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  • Malfarben

  • lraeP_ybaG
    Das reicht ja auch.
  • leirA
    2. Pigmente mit Namen verwenden, wie man sie auch in der Literatur findet.
    Ich möchte "Indisch Gelb" und nicht "Hellorange"


    Hallo Vincents Ohr,
    die Farbindustrie verwendet diese alten Namen eigentlich nur noch aus Nostalgiegründen.
    Echtes Indischgelb gibt es schon lang nicht mehr, auch kein Zinnoberrot, Karminrot usw.
    Indischgelb wurde z.B. aus Kuhpisse gewonnen, nachdem man die Viecher mit speziellen Blättern gefüttert hat. Zinnoberrot ist soweit ich weiß, giftiges Quecksilbersufid. Das sieht extrem gut aus, ist teuer aber überhaupt nicht lichtbeständig. Karmintöne hat man glaube ich aus dem Blut von Kochenilleläusen gewonnen. Das war auch nicht lichtecht. Einzig gute Lippenstifte werden heute noch aus diesem Zeugs gemacht.

    Man könnte denken, die Farbindustrie schwimmt gerade zu in guten neuen chemischen Farben. Das Gegenteil ist aber der Fall. Es gibt nicht viele Pigmente, die richtig brauchbar sind. Im Magentarot- Bereich gibt es seit 1930 nur Chinacridonfarben, alles andere taugt wenig. Im Blau- Grünbereich hat BASF Phtalocyaninpigmnete entwickelt. Das sind alles chemische Produkte, die bis heute unerreicht sind. Und sie sind billig. In früheren Zeiten waren Maler schlecht dran, da sie sowas nicht hatten. Darum kann man vieles heute nur noch in Dämmerlicht bewundern, da Licht darauf zerstörerisch wirkt.

    Am besten ist es, wenn man sein Farbsortiment am Farbkreis orientiert anlegt. Also bei Zitrongelb angefangen, Orange, Rot, Magenta, Violett, Blau, Grün. Ein Aquarellist, der die chem. Produkte , Hansagelb, Chinacridon und Phtalocyanin benutzt, kann diesen Kreis fast vollständig abdecken, das heißt er kann alles malen, was das Auge sehen kann.

    Wenn Du ältere Farben und Rezepturen ansprechend findest, kann ich Dir Farben von Old Holland empfehlen. Die haben das größte Angebot an Farblacken. Das sind natürliche Farbstoffe, die an weißes Bariumsulfat gebunden werden ( Verlackung), hat nichts mit Lackfarben zu tun.
    Solche Farblacktöne kann man allsamt nicht ermischen! Sie sind hochtransparent und sehen toll aus. Aber teuer und nicht sehr beständig.
    Sowas eignet sich gut, wenn man in altmeisterlicher Lasurentechnik arbeitet.
  • saskia89
    Danke für diesen Faden, Ariel!

    Kann man sich denn darauf verlassen, dass die Hersteller die Lichtbeständigkeit auf die Wollskala beziehen und richtig angeben? D.h. kann ich dann bei einem 3-Sterne-System einfach die 1-Stern-Farben weglassen und bin auf der sicheren Seite?

    Zum Mischen: Braucht man nicht von jeder Grundfarbe einen warmen und einen kalten Farbton?
    Und wieso gilt das nicht für Pastell, was ist da anders?

    Zum Lichtechtheitstest: Kann man den auf billigem Druckerpapier machen oder braucht man da geeignetes Papier(z.B. bei Aquarellfarben Aquarellpapier)?
    Weißt du wie aktuell die Information auf handprint.com sind?
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  • saskia89
    Meine Palette:
    Ein große, flache, verschließbare Tupperschale. Solch eine, wie sie zum aufbewahren von Blechkuchen verwendet wird. Darin mehrere Schichten Küchenkrepp, welche stark befeuchtet werden. Darüber eine Schicht Backpapier (vorzugsweise weiß).

    Legst du das Küchenkrepp und das Backpapier AUF die Farben? Wozu dient das Backpapier?
  • leirA
    Danke für diesen Faden, Ariel!

    Kann man sich denn darauf verlassen, dass die Hersteller die Lichtbeständigkeit auf die Wollskala beziehen und richtig angeben? D.h. kann ich dann bei einem 3-Sterne-System einfach die 1-Stern-Farben weglassen und bin auf der sicheren Seite?

    Zum Mischen: Braucht man nicht von jeder Grundfarbe einen warmen und einen kalten Farbton?
    Und wieso gilt das nicht für Pastell, was ist da anders?

    Zum Lichtechtheitstest: Kann man den auf billigem Druckerpapier machen oder braucht man da geeignetes Papier(z.B. bei Aquarellfarben Aquarellpapier)?
    Weißt du wie aktuell die Information auf handprint.com sind?


    Die Angaben des Links scheinen neueren Datums zu sein, sind also wahrscheinlich ganz aktuell. Billiges Druckerpapier reicht für einen Test!

    Warme und kalte Töne. Fluffi hatte das geschrieben, oder? Es gibt verschiedene Farbenlehren. Physikalische, die sich z.B. an Bildschirmen und Licht orientieren und rein malerische.
    Ich kenne das mit den 6 Grundfarben aus Küppers Farbenlehre. Der geht von 6 Grundfarben aus, soweit ich weiß: Magenta, Cyan, Zitron, Grün, Orangerot, Violett. Wenn man diese Töne als farbiges Licht übereinanderlegt, entsteht weißes Licht.
    Für Malerei reichen 3 Grundfarben, eventuell plus rotorange: Magenta, Cyan, Zitron. Die sind zwar kalt, aber werden warm, wenn man sie mit den Nachbarfarben mischt. Rot-Orange zusätzlich, weil man aus Magenta und Zitronton keine leuchtenden Hellrottöne bekommt. Aus Zitron und Cyan kann man aber jedes Grün und aus Magenta und Cyan eigentlich jeden Blau- und Violettton ermischen.

    Hersteller geben die Lichtbeständigkeit in Sternen relativ genau an, weil viele der eigenen Farben nicht immer gut abschneiden. Die mogeln anders. Schmincke sagt z.B. dass alle ihre Farben ausreichend lichtbeständig sind. Die gehen einfach davon aus, dass sich schon niemand mit dem Thema beschäftigt.
    Schmincke hat komischerweise auch dafür gesorgt, dass auf allen Portalen ihre Farben als besonders leuchtstark gelten, die der andern als schlecht. Das ist natürlich totaler Schwachsinn, Farben aller Hersteller sehen gut aus, die könnten doch selbst ihre nicht von anderen unterscheiden.
    Der Hersteller mit den beständigsten Aquarellfarben Daniel Smith hat diese Strategie jetzt übernommen. Die sagen sinngemäß: Unsere leuchten am geilsten!
  • Vincents_Ohr
    Vincents_Ohr

    Legst du das Küchenkrepp und das Backpapier AUF die Farben? Wozu dient das Backpapier?


    Nein, die Farben kommen auf das Backpapier

    Also bildlich dargestellt:

    Tupperdeckel
    - Farben
    - - Backpapier
    - feuchtes Küchenkrepp (Zewa oder so)
    Tupperschale

    Das Backpapier läßt nur minimal Feuchtigkeit durch und eignet sich gut zum mischen.
    Signatur
  • midwife
    midwife
    Hallo,
    wißt ihr vielleicht auch was über Schellackfarben?
    Ich habe die vor ein paar Tagen im Boesner gesehen. Was ist da die Besonderheit, leuchten die stark, wann verwendet man sie ?
    Ich wollte mir mal Airbrushfarben anschauen für eine Mischtechnik ( Auftropfen) für ein abstraktes Acrylbild.
    Danke für soviel interessantes Wissen.
    Signatur
  • leirA
    Schelllackfarben? Nie gehört. Meinst Du Pastell, dass dann mit Schelllack in Alkohol gelöst fixiert wird, so als Spray?
  • midwife
    midwife
    Nee, farbiges Schellack in solchen Pipettenfläschchen, wie die Airbrushfarben, habe ich gesehen.
    Schönes blau u. rot und natürlich die klassische Bernsteinfarbe.
    Schellack ist ja ein Harz, soweit ich weiß.
    Signatur
  • midwife
    midwife
    Hach, wie blöd - hätte ich ja auch gleich selbst googln können ;-)
    Es sind Tuschen:

    Professionelle Tusche auf Schellackbasis der Traditionsmarke Sennelier. Die Tuschen stellen mit 30 Farbtönen eine Auswahl erstklassiger Farben dar. Der hohe Farbanteil in Verbindung mit Schellack verleiht den Farben eine besondere Farbbrillanz und einzigartige Leuchtkraft. Mit Pinsel, einer Zeichen- oder Bambusfeder verwendet ergeben sie je nach aufgetragener Tintenmenge eine satinierte bis glänzende Oberfläche. Sie trocknen schnell und sind sehr wasserfest. Für die Kalligrafie, lavierendes Malen, für Federzeichnung und für das Experimentieren in Mischtechnik, z.B. mit Acrylfarben geeignet.

    Gerade in Google gefunden.
    Signatur
  • leirA
    Nee, farbiges Schellack in solchen Pipettenfläschchen, wie die Airbrushfarben, habe ich gesehen.
    Schönes blau u. rot und natürlich die klassische Bernsteinfarbe.
    Schellack ist ja ein Harz, soweit ich weiß.


    Vielleicht irgendwas Neues! Probier doch mal aus und erzähl dann, wie es war. Mir fällt gerade ein, dass ich mal farbige Tusche in Flaschen hatte, Sepia oder so von Rohrer und Klinger. Da war als Bindemittel Schelllack drin, ich glaube für Kunstschrift und auch zum Zeichnen gedacht. Relativ teuer.
    Das ist vielleicht Tusche.
  • midwife
    midwife
    Ich hatte Werwin hier in Verdacht, daß er vielleicht für einige seiner Bilder diese Farben verwendet hat, weil sie so extrem schön leuchten.
    Aber er wird es wohl nicht verraten..
    Zum ausprobieren für mich, als Anfängerstümperin, sind sie mir denn doch ein wenig zu teuer :-((
    ( unter 100 Euro komm ich eh immer nicht aus diesen läden raus..)
    Aber danke, ich dachte du weißt auch über diese Farben was.
    Vielleicht kann ich ja irgendwann nicht widerstehen und dann berichte ( oder zeige,ha,ha) ich, was dabei herauskommt.
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  • iffulF
    Mit Öl kannste auch schön leuchten, und mit Eitempera.
  • midwife
    midwife
    @fluffi aber mit Öl kann man doch nicht lasierend leuchten, oder?
    Außerdem kann ich doch noch garnicht mit Stinköl und Eierpampe ;-))
    Signatur
  • iffulF
    Na aber, gerade lasierend leuchten. :) Machste ne Weißuntermalung, dann leuchtet das manchmal sogar zu grell. :D
    Allerdings musste beim Leuchten die Beziehungen der Farben zueinander beachten. Das ist nämlich die Oberleuchte. Wenn Du das weg hast, dann kannste auch mit Schlamm und Schmand leuchten. :)
  • leirA
    Wenn man Farben in einem Bild sieht, die besonders leuchten, liegt das immer an den Nachbarfarben.
    Man kann sich dazu am besten einen Farbkreis vorstellen. Gegenüber von Orange/Rot liegt blaugrün, gegenüber von Gelb/Grün befindet sich der Violettbereich. Will man nun z.B. ein (schmutziges)Gelb oder Grün zum Leuchten bringen, malt man daneben eine Violettmischung, schon leuchtet die Farbe, auch wenn sie nicht rein ist.
    Reine Farben strahlen ja schon von sich heraus. Die springen manchmal schon zu sehr aus dem Bild, wenn man Komplementärfarben in ihre Nachbarschaft setzt. Helles Rot z.B. wird schon hervorragend durch Siena Natur zur Geltung gebracht. In der Nähe ihrer Komplementärfarbe Blau/grün leuchtet es schon zu grell. Man kann aber für jeden Farbton Nachbarfarben anmischen, die diesen zur Geltung bringen, egal wie schmutzig er ist.
    Fluffi hat schon Recht, Ölfarben leuchten besonders raffiniert, wenn man transparente über hellen Grund vermalt. Die Farbe bekommt dann Tiefe. Ein dünner Ölfilm Blaugrün über hellem Gelb ergibt einen leuchtenderen Grünton, als wenn man dieselbe Farbe in der Palette mischt und dann "in Einem " aufträgt. Caspar David Friedrich hat mit vielen transparenten Schichten gearbeitet. Darum leuchten bei ihm die Farben besonders schön.
  • reniek
    edit ! siehe weiter hinten :)
  • leirA
    ein wenig Weiß beimischen, bringt auch leuchtende farben


    Gott sei Dank ist keiner so unwissend und behauptet Weißbeimischungen würden Farben zum Leuchten bringen!
  • nirdeZ_neB
    Da ich erst seit 2 Jahren mit Acrylfarben male, habe ich mir bisher nur Gedanken über Farbtöne und Konsistenz gemacht, nicht aber über Lichtechtheit und Mischbarkeit. Vielleicht sollte ich das doch mal langsam tun. Vielen Dank Ariel, für den informativen Beitrag zur Lichtechtheit. Vielleicht kann auch jemand mal etwas zur Mischbarkeit unterschiedlicher Hersteller sagen. Da ich kein Freund von zu viel Mischerei bin, weil die Farbtöne meist wesentlich schmutziger wirken als fertige Töne, habe ich bisher Lukas Studioacryl mit Boesner-Hausmarke und Baumarkt-Farbensets fröhlich vermengt und eher unter dem Aspekt nachgekauft, welcher Hersteller mir den Ton anbietet, bei dem ich mit dem wenigsten Mischen die Farbe erreiche, die ich haben möchte. Das sind häufig helle Sand- und Türkistöne, die nicht jeder in der Angebotspalette hat. Bisher habe ich dabei keine schlechten Erfahrungen gemacht. Aber, wie gesagt, ist auch kein Bild älter als 2 Jahre. Und was ist grundsätzlich von den sehr günstigen Boesner-Farben zu halten?
    Die Farben frischhalten tue ich übrigens ähnlich wie Christian. Eine große flache Plastikbox, in die ich meine Abreißpalette lege. Palette und der Deckel der Box bekommen noch einen kurzen Spritzer aus der Pumpsprayflasche bevor ich die Box verschließe.
  • leirA
    Lieber Ben Zedrin,
    wenn Du erst relativ kurzzeitig malst, würde ich mir über Farben nicht so viel Gedanken machen.
    Man kann soweit ich weiß, die Farben aller Hersteller miteinander mischen, sofern es sich wenigstens um ähnliche Bindemittel handelt. Günstig ist sowas nicht unbedingt, da sich Pigmente in unterschiedlichen Bindemitteln jeweils anders verhalten. Also eine Farbe in Künstlerqualität wird nicht alle Vorzüge entfalten können, wenn sie mit Studiofarben anderer Hersteller gemischt wird. Was Deine Farben taugen, ist hinsichtlich der Lichtbeständigkeit auf ihren Behältnissen vermerkt. Lukas hat ein drei Sterne System, Boesner meines Wissens auch.

    Du solltest aber besonders am Anfang viel mischen. Ein breites Farbsortiment ist der beste Weg, um nachhaltig Farbkenntnisse zu verhindern und um Bilder schlecht aussehen zu lassen. Auch wenn jemand talentiert ist, wird er sich durch ein breites Farbsortiment seine Bilder eher versauen, glaub's ruhig. Wer mehr als Primärfarben benutzt, hat Ähnlichkeit mit jemandem, der sich auf einem verstimmten Klavier selbst das Spielen beibringen will.

    Teilnehmenr "keiner" wird in 20 Jahren vielleicht mal entdecken, dass es auch transparente Farben gibt. Na ja, wahrscheinlich wird er sie dann mit Weiß mischen, um sie ordentlich zum Leuchten zu bringen.
    Aber im Ernst. Wie verringert man die Leuchtkraft von Farben? Indem man sie mit einem Weiß oder Schwarz bzw. beliebigen anderen Farben mischt. Das kann man sich aber auch selbst denken, oder?
    Ich glaube "keiner" will hier auch bloß Leute veräpfeln.
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