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  • Unzucht

  • Peter Pitsch
    Peter Pitsch Unzucht
    Seine Stimme ist ins Schweigen gesendet,
    tiefe Frömmigkeit, durch Not gepfändet,
    reine Unschuld um ihrerselbst geschändet,
    böse Mächte wähnen das Werk vollendet.

    Er muss die Welt bekehren: so sei es nicht!
    das Herz wahrer Tugend liege im Verzicht,
    sie habe ihn betört, mit doppeltem Gesicht,
    des Engels weiche Züge, Kathedralenlicht.

    Schwäche müsse man mit Schuld kasteien,
    des Geilheits Zepter mit der Hand befreien,
    wahrer Reinheit einen neuen Sinn verleihen,
    tief in sie dringend, vor Ehrfurcht schreien!

    (c) P.Pitsch, aus Anwesenheit
    Signatur
  • daednU
    veraltete sprache wird oft mit poesie gleichgesetzt
  • Peter Pitsch
    Peter Pitsch
    So ein Blödsinn!
    Der Inhalt scheint dir zudem entgangen zu sein ...
    Signatur
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  • daednU
    darf ich fragen werter herr, welche dichter sie so kennen/mögen?
  • rellihcsruK
    * 'n halbes Päckchen Papiertaschentücher hinwerf *
  • Peter Pitsch
    Peter Pitsch
    🔗 http://www.peter-pitsch-schriftsteller.com/lyrik/


    Ich kenne viele und mag einige.

    Ich las Texte, darin flossen die Gedanken der einzelnen Autoren schier ungebändigt, spontan, sprudelnd vor Einfallsreichtum und assoziativ über die Seiten ins pure Leben hinaus. Und ich las Texte, darin folgte hinter jedem dritten Wort ein Punkt, der mich jäh ins Stocken brachte, aus voller Absicht, auf dass ich die Begriffe in ihrer vielfältigen und psychologisch hintergründigen Bedeutung erfasste.
    Dass die Ausdrucksformen im vermeintlichen Gegeneinander einen Kontrast bilden und dass Dualität, Vielschichtigkeit und individuelle Nuancen existieren, gibt uns vor allem das eine: zu denken.
    Signatur
  • tsivob-i
    veraltete sprache wird oft mit poesie gleichgesetzt

    ________
    g'fallt mir. auch geschnörkelte, gezirkelte,
    geblümte und gekringelte ...

    :)
  • daednU
    + was verleitet sie zu der annahme,dass mir der inhalt entgangen ist ?

    + wieso erfordert der inhalt diese sprache?
  • Peter Pitsch
    Peter Pitsch
    Auf die zweite Frage gibt es keine Antwort, setzt sie doch mein Einverständnis der absoluten Vereinnahmung des Textes durch deine persönlichen Prämissen voraus. Die Art und Weise des literarischen Ausdrucks wähle ich indes je nach Thematik, Gemütszustand, Stimmung, etc. nicht nach deinen Kriterien. Die Perspektive, jenes des Autors - abhängig von den abermillionenfach interpretierten Versionen eines Weltgeschehens mitsamt seinen Banalitäten und Katastrophen und Mummenschanz und Traurigkeit und Vermissen und Todesangst und Kaltschnäuzigkeit und Lethargie und Verunglimpfung und Missverständnis und jene des Lesers: "Eigentlich mag ich diese Form der Literatur nicht." Oder: "Herrlich, das ist genau mein Ding!"
    Zur ersten Frage: verleiten lassen habe ich mich möglicherweise, abgeleitet habe ich mit Sicherheit. Den Ausdruck "veraltete Sprache" unabhängig von der ernsthaften Thematik des Textes im Stile einer SMS-Nachricht hinzuwerfen wie einen abgenagten Knochen, spricht nicht für ein tieferes Verständnis deinerseits oder einem Respekt vor dem innewohnenden Anliegen.

    @ i-bovist

    Gut zu wissen. :-)
    Signatur
  • tsivob-i °°
    toll !

    :)
  • daednU
    sie wirken sehr gekränkt herr pitsch
    überhaupt + sowieso
    das verhindert einen dialog

    i'm so sorry
  • hatsa
    sie wirken sehr gekränkt herr pitsch
    überhaupt + sowieso
    das verhindert einen dialog

    i'm so sorry


    Aber, lieber Reiser, er hat doch geantwortet.
    Möglicherweise fällt es dir schwer des Dichters Sprache zu verstehen?;-)
  • daednU
    ich meinte natürlich die fortführung eines dialogs
  • hatsa
    Also, ich habe ihn so verstanden:
    Auf die Frage, wieso erfordert der Inhalt diese Sprache?
    antwortete er, dass dies sein eigenes Ermessen wäre. Weil Dichten eine Kunstform ist und die Kunst gestalterische Freiheit voraussetzt. Er könne sich nicht daran orientieren, was der Mainstream oder die persönlichen Vorlieben der geneigten Leserschaft verlangen.

    zweitens, läßt er durchblicken, dass er diese Form gewählt hat, weil ihm die Ernsthaftigkeit des Themas ein Anligen sei, welches durchaus eine andere Form verlangen würde, als im Stil einer SMS zu schreiben.

    ;-)
    Er hat, wie ich selbst auch oft, deine Fragen als Kritik aufgefaßt und nicht als Aufforderung zum Dialog.
  • Roderich
    Roderich
    "des Engels weiche Züge, Kathedralenlicht"

    schöne worte, in ebensolcher kette gefügt. :)
    Signatur
  • daednU
    also *eigenes ermessen*
    sollte das nicht wenig nachvollziehbar sein
    für andere?

    einen mainstream in der dichtkunst
    existiert natürlich nicht,
    gedichte die heute entstanden
    sind und eine uralte sprache verwenden
    - die die leute in ihrem
    wirklichen leben nie anwenden
    hingegen en masse


    * lustig wie man so einen thread pushen kann
  • hatsa
    also *eigenes ermessen*
    sollte das nicht wenig nachvollziehbar sein
    für andere?

    einen mainstream in der dichtkunst
    existiert natürlich nicht,
    gedichte die heute entstanden
    sind und eine uralte sprache verwenden
    - die die leute in ihrem
    wirklichen leben nie anwenden
    hingegen en masse


    * lustig wie man so einen thread pushen kann


    Stimmt so nicht ganz. In zwei Dichterforen
    habe ich gelernt, dass es durchaus eine "moderne"
    Art des Dichtens gibt. Diese Stakkatoartigen Dinger,
    die aber perfekt in unsere Zeit passen.
    "Uralt" ist nicht immer schlecht.
    Siehe die Höhlenmalereien.
  • daednU
    na na der vergleich mit den höhlenmalern
    hinkt aber gewaltig
    als goethe/schiller usw hier sprache
    verwendeten war das mehr oder weniger
    state of the art..und wurde von vielen verstanden

    hier dient es aber nur dem distinktionsgewinn
    vor der schnöden banalen welt...

    guckst du:

    Materialien zu einer Kritik
    der bekanntesten Gedichtform
    italienischen Ursprungs

    Sonette find ich sowas von beschissen,
    so eng, rigide, irgendwie nicht gut;
    es macht mich ehrlich richtig krank zu wissen,
    daß wer Sonette schreibt. Daß wer den Mut

    hat, heute noch so’n dumpfen Scheiß zu bauen;
    allein der Fakt, daß so ein Typ das tut,
    kann mir in echt den ganzen Tag versauen.
    Ich hab da eine Sperre. Und die Wut

    darüber, daß so’n abgefuckter Kacker
    mich mittels seiner Wichserein blockiert,
    schafft in mir Aggressionen auf den Macker.

    Ich tick nicht, was das Arschloch motiviert.
    Ich tick es echt nicht. Und wills echt nicht wissen:
    Ich find Sonette unheimlich beschissen.

    Robert Gernhardt

    moderne sprache
    aber alte form
    (sonett)
  • tsivob-i
    na na der vergleich mit den höhlenmalern
    hinkt aber gewaltig
    als goethe/schiller usw hier sprache
    verwendeten war das mehr oder weniger
    state of the art..und wurde von vielen verstanden

    hier dient es aber nur dem distinktionsgewinn
    vor der schnöden banalen welt...

    guckst du:

    Materialien zu einer Kritik
    der bekanntesten Gedichtform
    italienischen Ursprungs

    Sonette find ich sowas von beschissen,
    so eng, rigide, irgendwie nicht gut;
    es macht mich ehrlich richtig krank zu wissen,
    daß wer Sonette schreibt. Daß wer den Mut

    hat, heute noch so’n dumpfen Scheiß zu bauen;
    allein der Fakt, daß so ein Typ das tut,
    kann mir in echt den ganzen Tag versauen.
    Ich hab da eine Sperre. Und die Wut

    darüber, daß so’n abgefuckter Kacker
    mich mittels seiner Wichserein blockiert,
    schafft in mir Aggressionen auf den Macker.

    Ich tick nicht, was das Arschloch motiviert.
    Ich tick es echt nicht. Und wills echt nicht wissen:
    Ich find Sonette unheimlich beschissen.

    Robert Gernhardt

    moderne sprache
    aber alte form
    (sonett)

    ____________

    supa !!!!
    :)
  • Peter Pitsch
    Peter Pitsch
    Abwesenheit

    Der Hochmut schwelgt im Einerlei,
    vereintes Plappern wird zum Brei,
    Konformität formt den Gedanken,
    Zweifler wähnt sich unverstanden.

    Vom Hort der Kindheit losgesagt,
    dem Ruf der Freiheit nachgejagt,
    im Innenohr herrscht viel Verkehr,
    ein Floskelschwall reist hinterher.

    Kunst kastriert durch die Rhetorik,
    Postulat verwehrt den Weitblick,
    Beschränktheit führt das Wort,
    für Schaffensdrang ein toter Ort.


    (c) P.Pitsch



    🔗 http://www.peter-pitsch-schriftsteller.com/lyrik/
    Signatur
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