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  • Wer ist Künstler?

  • grebreueF__lexA
    Das klingt mir nach einem typischen Gottesbeweis. Man beweist etwas mit einer Theorie, deren Grundlage es ist, dass das, was man beweisen will, ein Fakt ist.
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  • enottoonam
    naja, die Erde war schon immer eine "Kugel" , was gewissen Leutchen erst noch bewiesen werden mußte.
  • kceit
    du kannst ausdrücke für das nichtmaterielle wechseln oder verwenden soviele du willst zb "wandern", "reagieren" etc. sie bezeichnen allesamt "vorgänge" und ein vorgang ist und bleibt eben immateriell!
    dieses problem durchzieht die wissenschaft seit urzeiten und besteht bis heute. die einen verstehen es, die anderen nicht. mir ist dies aus meiner wissenschaftlichen arbeit in der traditionellen chinesischen medizin bestens bekannt. auch dort meinen die einen es handle sich zb. bei der wirkweise der akupunktur um "reaktionen" der nerven und energie gäbe es nicht. sie verstehen nichtmal, dass sie selbst mit zb. dem ausdruck "reaktion" bereits nichtmaterielles beschreiben - da kann man kaum noch weiterhelfen, egal wie ausführlich etc. man es beschreibt. sie bleiben leider oftmals "teilchenstossdenker" ohne es zu wissen :)


    Das ist der ganz leicht zu durchschauende Anfang eines logischen Zirkel.

    Wir nehmen an, die Prämisse A sei wahr. Diese Annahme wird nicht begründet (sie muss auch nicht begründet werden). Aus der (angenommen) Wahrheit der Prämisse A können wir logische Schlussfolgerungen ziehen. Es ergibt sich die Schlussfolgerung B. B ist wahr, wenn A auch wahr ist (allerdings ist B auch falsch, wenn A falsch ist). Nun benutzen wir B als neue Prämisse und leiten daraus A ab. Wenn B wahr ist, dann ist A als Schlussfolgerung auch wahr. Damit stützt sich die "Wahrheit" der Prämissen gegenseitig.

    Ein Vorgang ist und bleibt immateriell. -> Behauptung ohne Beweis
    Also ist reagieren/wandern immateriell. -> Aus der Behauptung ohne Beweis abgeleitete "Wahrheit".
    Es fehlt jetzt nur noch: Da reagieren/wandern immateriell sind und Vorgänge sind, sind sie(die Vorgänge) immateriell.

    Das ganze Ding ist ein Schuss in den Ofen... :)
  • kceit
    Das klingt mir nach einem typischen Gottesbeweis. Man beweist etwas mit einer Theorie, deren Grundlage es ist, dass das, was man beweisen will ein Fakt ist.

    das ist ein widerspruch in sich! wenn etwas fakt ist brauch ichs nicht mehr zu beweisen.


    Noch so'n Schuss...seit Kant sind Raum und Zeit apriori Fakt, sonst nichts. Da muss dann schon ein Beweis her.
  • enottoonam
    nochmal zu der Frage.ich weiß nicht was die Gesellschaft so meint-ich denke an eine Unterhaltung mit meiner Mutter die sagte:"..ja der *W* war schon in der Schule ein Künstler, mit Schlapphut und Schal.."-also der Picasso ist schon ein Paradebeispiel von Künstler
  • Kleckser
    Kleckser
    künstler sind alle, die auf dem kunstmarkt umgerechenet mehr als 100€ stundenlohn erhalten, - alles andere sind dilletanten und möchte-gern künstler.
  • Patrick
    Patrick
    ich würde die Grenze da ziehen, wo ein werk ohne inhaltliche überlegung entstanden ist. dann wäre es halt eher handwerk und nicht kunst


    wurden schon allerhand gute meinungen genannt, stimme am ehesten mit anvebo überein: kunst ist, wenn ein werk mit inhaltliche überlegung entstanden ist. wenn ein werk ohne inhaltliche überlegung entstanden ist, ist es "nur" handwerk. hab ich doch richtig verstanden, oder ? ;D


    Wird die Frage nach der inhaltlichen Aussage nicht ein wenig zu eng gesehen, insbesondere in der Kunst? Ich bin ja gelernter Grafiker und im Berufsalltag ist es ebenfalls das Ziel, Aussagen visuell umzusetzen. Ist der Grafiker deswegen auch ein Künstler?

    Angenommen jemand malt ein Bild von einer Frau und verbringt 2 Jahre mit seiner Fertigstellung. Das Bild sieht am Schluss so verblüffend echt aus, dass man es von der Realität gar nicht mehr unterscheiden könnte (ich weiss, ist etwas dichterisch). Inhaltlich sagt es aber nichts aus; es ist nur eine hübsche Frau abgebildet. Meint ihr dann nicht, es müsste nur schon wegen diesem meisterhaften Können als "Kunst" bezeichnet werden? Und könnte diese grosse Hingabe zur naturalistischen Malerei nicht auch eine Aussage über die Liebe zur Natur und zur Frau sein?

    Eine Frage nebenbei: wenn ihr von inhaltlichen Aussagen sprecht, meint ihr dann offensichtliche Aussagen wie politische, soziale usw.? Ich erinnere mich an die Epoche des Impressionismus: da gab es eigentlich keine sichtbaren Aussagen (bis auf ein paar Ausnahmen), sondern die Philosophie der Maler war die Atmosphäre zwischen dem Betrachter und dem Objekt einzufangen. Das ist ja im Grunde genommen auch "nur" eine inhaltslose Darstellung, also ein Handwerk und dennoch werden sie als Künstler bezeichnet.

    Nicht provokativ gemeint, die Frage beschäftigt mich (und wie jede andere Künstlerin und Künstler) nur sehr stark :-)



    Gruss
    Signatur
  • Franziskus Pfleghart
    Franziskus Pfleghart
    Die Frage was Kunst ist endet automatisch in einen Kreis, der kein Anfang und Ende hat. Wie oben schon erwähnt ist die sinnvollere Frage;"Was ist gute Kunst". Und hierbei ist genau das zu beachten was ebenfalls einige Zeilen über mir steht. Persönlicher Geschmack muss bei der Definition außen vor bleiben. Beethoven oder Pink Floy. Als Beispiel. Beide sind in ihrer Zeit und ihrem Musikstil Genies. Persönlich ziehe ich Pink Floy vor. Aber trotzdem muss ich oder darf ich anerkennen, das Beethoven ein musikalisches Genie war. Auch wenn ich seine Musik nicht mag.
  • -emarap
    Pink Floyd, soviel Zeit muß sein ;-)
  • -emarap
    Ich mag beide. Beethoven und Pink Floyd.
  • Franziskus Pfleghart
    Franziskus Pfleghart
    Ergo, gute Kunst ist z. Bsp. an meisterlichen handwerklichen Können festzumachen.
    Das Werk muss über eine Ausstrahlung verfügen, dass den Betrachter in den Bann zieht. Und zwar jedem objektiven - denn eigenen Geschmack ausschaltend- Betrachter.
  • redienhcS
    und ich frage mich, was ist eigentlich so erstrebenswert an dem Prädikat "Künstler" ( ausser für die Künstlerkasse), dass es sich jeder Mensch im Universum am liebsten an die Backe heftet?
    Alleine in diesem Forum füllen die Threads über Kunst und Künstler ganze Bände.
    Sind nicht ganz andere Kriterien für ein erfülltes Menschenleben wichtiger?


    Sehe ich ähnlich, außerdem bin ich der Meinung, dass keiner darüber völlig entscheiden kann, was Kunst ist und was nicht. Somit kann auch keiner entscheiden : "Das ist ein Künstler, und das nicht."
  • reniek
    Hm, wenn im Gehirn Ionen, Elektronen und chemische Substanzen wandern oder reagieren, ist dieser Prozess oder "Vorgang" nicht materiell? Da kann ich Dir nicht mehr folgen.

    du kannst ausdrücke für das nichtmaterielle wechseln oder verwenden soviele du willst zb "wandern", "reagieren" etc. sie bezeichnen allesamt "vorgänge" und ein vorgang ist und bleibt eben immateriell!
    dieses problem durchzieht die wissenschaft seit urzeiten und besteht bis heute. die einen verstehen es, die anderen nicht. mir ist dies aus meiner wissenschaftlichen arbeit in der traditionellen chinesischen medizin bestens bekannt. auch dort meinen die einen es handle sich zb. bei der wirkweise der akupunktur um "reaktionen" der nerven und energie gäbe es nicht. sie verstehen nichtmal, dass sie selbst mit zb. dem ausdruck "reaktion" bereits nichtmaterielles beschreiben - da kann man kaum noch weiterhelfen, egal wie ausführlich etc. man es beschreibt. sie bleiben leider oftmals "teilchenstossdenker" ohne es zu wissen :)


    Hi Fideo, bitte erkläre mir, wenn möglich etwas genauer, warum ein Vorgang, wie Du es bezeichnest, immer zwangsläufig immateriell ist. Energie entsteht aus der Umwandlung von Materie, insofern ist sie nicht immateriell.

    Das einzig mir verständliche Immaterielle ist der Gedanke. Alles andere ist materiell bzw. substanziell. Ich gehe jetzt einfach mal soweit, zu behaupten, dass der Gedanke ohne die Materie nicht möglich wäre, aber da sind wir ja wieder bei der ewigen Frage, was denn nun zuerst da war? Damit kommen wir dann noch weiter vom Thema, "Wer ist Künstler" ab.
  • reniek
    Soweit, so gut bis hierher, Fideo, ich gehe, was die Zeit (nicht die 4. Dimension - die Raum-Zeit als Verschmelzung von Zeit und Materie ?) anbelangt, einige Meter weit mit, unterscheide da aber auch z.B. die vergangene Zeit, die Gegenwart und die Zukunft, diese ist tatsächlich das, was unveränderbar ist, denn was vorbei und vergangen ist, kann nicht mehr rückgängig gemacht werden, es ist dies, wenn man so will, eine nichtmaterielle Größe - die, entgegen Deiner Behauptung, stillsteht.
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