernen. Um in einer Galerie angenommen zu werden, ist es gut, wenn ein eigener Stil erkennbar ist, zumindest eine Richtung, in die es sich bewegt. Eine etablierte Galerie, die Ihre Künstler und Sammler hat, wird kaum ein Risiko eingehen und einen unerfahrenen Autodidakten ausstellen, es bringt auch nichts, da hausieren zu gehen.

    Natürlich "wächst" man auch mit den Ausstellungen und lernt dazu. Keine Frage.

    Für eine junge Galerie oder Atelier, wie sleepwalker es schreibt, ist es vor allem wichtig, dass die Verni ein Erfolg witd, möglichst viele Leute kommen und auch Leute vom Fach, das hebt die Stimmung und gibt denen Kraft weiterzumachen. No-Verkäufe sind für die viell. moralisch eher zu verkraften. Weitere Möglichkeit ist auch, sich mit anderen Künstlern zusammenzu tun und einen bezahlbaren Raum für Ausstellungen zu mieten etc.

    Aber vor allem muss die Kunst, die Du machst, inspirierend sein das ist das Wichtigste. Malfehler fallen immer auf, auch wenn abstrakt gemalt wird.
  • Toni Köhler-Terz
    Toni Köhler-Terz
    Zuerst einmal würde ich an Deiner Stelle wirklich noch mehr an der Malerei selbst arbeiten, manches verbessern, viel schauen und auch sehen lernen.


    nun wer das nicht mehr tut ist ein Handwerker und kein Künstler.
    Ich denke aber auch, dass meine Bilder ein sehr emotionaler Moment kennzeichnet. Leider in dem Format - und hier sind die Bilder immer kleiner, als im Original - wie hier eben nicht so erkennbar, aber sie haben es.
    Das ich mich der Schublade verweigere, hat genau damit zu tun. In meiner Art zu malen ist es nicht die Frage ob gespachtelt oder fein übereinandergeschichtet und durchgemalt wie die Klassiker - jede Technik hat ihre Berechtigung für die entsprechende Message, die ich hoffe, zu transportieren.
    Sicher sind die gespachtelten Bilder am ausdruckstärksten, aber doch nur, weil sie in diesem harten Kontrast auch sehr brachiale Emotionen setzen. Geht es aber um eine Feinheit, einen leichten, schwachen, deswegen noch lange nicht genau so wichtigen Akzent, muss ich in anderer Technik artikulieren.
    Momentan bin ich eher im graphischem unterwegs - nicht nur um die Malerei zu verbessern, einfach weil mich Radierungen und Lithografien zur Zeit mehr interessieren. Es ist die Beschränkung der Mittel zum Ausdruck und die anschließend entscheidende Handwerklichkeit. Aber auch hier gilt wie oben, jeden Technik für den Ausdruck, den ich erreichen will.
    Baue mir auch gerade eine kleine Druckwerkstatt auf. Hier der Aufruf - wer eine gute, große Radierpresse oder eine Andruckpresse abzugeben hat - kann ich noch brauchen, arbeite eben mit dem was ich mir leisten kann, und das sind beschränkte MIttel.

    Ich habe mir auch deine Bilder angesehn - und da gilt das Gleiche. Meine auch, dass hier und da mehr zu schauen und sehen zu lernen ist, weil wenn wir, das ist mein Gefühl, aufhören, unserer Stilistik zu hinterfragen und die einfach nur durchziehn, hängt man möglicherweise schneller in einer Galerie, aber die Entwicklung der Ausdrücklichkeit ist gehemmt. Da bin ich noch zu kurz im Geschäft. Und ich bin mir auch nicht sicher, ob ich das wirklich tun will ;-) Ich kenne einen regionalen Künstler hier bei mir, der vom Stil her sehr gut naiv malt, aber so hin und wieder doch klassische Bilder von sich gibt, weil er das für sich selbst braucht. Ich will keines meiner Bilder nur für mich selbst malen, ich will immer der Betrachter, also andere erreichen. Und da ist es nicht hilfreich, sich auf eine Richtung festzuschießen.
    Kannst ja mal unter terzart.de eine etwas aktuellerer und größere Auswahl meiner Bilder ansehn, auch die Grafiken. Sehr deutlich zeigt sich hier eine Entwicklung, in der ich mich befinde. Hoffe dass das noch lange und intensiv weitergeht- Hier sind ja nur 3 meiner Bilder zu sehn.
    Ich bin mir nicht sicher, aber glaube, der Weg, das alleine durchzukämpfen ist für mich der richtige, sicher steiniger und schwerer, aber mein Weg. Und er hält mich in einer gewissen Unabhängigkeit, weil in eine Abhängigkeit begebe ich mich, wenn ich quasi den Alleinvertretungsanspruch an Galeristen abgebe. Das ist eine Kehrseite der Medaille.

    Möchte aber mal zusammenfassen - also wir sind uns einig, Mietgalerien zu horrenten Preisen sind Quark. Zumindest zu Beginn aber bei Kunstvereinen und kleinen Galerien auszustellen und sich dort an den Kosten zu beteiligen muss nicht falsch sein. Ich mache das so und es funktioniert. Jetzt kann ich hin und wieder auch in öffentlichen Einrichtungen ausstellen, was nichts kostet. Das aber eben erst, nachdem ich regelmäßige Ausstellungstätigkeit nachweisen konnte. Und sicher sind Galeristen eine gute Einrichtung im Kunstmarkt.
    Für mich aber, und ich glaube für die meisten, die noch in den Anfängen stecken unerreichbar oder ein Weg, der ausgeschlossen ist. Darauf zu hoffen würde der Freiwilligkeit zu verhungern gleichkommen.
  • reniek
    sorry terzart, aber es ging hier überhaupt nicht um meine bilder oder meine stilrichtung, sondern um deine frage nach den bezahlten ausstellungsmöglichkeiten und ob das sinn macht.

    deine bilder habe ich mir in diesem zusammenhang - auch auf deiner homepage - mit ehrlichem interesse angesehen und ich bleibe dabei, dass da sehr viel noch zu tun ist. dass wir alle lernende bleiben versteht sich ohnehin von selbst. keiner stellt sich da über irgendwas oder wen drüber :o

    ich selbst experimentiere viel herum aber ich bin mir sicher, dass wir beide damit etwas anderes meinen. noch habe ich nicht das gefühl, festzufahren, figunetik gibt noch so viel her, da sind die möglichkeiten noch gar nicht ausgeschöpft.

    einen stil erkennen zu können oder sich im spachteln auszuprobieren sind zwei grundverschiedene dinge.

    ich wünsche dir auf jeden fall das beste, ansatz und wille sind ja da und eine malende hausfrau biste ja nicht, dann hättest du ohnehin hier nur dumme kommentare erhalten :)

    eine versierte galerie wird den weg erkennen, den der künstler gehen wird oder will. vielleicht auch irgendwann den deinen. ich wünsche es dir.
  • Toni Köhler-Terz
    Toni Köhler-Terz
    da hast du recht. ich sehe eben zur Zeit keinen Weg zu einem Galeristen und betreibe das auch nicht. Und ja, ich sehe auch, dass das gute Bilder sind, die du da malst. Aber Stlistik ist so eine Sache. Ich habe da meine Zweifel wenns dann um den Ausdruck geht. Mache mir das ja nicht einfach bei der Sache, wie ich was umsetze.

    Das mit einer Galerie scheitert doch in erster Linie an einem Komplex an Problemen. Es ist zum Beispiel für meinen Stadtort sinnfrei, dort mit anderen eine Produzentengalerie zu eröffnen, Räume zu mieten etc, das wohne und arbeite ich viel zu weit weg von allem. Ich plane demnächst, falls es mit dem Umzug klappt, eine kleine eigene Ausstellungsmöglichkeit, aber ads ist noch Musik von Übermorgen. Und selbst da wäre es ein mehr als großer Zufall, wenn sich dorthin ein Galerist verirren würde. Ansonsten bleibt doch nur der Weg sich über solche Sachen zu präsentieren.
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