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  • Malfarben

  • Mario
    Hallo Ariel,

    ich bin ja selten hier in diesem Forum unterwegs und auch nur wieder durch Zufall hier gelandet :-) dennoch muß ich zugeben daß ich selten so fundierte Kenntnisse in einem Forum gelesen habe wie hier.

    Ich bin allerdings nicht ganz deiner Meinung daß "billige" Farben, wenn sie die gleichen Pigmente enthalten wie teure Farben, genauso gut sind wie diese. Ich denke bei den teuren Farben sind zum einen die Pigmente konzentrierter und zum anderen sind weniger Füllstoffe in den Tuben, die wohl auch die Leuchtkraft beeinflussen.
    Das sind Vermutungen von mir, ich kann das leider nicht belegen und muß das glauben was ich lese bzw. von anderen Malern erzählt bekomme.
    Ich kann mir sonst wirklich nicht vorstellen warum Schmincke Studio soooo billig ist und Mussini bzw. Old Holland sooooo teuer ist, als daß hier die Füllstoffe gänzlich fehlen oder nur zum Teil vorhanden sind.

    Aber berichtige mich wenn ich falsch liege.

    ciao


    Mario
    Signatur
  • reniek
    Da ich in diesem Thread von einem User schief angegangen wurde, antworte ich noch mal und versuche es zu erklären:

    Ich arbeite nicht mit lasierenden Farben, sondern ausschließlich mit deckenden Öl-Farben.

    Zudem ausschließlich in der Prima-Technik, da die Lasuren-Ölmalerei für meine Arbeitsweise zu langwierig ist. Ich hatte mich offenbar sehr falsch ausgedrückt, da ich einige Kommentare nicht gelesen hatte.

    Es ist ja logisch, dass es einen gravierenden Unterschied zwischen deckenden und lasierenden Farben gibt.


    Ich versuche es noch mal am folgenden Bildbeispiel

    wp.me/pI67H-ZA

    Einige User hier kennen das Bild im Original und können bestätigen, dass es so aussieht, wie auf dem Foto. Es handelt sich um ein Ölbild aus 2008.

    bei dem Bild:

    - Kontrastsetzung durch Verwendung der Komplementärfarben

    - Titanium Weiß in die Farben der Höhungen der Figuren
  • leirA
    Hallo Ariel,

    .

    Ich bin allerdings nicht ganz deiner Meinung daß "billige" Farben, wenn sie die gleichen Pigmente enthalten wie teure Farben, genauso gut sind wie diese. Ich denke bei den teuren Farben sind zum einen die Pigmente konzentrierter und zum anderen sind weniger Füllstoffe in den Tuben, die wohl auch die Leuchtkraft beeinflussen.
    Das sind Vermutungen von mir,

    Mario


    Hallo Mario, das sind absolut richtige Vermutungen und Schlussfolgerungen! Ich hatte mein Statement nur grob gesagt, damit es nicht zu lang wird.
    Ein bestimmtes Pigment als Künstlerfarbe produziert, ist natürlich immer besser als dasselbe in Studioqualität.
    An der Leuchtkraft wird man es allerdings nicht merken. Gerade chinesische Billigfarben leuchten hervorragend. Was Füllstoffe usw. bei Studiofarben betrifft, liegst Du richtig, aber das ist eher undramatisch.
    Ich habe das geschrieben, weil ich noch auf andere Dinge hinaus wollte.
    Zum einen auf den Preis einer Malfarbe. Das finde ich ist überhaupt der wichtigste Gesichtspunkt!
    Ein weiterer Gesichtspunkt ist der, dass es Studioimitate gibt, also Imitationen von kostspieligen Pigmenten mit weniger kostspieligen.
    Du kannst z.B. die Farbe Kobaltblau für schätzungsweise 15 bis 50 Euro pro Tube/ 40 ml, von vielen renommierten Farbenherstellern kaufen. Sieht total geil aus, und wer es braucht, braucht es eben. Damit man es nicht missversteht: Kobaltblau als Farbe zum Mischen zu nehmen, ist angesichts des Preises keine gute Idee. Wäre eher dämlich!
    Ein abstrakter Maler, der diese Farbe nicht besitzt, wäre aber auch dämlich, es ist nämlich eine Kostbarkeit, die man aus meiner Sicht besitzen sollte.
    Das Imitat besteht aus dem "Superpigment Phtalocyanin", auch geläufig unter Helio- Echt- Primärblau, PB 15:3, dann zahlst Du etwa 4 Euro. Dieses Zeug hat BASF hergestellt und ist absolut lichtbeständig. Sozusagen ein Segen für die Malerei, weil es zudem noch total billig ist.
    Ein Phtaloblau ist eine typische Studiofarbe,preisgünstig, absolut super und empfehlenswert. Da wir bei diesem Beispiel sind: PG7 ist das Grünpigment schlechthin. Dagegen sind Kobaltgrünpigmente sehr fahl. Auch von BASF "erfunden". Für den Profi ein "Muss", aber natürlich sehr grell. Man sollte es mischen können. PG 7 ist in Farbsortimenten eígentlich immer Preisklasse 1, also unterster Rang. Als Farbe ist sie aber sehr wichtig, da ebenfalls extrem lichtbeständig und bunt, dass die Augen schmerzen. Aber abdämpfen kann man leicht selbst. Nur greller machen geht nicht! Darum ist dieses Grün nicht zu toppen. Du nimmst z.B. PG 7 und mischt es mit Ockertönen, Siena natur, Umbra natur, auch gebrannt und Du bekommst jeden erdenklichen Grünton auf Erden, aber in einer Beständigkeit, dass es alles andere weghaut! Ein Insidertipp! Wenn Dich sowas interessiert, kann ich dazu später noch mal was sagen.

    Studiofarben haben also auch Alternativpigmente, die billig und sehr gut sind, verstehst Du? Es ist nicht lediglich Verdünnung des "Kostbaren".
    Wenn die Tube Ölfarbe PG7/Phtalocyaningrün 100 Euro kostete, ich würde sie dennoch sofort kaufen, das kannst Du glauben. So kostet sie etwa 4.
    Kostengünstige Dinge sind manchmal gut, das meinte ich. Aber dieses Phtalocyaninzeugs gibt es natürlich auch in Künstlerqualität, dann eben konzentrierter und noch besser.
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  • leirA
    Da ich in diesem Thread von einem User schief angegangen wurde, antworte ich noch mal und versuche es zu erklären:

    Ich arbeite nicht mit lasierenden Farben, sondern ausschließlich mit deckenden Öl-Farben.

    Zudem ausschließlich in der Prima-Technik, da die Lasuren-Ölmalerei für meine Arbeitsweise zu langwierig ist. Ich hatte mich offenbar sehr falsch ausgedrückt, da ich einige Kommentare nicht gelesen hatte.

    Es ist ja logisch, dass es einen gravierenden Unterschied zwischen deckenden und lasierenden Farben gibt.


    Ich versuche es noch mal am folgenden Bildbeispiel

    wp.me/pI67H-ZA

    Einige User hier kennen das Bild im Original und können bestätigen, dass es so aussieht, wie auf dem Foto. Es handelt sich um ein Ölbild aus 2008.

    bei dem Bild:

    - Kontrastsetzung durch Verwendung der Komplementärfarben

    - Titanium Weiß in die Farben der Höhungen der Figuren


    Solch einen Beitrag hier abzuliefern ist auch schon wieder eine Frechheit!
    Wenn Du ein zehnjähriges Mädchen wärst, würd ich das süß finden, so wird mir ja anders.
    Jeder, der unsere Unterhaltung mit verfolgt hat, weiß, dass es um Farben ging, die deines Erachtens mit Weiß in der Leuchtkraft gesteigert werden können.
    Das ist nachweislicher Quatsch.

    Ariel Gal
  • reniek
    Da ich in diesem Thread von einem User schief angegangen wurde, antworte ich noch mal und versuche es zu erklären:

    Ich arbeite nicht mit lasierenden Farben, sondern ausschließlich mit deckenden Öl-Farben.

    Zudem ausschließlich in der Prima-Technik, da die Lasuren-Ölmalerei für meine Arbeitsweise zu langwierig ist. Ich hatte mich offenbar sehr falsch ausgedrückt, da ich einige Kommentare nicht gelesen hatte.

    Es ist ja logisch, dass es einen gravierenden Unterschied zwischen deckenden und lasierenden Farben gibt.


    Ich versuche es noch mal am folgenden Bildbeispiel

    wp.me/pI67H-ZA

    Einige User hier kennen das Bild im Original und können bestätigen, dass es so aussieht, wie auf dem Foto. Es handelt sich um ein Ölbild aus 2008.

    bei dem Bild:

    - Kontrastsetzung durch Verwendung der Komplementärfarben

    - Titanium Weiß in die Farben der Höhungen der Figuren


    Solch einen Beitrag hier abzuliefern ist auch schon wieder eine Frechheit!
    Wenn Du ein zehnjähriges Mädchen wärst, würd ich das süß finden, so wird mir ja anders.
    Jeder, der unsere Unterhaltung mit verfolgt hat, weiß, dass es um Farben ging, die deines Erachtens mit Weiß in der Leuchtkraft gesteigert werden können.
    Das ist nachweislicher Quatsch.

    Ariel Gal


    In der Lasurmalerei (ich rede, schreibe jetzt nur von Ölmalerei) haben die Untermalungsstufen (auch Graustufen-Relief genannt) eine große Bedeutung für das Durchscheinen - Leuchten - speziell auch der Hauttöne.

    Die Untermalung des Inkarnats in den Akademien erfolgte früher z.B. immer mit Grüntönen.

    In der Prima-Malerei gelten ganz andere Regeln. Und selbstverständlich kann ich dort Farben mit der Weiß-Akzentuierung und Höhung zusätzlich zum Leuchten bringen.

    Bei den folgenden Figuren habe ich es angewandt.

    wp.me/PI67H-zh
  • reniek
    Hier noch ein Beispiel:

    wp.me/pI67H-11Q
  • leirA
    Zitat des Links von "keiner": In einem Forum ging es darum, ob die Zugabe von Weiß die Wertigkeit der Farbe abschwächt. - Das mag sein.


    Das steht da schon im ersten Satz! Ansonsten ist dieser Link wohl was für Kinder.
    Was soll das überhaupt bedeuten? Bedeutung der Farbe Weiß in der Primamalerei?
    Natürlich braucht man Weiß in jeder Form von Malerei, manchmal sogar beim Aquarell. Natürlich auch in der Primamalerei. Aber doch nicht um die Leuchtkraft von Farben zu steigern.
    Das hört sich an, wie der Satz " Die Bedeutung des Brotes in der Disziplin des Marmeladenbrotes".
    Besonders wichtig ist die sog.Weißhöhung nämlich in der altmeisterlichen Lasurentechnik. Dort spricht man von Weißhöhung. Es meint das leichte Beimischen von Weiß in den Bereichen des Lichts direkt in die nasse Lasur und das transparent- Belassen in den Schatten, wodurch bei mehreren Lasuren, die übereinander aufgetragen werden eine stark räumliche Wirkung erzielt wird, die der Primamalerei natürlicherweise abgeht, weil sie "flacher" ist.
    Beimischen von Weiß in der Primamalerei bedeutet: Das Bild in der einfachsten Maltechnik der Welt einfach heller machen, indem man Weiß reinmatscht! Mehr nicht. Wo das Weiß ist, ist dann das Bild heller, das war die Weisheit!
    Doch nicht die Leuchtkraft der Farbe. Auch nicht die Kontrastwirkung, denn die ergibt aus der Wechselwirkung von hell - dunkel, nicht lediglich aus der Weißbeimischung.
    Es gibt eigentlich nur einen Gedanken, den dieser Artikel meinen kann, ansonsten wäre es wirklich nur ganz grober Quatsch: Das Aussehen einer hochtransparenten Farbe, wie z.B. Krapplack, wenn er als Strang aus der Tube gequetscht wird. Dann ist er natürlich nicht leuchtend rot sondern eher unbunt. Mischt man dann Weiß zu, leuchtet der Krapplack. Nur der würde natürlich noch mehr leuchten, wenn man ihn lasierend aufträgt, so wie es seine Bestimmung ist. Natürlich auf weißen oder besser gesagt hellen Grund. Nicht auf schwarzem Grund, dann leuchtet die Lasurfarbe nicht, hahaha. Nimmt man eine deckende Farbe ist es wieder anders. Die leuchtet wieder am stärksten auf schwarzem Grund. Mischt man Weiß bei, verringert sich die Leuchtkraft der Farbe. Es mag einzelne geben, wie z.B . die Farblacke und sehr dunkles Ultramarin, die in einer ganz bestimmten Weißausmischung ihren höchsten Leuchtgrad haben, wenn man sie denn mischt und von dort aus wieder an Leuchkraft verlieren, obwohl man die Farbe intensiviert, aber das ist der schon beschriebene Effekt.
    Die Bedeutung der Farbe Weiß in der Malerei?
    Ich fürchte sie ist nicht mehr wegzudenken.
  • reniek
    Nicht die Leuchtkraft der Farbe.

    Nach der Leuchtkraft des Bildes wurde gefragt.

    Ist was ganz Anderes.

    Hier noch mal der Link
    wp.me/pI67H-11Q
  • reniek
    ...Ansonsten ist dieser Link wohl was für Kinder.
    ...
    na sicher, die kapieren das locker!

    Kann zu Aquarellmalerei und Lasurtechnik nichts beisteuern, da ich ausschließlich in der Primatechnik mit deckenden Ölfarben arbeite, weshalb der Link wp.me/pI67H-11Q auch nur darauf Bezug nimmt.
  • leirA
    Wenn Du mit deckenden Ölfarben arbeitest, dann misch doch mal Spaßes halber Kadmiumrot hell und/oder Kadmiumgelb hell mit Weiß. Das Gelb wirkt dann kastriert und das Rot wird zu 'nem ekligen Fleischton.
  • reniek
    Das Bild Condor, zu sehen unter Figuren II

    http://figunetik.wordpress.com/figuren-ii-2008-2009/

    , hat viele Orange und Gelbtöne, welchen allen Weiß zugesetzt wurde, überhaupt vielen Elementen in der Figur.

    Es ergibt sich deutlich ein Unterschied, ob ich das Weiß den gemischten Farben zusetze oder denen, wie sie aus der Tube kommen.
  • leirA
    Ich sehe in Deinem Link nichts, keiner. Ich komme dort auf word press.com, ist das denn richtig?
  • geradeaus
    geradeaus

    Besonders wichtig ist die sog.Weißhöhung nämlich in der altmeisterlichen Lasurentechnik. Dort spricht man von Weißhöhung. Es meint das leichte Beimischen von Weiß in den Bereichen des Lichts direkt in die nasse Lasur und das transparent- Belassen in den Schatten, wodurch bei mehreren Lasuren, die übereinander aufgetragen werden eine stark räumliche Wirkung erzielt wird, die der Primamalerei natürlicherweise abgeht, weil sie "flacher" ist.


    Ist Weißhöhung in altmeisterlichen Lasurentechnik nicht so, dass auf der Imprimitura mit weißer Eitempera das Bild "modelliert" wird, welches gut trocknen muss und danach über einen Zwischenfirnis die Lasuren aufgetragen werden, die ebenfalls jeweils gut trocknen müssen?
  • reniek
    @ geradeaus:

    Eine Weißhöhung wird nicht nur in der Lasur- oder auch genannt Schichtenmalerei angewendet, sondern auch im Bereich der Zeichnung und vor allem dort. Vorzugsweise auf getönten, farbigen Papieren.

    In der "Eitempera" werden die Weißhöhungen zwischen den einzelnen lasierenden Schichten vorgenommen.

    Sorry, der Link war defekt - hier noch einmal der Richtige:

    http://figunetik.wordpress.com/figuren-ii-2008-2009/
  • leirA
    Sind es die 4 Bilder, Figuren 2, die mit Meißen unterzeichnet sind? Ich sehe gerade, dass sie es sind, Du sagtest ja den Títel Condor.

    Diese Sachen sind gestalterisch gut, keiner! Mir gefällt vor allem das zweite, mit dem intensiven Chinacrodonrot(?). Hatte ich eigentlich jetzt nicht erwartet, da bin ich ehrlich.
    Hast Du schon einmal daran gedacht, ganz abstrakt zu malen? Man kann bei Dir ein Talent entdecken, Ordnungen auf der Fläche zu organisieren, finde ich.
  • leirA
    Imprimatura? Kenne den Begriff, aber frage mich gerade wo der Unterschied zum Inkarnat besteht. Egal. Nachgoogeln ist mir zu blöd. Ich wäre da überfragt, ob man die Untermalung in Eitempera als Weißhöhung bezeichnet, kann sein, geradeaus( lustiger Nick). Ich kenne den Begriff Weißhöhung allgemeiner, nämlich in der Form, dass er immer dort passt, wo mit Weiß gehöht wurde, also beispielsweise auch beim Aquarell. Dort schreibe ich es dazu, weil es eigentlich eher ein Mangel ist. Viele mögen das nämlich nicht.
    Eitemperauntermalungen für altmeisterliche Öltechniken kenne ich so, dass z.B. in einem neutralen Grauton oder Grün alles das, was später Fleischton ist, unterlegt wird. In hellen Tönen. Wie Du schon sagtest, sozusagen zum Vormodellieren. Darauf wird ein halbdeckender Fleischton aufgetragen ( das müsste das Inkarnat sein, fällt mir grad ein). In den Fleischton wird nass in Nass mit Weiß gehöht. Dann nacheinander mehrere Lasurschichten, von hell, also gelblich nach dunkel in den Blau/Violettbereich, damit das ganze Farbspektrum durchscheint. Jede einzelne Lasur wird mit Weiß gehöht und trocknet durch, bevor die nächste aufgetragen wird. Das verstehe ich unter Weißhöhungen in der altm. Technik.
    Grüße von hier.
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