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  • Super-Happy End

  • heinrich Super-Happy End
    Das war wie...
    Sex im Schachtel...
    Genau das war's.
    Aufregender, dramatischer,krankhafter Sex in einem Schachtel...

    Sie schob den Deckel beiseite
    und betrachtete die Farbtuben in Reih und Glied.
    Da lagen sie vor ihr, glanzend, prall gefullt und versiegelt...
    Und sofort spurte sie ein Ziehen im Bauch
    das sie so gut kannte.
    Dieses Gefuhl - diese Erregung -
    nutzte sich nicht ab, egal,
    wie oft sie das Ritual zelebrierte...


    Eine Nacherzahlung
    nach Motiven von Beth Harbison "Schutick"
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  • heinrich
    Lachelnd streichelte sie die Farbtuben,
    Nachdenklich vertieft,
    uberlegt welche zwei sie auswahlen wurde...

    Das war's - wie sie es liebte...
    eine verbotene Lust der edelsten Sorte,
    sinnlich, taktil, hedonistisch und dekadent gleichzeitig...

    Sie spurte, wie sich jede Farbe unter ihren Fingern
    ganz anders anfuhlte...

    Und sie las die Namen:
    Neapelgelb...Gebrannte Terra die Siena...
    Zinnober...Permanentrot....Karmin...
    Gebrannte Grune Erde...
    Chromoxidhydratgrun...
    Phthalocyaningrun...

    Aaaahhhhh.....

    Mmmmmhhhh....

    Ihre Haut kribbelte von Kopf bis Fuss...
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  • heinrich
    Sie nahm eine Tube heraus...
    Drehte mit den Fingerspitzen
    den kleinen gerillten Verschluss auf,
    und mit seiner spitzen Seite borhrte sie
    die Metallversiegelung durch...

    Das kleine Farbwurmchen kam heraus,
    das sie sofort auf glatte Unterlage streichte...

    Sie wiederholte den Vorgang
    mit anderer Farbe...
    Betrachtete sie, noch unberuhrt neben einander
    noch eine Weile...
    Nahm einen Spachtel...
    Und fang an sie zu vermischen...

    Sie mischte schneller und schneller...
    Beobachtend wie die Farben sich verandern...
    In einander drangen und flossen...
    Ein wohlwollendes Gefuhl...
    breitete sich aus...Ja. Jajaja!

    Das war heiss...
    :-)
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  • heinrich
    Naturlich wusste sie,
    dass es einer Sunde glich...
    Zwolf Jahre an einer katholischen Schule
    hatten ihre Wirkung getan:
    Fur diese Wollust
    wurde sie spater bussen mussen.
    Spater...

    Ach, egal. Sie malt schon so was seit Jahren.
    Die Bilder stapeln sich auf dem Dachboden,
    Die besten hangen bei Bekannten und Verwandten...
    Und alle sind zufrieden...

    Diesmal soll eine Landschaft sein...
    Meerkuste...Berge...Baume...
    Grob skizziert sind sie schon da...
    Und ihr ist nicht wichtig...
    wo demnachst das Bild landet...
    Leinwand ist gespannt in Erwartung...
    Und sie weiss, was jetzt kommt....
    Erste Beruhrung...
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  • heinrich
    Und das ist immer...heikel...
    Man weiss nicht
    wo man ansetzen soll...
    und wie...

    Sie zogerte mit dem Pinsel...
    Und...alles rum herum verschwand...
    Sie machte was sie schon mehrere Male gemacht hat...
    Weit weg in Gedanken...

    Das nannte man Technik...
    Du machst eines
    und denkst an was anderes...
    Sie konnte das automatisch gut...

    Jetzt ist sie ruhiger geworden...
    Die Untermalung entsteht...
    Und sie dachte dabei an alles mogliche...
    Zum Beispiel, dass sie das Meer
    noch nicht real gesehen hatte...
    Nur im Fernsehen... und in den Buchern...

    Die Vorlage war aus der Zeitschrift ausgeschnitten...
    Das war eine Serie, von Meeresbildern...

    Sie malt sie alle nach...
    Diese Serie konnte man sich in ihrem Blog ansehen...
    Ja sie hatte ein Blog...
    Mit ein paar netten Kommentaren...

    Ah...nicht der Rede wert...
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  • heinrich
    Sie dachte auch an ihre Mutter...

    Eines der wenigen Dinge,
    an die sie sich bei ihrer Mutter erinnerte,
    waren ihre Sofaskissen und Stickbilder...

    Sie stickte...Und das so gut,
    das sie im Ort sogar eine Art Beruhmtheit erlangte...

    Sie stickte klassisch...

    Landliche Idyllen aus Hirtenleben mit Mannern, Frauen im Grunen...
    Russische Ikonen...Szenen aus der Bibel...

    Und ihre absolut Lieblinge:

    verschiedene Tiere- und Vogelarten mit Blumen und Pflanzen...

    Die Stickereien waren so fein,
    fast gobelinartig...mit interessanten Sujets...

    Wenn sie die Augen schloss,
    sah sie ihre Mutter sitzend und stickend am Fenster...

    Nach allem was sie uber ihre Mutter wusste
    oder woran sie sich noch in ihrer verblassten Erinnerungen
    zu erinnern glaubte, schien eines sonnenklar:
    Die Liebe zur darstellenden Kunst war erblich.
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  • Roderich
  • Xabu Iborian
    Xabu Iborian
    War das schon das Super-Happy End? :)
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  • heinrich
    Spater hat die Frau etwas
    fur sich personliches verstanden...
    Was ihr wichtig war...

    Hat Freunde gefunden
    die ihre Hobby und Interessen teilten...

    Hat sich auch andere Ziele gestellt...
    Also...aus dem Kreislauf ausgebrochen...
    Un...so weiter...
    Signatur
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