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  • Gibt es Regeln in der Kunst?

  • Gast, 1 Gibt es Regeln in der Kunst?
    Ein Thema, dass sich auf einer anderen Plattform mal abendfüllend ausgebreitet hat. War sogar etwas schwierig. Einige waren der Ansicht, es gäbe keine Regeln und man könne folglich auch nichts falsch machen und keine Fehler begehen.
    Hier gibt es ja auch eine Teilnehmerin, die mit Figunetik verbandelt ist. Das ist offensichtlich eine Richtung die etwas erlaubt, was andere scheinbar verbieten. Hört sich alles irgendwie nach Regeln oder Ignorieren von Regeln an, oder?.
    Was denkt Ihr?
  • lagunenpfad
    lagunenpfad
    Regeln gibt es im Prinzip nicht wirklich.
    Eigentlich kann sich jeder nach seinem Gutdünken austoben.
    Es liegt immer daran was der Künstler erreichen will.
    Es gibt eben ein paar ungeschriebene Gesetze die sinnvoll sind zu beachten wenn ein Werk ansprechend und spannungsreich gestaltet werden will. Siehe goldener Schnitt, die Gewichtung der Farben und Formen.
  • Gast, 1
    Klar, jeder kann tun und lassen was er will. Aber wenn ich etwas tue, z.B. ein Aquarell male, dann richte ich mich ja nach einem ganz bestimmten Regelwerk, dass ich mir selbst setze. Ich fang z.B. nass in Nass an und arbeite mich schichtweise voran. Vergesse ich da was, ist der Fehler da. Misch ich die Farbe unpassend, so wie es nicht beabsichtigt war, begehe ich auch einen Fehler.
    Jemand, der Portraits malt, begeht Fehler, wenn keine Ähnlichkeit mit dem Modell besteht.
    Ich finde sobald jemand etwas erarbeitet( ein Bild z.B.), was nicht von vorn herein unsinnig ist, beansprucht diese Arbeit "etwas" zu sein. Etwas ganz bestimmtes. Wenn dieser Anspruch leer läuft und dem Ausgangsobjekt nicht genügt, liegen Fehler und Regelverletzungen vor. Man könnte auch einfach sagen, etwas misslingt aus Mangel an Sorgfalt.
    Sobald man ein Kunstwerk herstellt kommt irgendwann der Punkt, an dem die Arbeit "anfängt zu leben" und eigene "Forderungen" stellt. Man muss dann sehr behutsam schauen, was man überhaupt gemacht hat und das hinzu tun , was noch fehlt. Das ist ein Prozess mit unzähligen Fehlerquellen, finde ich.
    Ich glaube diejénigen, die sich an jeder Stelle eines Arbetsprozesses an Regeln ganz ungebunden fühlen, haben keine Ansprüche an ihre Bilder.

    Es gibt natürlich das Totschlagsargument, dass man ja zum Schluss auch immer einen Eimer Farbe über das Bild schütten kann, es kann ja niemand verbieten, also ist man frei und es gibt keine Regeln.
    Das stimmt nicht! Wenn man sowas täte, würde man ja das eigene Werk negieren, also den größten Regelverstoß begehen.
  • lagunenpfad
    lagunenpfad
    Ja, wie ich vorhin schrieb liegt es im Anspruch daran was der Künstler erreichen will.
    Vielleicht will er ein Portrait darstellen, vielleicht will er sich aber auch nur austoben und den Dingen seinen lauf lassen.
    Doch normalerweise spricht irgendwann das Bild zu mir und ich reagiere darauf. Irgendwie kommen wir dann überein :-)
  • Gast, 1
    Ja, wie ich vorhin schrieb liegt es im Anspruch daran was der Künstler erreichen will.
    Vielleicht will er ein Portrait darstellen, vielleicht will er sich aber auch nur austoben und den Dingen seinen lauf lassen.
    Doch normalerweise spricht irgendwann das Bild zu mir und ich reagiere darauf. Irgendwie kommen wir dann überein :-)


    Wenn man den Dingen freien Lauf lässt, folgt man ja seiner Intuition. Das ist ja im Prinzip auch nichts anderes als inneren Regelwerken zu folgen, ohne sich dessen bewusst zu sein.
  • Franziska Kolbe
    Franziska Kolbe
    Ich denke eine Regel der Kunst wäre, das sich der Künstler und seine Bilder weiter entwickeln und nicht stagnieren. Kunst ist ein Prozess, der nicht morgen endet. Kunst zu erschaffen ist permanente Arbeit. Neue Techniken zu entdecken, weitere Fähigkeiten zu gewinnen aber vor allem seiner Phantasie immer genug Nährboden zu geben damit sie nicht erlischt.
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  • Gast, 1
    weitere Fähigkeiten zu gewinnen


    Ich denke ja eine Fähigkeit ist auch nichts anderes als ein selbst auferlegtes Regelwerk, das in Folge von Versuch und Irrtum entstanden ist, um einen schwierigen Prozess zu steuern: Den Malvorgang.
  • Gast, 4 regeln
    das man die technik an besten beherrscht ist doch wohl klar, man spitz den bleistift an, will man einen dünnen strich haben .....
    darüber hinaus, soll es !was für regeln! geben?
  • Patrick
    Patrick
    […] z.B. ein Aquarell male, dann richte ich mich ja nach einem ganz bestimmten Regelwerk, dass ich mir selbst setze. Ich fang z.B. nass in Nass an und arbeite mich schichtweise voran. Vergesse ich da was, ist der Fehler da. Misch ich die Farbe unpassend, so wie es nicht beabsichtigt war, begehe ich auch einen Fehler.
    Jemand, der Portraits malt, begeht Fehler, wenn keine Ähnlichkeit mit dem Modell besteht.[…]


    Das sind doch aber Regeln des Handwerks, nicht der Kunst.
    Signatur
  • Gast, 1
    das man die technik an besten beherrscht ist doch wohl klar, man spitz den bleistift an, will man einen dünnen strich haben .....
    darüber hinaus, soll es !was für regeln! geben?


    Der erste Strich mit dem Bleistift auf dem Papier kann beliebig sein ( nehmen wir als Beispiel mal eine abstrakte Komposition). Die weiteren Striche werden immer in Bezug zueinander gesetzt. Wo sie stehen, ist abhängig davon, wo die anderen stehen. Eigentlich immer.
    Man folgt einem selbst gesetzten Regelwerk.

    Stell Dir mal vor, man würde einen Computer entwickeln, z.B. einen menschlichen Roboter, der malen können sollte. Wie würde man ganz abstrakt dessen Fähigkeiten beschreiben? Wenn man erwartete, dass er beispielsweise Kompositionen wie Kandinsky entwerfen sollte. Natürlich neue, also unbekannte!
    Man müsste von solch einem Roboter verlangen, dass er zunächst mal ein Grundwissen über Kunst hat und dieses Wissen mit eigenen ganz autonomen Regelwerken ästhetisch "anfüllen" kann, ähnlich einem Schachcomputer, der logischen Bäumen entsprechend bestimmte Züge anderen vorzieht.
    Solch eine Maschine würde, egal wie gut sie gebaut wäre, immer ganz genauen Regeln folgen, weil es in schwierigen Situationen immer ganze Bündel von Entscheidungen gibt, die wiederum andere zukünftige evozieren.

    Wenn man ein Bild malt, ist im Prinzip alles genau so!
  • Vincents_Ohr
    Vincents_Ohr
    Das Thema erinnert mich etwas an die vielen "Was-Kunst-Threads"

    Aarons Gedanken wären m.E. unbestritten, wenn wir 100 Jahre zurück gehen. Die Bildende Kunst hatte, von allen anerkannte, Regeln.
    Das Handwerk und die Technik des Künstlers war ein wichtiger Teil des Kunstwerks. Niemand hätte auch nur ein einziges Blatt verkauft, der sich nicht an diese Regeln hielt.

    Heute sieht es völlig anders aus.

    Einer, der sich Künstler nennt, macht irgendwas, mit irgend welchem Material und nennt es dann Kunstwerk. Ob dieser Künstler noch einen Zweiten findet, der darin ein Kunstwerk sieht spielt ja keine Rolle. Wird dieser Zweite nicht gefunden, dann ist die Sache für den Künstler ganz klar: Die Welt ist noch nicht bereit für diese Kunst.

    Will ich die Anerkennung als Künstler durch mein Publikum, dann sieht es natürlich wieder vollkommen anders aus. In diesem Fall gelten natürlich viele Regeln: Die Regeln der Kommunikation und des Marketing.
    Signatur
  • tescha
    Klar, jeder kann tun und lassen was er will. Aber wenn ich etwas tue, z.B. ein Aquarell male, dann richte ich mich ja nach einem ganz bestimmten Regelwerk, dass ich mir selbst setze. Ich fang z.B. nass in Nass an und arbeite mich schichtweise voran. Vergesse ich da was, ist der Fehler da. Misch ich die Farbe unpassend, so wie es nicht beabsichtigt war, begehe ich auch einen Fehler.
    Jemand, der Portraits malt, begeht Fehler, wenn keine Ähnlichkeit mit dem Modell besteht.
    Ich finde sobald jemand etwas erarbeitet( ein Bild z.B.), was nicht von vorn herein unsinnig ist, beansprucht diese Arbeit "etwas" zu sein. Etwas ganz bestimmtes. Wenn dieser Anspruch leer läuft und dem Ausgangsobjekt nicht genügt, liegen Fehler und Regelverletzungen vor. Man könnte auch einfach sagen, etwas misslingt aus Mangel an Sorgfalt.
    Sobald man ein Kunstwerk herstellt kommt irgendwann der Punkt, an dem die Arbeit "anfängt zu leben" und eigene "Forderungen" stellt. Man muss dann sehr behutsam schauen, was man überhaupt gemacht hat und das hinzu tun , was noch fehlt. Das ist ein Prozess mit unzähligen Fehlerquellen, finde ich.
    Ich glaube diejénigen, die sich an jeder Stelle eines Arbetsprozesses an Regeln ganz ungebunden fühlen, haben keine Ansprüche an ihre Bilder.

    Es gibt natürlich das Totschlagsargument, dass man ja zum Schluss auch immer einen Eimer Farbe über das Bild schütten kann, es kann ja niemand verbieten, also ist man frei und es gibt keine Regeln.
    Das stimmt nicht! Wenn man sowas täte, würde man ja das eigene Werk negieren, also den größten Regelverstoß begehen.
  • Vincents_Ohr
    Vincents_Ohr
    tescha? Was willst du uns damit sagen?
    Signatur
  • tescha
    Aber führst Du damit nicht alle Regeln ad absurdum?

    Ich denke, dass hier auch vielfach subjektiv falsch "geregelte" Bilder eingestellt und trotzdem als gut beachtet werden.
  • Gast, 4
    @ ariel, ach aarongal,wenn ich jetzt nicht nach plan 08/15 verfahre sondern einfach los kritzel,und mich dann von meinen assoziationen leiten lasse, ist das auch schon "regelgerecht"?
  • Vincents_Ohr
    Vincents_Ohr
    Aber führst Du damit nicht alle Regeln ad absurdum?

    Ich denke, dass hier auch vielfach subjektiv falsch "geregelte" Bilder eingestellt und trotzdem als gut beachtet werden.


    Wer findet sie gut? Sicher sind viele Bilder im Verhältnis zu meiner eigenen Kunst viel besser. Aber da gehört ja oft nicht viel dazu. Das gilt aber auch nur für eine "veraltete" Kunst.

    Dann gibt es noch die tollen Unfälle und Zufälle. Aber die kann man ja nie reglementieren :)
    Signatur
  • tescha
    @Vincent, ich verstehe Aarons Gedankengang, halte ihn jedoch für schwer durchziehbar, sonst würde keiner mehr hier etwas veröffentlichen, es sei denn er hat ein unerschütterliches Selbstbewußtsein. Wann will ich denn wissen, ob mein Werk meinen Regeln genügt? Ich sehe doch nur die Möglichkeit mich zu verbessern. Wenn ich mich kontrolliere, sehe ich immer Fehler.
  • Gast, 1
    Das Thema erinnert mich etwas an die vielen "Was-Kunst-Threads"

    Aarons Gedanken wären m.E. unbestritten, wenn wir 100 Jahre zurück gehen. Die Bildende Kunst hatte, von allen anerkannte, Regeln.
    Das Handwerk und die Technik des Künstlers war ein wichtiger Teil des Kunstwerks. Niemand hätte auch nur ein einziges Blatt verkauft, der sich nicht an diese Regeln hielt.

    Heute sieht es völlig anders aus.

    Einer, der sich Künstler nennt, macht irgendwas, mit irgend welchem Material und nennt es dann Kunstwerk. Ob dieser Künstler noch einen Zweiten findet, der darin ein Kunstwerk sieht spielt ja keine Rolle. Wird dieser Zweite nicht gefunden, dann ist die Sache für den Künstler ganz klar: Die Welt ist noch nicht bereit für diese Kunst.

    Will ich die Anerkennung als Künstler durch mein Publikum, dann sieht es natürlich wieder vollkommen anders aus. In diesem Fall gelten natürlich viele Regeln: Die Regeln der Kommunikation und des Marketing.



    Christian, Du beziehst Dich auf ein äußeres Regelwerk! Ich mich auf ein inneres.
    Das äußere Regelwerk ist natürlich überholt, niemand hält sich dran, wozu auch?
    Die Konventionen z.B. wie ein altmeisterliches Bild aufgebaut werden sollte usw. kann man mal Spaßes halber befolgen , wenn man Langeweile hat. Niemand fühlt sich daran heute noch gebunden, ich würde es auch für falsch halten, wenn es anders wäre.

    Das innere Regelwerk:
    Der Künstler hat eine Vorstellung und das gute Bild will etwas bedeuten, übrigens auch wenn "ohne Titel" druntersteht!
    Das innere Regelwerk ist die innere Logik, die Folgerichtigkeit.

    Vielleicht mal ein Beispiel aus einer anderen Disziplin, damit es deutlcher wird, was ich meine.
    Wenn in der Zeitung im Wirtschaftsteil plötzlich Satzfragmente aus dem Wetterbericht auftauchen, ist die innere Logik des Artikels betroffen.
    Auch wenn die Informationen zum Wetterbericht alle tadellos stimmen hat sowas im Börsenbericht nichts verloren.
    Sowas wäre eine Regelverletzung. Eine Verletzung des Gedankens "innerer Folgerichtigkeit"würde auch dann vorliegen, wenn der Journalist herumschwafelt, nicht zum Punkt kommt, Fragen aufwirft und sie nicht beantwortet, oder falsche Begriffe benutzt.
    Was für einen Jounalisten als lächerlich selbstverständlich gilt, gilt auch für den Maler und die Malerei.
    Es wimmelt von Bildern, die voller Fehler/ Unschlüssigkeiten stecken, es gibt kaum welche ohne. Innere Logik und Selbstrechtfertigung sind vielen ganz fremd.
    Oft verstehen Maler ihre eigenen Bilder nicht und kennen nicht die Wirkungen der Mittel, mit denen sie arbeiten. So entstehen dann Bilder, die etwas bedeuten wollen, was sie nicht bedeuten.
    Also ohne "Plan". Das meine ich mit Regeln. Man kann übrigens auch Regeln brechen. Nur dann muss man vorher welche aufgestellt haben.
  • tescha
    Danke für Deine Dialogeinfügung, ich hatte nicht alles gelesen.

    Oft verstehen Maler ihre eigenen Bilder nicht und kennen nicht die Wirkungen der Mittel, mit denen sie arbeiten. So entstehen dann Bilder, die etwas bedeuten wollen, was sie nicht bedeuten.
    Also ohne "Plan". Das meine ich mit Regeln. Man kann übrigens auch Regeln brechen. Nur dann muss man vorher welche aufgestellt haben.

    Ich mach doch erst einmal ein Bild und dann kommt eine Reflektion. Will ich eine Reflektion, dann male ich ein Bild, welches diese provoziert, oder nicht?
  • tescha
    Wie willst Du die Schlüssigkeit fassen, nehmen wir zum Beispiel den Aufbau eines Romans?
    Die Auffassung eines Bildes ist doch noch mehr dem Gefühl unterlegen, als der Sprache der Worte.
  • Franziska Kolbe
    Franziska Kolbe
    Es wimmelt von Bildern, die voller Fehler/ Unschlüssigkeiten stecken, es gibt kaum welche ohne. Innere Logik und Selbstrechtfertigung sind vielen ganz fremd.
    Oft verstehen Maler ihre eigenen Bilder nicht und kennen nicht die Wirkungen der Mittel, mit denen sie arbeiten. So entstehen dann Bilder, die etwas bedeuten wollen, was sie nicht bedeuten.
    Also ohne "Plan". Das meine ich mit Regeln. Man kann übrigens auch Regeln brechen. Nur dann muss man vorher welche aufgestellt haben

    Könnten wir dies vielleicht an Hand eines Bildes diskutieren. Stell mich auch gern zur Verfügung.
    Ich denke nämlich schon das jeder Maler irgendwann einen Plan hat. Manche beginnen direkt mit dem Thema das sie umsetzen wollen, bei anderen entsteht das Kernthema erst mit der Arbeit, was ich legitim finde.
    Signatur
  • Vincents_Ohr
    Vincents_Ohr
    Es wimmelt von Bildern, die voller Fehler/ Unschlüssigkeiten stecken, es gibt kaum welche ohne. Innere Logik und Selbstrechtfertigung sind vielen ganz fremd.
    Oft verstehen Maler ihre eigenen Bilder nicht und kennen nicht die Wirkungen der Mittel, mit denen sie arbeiten. So entstehen dann Bilder, die etwas bedeuten wollen, was sie nicht bedeuten.
    Also ohne "Plan". Das meine ich mit Regeln. Man kann übrigens auch Regeln brechen. Nur dann muss man vorher welche aufgestellt haben.


    Die Bilder, in welchen vom Betrachter bemerkbare Regelverletzungen auftauchen sind doch "Äußere", oder?

    Ich persönlich ärgere mich darüber, dass mir oft die Fähigkeiten und Tugenden fehlen, um ein Bild wirklich nach meinen Vorstellungen zu gestalten. Irgendwann komme ich dann nicht weiter und fühle schlecht. Ich habe den Anspruch, dass meine Bilder
    a) eine Aussage vermitteln
    b) Emotionen wecken
    c) ästhetischen Wert haben
    d) den Betrachter mit meinen technischen Fähigkeiten beeindrucken
    e) völlig neu und innovativ sind

    Solange ich dies nicht erreiche bin ich unzufrieden und gezwungen, weiter an mir zu arbeiten. Gut das ich Buddhist bin. Ein Leben wird nicht reichen :DDD

    Aber meine Vorstellung von "Künstler" ist da auch sehr eng. Jemandem, dem die von Dir angeführten Fehler nicht auffallen oder egal sind, ist auf jeden Fall in meinem Sinne, kein Künstler.
    Signatur
  • Gast, 1
    @ ariel, ach aarongal,wenn ich jetzt nicht nach plan 08/15 verfahre sondern einfach los kritzel,und mich dann von meinen assoziationen leiten lasse, ist das auch schon "regelgerecht"?


    Ja, bin ich von überzeugt! Wenn Du Dich von Asoziationen leiten lässt und Erfahrung hast, wirst Du intuitiv in 30 Min 100 Regeln befolgt haben, vielleicht auch Tausend.
    Wenn Du zeichnest und etwas in sich stimmig machst, z.B. einen Duktus verfolgst und nebenbei vielleicht noch ein reales Objekt abbildest, ist das Gehirn permanent mit dem Abgleichen der eigenen Vorstellung und dem Wechselspiel der Linien beschäftigt. Da ist jeder Zentimeter Strich an eine Entscheidung gekoppelt, nämlich ob es so funktioniert oder nicht.
    Wer erfahren ist und ganz selbstvergessen kritzelt erbringt diese Leistung trotzdem, das geht dann nur flotter.
    Als Anfänger überlegt man doch immer: Wie zum Kuckuck krieg ich das bloß hin, dass es so aussieht... Das ist Erlernen von Regeln. Wenn ich dies oder das tue, dann passiert auf dem Papier etwas ganz bestimmtes.
  • Gast, 1


    Könnten wir dies vielleicht an Hand eines Bildes diskutieren. Stell mich auch gern zur Verfügung.
    Ich denke nämlich schon das jeder Maler irgendwann einen Plan hat. Manche beginnen direkt mit dem Thema das sie umsetzen wollen, bei anderen entsteht das Kernthema erst mit der Arbeit, was ich legitim finde.



    Oh , Du bist aber mutig. An einem Bild lässt sich das natürlich alles viel besser erklären, vorausgesetzt Du hast geeignete eingestellt.
    Ich schau mal eben nach!
  • Franziska Kolbe
  • Gast, 1
    Also ich habe mir Deine Sachen angesehen und finde jetzt keine besonderen Unstimmigkeiten.

    Dein grober Pinsestrich passt eigentlich gut zur plakativen Ausstrahlung und Wirkung der Arbeiten.

    Obwohl von Ferne gut, gefällt mir bei näherer Betrachtung das Bild "Schrei " nicht so.
    Da kommt mir sofort die Munchsche Assoziation. Bei Deinem Bild stört mich der abgerissene Arm und das Pflaster auf dem Mund des Protagonisten mit Aufschrift "Schrei". Ist mir alles zu dicke.
    Aber es hilft nichts, Du bist für meinen Thread ein schlechtes Beispiel. Ich finde Du hast in Deinen Arbeiten ( übrigens besonders bei Schrei) eine der gewählten Thematik adäquate Grobheit der Form gewählt.
    Also bist Du eher ein Gegenbeispiel für mangelnde Folgerichtigkeit.
    Na, sei froh!
  • Franziska Kolbe
    Franziska Kolbe
    puh jetzt fällt mir ein stein vom herzen aber hab dank für deine kurze einschätzung.
    Signatur
  • RoWo
    RoWo Die Regel
    Die Regel der Kunst ist: Es gibt keine Regeln, erlaubt ist, was gefällt.

    Statt "gefällt" lässt sich wahlweise auch "nicht gefällt", "provoziert", "ankommt", "Aufmerksamkeit erregt" usw. einsetzen.
    Signatur
  • Gast, 1
    Die Regel der Kunst ist: Es gibt keine Regeln, erlaubt ist, was gefällt.

    Statt "gefällt" lässt sich wahlweise auch "nicht gefällt", "provoziert", "ankommt", "Aufmerksamkeit erregt" usw. einsetzen.


    Wie soll man denn provozieren, wenn man keine Regeln befolgt.
    Gerade wer provozieren will, muss die Regeln kennen, gegen die er verstoßen will, sonst ist alles nur unartikulierter Wust.

    Mich würde mal ein Gegenbeispiel interessieren. Welcher Künstler hat sich denn Eures Erachtens nicht an Regeln gehalten ( also ich meine jetzt keine Verhaltenskodexe).
    Sogar jemand wie H. Nitsch, der sie alle vor den Kopf stieß, hat ein in sich bestens abgestimmtes Werk erstellt. Da stimmt konzeptionell alles auch wenn man es noch so ekelhaft finden mag. Geradezu ein Kenner aller Regeln. Der malt keine Fratzen in Acyl und verwechselt das mit Grusel. Wenn ich seine Blut überströmten Leinwände sehe, dann überkommt mich ein echter Grusel.
  • Frank Czieczor
    Frank Czieczor
    nach allen Regeln der Kunst stellt der Mensch in der Regel das da was ihn am meisten beschäftigt.siehe Hölenmalereien!regelrechter Krieg herrscht in der Kunstwelt.Das Seelenbewustsein(chi)regelt das materielle dasein(chuan)...die Erscheinungweisen der materiellen Natur sind reguliert!
    wir halten uns an die Regeln um zu überleben.
    Und miteinander zu leben...regelmässig friedlich und freundlich zu geben und zu nehmen...erleichtert unser dasein ...wer jetzt versucht Regeln ausser Kraft zu setzen schadet vielleicht sich Selbst und auch Anderen.
    wohl regelwiderig ..oder? wenn wir es doch schaffen ist das wohl auch 'ne Kunst...
  • globetrotter
  • Gast, 1
    Die Bilder, in welchen vom Betrachter bemerkbare Regelverletzungen auftauchen sind doch "Äußere", oder?


    Äußeres und Inneres geben sich immer die Hand. Die größten Probleme eine innere Folgerichtigkeit einzuhalten haben eigentlich regelmäßig die Leute, die "ihre" Fotos abmalen und ihnen dann eine adaptierte künstliche Dramatik anpappen. Also Bilder gegen Hunger in der Welt, Krieg, große niedliche Augen von Drittweltkindern usw..
    Da stimmt dann die Form ( nämlich das gut sichtbar abgemalte Foto) nie mit der behaupteten Botschaft/ oder Titel des Bildes überein.

    Ich weiß auch nicht recht, ob ich hier aus der Gemeinde Negativbeispiele anführen sollte, ich glaube besser wäre es, sowas nicht zu tun.
    Mal sehen wie lieb hier die Mitglieder sind. Vielleicht ändere ich ja meine Meinung.



    Ich persönlich ärgere mich darüber, dass mir oft die Fähigkeiten und Tugenden fehlen, um ein Bild wirklich nach meinen Vorstellungen zu gestalten. Irgendwann komme ich dann nicht weiter und fühle schlecht. Ich habe den Anspruch, dass meine Bilder
    a) eine Aussage vermitteln
    b) Emotionen wecken
    c) ästhetischen Wert haben
    d) den Betrachter mit meinen technischen Fähigkeiten beeindrucken
    e) völlig neu und innovativ sind



    Dein Punkt e) ist schon mehr als genug. Wenn Du dem nahe kommst, hast Du die anderen Kriterien gleich mitverwirklicht!
  • RoWo
    RoWo
    Die Regel der Kunst ist: Es gibt keine Regeln, erlaubt ist, was gefällt.

    Statt "gefällt" lässt sich wahlweise auch "nicht gefällt", "provoziert", "ankommt", "Aufmerksamkeit erregt" usw. einsetzen.


    Wie soll man denn provozieren, wenn man keine Regeln befolgt.
    Gerade wer provozieren will, muss die Regeln kennen, gegen die er verstoßen will, sonst ist alles nur unartikulierter Wust.


    Meine Äußerung war als eine (den Regeln folgende) Provokation gedacht.

    Mich würde mal ein Gegenbeispiel interessieren. Welcher Künstler hat sich denn Eures Erachtens nicht an Regeln gehalten ( also ich meine jetzt keine Verhaltenskodexe).


    Das Gegenbeispiel ist ein Einsiedler, z.B. ein tibetanischer Punk, der "auf alles scheißt", sich nicht um die Welt kümmert (keine Kontakte pflegt, kein Internet, Handy, Telefon etc.) und einfach macht, was er will. Er folgt dabei natürlich seinen eigenen Regeln, jedoch keinen externen.

    Die Frage ist also: Welche Art von Regeln meinst du? Eigene oder externe?
    Signatur
  • Gast, 1
    Die Regel der Kunst ist: Es gibt keine Regeln, erlaubt ist, was gefällt.

    Statt "gefällt" lässt sich wahlweise auch "nicht gefällt", "provoziert", "ankommt", "Aufmerksamkeit erregt" usw. einsetzen.


    Wie soll man denn provozieren, wenn man keine Regeln befolgt.
    Gerade wer provozieren will, muss die Regeln kennen, gegen die er verstoßen will, sonst ist alles nur unartikulierter Wust.


    Meine Äußerung war als eine (den Regeln folgende) Provokation gedacht.

    Mich würde mal ein Gegenbeispiel interessieren. Welcher Künstler hat sich denn Eures Erachtens nicht an Regeln gehalten ( also ich meine jetzt keine Verhaltenskodexe).


    Das Gegenbeispiel ist ein Einsiedler, z.B. ein tibetanischer Punk, der "auf alles scheißt", sich nicht um die Welt kümmert (keine Kontakte pflegt, kein Internet, Handy, Telefon etc.) und einfach macht, was er will. Er folgt dabei natürlich seinen eigenen Regeln, jedoch keinen externen.

    Die Frage ist also: Welche Art von Regeln meinst du? Eigene oder externe?


    Habe ich schon ausführlich gesagt, RoWo! Ausschließlich eigene Regeln, womit auch der tibetanische Punk betroffen wäre. Der vielleicht sogar mehr als andere. Denn man kann mutmaßen, dass so einer ein ganz abweichendes Regelwerk befolgt. Befolgt er nichts, hat er keine Überzeugungen. Man könnte auch sagen, dass jemand der Regeln aufstellt der Welt ein neues Erkenntnisnetz überwirft, sie sozusagen neu vermisst.
  • Gast, 12
    Guten Abend, Kollegen!
    Ein Thema, dass sich auf einer anderen Plattform mal abendfüllend ausgebreitet hat. War sogar etwas schwierig. Einige waren der Ansicht, es gäbe keine Regeln und man könne folglich auch nichts falsch machen und keine Fehler begehen.
    Wahrscheinlich meinst Du dies hier:
    🔗
    Kann nur jedem anraten, das von Anfang bis Ende zu lesen, mir jedenfalls ist bisher keine bessere und inhaltlich gehaltvollere Diskussion dazu bekannt.
    Falls ich Aarons Profilbild noch richtig in Erinnerung habe, warst du auch der Themenstarter "zugast", richtig? Dein Problem bei dem Thema scheint zu sein, dass du "Kunst" und "Handwerk" miteinander verwechselst, aber auch das kann man da nachlesen.
    Gute Nacht!
  • Gast, 1
    Guten Abend, Kollegen!

    Ein Thema, dass sich auf einer anderen Plattform mal abendfüllend ausgebreitet hat. War sogar etwas schwierig. Einige waren der Ansicht, es gäbe keine Regeln und man könne folglich auch nichts falsch machen und keine Fehler begehen.


    Wahrscheinlich meinst Du dies hier:
    🔗

    Kann nur jedem anraten, das von Anfang bis Ende zu lesen, mir jedenfalls ist bisher keine bessere und inhaltlich gehaltvollere Diskussion dazu bekannt.

    Falls ich Aarons Profilbild noch richtig in Erinnerung habe, warst du auch der Themenstarter "zugast", richtig? Dein Problem bei dem Thema scheint zu sein, dass du "Kunst" und "Handwerk" miteinander verwechselst, aber auch das kann man da nachlesen.

    Gute Nacht!


    Ich glaube wohl Du hast von meinen Beiträgen überhaupt nichts verstanden.

    Sag mal lieber wer Du bist und versteck Dich nicht hinter Eierkopf- Bildern.

    Übrigens ist diese Diskussion in Deinem Link ein Beispiel für Niedertracht und Ignoranz. Genauer: Die Diskussion ging ja weiter, nur wurden meine späteren Beiträge entfernt. Obwohl sie ziemlich gut waren!
    Weil der Leiter dieser Plattform sich von seinen Untergebenen wie ein Gott verehren lässt, hat es seine Eitelkeit nicht zugelassen, dass ich ihn etwas plöde hab aussehen lassen.
    Er hat einfach meine Beiträge gelöscht, obwohl ich niemanden beleidigt habe, einfach weil er meine Argumente nicht wechseln konnte und Recht behalten wollte, witzig oder? Internet ist voll die Seuche.
    Als ich gegangen bin, hatte er mit mir den einzigen Künstler auf seiner Kunstplattform weggeekelt.
    Lustig, jetzt können die wieder ungestört ihre Ängste malen und er kann ihnen sagen, was sie bedeuten!
  • Constantin
    Constantin
    Auf der Startseite steht ich hätte geschrieben... ich hatte mich verlesen und werde schweigen, sorry :-)

    Trollt euch...
    Signatur
  • Gast, 1
    Auf der Startseite steht ich hätte geschrieben... ich hatte mich verlesen und werde schweigen, sorry :-)

    Trollt euch...


    Oh, dankeschön für den gute-Nacht- Gruß! Mir geht es auch gut, dem Kater ebenso, der Hund hat Würmer und die Frau ist immer noch mit Hausarbeit beschäftigt und klagt. Naja, worüber klagt die nicht und ein wenig Strenge meinerseits schadet doch nicht, oder?
  • heinrich
    Die Regeln gibt es überall
    auch in der Kunst...
    Wer gegen die verstößt,
    soll wissen, was er tut...
    Signatur
  • Seite 1 von 8 [ 303 Beiträge ]

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