KunstNet nutzt Cookies. Details.
  • Was zeichnet ein gutes Aquarell aus?

  • Frank Koebsch
    Frank Koebsch Was zeichnet ein gutes Aquarell aus?
    Diese Frage spülte Google an meinen Blog und ich habe mir so meine Gedanken gemacht.

    Nun ich habe mir die am meisten angeklickten Aquarelle in kunstnet http://frankkoebsch.wordpress.com/2010/09/04/was-sind-meine-besten-aquarelle-%E2%80%93-teil-1/ und in Artoffer http://frankkoebsch.wordpress.com/2010/09/06/was-sind-meine-besten-aquarelle-%E2%80%93-teil-1-artoffer/ aufgelistet, um mich dieser Frage zu nähern, denn die Aussagen von Andreas Mattern, Bernhard Vogel, Roland Haas und Heinz Schweizer http://frankkoebsch.wordpress.com/2010/08/31/was-zeichnet-ein-gutes-aquarell-aus/passten irgendwie nicht zu mir. Ich bin nicht der spontane Aquarellist, der Nass in Nass seine Motive aufs Papier zaubert. Viele meiner Aquarelle, die ich mag, sind aus einer „intensiveren“ Auseinandersetzung mit einem Thema entstanden. Also versuche ich es mal mit folgender Aussage:

    Wenn aus meinen Vorstellungen auf dem Untergrund bewusst gesetzte Lasuren und zu fällige Farbverläufe sich so ergänzen, dass ich es schaffe die Stimmung, das besondere Flair eines Motivs und die wichtigen Formen einzufangen, dann kann ein gutes Aquarell entstehen.

    Hier ergänzen sich für mich Vorarbeit wie das Fotografieren, vorzeichnungen und das Skizzieren mit den Möglichkeiten des Aquarells auf dem Papier in dem Moment des Malens.

    Die folgenden Aquarelle sind aus meiner Sicht gelungen ;-)

    https://frankkoebsch.files.wordpress.com/2009/11/die-ersten-bluten-der-magnolie-k.jpg

    https://frankkoebsch.files.wordpress.com/2010/01/mockelhaus-k.jpg

    https://frankkoebsch.files.wordpress.com/2009/10/schlepper-im-besonderen-licht-k.jpg

    https://frankkoebsch.files.wordpress.com/2010/01/mohn-im-klostergarten-k.jpg

    Aber ich habe bestimmt zwanzig / dreißig Bilder, die ich besonders mag.

    Nun bin ich aber gespannt: Wie stehen Sie zu meiner Definition eines guten Aquarells und den gezeigten Bildern?
    Signatur
  • egroB
    - ein gutes aquarell, wie auch bilder anderer techniken, zeichnet aus, dass ausdruck durch form und farbe erreicht wird und dass ästhetik dem ausdruck nur dienen kann und nicht beherrschende gestaltungsabsicht ist...

    curt querner nora
  • Frank Koebsch
    Frank Koebsch
    Hallo Borge,

    danke für Deinen Beitrag. Ich kann mit dem ersten Teil deines Kommentares gut umgehen.

    - ein gutes aquarell, wie auch bilder anderer techniken, zeichnet aus, dass ausdruck durch form und farbe erreicht wird und dass ästhetik dem ausdruck nur dienen kann ...


    Bei dem zweiten Teil habe ich meine Probleme.

    ... dass ästhetik dem ausdruck nur dienen kann und nicht beherrschende gestaltungsabsicht ist...


    Klar ein Bild muss nicht schön, nicht lieblich aussehen. Aber warum nicht?
    Warum muss es so betont werden? ;-)

    Beste Grüße - Frank
    Signatur
  • Jetzt bei Amazon günstig Kunstbedarf kaufen.- Werbpartner -
  • efwe
    efwe
    @frank- wer sagt: darf nicht... -betont wird das "dienen"--
    Signatur
  • simulacra
    simulacra
    Eine gute Idee.
    Oder negativ formuliert: Wenn man eine schlechte Idee perfekt umsetzt, bleibt es trotzdem eine schlechte Idee.
    Signatur
  • grebreueF__lexA
    Die Fragestellung zu Deiner Untersuchung ist falsch. Sie müßte lauten: "Was zeichnet ein möglicherweise gutes Aquarell von Frank Koebsch aus?" Denn wenn wir mal ehrlich sind, es gibt auch noch ein paar andere gelungene Aquarelle, ausser denen von Frank Koebsch. ;O) Das Gegenteil davon versuchst Du, ein bisschen pseudostatistisch verbrämt, zu suggerieren. Und das scheint mir auch der Sinn des Threads zu sein. Wie schon in Facebook. Laß doch einfach die Statistik weg und mach es wie Frau Haun, die mit ihren Befindlichkeiten und Herrn Matterns und Frau Niehoffs Lobhudeleien auch so täglich dutzende Facebookseiten füllt.
  • -emarap
    - ein gutes aquarell, wie auch bilder anderer techniken, zeichnet aus, dass ausdruck durch form und farbe erreicht wird und dass ästhetik dem ausdruck nur dienen kann und nicht beherrschende gestaltungsabsicht ist...



    Präzise formuliert. Wenn es nur darum ginge, Ästhetik zu zeigen, wäre es nicht mehr das, was Kunst ausmacht. Nämlich ein Transportmittel, bzw. ein Mittel der Kommunikation, zu sein zwischen Individuen, für etwas, was nicht so leicht oder gar nicht in Worte zu fassen ist. Bzw. Durch Verfremdung eine neue Sichtweise zu erzeugen.
  • Kristina Rausch
    Kristina Rausch
    Bei einem guten Aquarell ist es wie bei allen anderen Techniken auch. Die Persönlichkeit des Künstlers, also die Einzigartigkeit macht es zu einem guten Bild.
    Grundsätzlich lässt sich aber sagen, Aquarell zeichnet sich durch seine Experimetierfreudigkeit und seine Verspieltheit aus.
    Um so lebendiger, leuchtender und mutiger es wirkt desto mehr künstlerische Freiheit stahlt es aus.
    Aquarell ist eine experimetelle Technik um so mehr kann es dabei auf Zufall bassieren was es zu einem spannenden Malprozess macht.
  • egroB
    Bei einem guten Aquarell ist es wie bei allen anderen Techniken auch. Die Persönlichkeit des Künstlers, also die Einzigartigkeit macht es zu einem guten Bild.
    ...


    - als ich diese jahr auf usedom war, habe ich auch lüttenort besucht. im neuen anbau hinter dem tabu konnte man einen film anschauen, der 1982 gedreht wurde und otto niemeyer-holstein portraitierte. onh malte unter anderem immer wieder ein stück strand, im film sagt er, dass er das nun seit 48 jahren macht, dass es immer wieder neu ist, dass es immer wieder völlig offen ist, ob das bild gelingt oder das er am bild scheitert. er vergleicht im film seine malerei mit der arbeit des steineklopfens, wörtlich: ' es ist wie steineklopfen\'. er ist zur zeit des drehs 86 jahre.
    dann sieht man wie wald gerodet wird, für strandausbau oder so. weiß ich nicht mehr so genau. da steht er da im winter und sagt so ungefähr: dass es sehr schade ist mit diesen rodungen...aber als maler muss ich mich zurücknehmen und muss mich auf das blau der kleidung der waldarbeiter im ockrigen grau der landschaft konzentrieren, und fing mit seinen skizzen an...würde man ihn einordnen wollen, so doch eher zu den impressionisten...
    - so viel zur persönlichkeit und einzigartigkeit...legatta, das ist völliger humbug...jeder mensch ist einzigartig(genetischer fingerabdruck), jeder kann was kritzeln und sich künstler schimpfen, folgt man der logik deiner aussage, wäre jedes bild auch automatisch ein gutes bild, dem ist aber nicht so...
  • egroB
    ....

    Klar ein Bild muss nicht schön, nicht lieblich aussehen. Aber warum nicht?
    Warum muss es so betont werden? ;-)

    Beste Grüße - Frank


    - ja, es muss immer wieder betont werden, ein aquarell oder allgemein bild, wenn es nicht dekorationszwecke erfüllen soll, ist der bildenden kunst zuzuordnen...bildende kunst ist ausdruck durch form und raum und/oder form und farbe...bildende kunst kann auf dem gebiet der ästhetik niemals das leisten was dort design, architektur, raumgestaltung, dekoration usw. leisten können...natürlich kann so ein bild außerordentlich ästhetisch sein, wenn der ausdruck es erfordert...und bitte beachten dies meine ich nur für bildende kunst und nicht für kunst allgemein...
  • mualetu
    Ein gutes Aquarell muß m.E. einen Augenblick und die Stimmung dieses Augenblickes gut einfangen. Die detaillierte Beschäftigung damit im voraus, womöglich noch akkurates Vorzeichnen sind da absolut kontraproduktiv. In diesem Fall erhält man möglicherweise ein technisch perfektes Endergebnis, dem aber das besondere Etwas, dem der Tiefgang fehlt.
    Kurioserweise wird von Anfängern gerne mit dem Aquarellieren begonnen. Dabei halte ich es für eine der größten Herausforderungen überhaupt, wenn man einmal von billiger Effekthascherei ( zufällige intessante Farbverläufe usw.) absieht.
  • Kristina Rausch
    Kristina Rausch
    @ Borge:

    ich habe nicht gesagt das dies das einzige Kriterium eines guten Bildes ausmacht! Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt. Aber du musst trotzdem nicht gleich behaupten das es Humbuk wäre. Man hört ja immer wieder wie die Persönlichkeit eines Künstlers in seine Kunst hineinwirkt.
    Es kommt zum zweiten natürlich auf das Handwerk und die Technik an. Da gibt es gute und schlechte Ausführungen.
    Jeder Mensch ist an sich einzigartig, aber das meinte ich so nicht. Nicht jeder Mensch ist ein Künstler. Aber wenn ein Künster Autenzität ausstrahlt hat er Wiedererkennungswert.
  • grebreueF__lexA
    Wenn das Zitat von Picasso "Wenn ich wüßte, was Kunst ist, würde ich es keinem verraten" stimmt, scheint auch er es nicht gewußt zu haben. Wahrscheinlich dann auch nicht, was gute oder schlechte Kunst ist. Ich verstehe, dass akademische Künstler neben dem Handwerk auch einen (häufig vor allem rechtfertigenden) theoretischen Unterbau brauchen, aber dessen Dogmatik geht mir, ehrlich gesagt, ziemlich auf die Nerven. Warum läßt man es nicht einfach dabei, das jedes Deckelchen sein Töpfchen findet. Das Kinderbild erfreut Mama, Dilletantismus den Dilletanten, der Dekokitsch Tante Erna, und die Kunst mit "Ausdruck" oder "Message" die Intellektuellen und Kunstfetischisten. Ich für meinen Teil plädiere für eine gesunde Mischung, die sowohl den Künstler, als auch das Hirn ernährt. Ich versuche beides, so, wie man im "richtigen Leben" auch nicht nur Smalltalk macht oder nur geistreiche Diskussionen führt. Und ich blicke deshalb auf keinen herab, der "nur" Kätzchen malt und zu keinem auf, der Dinge auf die Leinwand wirft, über die ich mir tagelang das Gehirn zermartern kann, oder bei denen ich 6 Semester Kunstgeschichte studiert haben muß, um sie zu verstehen. Im Gegenteil, ich stehe denen mit, gelinde gesagt, großer Skepsis gegenüber, die sich mit ihrer Kunst nur einer Elite verständlich machen wollen. Das heißt, neben "gefallen" und "nicht gefallen", bleibt mir nur die handwerkliche Qualität als Maßstab. Ich hatte vorgestern auch schon zu einem Beitrag angesetzt, der darauf hinauslief, dass Franks Bilder zwar technisch hervorragend sind, aber wenig "Seele", oder mit Borges Worten "Ausdruck" haben. Aber ich bin mir nicht mehr sicher, ob es nicht Rezipienten gibt, bei denen die handwerliche Qualität mehr bewegt, als der Assoziationsspielraum anderer Bilder. Jeder verbindet andere Erfahrungen und Gefühle mit seinen eigenen Bildern im Hinterkopf und wird deshalb auch Anderes mit neuen Bildern verbinden. Dabei gibt es bestimmt viele Ähnlichkeiten oder auch Mehrheiten, aber einen Maßstab sollte man daraus lieber nicht zimmern.
  • reniek
    ...
  • egroB
    Wenn das Zitat von Picasso "Wenn ich wüßte, was Kunst ist, würde ich es keinem verraten" stimmt, scheint auch er es nicht gewußt zu haben. Wahrscheinlich dann auch nicht, was gute oder schlechte Kunst ist. Ich verstehe, dass akademische Künstler neben dem Handwerk auch einen (häufig vor allem rechtfertigenden) theoretischen Unterbau brauchen, aber dessen Dogmatik geht mir, ehrlich gesagt, ziemlich auf die Nerven. Warum läßt man es nicht einfach dabei, das jedes Deckelchen sein Töpfchen findet. Das Kinderbild erfreut Mama, Dilletantismus den Dilletanten, der Dekokitsch Tante Erna, und die Kunst mit "Ausdruck" oder "Message" die Intellektuellen und Kunstfetischisten. ...


    - dies ist genau eine der stellungnahmen, die immer wieder zum sinnlosen streit führen...sinnlos deshalb, weil mit begriffen und damit mit der eindeutigen abgrenzung des zu untersuchenden gegenstandes allzu lax umgegangen wird...streit kann auch produktiv sein...
    - ich habe oben extra geschrieben, dass von bildender kunst die rede sei...weiterhin schrieb ich, dass bildende kunst ausdruck durch form und farbe/raum ist(diese aussage kann nachvollzogen werden bei lothar fischer,zur kunst; programm der brücke, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Programm_der_Br%C3%BCcke.jpg&filetimestamp=20080628105643 , Baselitz, 'Warum das Bild "Die großen Freunde" ein gutes Bild ist!', a.r.penck...usw.)...daraus leitet sich alles andere ab...die aussagen bezogen sich keinesfalls auf kunst allgemein...es ging nirgends um eine allgemeingültige definition der kunst, wer sie aufstellen kann, der hats gut :), und es ging auch nicht um schlechte oder gute kunst, es ging darum, was ein gutes aquarell ausmache...so, und wenn das aquarell ein werk der bildenden kunst darstellen soll, gelten für es die gleichen regeln, wie für ölbilder, zeichnungen, skulpturen usw. die sich im bereich der bildenden kunst ansiedeln wollen, dann ist es stark, wenn es durch form und farbe ausdruck schafft, wie auch immer...
    - über die aussage zur dogmatik des theoretischen unterbaus bin ich ziemlich erstaunt, so eine dogmatik ist mir bei profikünstlern eigentlich noch nicht aufgefallen, im gegenteil, ich empfinde eher, dass laien ihre werke sehr oft mit erklärungen, ästhetischen gesichtspunkten und vordergründiger symbolik zu sehr aufladen und dabei den formellen ausdruck vernachlässigen...aber wie gesagt, ich rede nur von bildender kunst...nicht von konzept, kunsthandwerk, agitprop, usw. das sind andere felder...
  • 1ilreab
    Das Feuerberg'sche Statement dient augenscheinlich doch nur zur Rettung der eigenen Versüchlein (gemäß dessen kann sich jeder Depp dazurechnen).

    MFG
    s'bärli
  • grebreueF__lexA
    Mit freundlichem Gruße zurück fürs Bärli: Neue Kamelle fürs Bärli
  • egroB
    - jetzt geht das schon wieder los und die untersuchung der fragestellung im thema des fadens ist perdü ...
  • simulacra
    simulacra
    @Borge:
    Könntest du bitte nochmal den Link korrigieren, der funzt niccht!
    Signatur
  • Seite 1 von 4 [ 71 Beiträge ]

  • Anmelden um auf das Thema zu antworten oder eine Frage zu stellen.

Ähnliche Themen