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  • Ausbildung Kunsthandwerk, Kunststudium, Zukunft?

  • Lux
    Lux Ausbildung Kunsthandwerk, Kunststudium, Zukunft?
    Meine schulische Laufbahn neigt sich dem Ende zu und ich muss mich entscheiden, was ich nach der Schule machen möchte(nächstes Jahr Abitur).

    Ich würde gern freie Kunst studieren, hatte zwischendurch noch den Gedanken, eine Ausbildung beim Goldschmied zu machen oder mir den Beruf des Restaurators anzusehen, vielleicht ein Praktikum zu machen, wie ich es schon beim Goldschmied gemacht habe.

    Ursprünglich wäre ich gerne an die "Bildkunst Akademie" in Hamburg gegangen, die sich vor allem auf Illustration konzentriert, aber viel zu teuer ist - für Bafög komme ich leider nicht in Frage.

    Meine Eltern sind nicht besonders begeistert von diesem Plan, da ein reines Kunststudium noch keine großen Aussichten hat und ich nicht auf Lehramt studieren möchte. Ginge es nach meinen Eltern, würde ich ohnehin erstmal eine Ausbildung zum Hörgeräteakustiker machen und das dann studieren, um schließlich doch als Lehrer oder in einem Betrieb oder sogar in der Industrie bei den größeren Firmen zu arbeiten - selbst, wenn ich das Kunststudium dazwischen schieben würde.
    Eine zeitlang habe ich das auch in Betracht gezogen (In die Industrie oder ins Ausland, um diese Branche vor allem in Ländern hochzuziehen, wo sie noch kaum verbreitet ist) aber diese Pläne habe ich auch schon längst wieder über Bord geworfen.

    Studiere ich Kunst, könnte ich auch noch was mit Design machen, aber das steht im Moment noch in den Sternen. Meine Eltern möchten, dass ich vorher wenigstens eine Ausbildung im Bereich Kunsthandwerk mache (dann würde ich mich für Goldschmied entscheiden), was ich von mir aus auch schon überlegt habe oder ein fsj Kultur im Theater, bei einer Zeitung, in einem Museum und noch eine Möglichkeit wäre, ein längeres Praktikum - zum Beispiel im Bereich der Restauration, was man ja eigentlich auch studiert.

    Ich stehe vollkommen auf dem Schlauch. Ich würde so gern was in Richtung Kunst machen und mich da auch "richtig" und intensiv weiterentwickeln und muss mir immer nur anhören, was ich denn damit will und dass ich nichts verdienen werde und die aussichten viel zu schlecht sind. Ich habe mich schon mit einigen darüber unterhalten, weiß auch, dass diese "aussichten" nicht gerade rosig sind/sein können. Nur würde ich diesen Weg einschlagen (Ausbildung und Studium), würde ich noch 9 bis 10 Jahre nach der Schule weiterlernen und in dieser Zeit vielleicht auch noch ganz andere Perspektiven bekommen..

    Hier gibt es doch einige freie Künstler in diesem Forum? Welchen Weg habt ihr 'ganz am anfang' eingeschlagen, wie lebt ihr davon, arbeitet ihr noch nebenbei?

    Und hat vielleicht irgendjemand noch eine Idee, irgendwelche Anregungen zudem, was ich geschrieben habe?

    liebe Grüße.
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  • Stab aus Basel
    Stab aus Basel
    Also ich würde, wenn ich jung wäre überlegen, wie ich Kunst, Design und die täglichen Brötchen unter einen Hut bekommen könnte.

    Ein Lehrberuf mit künstlerischen Einflüssen wäre bestimmt kein schlechter Einstieg.

    Wenn ich Du wäre, würde ich mir nach dem Abi ein Jahr Auszeit gönnen und in verschiedene Sachen reinschnuppern wie z.B.

    🔗

    Wenn mir das gefallen hätte, würde ich dort mal anfragen, welche Voraussetzungen man benötigt um solch einen Designberuf ausüben zu können.

    Oder wie wäre es mit einer Ausbildung zum Steinmetz?
    Gestorben wird immer und nebenbei kannst Du Skulpturen auf künstlerischem Niveau herstellen.


    Momentan sind wohl auch im Kunstbetrieb in Münchenstein Lehrstellen ausgeschrieben. Dies habe ich vergangene Woche im Internet gesehen.
    Dort kann man lernen und die Kunst geniessen


    http://www.kunstbetrieb.ch/?nav=1&lang=d

    Links ist Peter Gerber, der Metallgiesser. Ein toller Typ der wirklich etwas kann!

    Jetzt hab ich alles aufgeschrieben, was ich machen würde, wenn ich 18 Jahre alt wäre und mein Abitur in der Tasche hätte.


    Viel Glück bei der Lebensplanung
    Gruss aus Basel vom Stab
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  • Lux
    Lux
    Vielen Dank.

    Ersteres mit dem Workshops fand ich sehr interessant. da wäre vielleicht auch etwas mit einem auslandsjahr oder einem fsj zu machen.. aber da muss ich mich dann noch genauer informieren.
    diese workshops kosten ja leider auch entsprechend und würde ich ein Jahr lang nur soetwas machen, das könnte ziemlich teuer bis unbezahlbar werden ;)
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  • herzknochen
    herzknochen
    Du kannst auch, ohne etwas in der Richtung studiert zu haben, freiberuflicher Illustrator werden, wenn Du am Ball bleibst und viel übst.

    Hier sind ein paar Beispiele für Illustration. Zeichner auf diesem Niveau sind relativ selten und gefragt:

    http://orig06.deviantart.net/adba/f/2009/302/5/4/54ffe6836d5d688a85fa94a6f4babef8.jpg

    http://orig11.deviantart.net/494d/f/2008/099/f/b/fb0f158516ab0b54.jpg

    http://orig04.deviantart.net/a0d9/f/2008/355/f/a/fab8a3b750f2b747dd10d96172271128.jpg

    http://img01.deviantart.net/69cc/i/2009/220/b/d/proposal_by_tamasgaspar.jpg

    http://orig08.deviantart.net/2726/f/2009/218/0/a/twitter_noise_by_quasimanga.jpg

    http://orig14.deviantart.net/8a8f/f/2009/204/6/5/kitchen_by_zain7.jpg

    (Allerdings musst Du nicht unbedingt digital malen/zeichnen. Es kommt auf die Qualität Deiner Arbeiten an, und auf Deinen "eigenen Stil", nicht auf das Medium)

    Im Jahrbuch der Society of Illustrators (erhältlich bei Amazon) findest Du noch mehr Beispiele. :)
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  • siku Kulturelles Jahr
    Es gibt noch die Möglichkeit, ein "Kulturelles Jahr" zu absolvieren.
    Dabei erhalten junge Erwachsene die Möglichkeit sich in verschiedenen öffentlichen Kulturstätten (z.B. Museeum mit Restaurationswerkstatt)einen beruflichen Eindruck zu verschaffen.
    Suche bei google: "Kulturelles Jahr" + die Stadt deiner Wahl
    Da Du Hamburg erwähntest, dort gibt es diese Möglichkeiten.

    Viel Erfolg bei der Berufsfindung. "freie Künstler" haben ganz unterschiedliche Berufseinstiege hinter sich. Eine Ausbildung ist immer von Vorteil, und wenn es nur für die spätere Vita ist.
  • Lux
    Lux
    Vielen Dank, Herzknochen für die Links. Nach dem Buch werde ich mich mal erkundigen. "Einfach so" in diese Branche einzusteigen, würde ich mir glaube ich nicht zutrauen, da ich mich da auch so gut wie gar nicht auskenne.. klar, jeder Anfang ist schwer und mit sehr sehr viel Arbeit/am Ball bleiben verbunden, aber mindestens eine Ausbildung würde ich machen wollen.. Im Moment steht das Studium auch noch in den Sternen.. erst mal in die 13. Klasse kommen, dann das Abi schaffen, der Schnitt zählt für ein Kunststudium ja glücklicherweise kaum.

    @siku: Über ein kulturelles Jahr habe ich auch schon nachgedacht. Da gäbe es vielleicht die Möglichkeit im Theater oder in einem Museum, vielleicht sogar bei einem Zeitschriftenverlag, der Zeitschriften/Zeitungen über Kunst/Kultur rausbringt.. da werd ich mich mal informieren.
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  • reklawpeels
    mach doch erstmal dein abi und versuch nebenbei eine mappe zusammenzustellen, kulturelles jahr ist auch nicht schlecht, nach der "sturm und drang" phase klären sich viele sachen mit der zeit von allein. zwischen 16-19 war kunst das allerletzte was mich interessiert hatte, ich habe in der zeit auch nicht gemalt oder gezeichnet, obwohl ich als kind kaum was anderes gemacht habe. mit 20 stand der entschluss künstler zu werden unumstösslich fest.
  • Lux
    Lux
    zum kulturellen Jahr tendiere ich im Moment auch am meisten, denk ich.
    In den Sommerferien hätte ich zwar viel Zeit, aber danach bricht langsam die Phase an, wo ich mich nur noch auf die entsprechenden Fächer konzentrieren muss - wie auch immer das funktionieren soll. In einem kulturellen Jahr hätte ich dann vielleicht etwas mehr Zeit für eine Mappe. Aber das wird sich zeigen. Es ist schrecklich, wie meine Eltern mir im Nacken sitzen. Meine Mutter droht mir damit, mir irgendeine Ausbildung ranzuholen und mich z.B. in einen Hörgerätebetrieb oder irgendeinen kaufmännischen zu stecken, wenn ich nicht endlich eine Entscheidung fälle. Klar, dass sie mit damit helfen möchte bzw. Angst hat, ich könnte in Hartz4 reinrutschen oder mein Leben einfach nicht auf die Reihe bekommen aber letztendlich sollte es ja meine Entscheidung sein.
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  • reklawpeels
    mit einem abitur in der tasche landet man nicht so schnell bei hartzIV. und wenn man dann auch noch einigermaßen lesen und schreiben kann und auch sonst nicht auf den kopf gefallen ist, steht einer rosigen zukunft eigentlich nichts im wege. zumal jetzt verstärkt geburtenschwache jahrgänge kommen mit über 20%-gem anteil an schulversagern pro jahr. ich denke in fünf jahren werden in jedem beruf, wo man früh aufstehn und irgendwas können muss, händeringend fachkräfte gesucht. ausser im kunstbetrieb natürlich. ich würde es mir an deiner stelle genau überlegen, ob ich da einsteige. ich hatte damals nichts zu verlieren, ich war ein niemand in diesem land und durch meine geografische herkunft auch einen lebensstandard gewohnt, verglichen mit dem hartzIV purer luxus ist. ich wollte nicht mein leben lang auf dem bau oder in einer fabrik malochen, um mit mitte 50 wegen kaputtem rücken wieder auf die straße gesetzt zu werden, und früh aufstehen war eh nie mein ding. ich hatte also einige gute gründe künstler zu werden, würde es aber niemandem weiterempfehlen.
    aber wenn du unbedingt willst, wird dich keiner davon abhalten können.
  • Lux
    Lux
    Das ist das Problem.. ich weiß es nicht. Einerseits ja, andererseits nein und wenn man es will sollte man doch eigentlich mit herz und blut dafür sein, ohne Zweifel?
    Meine Meinung ist gespalten, ich kann mich auch nicht viel mit meinen Eltern darüber austauschen, da sie nicht besonders viel davon halten. Meine beste Freundin ist dafür, redet mir immer gut zu und so schwankt es (sehr) stark. Ich weiß selbst nicht was ich will, such eigentlich noch.
    Im Moment - muss ich zugeben - tröste ich mich damit hinüber weg, dass das Studium (Master und Bachelor) ungefähr 5 bis 6 Jahre dauern würde und ich bis dahin meine "Berufung" schon erkennen würde.. Ich habe mich mal mit dem ehemaligen Kunstlehrer meines Vaters unterhalten, der mir von dem "Künstlerberuf" auch stark abgeraten hat. Wir haben sehr viel darüber diskutiert und mir ist klar, wie schwer das ist, dort Fuß zu fassen.
    Nun ja, wenn man sich wirklich reinhängt KÖNNTE es vielleicht etwas werden aber ich selbst bin mir einfach noch nicht sicher - und wie du gesagt hast sleepwalker, in dieser Zeit von 16 bis 19 oder 20, kann sich noch soviel tun. Im Moment ist es ein einziger Slalomlauf, in dem ich zwischen der Meinung meiner Eltern und meiner Freunde hin und herlaufe, was gerade nicht sein sollte. Ich lege viel Wert auf die Meinung anderer, aber manchmal auch einfach zuviel, dass ich mich viel zu schnell verunsichern lasse. Kunst ist etwas unglaublich schönes und umso schöner wäre es, es tagtäglich ausleben zu können, sich intenisiv weiterzubilden. Auch wenn es mir extrem wichtig ist zu zeichnen oder zu malen.. manchmal komm ich mir selbst vor, als würde ich dadrin eine Zuflucht finden, weil mich die "typischen" Berufe, z.B. im kaufmännischen Bereich, im Gesundheitswesen oder Lehrer nicht interessieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dort meine "Bestimmung" zu finden.
    Also noch mal kurz gesagt: Meine Meinung ist durch die Meinung anderer gespalten, ich liebe Kunst, weiß aber nicht, inwiefern es wirklich das ist, was ich machen möchte, da ich nach diversen Praktika auch einige Ausbildungen/Berufe schon ausschließen kann.
    Schrecklich dieser Entscheidungsdruck.. aber leider notwendig.
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  • reklawpeels
    hm, ich überlege mir gerade was meine ehemaligen kommilitonen gemacht haben, bevor sie sich für ein kunststudium entschieden. einer hat glaube ich bei peek&cloppenburg einzelhandelskaufmann gelernt, sonst hatten wir noch eine fachinformatikerin, tischler, leuchtreklamehersteller, zahntechniker eine fotolaborantin usw. einige professoren sehen es auch gerne, wenn man vorher schon eine ausbildung absolviert hat, weil sie 19-jährige schulabgänger noch für zu unreif für ein kunststudium halten und ihre ca. 10-15 studienplätze pro jahr und fach nicht an leute vergeben möchten, die sich noch gar nicht sicher sind, was sie wollen.

    bei design sieht es so ähnlich aus, nur das da eine vorher wohlüberlegte ausbildung in die richtige richtung sich durchaus auszahlen könnte zb: schneider - mode/kostümdesigner, tischler - produktdesign/bühnenbild, mediengestalter - kommunikationsdesign. man lernt da einfach handwerkliche fähigkeiten, die man oft von anfang an braucht, weil man von den profs. direkt ins kalte wasser geworfen wird, und schon im ersten sem. dinge machen muss, die man in der schule nie gelernt hat.

    es gibt natürlich neben der kunst noch andere studiengänge die irgendwie damit zu tun haben. ich denke da zb. an "kulturwissenschaften und ästhetische praxis" der uni hildesheim, wo man neben kunstwissenschaft sich im kreativen schreiben und diversen künstlerischen techniken austoben kann, allerdings haben sie neben einer aufnahmeprüfung noch einen nc. wie hoch der ist, weiß ich leider nicht.

    dass deine eltern so vehement gegen deine überlegungen kunst zu studieren sind, beweist nur, dass sie dich wirklich lieben und deine zukunft nicht auf die leichte schulter nehmen. noch mehr würden sie ihre liebe beweisen, wenn sie nach deiner entscheidung es doch zu tun, nach einigem kopfschütteln und gemecker, dich genauso vehement dabei unterstützen. (so ungefähr war das bei mir)

    manchmal sieht man von lauter bäumen den wald nicht, die bäume sind die gedanken die du dir ständig machst, nur dummköpfe machen sich gedanken, kluge leute setzen sich hin und fangen an zu denken.;) und dann machen sie eins nach dem anderen. für dich heisst es erst mal das abi schaffen. nebenbei kümmerst du dich um ein freiwilliges kulturelles jahr. man sollte beizeiten damit anfangen, um in einer ordentlichen institution zu landen, wo man was lernt und nicht in einem saftladen, wo man die ganze zeit nur für den kurator kafee kochen und vegetarische sandwiches besorgen muss. und schon hast du noch ein jahr für dich gewonnen, und siehst hinterher vielleicht alles etwas klarer.
  • k-ztul .
    hey finde zwei drei arbeiten in dienen Portfolio gar nicht verkehrt!
    Den besten Vorlag den ich jetzt hier gelesen habe und ihn dir direkt noch mal mach, ist;"Nimm dir Zeit!"
    ein Jahr nach dem Abi, mal Rum schnuppern hat noch keinem geschadet, und falls du wirklich in den Bereich Freie Kunst willst ist zeit so wie so das aller wichtigste.

    Vor allem Mach das Was dir gefällt und hör nicht zu sehr aufs Geld!
    MFG LU
  • JoernBudesheim
    JoernBudesheim
    Also ich würde, wenn ich jung wäre überlegen, wie ich Kunst, Design und die täglichen Brötchen unter einen Hut bekommen könnte.

    Echt? Gerade wenn man jung ist, kann man diese Überlegung doch bei Seite lassen ...
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