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  • Begriffe, die blind machen (ziemlich frei nach Kant)

  • JoernBudesheim
    JoernBudesheim Begriffe, die blind machen (ziemlich frei nach Kant)
    Anschauungen, die in Begriffe einrasten, sind blind.
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  • ncm
    Zum Vergleich das Originalzitat aus Kritik der reinen Vernunft von Kant:
    "Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind."

    Und ich finde, dass Paradoxa oft kein Problem in der Sache, sondern ein Problem (Ungenauigkeit) in der Formulierung sind.
  • JoernBudesheim
    JoernBudesheim
    Paradoxa? Wieso Paradoxa? Weil die Anschauungen blind genannt werden?
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  • ncm
    Nimm meinetwegen auch ein anderes Wort - der Witz ist ja gerade, dass (nur) die Worte das Problem sind, und das eigentliche Problem eigentlich gar kein Problem ist ;-)
    Und ja (auch), oder was wolltest Du uns mit der Sprachspielerei sagen?
  • JoernBudesheim
    JoernBudesheim
    Nein, es geht nicht um ein Problem, welches bloß durch Worte geschaffen wird und dann durch ein saubere Analyse aus der Welt geschaffen werden könnte.

    Es geht darum, dass das Sehen, wenn es in Begriffen einhakt oder einrastet nicht zum "sehenden Sehen" kommt, wie man das manchmal nennt. Die Sache wird dann als "bekannt" verbucht und damit ist die Chose (was das "sehende Sehen" angeht) dann erledigt. Verständlicher?
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  • ncm
    Das geht dann in Richtung Vorurteil.
  • JoernBudesheim
    JoernBudesheim
    Kommt drauf an, was du unter Vorurteil verstehst.

    Wesentlich geht es in den paar Worten zu Beginn um Sehen, das von Begriffen ergriffen ist :-) Zumeist ist das wohl ziemlich lebensdienlich (wie Vorurteile ja auch) aber manchmal verstellt man sich so halt den Blick ...
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  • Robert Wolter
    Robert Wolter
    Kann denn eine Anschauung nicht in Begriffe einrasten? Wenn ja, bitte ein Bsp. nennen.
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  • JoernBudesheim
    JoernBudesheim
    Ich hoffe ja doch, dass das bei der Betrachtung von Kunstwerken hin und wieder Fall ist :-)
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  • Robert Wolter
    Robert Wolter
    Ich hoffe ja doch, dass das bei der Betrachtung von Kunstwerken hin und wieder Fall ist :-)


    Setzt du dabei "Anschauung" mit "Betrachtung" gleich? Ich sehe hier ein Problem bei der klaren Definition der verwendeten Begriffe.
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  • JoernBudesheim
    JoernBudesheim
    Wir brauchen gar nichts definieren. Wir müssen nur reden und versuchen zu einander verstehen, dann klappt das schon :-)
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  • Robert Wolter
    Robert Wolter
    Nehmen wir als Bsp. die "Weltanschauung". Diese ist ein eingerasteter Begriff, aber warum sollte diese blind sein?
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  • JoernBudesheim
    JoernBudesheim
    Und du meinst, ich meine Weltanschauung? Mein Beispiel war dies: Betrachtung von Kunstwerken.
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  • Robert Wolter
    Robert Wolter
    Mir scheint, das endet hier einmal mehr in Sophisterei ;)

    Gut, zurück zum Kunstwerk: Ich betrachte ein Kunstwerk und denke mir etwas dabei. Worin genau könnte denn dann der Prozess des Einrastens in einen Begriff bestehen? Z.B. indem ich das Werk einer bestimmten Kunstrichtung zuordne?
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  • JoernBudesheim
    JoernBudesheim
    Mir scheint, das endet hier einmal mehr in Sophisterei ;)

    Du hast recht. Jetzt mag ich deswegen auch nicht mehr.
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  • ananaBannaH
    Schade.
    Ich hätte gerne was gesagt hierzu.
    Ach, ich mach es einfach:)
    Ich habe keinen blassen Schimmer, ob dieses hier


    Stabheuschrecke

    mit dem Thema hier zu tun hat, und ob meine Gedanken was mit dem Thema hier zu tun haben, aber da war für mich sehen ohne Worte. Ich fühlte mich dem Bild sehr nahe, genoß einfach nur seine Schönheit, verfolgte die Farben, Flächen, Linien nicht einzeln, sondern nahm das ganze Bild mit den Augen wahr, wie mit der Nase den Geruch einer fremden Blume, oder mit den Ohren den Klang einer namenlosen Melodie.

    Das Bild begann, mir sein Geheimnis zu verraten.

    Bis zu dem Moment, als ich den Titel und die Kommentare las. Stabheuschrecke. Es drängten sich Begriffe zwischen uns, und sie ließen sich nicht mehr ausblenden. Die Linien könnten dies sein, sie könnten das sein, und mein Kopf begann, auch nach Erklärungen zu suchen. Aber wozu. Sie können doch auch einfach nur weiter Teil der vollkommenen momentanen Richtigkeit sein. Aber das geht leider nicht mehr.
  • JoernBudesheim
    JoernBudesheim
    Ja, das kann ich nachvollziehen. Allerdings muss einen ein Titel einen nicht in den Bann schlagen :-) er kann auch einfach ein weiteres Element des Ganzen sein, so wie eine Linie oder ein Farbfleck, finde ich.
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  • ananaBannaH
    Lange habe ich gebraucht, hier nochmal zu antworten. Weil ich es versucht habe. Den Titel als Element des Ganzen zu sehen. Und kläglich gescheitert bin. Ich kann das Bild nicht verschieden sehen (verstehen?), auf neue Weise sehen, wenn ich den Titel (aus dem Beispiel) einbinde.
    Ich kann versuchen, so zu tun, als sei Stabheuschrecke ein Wort in feuerländisch oder so;) in einer Sprache, die ich noch nie gehört habe und nicht verstehe. Das Wort also einfach bei der Betrachtung des Bildes außer Acht lasse. Stände allerdings ein Titel wirklich in einer fremden Sprache da, hätte ich wieder dieses Gefühl des Unbekannten, des Entdecken wollens. Nein, das stimmt nicht, ich habe dieses Gefühl auch MIT dem Titel und der Frage, wie das alles zusammengehört. Aber ich höre keine Antwort darauf, weil mich das schon Bekannte hindert. Ich kann nicht so tun, als sei das Wort Stabheuschrecke etwas, das ich erst einmal nicht "benenne", sondern nur wahrnehme wie eine Linie. ich kann nicht so tun, als sei das Wort Stabheuschrecke etwas, das ich völlig neu entdecke, mit neuen Augen sehe, oder mit neuen Gedanken versehe, es gelingt mir nicht. Die Verbindung zu dem, was dieses Wort mir sagt, ist immer da. (Insekt, daß u.a. tagsüber nur schwer zu entdecken ist;)) Oder auch die Verbindung nur zu Teilen des Wortes, Stab, Heu, Schreck, e :D
    Das ist doch "schreck"lich, zum "heu"len, diese "Stab"ilität im Gehirn, wie kann man die nur loswerden?
    Vielleicht sollte ich mir das Bild nur nachts ansehen.

    Anschauungen, die in Begriffe einrasten, sind blind.

    Geht es denn überhaupt anders?

    Verdichtet sich nicht auch irgendwann eine Linie, ein Farbklecks, zu einem Gedanken, und kann das dann nicht letztlich nur ein Gedanke sein, den man sich auch nur aus Begriffen bildet, die man schon kennt?

    Was für ein Geschwafel, Entschuldigung :)
  • tsivobretni huhu HannaBanana
    bitte entschuldigen Sie sich nicht !
    fand gerad eben Ihr geschwafel.
    saughut !

    wünsche Ihnen eine angenehme traumpachtstille stelle oder ställe.
    mhg kg
    bovist
    :)
  • JoernBudesheim
    JoernBudesheim
    Lange habe ich gebraucht, hier nochmal zu antworten.


    Danke für die Antwort! In den nächsten Tagen werde ich mich dazu noch mal melden ...

    Grüße Jörn
    Signatur
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