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  • welche bilder braucht die welt?

  • dieterbruhns
    dieterbruhns welche bilder braucht die welt?
    ...immer auf der spur nach relevanten themen und
    adäquater künstlerischer technik such und finde ich tagtäglich
    neues futter für mein ego.
    da kam mir der gedanke, ob nicht auch der rest
    der welt einen anspruch darauf haben sollte, was und wie ein künstler
    so produziert.
    muss ich also die welt befragen?
    als verantwortlich denkender sensibler mensch, in einem weiten, kulturell
    wirksamen bereich tätig, ist doch aber gerade für mich spürbar, welcher bedarf
    an themen und arbeitsweise hinreichend gedeckt und wo ausgesprochen
    dürftig thematisiert und formalisiert/technisiert wird...
    so brauche ich ja eigentlich den rest der welt nicht nach seinem anspruch
    zu befragen!
    ich wünsche mir ehrlich, das eine dikussion über diese beiden positionen
    erforderlich, sinnvoll, mit humor möglich, unterhaltsam, vielleicht sogar
    spannend sein kann...
    also was denkt ihr darüber?
    gruß
    dieter ;-)
    Signatur
  • 7002sus
    ok.das ist ein ziemlich kompliziertes thema,aber ich denke du kannst auch themen auf papier malen bzw. zeichnen,deren bedarf in der gesellschaft schon längst gedeckt ist.damit meine ich,dass jeder ein thema anders aufasst und verarbeitet.ich denke da gerade an das ewige thema "drogen" (z.b. bei uns in der schule).es wird immer wieder aufgespießt und durchgekaut.mir reichts-also mein bedarf is gedeckt.weil ja nun wirklich jeder weiß,was drogen verursachen.aber,wenn du als künstler dieses thema verarbeitest,kann es durchaus so verarbeitet sein,dass es mich anspricht und ich das thema aus einem anderen blickwinkel sehe...is verwirrend was ich hier schreib,aber ich denke du weißt,worauf ich hinaus will!
  • Britta Filipiak
    Britta Filipiak
    Z.Zt. unterscheide ich da 2 Perspektiven:
    a) welches Bild brauche ich, als Schaffende?
    b) welches Bild brauchen die anderen?

    Ich glaube, dass ich meine Werke noch mehr brauche als die anderen. Denn da entsteht etwas durch meine Hand, durch mein Sehen, Fühlen, Denken (oder anders herum ;-) ). Wenn ein Bild entsteht, dann bewegt es mich, wenn es das nicht tut, dann male ich es nicht - ich muss schließlich nicht davon leben... Insofern bewegt sich in der Folge auch etwas in meiner Umgebung. Ich gebe also grade Antwort auf beide Fragen. :-))
    Ich gebe mich keinen Illusionen hin: meine Bilder braucht niemand, wer sich an meinen Werken erfreut (oder was auch immer), der kann jedes andere Werk hernehmen und sich auch daran freuen oder meinetwegen auch ereifern. Ich sehe es eher als Glücksfall, wenn jemand ein Werk "braucht", das ein anderer gemacht hat. Was würde dieses "brauchen" denn auch beinhalten?:
    Wenn ich dieses Bild sehe, dann:
    - freue ich mich an den Farben, Form, ...
    - habe ich eine Erkenntnis, eine neue Perspektive ...
    - fühle ich mich aufgerüttelt: Ich muss etwas tun
    - komme ich zur Ruhe ...
    ...
    Alles sehr persönliche Aussagen. Weiter will ich nicht gehen mit der Bedeutung von Werken.
    Über die Provokation durch Kunstobjekte sollen sich andere streiten.

    Soweit
    Britta
    P.S.: Habe das Wort Kunst in diesem Beitrag bewußt vermieden.
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  • lisa
    lisa
    Welche Bilder braucht die Welt? Da muß ich doch mal fragen, braucht die Welt überhaupt Bilder? Wäre es nicht mal an der Zeit, die Bilderflut einzudämmen, damit die Welt sich auf sich selbst besinnen kann?
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  • traciteop
    die Welt braucht Bilder - aber müssen das unbedingt meine sein?

    ich brauche die tätigkeit - das malen
    LG
    poeticart
  • dieterbruhns
    dieterbruhns
    ...hab ich jetzt schon viel gelernt aus euren beiträgen:
    @sus2007, ich steh
    also nicht allein da, wenn ich mich beim beim schreiben zu diesen beiden
    positionen verheddere...
    @fili2005, britta du hast einen starken ego. die welt braucht auf alle fälle dich
    und deine bilder (im ernst!)
    @lisi, du bist grausam: was wäre eine welt ohne bilder? aufgeschmissen,
    besinnungslos!
    bilder haben, wissenschaftlich belegt, einen erheblich höheren informationsgehalt
    als worte bei gleicher wahrnehmungseinheit pro quadratzentimeter.
    die informationsarmut wäre nicht auszudenken. denk auch an den verlust der
    arbeitsplätze und die wirtschaftsstagnation. vor allem aber denk an mich!
    ich sterbe in einer welt ohne bilder! hab ich mir doch schon den himmel voller
    bilder gehängt...
    @poeticart, gegen broterwerb ist nichts einzuwenden. ob es deine bilder sein
    sollen, könnten, dürfen, mögen, werden, würden...müssen, liegt nur an dir.
    danke für eure kostbare zeit...
    ich wünsch mir und euch eine sinnvolle arbeit...
    gruß
    dieter ;-)
    Signatur
  • lisa
    lisa
    So so, ich bin also grausam *grins*.

    Und was ist mit den Grausamkeiten, die über Bilder vermittelt werden?

    Trauer, Angst, Zorn, Schmerz, wer interessiert sich denn schon dafür, wenn es nicht gleichzeitig eine Menge Fleisch und Blut zu sehen gibt?

    Der Informationsgehalt von Bildern ist hoch, aber wie hoch ist der Promille-Anteil der Bevölkerung, der die Informationen wahrnimmt?

    Ich frag mich lieber, welches Bild ein einzelner Mensch wohl brauchen könnte.
    Signatur
  • dieterbruhns
    dieterbruhns
    ...um hier gleich mal eine wegbiegung zu beschreiten und deiner enorm
    einfühlsamen frage für mich selbst nachzugehen,@lisa,
    hab ich mal geschnüffelt und mich in einer ecke mit m.e.
    wichtigen bildern umgesehen. was ich dabei entdeckt habe, ist aufregend:
    ich wusste ja nicht, dass eine perspektive, sichtweise so anders, sicher für
    manche falsch, aber so bedeutungsvoll sein kann...die sonne, also das licht
    an meiner seite zu wissen, besonders in dieser griesegrauen jahreszeit, diese
    perspektive in einem guten bild zu sehen, da wäre für mich ein bedarf.
    da ich aber sonnenuntergänge in bildform als sujet "ausgelutscht" finde, wars für
    mich bisher immer finster. das hier könnt ich brauchen:



    liebe grüße

    dieter ;-)
    Signatur
  • Britta Filipiak
    Britta Filipiak
    Lisa: ich glaub, bewegte Bilder und von denen sprichst Du wohl hauptsächlich, bewegen mich nur für den Moment. Ob mich ein Bild bewegt, lässt sich gut daran messen, wie lange ich davor verweile. - Äußerlich betrachtet also das Gegenteil von Bewegung.

    Ergo: ich brauch Bilder, die mich bewegen.
    Britta
    Signatur
  • kobold
    kobold
    So so, ich bin also grausam *grins*.

    Und was ist mit den Grausamkeiten, die über Bilder vermittelt werden?

    Trauer, Angst, Zorn, Schmerz, wer interessiert sich denn schon dafür, wenn es nicht gleichzeitig eine Menge Fleisch und Blut zu sehen gibt?

    Der Informationsgehalt von Bildern ist hoch, aber wie hoch ist der Promille-Anteil der Bevölkerung, der die Informationen wahrnimmt?

    Ich frag mich lieber, welches Bild ein einzelner Mensch wohl brauchen könnte.



    Hallo Lisa, da sprichst du mir aus dem Herzen. Wenn "normale" Bilder hier im Forum gezeigt werden, interessiert sich kein Mensch dafür.Wenn ne Menge Grausamkeit gezeigt wird,dann beteiligen sich fast alle an der Diskussion. Ich male auch in erster Linie für mich, weil ich Spaß daran habe. Alles andere kommt oder kommt nicht. Wie alles in der Welt gibt es auch Bildern einen enormen Überschuß den keiner braucht.
    Petra
  • lisa
    lisa
    @Britta...bei meinen Gedanken hatte ich nicht hauptsächlich bewegte Bilder im Kopf. Ich habe das pauschal auf alle Bereiche bezogen, auch auf die Bilder, die z.B. hier gezeigt werden.

    Alle Bilder/Themen, die sich zwischen den beiden Polen "wundervoll" und "grauenvoll" befinden, braucht die Welt nicht, bzw. will sie nicht.
    Signatur
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