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  • Sollte Ethik eine Rolle in der Kunst spielen? Wenn ja, welche?

  • Doktor Unbequem
    ... mit denen theoretisch ja jeder natürliche Prozess nachgebildet werden kann, oder nicht. .


    Fraktalprogramme sind sehr beschränkt, es entsteht nach einigem Praktizieren immer wieder Ähnliches/Gleiches.
    Ständige Wiederholungen...
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  • _nirdeZ_neB
    https://www.google.com/search?q=apophysis&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=&gws_rd=ssl{moz:distributionID}:{moz:locale}:{moz:official}&biw=1009&bih=817&tbm=isch
  • _nirdeZ_neB
    Das funktioniert nicht mit dem Link. :( Gib mal "apophysis" bei der Google Bildersuche ein.
    Hier mal ein einzelnes Bild: http://orig09.deviantart.net/aeb2/f/2009/084/6/2/alchemy___apophysis_by_404_not_found.png
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  • Doktor Unbequem
    das sind recht gute Sachen, gehört aber sicherlich mehr zu als nur ein Programm zu bedienen!...
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  • Günter
    Günter
    Ich habe lange (viel zu lange ;) in einem Studentenwohnheim mit fast tausend Bewohner und einer Selbstverwaltung mit eigener Kneipe, eigenen Waschsalons, Druckerei, etc. gelebt. Es heißt Studentendorf und ist auch genau das. Eine soziale Einheit, in der man, wie unter der Lupe, alle gesellschaftlichen Verhältnisse und menschlichen Verhaltensweisen unter "Laborbedingungen" beobachten konnte. Und was ich so höre, auch immer noch kann. Dort war ich in der SV tätig. Meine Erfahrung dabei: Alle wollen billig waschen, billig essen, billiges Bier saufen. Aber so gut wie keiner will Verantwortung übernehmen, trotz Aufwandsentschädigung. Warum? Wenn er so "dumm ist" das zu tun, wird er sofort, noch bevor er einen Finger krumm gemacht hat, als Betrüger, Ausbeuter, Egoist, Profilneurotiker oder sogar als Krimineller beschimpft. Das Ergebnis: Es finden sich nur Betrüger, Ausbeuter und Profilneurotiker, die diese Aufgabe übernehmen wollen. Der Rest ... will billig saufen! Und über die Verantwortlichen schimpfen.


    Ja so sehe ich das auch, jetzt gibt es Zwei Möglichkeiten, entweder man arrangiert sich mit diesen Verhältnissen, nutzt sie sogar, was heute fast Jede und Jeder tut oder man sträubt sich dagegen und das sind Wenige. Ich
    bin ein sog. Alt- 68er und eines unserer Hauptanliegen war es ja genau dieser Entsozialisierung unserer Gesellschaft entgegen zu wirken. Heute
    darf man kaum noch darüber reden ohne ausgelacht zu werden. Dennoch habe ich nicht resigniert, deshalb male ich auch solche kritischen Bilder mit dem Stinkefinger oder dem zahnlosen schreienden Mund und deshalb bin ich auch heute noch, obwohl seit Jahren Rentner, in der Gewerkschaft und deswegen ist die Zahl meiner Freundschaften auf ein kärgliches Minimum gesunken. Es ist zwar vordergründig bequemer die Hände in den Schoß zu legen und darauf zu hoffen, daß Andere sich kümmern aber spätestens die nächste Generation, also unsere Enkel, werden die Zeche bezahlen.
    Ich denke, die Kunst ist an den heutigen Zuständen am wenigsten schuld,
    auch wenn es einige wenige Künstler gibt, die sich einen Dreck um Staat und Gesellschaft kümmern. Schuld ist die Dummheit und die nimmt mit der wachsenden Weltbevölkerung noch zu und wird damit noch wirksamer.
  • Doktor Unbequem
    Einzelne Fraktale wiederholen sich meist in ihrer inneren Struktur,
    was es in meinen Bildern nicht gibt.
    Fraktale sind sehr "sauber" und geordnet,
    meine Bilder sind chaotisch.
    Fraktale haben meist klar abgegrenzte Formen,
    meine Bilder haben überwiegend fliessende Übergänge.
    Fraktale weisen meist viele symmetrische Aspekte vor,
    Transformbilder nicht.
    Fraktale sind sehr "hygienisch",
    meine Bilder tendieren in´s Organische.


    Was besser gefällt (wenn überhaupt) ist sicherlich Geschmackssache.
    Ich finde auch Fraktale recht ansprechend.

    "Immerhin" steht hinter meinen Bildern eine klare Philosophie -
    angelehnt an die vielen Bewusstseinswissenschaften (woran sich ja auch die Religionen anlehnen), die alle von derselben Kraft sprechen, die unsere Welt und uns am Leben erhält.

    Überall finden wir die Aussage, egal ob im Zen, im Kampfsport, in der Meditation - je "leerer" (unfixierter, hingebungsvoller, losgelöster) wir innerlich sind, desto "näher" kommen wir der Kraft, Bewusstheit, dem Fluss oder wie auch immer "es" genannt wird.
    Sie wird auch häufig als "unbeschreiblich", formlos etc "definiert".
    Dass "Leere"/Nicht-Fixiertheit durchaus intensive Wahrnehmung ist,
    will ich mit meinen Bildern "verständlich" machen.
    Es ist halt eine Möglichkeit, den Verstand zu überlisten.

    Ich will dem Betrachter die Möglichkeit geben, "nebenbei" zu entspannen und gleichzeitig Energie zu tanken, ohne in eine vorherbestimmte Richtung bzw Weise manipuliert zu werden.
    Signatur
  • _nirdeZ_neB
  • _nirdeZ_neB

    Halt halt - warum schon gar nicht mit comix??
    Das ist doch ein Medium, das (meist) auf mas-
    sige Verbreitung setzt - und wenn man, frau sie
    darauf anlegt durchaus international verständlich,
    wenn es um einfache Aussagen geht.
    Ich kann sagen: ohne die comix, die ich als Kind
    und Jugendlicher las und sah, wäre ich nicht hier.


    ... das ist ein wunderbares Beispiel für Subjektivität in den Beiträgen.
    Du bist mit "Comix" aufgewachsen, ich habe mich dafür nicht besonders interessiert - und schon haben wir eine Meinungsdifferenz, so entstehen unterschiedliche Bewertungen :-)).







    Jedenfalls bleibe ich dabei, daß Ethik, jenes zentral
    verordnete Ding zur Rechtfertigung, bestenfalls in
    Propagandabildern etwas zu suchen hat... das führte
    jetzt weitab, das darzustellen, was das Alles bedeuten
    könnte - ist auch nicht nötig.



    das wäre schon sinnvoll für die weitere Diskussion. Wo liegen in einzelen Zeitabschnitten die gesellschaftlichen Werte, und wie wurden sie dargestellt?
    Beipiele: in der Renaissance, solange diese sich direkt auf die Antike bezog, wurden nur Porträts von Herrschern zugelassen, diese bezahlten die Künstler ja schließlich auch (wenn sie Glück hatten), oder Kirchenkunst. Die kirchliche Aufträge bilden das Fundament der neuzeitlichen Kunst. Dann kamen das Bürgertum, die "neureichen" Kaufleute, wie die Medici, im Barock der Pomp des Adels, mit zunehmenden Bürgertum wurden deren Ideale zu Bildinhalten (C.D. Friedrich). Ab dem 18 Jh. kamen ja erst inhaltliche! persönliche Freiheiten der Künstler in die Werke. Schon die Künstler der Frührenaissance griffen auf künstlerische Traditionen und Symbole des Mittelalters zurück (z.B. die Eiche :-)).

    Das spätere Machthaber wie die Nazis, oder die Regierenden des Arbeiter- und Bauernstaates der DDR, sich aus Probagandazwecken ebenfalls dieser alten Wurzeln und Symbole in der Kunst bedienten, liegt doch irgendwie auf der Hand. Nur sollte man die künstlerischen Darstellungen nicht deshalb herabwürdigen, weil sie für politische Zwecke missbraucht wurden.
    Die Medici waren vielleicht die ersten, die Kunst als politische Strategie.
    "Florenz entwickelte sich zu einem Staat, in dem das Bürgertum wirtschaftliche Stärke und politische Macht anstrebte. Humanistische Bildung, prachtvolle Bauten, Bildende Kunst und das Sammeln von antiken schriften, die über ästhetische prinzipien ihrer Epoche Auskunft gaben, setzten äußerliche Maßstäbe. Mit Rückzug auf eine glanzvolle Epoche setzte das Bürgertum neue Zeichen, die Hinwendung zur Antike emanzipierte von der Herschaft des Klerus. Die humanistische Bildung verlieh dem Reichtum Glanz, zumal dem Bankgewerbe zu Beginn des 15. Jhs. der Geruch des Wucherns anhaftete."

    klingt doch modern, oder nicht?

    Das Beispiel der Medici zeigt auf, dass Kunstgegenstände und ihre Intention der Entstehung in der Bewertung auseinander driften. Die Künstler der Renaissance haben künstlerische Größe hervorgebracht, die Auftraggeber wie z.B. die Medici, haben diese Kunst durch ihre Aufträge erst ermöglicht, dabei spielt es für den Ausdruck der künstlerischen Werke keine Rolle mehr, dass die Sponsoren aus eigensüchtigen Gründen handelten.

    - Also, ich halte den aktuellen Einfluss von gemalten Bildern grundsätzlich gering, bzw. für unbedeutend, Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Ich denke, der Grund dafür ist darin zu finden, dass sich die Kunst ungefähr seit den 70er Jahren nicht mehr wirklich weiterentwickelt hat. Vielleicht ist es ja eine subjektive Wahrnehmung, die daher rührt, dass ich mich seit dieser Zeit bis vor zwei, drei Jahren viel zuwenig mit Kunst auseinandergesetzt habe, aber für mich stellt es sich so dar, dass sich die Kunst bis in die 70er Jahre in Richtung zweier Pole entwickelt hat.
    Einerseits die politische, sozial engagierte Kunst mit Beuys als Hauptvertreter und andererseits die formal orientierte Kunst mit Kubismus, Expressionismus, abstraktem Expressionismus und Surrealismus als anderer Pol. Die politische Kunst nahm in den 60ern und 70ern einen so breiten Raum ein, dass es auf der Freien Berliner Kunstausstellung zu dieser Zeit nach meiner Erinnerung kaum noch andere Kunst gab. Agitpop füllte damals die Messehallen. Sie hat wohl mit Beuys, der Alltagsobjekte als formale Symbole für politische Inhalte verwendete, die bei ihm im Vordergrund standen, ihren Höhepunkt gehabt. Danach drängt sich für mich der Eindruck auf, dass mit zunehmender Entpolitisierung der Gesellschaft auch die politische Kunst immer weiter an Bedeutung verloren hat. Auch im Ostteil Deutschlands dürfte mit dem Mauerfall für die meisten politischen Künstler die künstlerische „Existenzberechtigung“ weggebrochen sein.
    Der andere Pol, also die Kunst, bei der das Formale im Vordergrund steht, hat in meinen Augen mit Dali, Picasso, Bacon ihren (vorläufigen?) Höhepunkt erreicht. Ein mehr an Formenfülle, Farbenpracht und Visualisierung von Un- oder Unterbewusstem kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen. Alles was danach kam, ob Warhole, Lichtenstein, Baselitz, Rauch, sind für mich nur Verfeinerungen oder neue Mischungsverhältnisse der Werke dieser Zeit. Bei Rauch sehe ich beispielsweise eine surrealistisch anmutende Komposition von Bildinhalten, die auf den ersten Blick eine Aussage erwarten lassen. Uniformen, Waffen, Transparente, etc. Auf den zweiten Blick ist es aber genau das Gegenteil. Es bleibt völlig dekorativ. Als hätte jemand aus Zeitschriften interessante, bedeutungsschwer aussehende Figuren und Objekte ausgeschnitten, sie aber dann säuberlich von allen Symbolen gereinigt, die eine eindeutige Interpretation befürchten lassen könnten. Vielleicht Sinnbild eines DDR-Traumas. Die Selbstzensur des Künstlers, soweit, bis keine Aussage mehr übrigbleibt.
    Ich denke die Kunst hat in den letzten Jahren zu recht ihre Bedeutung verloren. Und das nicht nur wegen ihrer beliebigen Reproduzierbar und ihres Überangebots im digitalen Zeitalter, sondern vor allem, weil sie uns nichts neues mehr zu sagen hat.
    Wie so häufig, wenn es nicht weitergeht, schreit dieses nach Synthese. Warum nicht der vorhandenen formalen Wege, die schon gegangen wurden, mit den Inhalten, die schon reflektiert wurden. Die sich aber nach der Globalisierung und allen anderen Umbrüchen, die es seit den 70ern gegeben hat, völlig anders darstellen und anderen Fragen stellen müssen. Will die Kunst wieder ihre Existensberechtigung zurückgewinnen, sollte sie sich meiner Meinung nach an Lebens- und Gesellschaftsentwürfen beteiligen, die aktuell dringend erforderlich erscheinen. Und damit auch an politischen und ethischen Fragestellungen, die beispielsweise die ungebremste globalisierte Investmentwirtschaft in sozialer Hinsicht aber auch im Hinblick auf die nationale Unkontrollierbarkeit generieren.
    So, sorry, viel unqualifiziertes Geschwafel. Und wenn ein brauchbarer Gedanke dabei ist, hat den sicher auch schon ein anderer irgendwo formuliert. Aber das fiel mir eben so gerade dazu ein.
  • cinciMennasuS

    So, sorry, viel unqualifiziertes Geschwafel.


    Stimmt.

    LG, Susi
  • _nirdeZ_neB
    Danke, dass du zeigst, dass es immer noch unqualifizierter geht.
  • Frank Czieczor
    Frank Czieczor

    So, sorry, viel unqualifiziertes Geschwafel.


    Stimmt.

    LG, Susi


    bei 6 buchstaben
    2 doppelte buchstaben!
    wortschatzsucher was?
  • rellihcsruK
    Jetzt seid mal objektiv, hier.
    :-)))
    Ich versuch jetzt von dem thread
    zurück an die Oberfläche zu gelangen
    - Mount Everest hochwandern ist Nichts
    dagegen.
  • _nirdeZ_neB
    Ja Heinrich, Du hast wohl recht.
    Ich finde es übrigens lustig, wenn ich mir meine eigenen Gedanken mache, dafür hier ausgelacht werde und wenn ich hinterher mal ein bisschen im Web stöbere, wie andere darüber denken, stoße ich auf gar nicht so unähnliche Sichtweisen eines renomierten Kunstgeschichtlers.
    🔗
  • rellihcsruK
    ...
    Danke Heinrich, Du hast wohl recht.


    Ganz gewiß ist das so, ganz gewiß.
    :-)))))

    Ich finde es übrigens lustig, wenn ich mir meine eigenen Gedanken mache, dafür hier ausgelacht werde und wenn ich hinterher mal ein bisschen im Web stöbere, wie andere darüber denken, stoße ich auf gar nicht so unähnliche Sichtweisen eines renomierten Kunstgeschichtlers.


    Der wird vielleicht dort dafür ausgelacht....
    wer weiß es??
    Das zielgerichtet nachträgliche Absichern und
    Aufwertenwollen von Dingen, die man selbst gedacht
    und schon gesagt, diskutiert hat, das ist arg öde.
    Hier alle Male.
  • heinrich
    Ausgelacht werden,
    das ist doch nicht das Schlimmste.
    Da lacht man oft auch mit,
    nur aus anderer Sichtweise...:-)

    Der Mensch tappt im Dunkeln
    und macht eine kluge Miene dabei...
    .
    :-D

    "Kopieren" ist ein Thema für sich...
    Es kann auch was daran sein...
    Mit Ethik und so...
    Hmhmhm...
    Signatur
  • _nirdeZ_neB
    Naja, warum sollte die angesprochene Inhaltsleere, die ausschließliche Beschäftigung mit dem Formalen, das "sich selbst bedeutungslos machen", nicht auch ihre Entsprechung in den Kunstnet-Threads finden. ;)
  • heinrich
    Ja, warum sollte es nicht?
    wir alle legen Akzente, auf das,
    was einem am wichtigsten erscheint...
    Jeder ist vor allem mit sich selbst konfrontiert,
    erst dann mit den anderen...

    Wenn man als Künstler diese Inhaltsleere in sich verspürt,
    warum denn nicht das auch ausdrücken,
    dass es die andre sehen
    und auch mitspüren...

    Der Künstler ist der,
    der ausdrückt...:-D
    Signatur
  • _nirdeZ_neB
    Nur wo Nutella drin ist, kann man auch Nutella rausdrücken. ;)
  • heinrich
    Es ist einfach seltsam...
    Der Mensch hat fünf, FÜNF! Sinne,
    (Eigentlich sieben, aber fünf ist auch ok)

    und benuzt nur zwei...

    Dann verkümmern die andere
    ist doch logisch...
    Signatur
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