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  • Autodidakten kontra Kunstschulen generell ja oder nein?

  • Annemarie Siber
    Annemarie Siber
    @brooklyn:...Also erstmal find ich die Überschrift nicht sehr glücklich: kontra - generell - ja oder nein. Das ist keine differenzierte Vorgabe.....

    Stimmt - aber ich wollte mit Absicht provozieren und nicht differenzieren.

    Mir ist halt (mal wieder) sauer aufgestossen, dass die Werke von NICHT-studierten immer gerne als "Hobby-Künstler", "Hausfrauen-Bilder", "psychologische Entspannungs-Übungen" etc. disqualifizierend betitelt wurden, anstatt entweder Hilfestelleung zu geben, oder mangels anderer sachlicher Kriterien.
    Ich bin Studentin einer Kunstakademie (seit kurzem *g*) und weigere mich dies als "Status-Symbol" zu betrachten, da die Gründe dafür (meinerseits) nichts mit "mehr Talent" zu tun haben, sondern absolut pragmatischer Natur sind.
    Ich möchte (wie hier bereits gesagt wurde) von den Tipps profitieren (anstatt sie mir langwierig selber zu erarbeiten - was natürlich absolut möglich ist). Ich möchte von den Beziehungen profitieren (ich brauche halt Geld zum Leben UND für das Material) und ich liebe es, mich unter Gleichgesinnten zu bewegen......
    Trotzdem - ich käme niemals auf die Idee, die Künstler welche nicht, oder NOCH nicht eine Akademie absolvieren von oben herab zu betrachten.... das ist Arrogant und nicht Stolz!
    In vielen schlummert ein Potential, welches ich weder beurteilen kann, noch kann/darf ich die ersten Schritte dazu so herabwürdigen, außer es handelt sich um sachliche Kritik - Betonung auf SACHLICH!!!
    JEDER - wirklich JEDER kennt doch die ersten Anfänge, oder nicht???
    Ich glaube nicht, dass die Akademie aus mir einen BESSEREN Künstler machen wird.
    Und Hobby oder Profi, sagt doch letztendlich nur aus, ob jemand damit seinen Lebensunterhalt verdient, aber nicht ob man besser oder schlechter als Andere ist, oder?
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  • ronimaje
    Bin ganz neu hier!
    Zu diesen Thema
    Ich bin ein kleines Licht und möchte so hell leuchten wie die die ihre Anerkennung schon bekommen haben.
    Autodidakten tolles Wort
    - nicht Studiert
    - keine Ahnung von Kunst
    - naiv
    Aber ist es nicht das was Kunst ausmacht?
    Ohne Beeinflussung, aus eigene potenzial zu schöpfen, mit den Mitteln die man sich finanziell leisten kann?
    Weil das was man schaffe für einen wichtig ist und sein innerstes selbst wieder spiegelt.
    Geordnet und Unsortiert.
    Die Anerkennung die dann gezollt wird weil man in eine Seele sieht und diese auch versteht?
    -Oder weil es schön aussieht
    -Oder weil es den Kunstregeln entspricht
    -Oder weil………………
    Ich habe schon als kleines Kind meine ersten Werke erschaffen, um meine Seele zu befreien. Anerkennung JA aus welchem Grund auch immer.
    Mein bestreben mich aus zu drücken um verstanden zu werden das was ich mit Worten nicht vermag.
  • Sabine Minten
    Sabine Minten
    Nö - roni.

    Nicht studiert, keine Ahnung von Kunst und naiv: das ist nicht, was Kunst ausmacht. (Wie schneidert man sich bloss eine solche Vorstellung zusammen?)

    Und: Anerkennung ist auch nicht das Wesen der Kunst.

    Was Du meinst, roni, ist Kunst-Therapie. Und mal ganz provokant gesagt: es ist ja schön und wertvoll, wenn man über kreative Beschäftigung Zugang zu sich selbst findet. Aber wieso um Himmels willen, muss dann noch das ganz grosse Publikum her, um ausgerechnet in Deine, meine oder die Seele von Müller´s Kuh Einblick zu bekommen?

    Und was soll heissen "ohne Beeinflussung"????
    Das liegt doch an Dir, wieweit Du in der Lage bist, an Deinen Konditionierungen zu haften oder von ihnen zu lassen und Deine Wahrmehmung auch mal über Dein eigenes kleines Raster hinaus zu abstrahieren und in einen grösseren Zusammenhang zu stellen.

    Und Annemarie:

    Warum werden die Begriffe "besser" oder "schlechter" immer so stark mit der Wertung der Person verknüpft? Das hemmt ungemein. Wenn ich sage, dass dieses oder jenes Bild nun mal ausgemachter Mist ist, weil ausgelutschter Kitsch, dann ist das sachlich. Und konstruktiv obendrein. Nennt man "Schockwellentherapie" - schnell und ergiebig *ggg
    Mir ist jedenfalls ein liebevolles "Schätzchen, das ist Sch.eisse" lieber als ein dumpfwarmes Gehuddel. Wie sollte ich sonst über meine Ufer treten? Die Böschung ist mitunter einfach zu hoch.

    Klar gibt es bessere und schlechtere Künstler oder Kunstwerke. Es gibt sogar "viiiieeel besser" und "grottenschlecht". Und es ist doch auch klar, dass letzteres in Vielzahl im Hobbykünstlermilieu anzutreffen ist. U. a. sicher auch, weil der Begriff Kunst gerade dort so gerne auf Gefälligkeit und Beliebigkeit reduziert wird.

    Diese Sucht nach Anerkennung immer.
    Entkrampft euch doch mal ein wenig.
    Signatur
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  • Angelika Reeg
    Angelika Reeg
    alles ist relativ !

    ich denke, es gibt wissen und wissen,
    ich denke, es gibt können und können,
    wissen bedeutet nicht, dass man dadurch wirklich wissend ist,
    können bedeutet auch nicht wirklich zu können.

    @brooklyn:
    jegliches wissen mitnehmen ist auch gut,
    jeder wie er es für sich für richtig hält,oder

    ich denke nur, fehlt in der kunst, auch egal in welcher, das "creativ-gen"
    kann man noch so viel studieren, noch so viel wissen, es wird nicht viel nutzen.

    auf die umsetzung kommt es an,und auch perfektionismus
    mag zwar nett sein, aber mir persönlich fehlt es dann da oft an der sogenannten eigenen handschrift,
    es gibt bilder, die sind zwar technisch absolut perfekt, nur wirken sie einfach flach und leblos,

    da kommt einfach nichts rüber, also für mich

    angy ;-))

    .......50 % Autodidakt, 50 % Wissen ;-))
    Signatur
  • ronimaje
    Verstehen muss ich nicht, möchten vielleicht ja.
    Was versucht man mit seinem Werken mitzuteilen (oder darf man so etwas erst gar nicht versuchen)
    Haben diese Werke einen Namen, den man ihnen gegeben hast, weil man es so sieht.
    Die Bedeutung eines Werkes kannst nur der jenige selbst ihm geben, ganz individuell so wie man die Welt und sich sieht. Dabei meine ich nicht mit den Augen und Verstand sondern den Gefühlen in der kleinen mit vielen Rasten ausgestatteten Seele.
    Na ja, wenn man nicht mit leib und Seele bei den ist was man schafft dann doch nur mit Verstand (dem erlernten). Lass es für Mich Therapie sein und Spaß an der Sache selbst.
    Der große Zusammenhang geht wohl für mich verloren wenn ich nicht mehr ich bin sondern ein Spiegel für andere, das mag nicht verkehrt sein da dieses wohl den Therapeuten entspricht.
  • fluwdom
    Brauche ich andere sichtweisen? ich meine nein. ich bin schon seit je her kreativ tätig und gerade die konfrontation mit anderen hat mir ideen geraubt und meine fantasie immer wieder in ketten gelegt.
    ich denke es kommt darauf an was man will. ich will mich verwirklichen meiner kreativität freien lauf lassen. kunst heisst für mich etwas schaffen etwas erdenken was so noch keiner gemacht hat.
    für das was ich will brauche ich keine schule. wenn man pfarrer werden will muss man theologie studieren aber man muss es nicht um ein gläubiger mensch zu sein. genau so seh ich es auch beim malen. und mancher laienprediger ist besser als ein pfarrer ;)
  • kratzi
    kratzi
    irgendwie muss man wissen, was man will. male ich gefühle, male ich bilder, die mir gefallen, so ist es doch egal, ob ich diese kunst durch andere erlernte oder ob ich meinen eigenen weg gegangen bin. ich lieb z.B. die bilder von michael sowa, er ist autodidakt, hat seine eigene technik. wiederum kann mich mit bildern von manchen durchstudierten künstlern überhaupt nichts anfangen.

    will ich von meinen bildern leben, so muss ich ohnehin abstriche machen. die miesesten bilder verkaufen sich am besten. meine freundin verkauft jede menge sonnenblumen und mohnblumen, pro bild braucht sie ca. 2 stunden mit trocknen, fliessbandarbeit. es ist der geschmack der breiten masse, und nur das bringt kohle, nicht die "wahre" kunst.... jedoch.... was ist kunst.... grad beisst sich der hund wieder in den schwanz!!

    lg kratzi
  • Sabine Minten
    Sabine Minten
    ja ja - mieser fettiger plastikfrass, miese kitschromane, miese schlagerschnulzen und miese videothekenfilmchen verkaufen sich auch am besten...

    der "geschmack der breiten masse" ist ja ein geradezu wegweisender massstab für die definition von qualität.
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  • fluwdom
    ich würde es nicht wegweisend für qalität nennen, vielmehr wegweisend für kommerziellen erfolg.
    Kunst ist ja schon von berufswegen brotlos :)
    für alles weitere verweise ich auf diesen satz: Die Kunst an der Kunst ist, jemanden zu finden, der die Kunst darin erkennt.
  • Herr Lehmann
    Herr Lehmann
    blub
    Kunst kommt von können. Würde es von wollen kommen, würde es Wunst heißen!

    wer sich normieren will, soll das tun aber politiker und künstler sollte keine normierte Ausbildung genießen. Wer aber diese Stempel der Uni brauch - bittschön dann soll er studieren...
    Signatur
  • _em_ton_sti_
    Zitieren kann lebensgefährlich sein :-)

    [list][...] Kunst kommt nicht von Können, wie Goebbels, bewußt allzu kurz greifend, behauptet hat, sonst wäre jeder, der nur irgendetwas kann schon ein Künstler. Dann wäre ein "Fahrkünstler" ein veritabler Künstler, ein "Kochkünstler" ein veritabler Künstler, ein "Lebenskünstler" ein veritabler Künstler. Da jeder Mensch ein Lebenskünstler ist, wäre dann jeder Mensch ein Künstler, wäre alles, was Menschen gekonnt machen, Kunst, das hieße die Undefinition der Kunst. Hämisch fügte Goebbels hinzu: "...käme es von Wollen, hieße es Wunst." Damit wollte er die Kunst diffamieren, die sogen. "entartete Kunst" als eine Kunst ohne Können hinstellen. Viele übernehmen heute noch allzu unüberlegt diese Definition von Goebbels, nicht ahnend in welche Tradition sie sich damit begeben. Ich habe eine junge promovierte Kulturwissenschaftlerin dies sagen gehört - wie fatal ! Ich habe diesen Spruch an der Wand in der (Verzeihung) Herrentoilette der Schulmusiker an der Universität der Künste gefunden, er gehört nicht an die Wand, er gehört in die Toilette.
    Selbst der sonst so kluge Brockhaus täuscht sich gräßlich wenn er schreibt, Kunst sei "allg.: jedes zur Meisterschaft entwickelte Können." - Wie das? Ist demnach ein perfekt gebügeltes Bettlaken als Kunstwerk einzustufen? (fragt Walter Jens) [...] [/list:u]

    Quelle🔗
  • ekI
    Die Kunst an der Kunst ist, jemanden zu finden, der die Kunst darin erkennt!

    Danke und noch einmal Danke - jetzt habe ich endlich eine anständige Definition von dem Begriff "Kunst".

    Bei den vielen Diskussionen über Kunst und Künstler erscheint es mir fast schon sinnlos geworden, nach einer plausibleren zu suchen!
  • Annemarie Siber
    Annemarie Siber
    ...warum nicht "Bügelkunst"??
    Ich denke das Zitat von Goebbels wird von vielen verwendet, die durchaus NICHT diffamieren wollen, sondern einfach eine Abgrenzung suchen. Genauso wie diejenigen Abgrenzen (Ausgrenzen), welche von Hausfrauenkunst, o.ä. reden. Manchmal ist es auch eine Kunst sich audrücken zu können (Redekunst).... ich denke hier liegt viel im Kontext verborgen und man kann sich logisch am Begriff aufhängen... oder versuchen(!) zu verstehen WAS der andere sagen will.
    Ersteres erscheint mir zwar legitim, aber bequem... letzteres zeigt von wollen und birgt die Gefahr des Irttums... manche trauen sich trotzdem.. ;-)
    Signatur
  • Herr Lehmann
    Herr Lehmann
    blub (dito anne)
    voll ins Blaue
    nur am rande:
    den spruch gab es schon vor goebbels...
    nur soviel:
    ..wer kunst* definiert, schränkt sie und sich ein..
    *kunst ist nunmal subjektiv
    Signatur
  • offakip
    ...
    den spruch gab es schon vor goebbels...


    wollt ich auch grad sagen;) der spruch wurde schon von max liebermann (jude) gerne verwendet, lange vor goebbels...
  • Herr Lehmann
    Herr Lehmann
    @pikaffo
    genau!
    geht es um kunst oder um diskussion(besser prinzipenklopfen)
    Signatur
  • _em_ton_sti_
    Ich kenne den Spruch von Benn und wollte nur den Wortlaut noch kontrollieren (ich kenne es nämlich mit "Wullst" statt "Wunst") und bin dabei auf den Link gestoßen, den ich niemanden vorenthalten wollte.

    Von wem er auch ist, ich finde ihn schwach. Ebenso wie ich "Kunst ist subjektiv" fad finde.
  • offakip
    mir genügt die kunst. die kann auch mal gewollt sein, selbst wenn sie von einem könner stammt. oder gekonnt, wenn sie von einem woller stammt;) man müßte sie eigentlich sunst oder munst nennen, weil sie vom sollen oder gar müssen stammt;---)
  • ratzekatze
    ratzekatze
    goebbels hin goebbels her
    jetzt will ich auch mal:

    sind wir nicht alle ein bissel polemik?
    gehts nicht irgendwo um die auseinandersetzung?
    und diskussion soll herausfordernd sein,

    und außerdem: ein pferd heißt pferd, weil es auf der erd steht, könnte es fliegen , würde es pfluft heißen.

    ist es nicht schön, dass es so viele sichtweisen gibt?

    wenn man sie zulässt, kann man immer was für sich mitnehmen,
    und wenn man sich irgendwie entwickeln will, sollte man mitnehmen was man kann,
    egal ob autodidakt oder kunsthochschule

    diskussion und konfrontation,auseinandersetzung das (find ich persönlich)macht einen künstler aus.

    und ein bettlaken kann auch kunst sein


    LG
    ratzekatze
    Signatur
  • _em_ton_sti_
    Und was der eine witzig findet, langweilt den anderen.
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