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  • brauche dringend rat/hilfe/mithilfe bei einer forschungsarbeit

  • Phrae
    Phrae brauche dringend rat/hilfe/mithilfe bei einer forschungsarbeit
    hallo zusammen,

    nach gefühlter zwanzig-jähriger teilhabe an dieser beliebten kunstseite, kann ich heute mit der ankündigung einer 'statistisch-soziokulturellen studie über kunsterwartung und kunstbewertung im elektronischen raum (arbeitstitel)' aufwarten und möchte zugleich um euere mithilfe bei deren weiterführung bitten.


    ausgangssituation

    es war zugegebenermaßen nicht immer leicht, über einen so langen zeitraum alle erreichbaren kommentare zu den eingestellten bildern zu sammeln, zu katalogisieren und ggf. bei nachträglichen änderungen zu aktualisieren. gerade letzteres bereitete einige schwierigkeiten, zumal aus urheberrechtsgründen auf die erfassung der elektronischen abbildungen (bilder) und der ersatz-wiedererkennungsbildnisse (avatare) verzichtet werden musste. auch die nachführung der häufig wechselnden teilnehmernamen (nicks) bereitete einiges kopfzerbrechen bei der programmierung der nick-tracking-software. alle diese schwierigkeiten konnten zufriedenstellend überwunden werden.

    zu beginn der sammlung stand der zeitliche endpunkt nicht fest. als grobe richtschnur war eine dekade angesetzt, um auch die kriterien einer langzeitstudie erfüllen zu können. kurz vor erreichen des endes der zweiten gefühlten dekade erzwang allerdings die füllgrenze von 1 terrabyte kommentarware den physikalischen abbruch. eine versuchte verdichtung auf die gängigsten schlüsselworte wie 'schön', 'toll' oder 'finde ich auch gut' reduzierte zwar deutlich den speicherplatz, erbrachte aber gleichzeitig eine nicht hinnehmbare unschärfe in der beobachtung. ein problem, das jedem statistiker wegen seines unauflösbaren widerspruchs geläufig ist. der plötzliche abbruch ist zwar bedauerlich. andererseits ist es bei kenntnis der vorhandenen materialien zweifelhaft, ob eine speicheraufstockung und fortführung der sammlung um einige wenige monate zu einer signifikanten veränderung in der gesamtaussage geführt hätten. die kommentarsammlung wurde daher mit stichtag 31.12.2011 beendet und die im www freigesetzte fachsoftware mit einer nachlaufzeit von maximal 38 werktagen zum stichtag auf allen erreichbaren rechnern kosten- und risikolos deleted.

    soviel vorab und zur kurzen einführung in die vorgehensweise.


    derzeitiger stand des projektes

    die phase des sammelns, erfassens und katalogisierens ist, wie ausgeführt, abgeschlossen. die basis-auswertungen sind inzwischen erfolgt und die ersten charts gefertigt. es zeichnen sich deutliche trends im kommunikationsrhythmus ab, die als nächstes sowohl in einen soziologischen als auch kreativ-motivistischen zusammenhang gestellt, analysiert und diskutiert werden müssen. angedacht, aber zur zeit nicht durchgeplant, ist eine ergänzende feldbefragung des teilnehmerkreises. ob diese befragung durchgeführt wird, ist im wesentlichen davon abhängig, wie aussagekräftig die bis dato ermittelten trends sind und inwieweit sie einer qualifizierten gegenprüfung standhalten können, die bereitschaft eines breiten, möglichst repräsentativen teinehmerfeldes einmal vorausgesetzt.

    besonders gravierend - und deshalb stelle ich diese einzelerkenntnis auch ohne gegenprüfung hier kurz und vorab ein - ist der ganz überwiegend fehlende bezug der kommunikationskurve zum dargebotenen kunstobjekt.*) insoweit und weil sich alle definierten kennlinien unterhalb dieses punktes berühren und zugleich eine art break-even-point der kommunikationsbeziehungen darstellen, kann erstmals wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass es des abbildes im grunde nicht bedarf (sic!) und, falls ein abbild vorhanden ist, sich dessen aussage, sollte es denn eine vorweisen können, schlussendlich als irrelevant für den verlauf der weiteren kommunikation herausstellt.

    langjährige beobachter der öffentlich kommentierenden und bewertenden 'kunstszene vom sofa aus' (c) mögen hier einwänden, dass derartige erkenntnisse für sie nichts neues erbrächten. dem sei entgegen gehalten, dass ihre allenfalls empirischen beobachtungen lediglich einzelfall bezogen, sporadisch, emotional und ohne das langzeit basierte material keinerlei beweiskraft inne haben. umfassende recherchen in anderen wissenschaftsbereichen im cyberraum mit kommentierendem/bewertendem praxisbezug (kbpb) haben ferner erbracht, dass in jedem falle das objekt der bewertung bzw. dessen elektronische abbildung gegeben sein muss. eine vollzählige auflistung bleibt der veröffentlichung der studie vorbehalten und würde hier den rahmen sprengen. genannt ohne erläuterungen seien beispielhaft:
    1. die fachärztliche ferndiagnose (ohne ausstellung eines totenscheins),
    2. die wettervorhersage und
    3. die ziehung der lottozahlen.
    allein diese trivialbeispiele stehen außer jeden zweifels. erfolgt keine darstellung, erübrigt sich die kommentierung und bewertung. der (explizit nicht-wissenschaftliche) bereich kunsterwartung und kunstbewertung im elektronischen raum (kker) hingegen kommt statisch gesehen - und so bewiesen - ohne jeden abbildungsbezug in der praktizierten kommunikation aus!



    das projekt am scheideweg

    mit dieser überraschenden und auch für den autor folgenreichen erkenntnis steht plötzlich der ursprüngliche untersuchungsansatz in frage und die zielrichtung der weiteren forschungsarbeit sozusagen am scheideweg (alternativen):

    a) eine wissenschaftliche befassung mit dem 'nichts' in der kunst (nihilistische kunst im engeren sinne wäre noch davon abzugrenzen) ist äußerst zeitaufwändig, kraftraubend und letztlich inhaltsleer - ganz abgesehen von einer zweifelhaften ökonomischen verwertbarkeit der studie.

    b) der sozio-kulturelle weg. hierfür sprächen in der tat einige interessante, auch der breiten öffentlichkeit zugängliche thematiken, als da wären (vorläufige auswahl):
    1. stellenwert und wertschöpfung von hundeabbildungen bei katzenliebhabern
    2. der mohn in der kunst als die verbindende kraft des faktischen
    3. über das problem des großformats in der kleinfamilie (wurde schon einmal diskutiert, aber ohne lösungsansatz, s. google)
    4. warum frauen keine männer malen können, aber männer nur sich selbst
    5. der einfluss der memopause auf die farbgestaltung einer frühlingsblume
    6. kann die allabendliche flasche wein die eigendynamische wirkung einer bleistiftschraffur dauerhaft verbessern?

    auf einen signifikanten punkt wäre noch aufmerksam zu machen. es ist, ohne diese oder ähnliche detailuntersuchungen durchgeführt zu haben, verfrüht und überdies wissenschaftlich unkorrekt, an dieser stelle bereits folgerungen für jedwede kunstseiten im internet vorzuschlagen. ich warne also ausdrücklich davor, zum beispiel eine daumensymbol-funktion (ähnlich facebook) zu implementieren und zur benutzung freizugeben, die eine meinungsäußerung zulässt schon bevor die userin / der user ihr / sein kunstobjekt*) hochgeladen hat, gleichwohl die bisherigen erkenntnisse der studie die irrelevanz der abbildung auf den kommunikationsverlauf nachgewiesen hat und diese wiederum die prae-aktive verwendung des prädikatsymbols zu rechtfertigen scheint.(sic!)




    abschließende bitte


    in der hoffnung, dass ihr die o.a. problematik und das darin eingelagerte dilemma moderner kunstpräsentation und -bewertung nachvollziehen könnt, wäre ich für wertvolle anregungen (nur ernsthafter natur) zum künftigen untersuchungsziel a) oder b) sehr dankbar. wer darüber hinaus tätig an einer spannenden forschungsarbeit mitwirken möchte, sei herzlich eingeladen. allerdings fehlen mir leider im moment noch die forschungsmittel. auch auslagen und reisekosten können nicht erstattet werden. eine namentliche erwähnung im nachspann und - falls gewünscht - auch die abbildung eines euerer kunstwerke mit beispielhaftem kommunikationsverlauf ließe sich sicherlich nach absprache organisieren.

    vielen dank!


    ') anm.: mir ist bewusst, dass der kunstbegriff weder mit statistischen noch mit vergleichender soziokultureller analysis zu definieren ist. auch will ich beileibe nicht die x-te debatte darüber lostreten. ich enthalte mich ferner strikt einer inhaltlichen diskussion von abbildungen jeglicher art, da diese nicht untersuchungsziel waren und sind und bitte auch, derartige debatten ggf. an anderer stelle als hier zu führen.


    ps. eure anonymität bleibt - wie in allen meinen studien jedenfalls - stets gewahrt.

    pps. in einigen fällen habe ich der besseren lesbarkeit halber darauf verzichtet, die korrekte weibliche form in der schreibweise zu verwenden, was keine diskriminierung bedeuten soll. im sinne des gender-mainstreamings bitte ich, diese gedanklich unter der benutzten männlichen form zu subsummieren.

    ppps. sollten sich in den vorstehenden text rechtschreib- oder gar grammatikalische fehler eingeschlichen haben, so bitte ich im namen meiner sekretärin um entschuldigendes verständnis. sie musste den text auf einer chinesischen tastatur schreiben und konnte sich die verdeckte anordnung der zugehörigen deutschen buchstaben beim diktat nicht gleich auf anhieb merken. ferner fehlt die umschalttaste für die großschreibung. umlaute und ß konnten nur durch mehr-tasten-griff (z.b. ß = strg-alt-孔斯特-净) erzeugt werden, wobei ich ihr helfen musste, weil ihre hände zu klein sind. es kann also möglich sein, dass dadurch ihre konzentration gelitten hat.

    mit freundlichen grüßen
    (autor nach diktat verreist)
    Signatur
  • eppap
    Gefällt mir gut.
    Aber sind zwanzig Jahre wirklich ausreichend??
    Die Verzerrungskoeffizienz zu klein gegreifzir-
    kelter Erhebungssatzumfänge ist ein totadiäres
    Streitthema unter Statistikern; es ist, das sagt
    ein Beobachtugszeitraum von 300 Jahren (am 17.
    September 2012), schon epidemisch kantinär zu nennen.
  • Phrae
    Phrae
    Gefällt mir gut.
    Aber sind zwanzig Jahre wirklich ausreichend??
    Die Verzerrungskoeffizienz zu klein gegreifzir-
    kelter Erhebungssatzumfänge ist ein totadiäres
    Streitthema unter Statistikern; es ist, das sagt
    ein Beobachtugszeitraum von 300 Jahren (am 17.
    September 2012), schon epidemisch kantinär zu nennen.

    wo du recht hast, hast du recht. aber die abwägung zwischen dem sublimat der verifizierten mittellinie der unteren kommunikationskorrelanten zegte mir an, dass eine ausweitung des untersuchungszeitraum wenig neue erkenntnisse bringen würde. außerdem ist meine kohle alle, immerhin 1 TB belastbarer stoff ist einfach zu viel!
    Signatur
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